FAQ: Vogelgrippe/Geflügelpest

Einleitung

Kann man heute schon absehen, dass sich das Vogelgrippevirus verändert und mutiert?

Wie kann die Vogelgrippe auf den Menschen übertragen werden?

Kann die Vogelgrippe von Hunden oder Katzen auf den Menschen übertragen werden?

Wie kann das Vogelgrippevirus für den Menschen gefährlich werden?

Warum wird kein Impfstoff gewonnen oder produziert?

Inwieweit können antivirale Medikamente   vor dem Vogelgrippevirus schützen?

Warum werden auf Rügen so viele Tiere (Geflügel  ) getötet (gekeult)?

Kann mein Hund oder meine Katze durch die Fütterung von rohem Geflügel an der Vogelgrippe erkranken?

 

Einleitung

Symbol SeuchengefahrNachdem die Vogelgrippe nun auch Deutschland erreicht hat, die Anzahl der verunsicherten und ängstlichen Personen in der Bevölkerung stetig steigt und wir mit E-Mails regelrecht überhäuft wurden, hier nun einige der am häufigsten gestellten Fragen und unsere Darstellung zur Geflügelpest:



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Kann man heute schon absehen, dass sich das Vogelgrippevirus verändert und mutiert?

Grippeviren (Influenzaviren) sind bekannt für ihren schnellen Wandel und ihre Anpassungsfähigkeit. Das gefährliche H5N1-Virus   hat sich in kurzer Zeit von Hühnern und Puten an Wasservögel adaptiert. Auch beim Landgeflügel hat das Virus sich schnell an neue Tierarten angepasst, vor allem an Jäger und Aasfresser. Das Virus verändert sich zudem so schnell, dass es den Sprung vom Vogel auf die Säugetiere schon geschafft hat. In Thailand wurden Tiger mit infiziertem Geflügel gefüttert, die Tiere erkrankten und verstarben. Auch die gelegentlichen Übergriffe auf den Menschen lassen eine Adaption des Virus an den Menschen erwarten. Wie gefährlich das Virus letztendlich sein wird, kann heute jedoch noch niemand sagen. Das Bestreben eines Virus ist es im Allgemeinen nicht, sein Wirtstier zu töten, sondern möglichst viele neue Wirte zu finden, um sich schnell und effektiv fortzupflanzen.

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Wie kann die Vogelgrippe auf den Menschen übertragen werden?

Bisher ist die Übertragung auf den Menschen recht selten. Die Infektion   kann, wie bei der Grippe des Menschen, durch eine Tröpfcheninfektion hervorgerufen werden. Auch aufgewirbelte, virushaltige Partikel aus dem Gefieder von erkranktem Geflügel und direkter Kontakt mit Ausscheidungen erkrankter oder verendeter Vögel bilden ein mögliches Ansteckungsrisiko. Sollte es dem Virus jedoch gelingen, sich der menschlichen Zelle   durch eine Mutation   anzupassen, reicht ein einziger infizierter Mensch, der von Asien in eine europäische, amerikanische oder ozeanische Großstadt im Flugzeug reist, um eine Pandemie auszulösen. Die Viren   verteilen sich über die Klimaanlage des Fliegers im Passagierraum und infizieren die Insassen, die dann weiterreisen und das Virus in alle Winkel der Erde verteilen.

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Kann die Vogelgrippe von Hunden oder Katzen auf den Menschen übertragen werden?

Diese Frage kann zurzeit von niemandem mit Sicherheit beantwortet werden. Es kann jedoch gesagt werden, dass Hunde für Influenza   nicht sehr anfällig sind. Hunde, die im Freien verendetes Geflügel apportieren, könnten als Vektoren   fungieren und Viruspartikel auf den Menschen übertragen. Es gilt somit in gefährdeten Gebieten, dass die Hunde nur an der Leine geführt werden und keinen direkten Kontakt mit verendeten Vögeln haben sollten. Bei Katzen, die Freigang haben, sieht die Sachlage noch schwieriger aus. Katzen verzichten nur sehr ungern und unter großem Protest auf ihren täglichen Freigang. Da Katzen sehr neugierig sind, nähern sie sich verendeten Tieren und bringen diese häufig als Trophäe ins Haus. Katzen sind empfänglicher für Influenzaviren als Hunde und springen mit großer Leichtigkeit auf Tische und Arbeitsplatten in Küchen. Dabei kann virushaltiges Material verteilt werden, das bei der Zubereitung von Speisen von Menschen aufgenommen werden kann. Auch Katzen, die gewöhnlich mit dem Tierhalter im Bett schlafen, können ein Risiko darstellen. Daher ist es in Risiko-Gebieten besser, den Freigang für Katzen zu unterbinden.

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Wie kann das Vogelgrippevirus für den Menschen gefährlich werden?

