Physikalische Ursachen

Blitz, elektrischer Strom | Erfrierungen | Hitzschlag | Verbrennungen

Strom

Allgemein

Es kommt zu Verbrennungen an der Eintritt- und an der Austrittstelle des Stromes. Die Hauptgefahr bei einem Stromschlag besteht jedoch in seiner dramatischen Wirkung auf die Herztätigkeit. Es kann also rasch zum Kammerflimmern und schließlich zum Herzstillstand kommen. Außerdem kann durch einen Krampf der Brustmuskeln ein Atemstillstand auftreten.

Bevor man das Tier berührt, muss die Stromzufuhr unterbrochen sein, da man sich anderenfalls selbst in Lebensgefahr begibt!!!

Ist der Kontakt zur Stromquelle nicht unterbrochen, muss entweder die Hauptsicherung ausgeschaltet oder der Kontakt mit einem Stück Holz oder Plastik unterbrochen werden.

Sofortmaßnahmen am Unfallort

  • Stromzufuhr unterbrechen
  • Atmung überprüfen
  • Herztätigkeit überprüfen

Bei Bedarf muss eine künstliche Beatmung und/oder eine Herzmassage durchgeführt werden. Für die Behandlung   der Verbrennungen siehe weiter unten.

So schnell wie möglich in eine Tierklinik   fahren! (Nottierarztsuche)

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Erfrierungen

Allgemein

Besonders gefährdet sind kleine und kurzhaarige Tiere.

Schlecht durchblutete Körperteile wie Zehen, Ohren, Schwanz und Hoden   sind am stärksten betroffen.

Sofortmaßnahmen

  • Das Tier in eine Decke hüllen, die nach Möglichkeit vorgewärmt sein sollte.
  • Die betroffenen Körperteile vorsichtig mit warmem Wasser (nicht > 40°C) erwärmen:
    • Die Pfoten werden in eine Schale gestellt
    • Ohren, Hoden und Schwanz werden mindestens 10 Minuten lang mit warmen Umschlägen behandelt
  • Nach Erwärmung wird der betroffene Körperteil vorsichtig abgetrocknet (ohne zu reiben)
  • Eine dünne Schicht aus Fett (tierisches oder pflanzliches), z. B. Lebertran, auftragen.

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Hitzschlag

Allgemein

Die Körpertemperatur steigt auf extrem hohe und somit lebensbedrohliche Werte an. Sie liegen meist deutlich über 40° C. Das höchste Risiko besteht für Hunde, die im Sommer im schlecht oder nicht gelüfteten Auto in der prallen Sonne stehen.

Tiere haben im Allgemeinen noch einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem Menschen: Sie schwitzen kaum und müssen demnach die Körperwärme vor allem durch vermehrtes Atmen (Hecheln) abgeben. Nimmt das Hecheln also extreme Formen an, so dass man den Eindruck gewinnt, dass der Hund von alleine nicht wieder zur Ruhe kommt, muss man folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Jede körperliche Aktivität stoppen und sofort aus der Sonne gehen; einen schattigen und gut belüfteten Ort aufsuchen
  • Wenn möglich: Fieber messen, Werte über 40°C können rasch lebensbedrohlich werden
  • Alle Möglichkeiten nutzen, die eine Abkühlung herbeiführen
    • Das Tier mit kaltem Wasser übergießen oder sogar in kaltem Wasser baden
    • Eisbeutel auflegen
    • Frische Luft zufächeln, Ventilator
  • Schnellstmöglich eine Tierklinik aufsuchen (Nottierarztsuche)

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Verbrennungen

Allgemein

Verbrennungen bei Hund und Katze können sehr leicht unterschätzt werden, da äußere Merkmale, welche vom Menschen her bekannt sind, häufig fehlen. Hautrötung und Brandblasen als Zeichen für oberflächliche Verbrennungen können bei den Haustieren durch Hautpigmente oder dichtes Fell verdeckt werden. Zieht man an den Haaren und lösen diese sich dann leicht aus der Haut, liegt eine Verbrennung mit Beteiligung der tiefen Hautschichten vor.

Unterteilung in Schweregrade

Verbrennungen werden in drei Kategorien aufgeteilt (schwierig für den Laien):

1. Grad: Es tritt nur eine Hautrötung auf, die meist nach wenigen Tagen von selbst abheilt.

2. Grad: Es bilden sich zusätzlich Brandblasen. Durch die Neubildung von Hautschichten dauert hier die Heilung etwas länger.

3. Grad: Es kommt zum Absterben von Gewebeschichten und zur Bildung des sog. Brandschorfs. Es entstehen deutliche Narben nach einer äußerst langwierigen Heilungsphase.

Bei großflächigen Verbrennungen zweiten und dritten Grades geht in den betroffenen Körperteilen viel Blutserum verloren und es bilden sich giftige Stoffe, die nach zwei bis drei Tagen eine Verschlechterung und manchmal den Tod des Tieres bewirken. Sollten mehr als 50 % der Haut geschädigt sein, besteht kaum Hoffnung auf Genesung.

Sofortmaßnahmen am Unfallort

  • Sofort Kühlung unter fließendem Wasser
  • Anschließend 10 bis 15 Minuten entweder Eisbeutel oder Eiskompressen auflegen
  • Vorsichtig trockentupfen und mit steriler Gaze abdecken
  • Verboten sind Brandpuder und Brandsalben!
  • So schnell wie möglich in eine Tierklinik fahren (Nottierarztsuche)

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