Staphylococcus spp.

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Allgemeines

Staphylokokken   kommen beim Menschen und bei nahezu allen Tierarten, einschließlich Geflügel  , vor. Sie besiedeln die Haut und Schleimhäute, wo sie häufig, ohne eine klinische Symptomatik   auszulösen, angetroffen werden. Saprophytische Stämme bevölkern die Haut (pH  -Kontrolle des Säureschutzmantels der Haut). Staphylokokken können akute   sowie chronische   Krankheitsbilder auslösen. Beim Menschen sind sie häufig für Lebensmittelvergiftungen verantwortlich.

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Erreger

Staphylococcus aureus MikrophotoStaphylokokken sind Bakterien  , die außerhalb von Zellen anzutreffen sind. Diese kleinen, kugelförmigen Gebilde, die in Gruppen traubenartige Haufen bilden, können unter dem Mikroskop nach der Färbung leicht betrachtet werden. Durch Färbung mit der Gram  -Methode stellen sich diese als blaue grampositive Bakterien dar (siehe Abbildung).


Staphylococcus Aureus/EpidermidisDie Anzucht gelingt problemlos auf Standard-Nährböden, vorzugsweise auf Blutagar, wo die hämolyse Aktivität der Staphylokokken nachgewiesen werden kann. Staphylokokken wachsen aerob in 12 - 24 Stunden auf Blut- oder Nähragar. Zur Isolierung aus infektiösem Material und Lebensmitteln eignen sich besondere Selektivnährböden, wie Eigelb-Tellurit-Glycin-Pyruvat-Agar nach Baird-Parker und der Mannit-Kochsalz-Phenolrot-Agar, die eine Vordifferenzierung von Staphylococcus   aureus, Staphylococcus intermedius und Staphylococcus epidermidis erlauben. Diese wachsen innerhalb von 72 Stunden auf den spezialisierten Nährböden.

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Krankheitsbilder

Staphylokokken HundepfoteDie wichtigsten Infektionserreger dieser Bakteriengruppe sind Staphylococcus aureus, Staphylococcus intermedius und Staphylococcus epidermidis. Pathogene Stämme verfügen über Koagulase  , die das Eiweiß gerinnen lassen, Hämolysine  , die das rote Blut zerstören und Toxine  , die vor allem eine wichtige Rolle bei verdorbenen Lebens-/Futtermitteln spielen und zu Vergiftungen führen können. Am häufigsten sind Staphylokokkeninfektionen von Wunden, Abszessen, Furunkeln und Pyodermien: Eitrige Prozesse der Haut, die sich vor allem im Sommer schnell unter dem Fell und in Hautfalten ausbreiten können.

Auch die Schleimhaut der Nase, des Genital- und Harntraktes kann von Staphylococcus bevölkert werden.

Eine Verstreuung über die Blutbahn (Sepsis  ) kann in schweren Fällen zum Tod oder zu chronischen Entzündungen, z. B. der Knochen (Osteomyelitis  ) führen. Eine Besiedelung der Herzklappen und der Innenwand des Herzmuskels (Endocardiose) kommt nicht selten vor. Die Toxine sind als Enterotoxine in A, B, C, D und E unterteilt. Sie können zu schweren Lebens- und Futtermittelvergiftungen führen, da diese Bakterien selbst nach dem Abtöten der Bakterien durch Erhitzen noch erhalten und wirksam bleiben.

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Therapie

Eine Behandlung   muss durch den Tierarzt   erfolgen. Dabei können Antibiotika   wie Amoxicilin/Clavulansäure, Cephalexin, Cephalosporine der 3. und 4. Generation und andere antibakterielle Substanzen, gegen die eine Empfindlichkeit des Erregers nachgewiesen wurde, eingesetzt werden. Im Einzelfall muss die Behandlung auch durch topisch (oberflächlich) zu applizierende Medikamente   ergänzt werden. Bei schwerwiegenden Erkrankungen und Vergiftungen ist ein Klinikaufenthalt mit Infusionstherapie, Entgiftung und eventueller Dialyse nicht zu vermeiden. Es sollte nach Möglichkeit immer die Resistenzlage des Erregers durch ein Antibiogramm   (Resistenz-Test) ermittelt werden. In China sind multiresistente Staphylokokken beim Menschen aufgetreten, die gegen sämtliche bekannte Antibiotika Resistenzen aufweisen. Staphylokokken können vom infizierten Tier durch Biss- oder Kratzwunden auf den Menschen übertragen werden.

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