Kokzidiose (
Kokziden): Ist beim Heimtier sicher die wichtigste Parasitose. Die Infektionserreger werden mit dem Heu und / oder dem Frischfutter vom Heimtier aufgenommen. Diese Erreger sind in der Fachwelt auch als Eimerien oder Isosporen bekannt, von ihnen sind 9 Arten in Europa und weltweit 25 Arten allein für das Kaninchen beschrieben, demgegenüber nur eine für das Meerschweinchen. Die Kokzidiose muss mit speziellen, durch Zusätze verstärkte Sulfonamide ("Antibiotika") behandelt werden. Nur der Tierarzt kann die Diagnose stellen. Diese Parasitose wird häufig von weiteren Infektionserregern wie Bakterien begleitet, was bei Jungtieren häufig eine Sterberate von 40% ausmacht.
Dieser Parasit wird nicht durch eine "normale Breitbandentwurmung" erfasst!Toxoplasmose (
Toxoplasmen): Die Infektion findet durch Aufnahme von Futter, das durch Katzenkot verunreinigt ist, statt. Die Oozysten (Parasiteneier) aus dem Katzenkot gelangen in den Darm des Kaninchens, reifen heran und der Erreger wandert in den Körper des Kaninchens. Die Erkrankung tritt jedoch selten auf, sie führt zu Appetitlosigkeit, Fieber, Durchfall, erhöhter Atemfrequenz sowie Nasen- und Augenausfluss und endet innerhalb einer Woche mit dem Tode des Tieres. Für den Menschen geht jedoch keine Gefahr vom Kaninchen aus, da dieses Tier im Gegensatz zur Katze ein Zwischenwirt ist und keine Oozysten ausscheidet. Beim Meerschweinchen ist diese Erkrankung nicht beschrieben worden.
Eine Behandlung dieser Parasitose ist nicht bekannt.Rundwürmer (
Nematoden), Magenwürmer (
Graphidium), Fadenwürmer (
Trichostrongylus) und Madenwürmer (
Oxyuris), Peitschenwürmer (
Trichuris). Gegen diese Gruppe der Parasiten sind die meisten handelsüblichen "Wurmkuren" gut wirksam.
Bandwürmer (
Bandwürmer bei Heimtieren): Gelegentlich werden auch beim Hauskaninchen Bandwurmfinnen gefunden, diese haben sich aber mehr dahin verirrt. Diese Bandwurmfinnen können aber nur chirurgisch behandelt werden, ähnlich wie es der Fall beim Menschen ist.
Bandwürmer (Anoplocephalidae) gibt es beim Kaninchen selten, sie werden überwiegend durch Milben übertragen, die mit dem Heu oder Frischfutter in den Käfig gelangen können. Die Behandlung erfogt mit handelsüblichen Medikamenten die als Injektionslösung, spot-on-Präparat und Tabletten bei Ihrem Tierarzt erhältlich sind.
Die unterschiedlichen Parasitosen der Heimtiere können nur erfolgreich bekämpft werden, wenn der Tierhalter regelmäßig Kotuntersuchungen vom Tierarzt auf Kokzidien, Nematoden und Bandwürmer machen läßt. Parasiten können immer mit Heu oder Frischfutter in den Stall kommen. Zeitpunkte für eine Kotuntersuchung sind:
- Vor dem Decken den Kot beider Zuchttiere untersuchen
- 14 Tage nach dem Werfen ist eine Kotsammelprobe fällig
- die Kotuntersuchung der Jungtiere sollte mit 6 Wochen erfolgen
- danach sollte der Kot viertel- oder halbjährlich untersucht werden.
Von unseren Heimtieren gehen keine für den Menschen gefährlichen Parasitosen aus, eine vorbeugende Kotuntersuchung hilft Ihnen jedoch, Ihren Liebling lange gesund zu erhalten und sich und Ihren Kindern viel Freude zu schenken.
Sollte eine Parasitose während der Kotuntersuchung festgestellt werden, wird Ihr Tierarzt alles Notwendige in die Wege leiten, damit Ihr Tier die erforderlichen Medikamente erhält und somit die beste und effektivste Behandlung!