Das Vogelgrippevirus H5N1 befiel früher nur Hühner und Puten, die neuen Varianten aus Asien befallen jetzt aber auch Wassergeflügel wie Enten, Gänse und Schwäne. Die Ausbreitung erfolgt mit großer Geschwindigkeit unter unseren gefiederten Freunden. Eine Übertragung auf den Menschen ist bisher nur selten und eher zufällig, da die Viren bisher nicht ausreichend an die Zellen des Menschen angepasst sind. Es ist wahrscheinlich, dass die Adaption des Virus an den Menschen in Asien erfolgen könnte. In diesen Ländern ist die Populationsdichte hoch und das Zusammenleben zwischen Menschen und Nutztieren auf engstem Raum unter hygienisch schlechtesten Umständen gang und gäbe. Hier könnte das menschliche Influenzavirus Erbmaterial mit dem gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 austauschen. Durch eine Mutation könnte ein neues, höchstgradig infektiöses und aggressives Vogelgrippevirus entstehen. Vor allem Schweine   könnten als "Mischtopf" für das Virus fungieren, da diese Haussäugetiere in enger Lebensgemeinschaft mit Menschen leben, anfällig für Influenza sind und dem Menschen in ihrer "Beschaffenheit" sehr ähneln. Sollte so ein neues Supervirus entstehen und es zu einer weltweiten Pandemie kommen, rechnen Experten mit mindestens 800.000.000 menschlichen Todesopfern.

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Warum wird kein Impfstoff gewonnen oder produziert?

Da Grippeviren starken Veränderungen unterliegen, müssen jährlich neue Impfstoffe entwickelt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wacht über die jährlich auftretenden Ausbrüche der Grippe in der Welt und entscheidet über die Zusammensetzung des Grippeimpfstoffes für die folgende Grippesaison. Die Herstellung des Impfstoffes dauert zwischen 6 bis 9 Monaten. Da die Impfstoffproduktion traditionell in Hühnerembryonen erfolgt, das für die Geflügelpest verantwortliche Virus sehr aggressiv ist und den Hühnerembryo abtötet, muss nach anderen Methoden zur Impfstoffproduktion geforscht werden. Ein weiteres Problem ist, dass das für den Menschen gefährliche Virus noch gar nicht existiert, somit sind die Eigenschaften der Virushülle, Besonderheiten der viralen Enzyme   oder Eigenarten des viralen Erbguts weder bekannt sind  noch stehen Viruspartikel für Studienzwecke, Forschung oder experimentelle Wissenschaft zur Verfügung.

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Inwieweit können antivirale Medikamente vor dem Vogelgrippevirus schützen?

Medikamente, wie beispielsweise Zanamivir RelenzaTM (GlaxoSmithKline) oder Oseltamivir TamifluR (Roche), können bei einer Grippe sicherlich schwere Krankheitssymptome mildern, indem ein Teil der Viren blockiert und an der Fortpflanzung gehindert wird. Damit Grippeviren in die menschliche Zelle eindringen können, müssen sie sich an einen Bestandteil der Zelloberfläche, der Sialinsäure, binden. Nach der Replikation (Vervielfältigung) des Virus in der Wirtszelle sind die Viruspartikel von Sialinsäure überzogen. Um infektiös zu werden, muss das Virus sich der Sialinsäure entledigen, was es mit Hilfe der Neuramidase erledigt. Die vorgenannten Medikamente hemmen die Neuramidase des Virus, das in allen bekannten Influenzaviren enthalten ist.

Welche Probleme könnten mit den neuen Neuramidasehemmern auftreten?

  1. Die Medikamente müssen sehr frühzeitig eingenommen werden. Häufig ist es schwierig, eine einfache Erkältung von einer echten Influenza im Anfangsstadium zu unterscheiden.
  2. Berichten zufolge sind bereits Resistenzen gegen die Medikamente aufgetreten.
  3. Die Medikamente stehen nicht in ausreichender Menge zur Verfügung und die Industrie kann zur Zeit weder ausreichende Mengen produzieren noch liefern.
  4. Es ist nicht bekannt, ob bei einem Supervirus (Mutation H5N1 mit humanem Influenzavirus) der Neuramidasemechanismus überhaupt von Bedeutung ist.
  5. Je knapper das Medikament   wird, desto höher steigt der Preis. Bei einer Pandemie müsste das Medikament über 6-12 Wochen vorbeugend eingenommen werden, welches Kosten von mindestens 600 Euro bedeuten würde, ohne zu wissen, ob eine Wirksamkeit des Medikaments besteht.
  6. Reserven der Länder werden im Katastrophenfall wahrscheinlich nur an Krankenhäuser, Ärzte, Polizei und Bundeswehr ausgegeben.

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Warum wurden auf Rügen so viele Tiere (Geflügel) getötet (gekeult)?

Der wichtigste Grund hierfür ist ein rein wirtschaftlicher Aspekt. Es wird befürchtet, dass aufgrund der vermehrt aufgetretenen Fälle bei Wildvögeln, die positiv auf das H5N1 Virus getestet wurden, die Europäische Union ein Exportverbot für Deutschland verhängen könnte. Die wirtschaftlichen Einbußen könnten verheerende Konsequenzen für das Land nach sich ziehen.

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Kann mein Hund oder meine Katze durch die Fütterung von rohem Geflügel an der Vogelgrippe erkranken?

Hierzu ist bis zum heutigen Zeitpunkt nichts Genaueres bekannt. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, zumal sich bei der Verfütterung von rohen Hühnern in einem thailändischen Zoo die dortigen Tiger mit dem H5N1 Virus infizierten und verendeten. Somit ist nachgewiesen, dass dem Virus schon jetzt der erfolgreiche Sprung auf Säugetiere gelungen ist. Auch das infizierte rohe Fleisch von Puten und anderen Vögeln birgt sicherlich bei Rohverfütterung die Gefahr der Infektion des Haustieres und damit verbundene Ansteckungsrisiken für Tierhalter und Menschen, die engen Kontakt zu ihren Haustieren pflegen.

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