Streptokokken

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Allgemeines

Diese Bakteriengattung umfasst rund 40 Arten, von denen einige eitrige Erkrankungen verursachen, andere gehören zur normalen Körperflora z. B. in der Mund- oder Maulhöhle, ohne Krankheiten   oder Symptome   zu verursachen. Die Streptokokken   haben sich gut an ihren Wirt angepasst. Z.B. Streptokokken der Serogruppen G und L bewohnen als saprophytische Keime die Schleimhaut der Maulhöhle des Hundes. Leidet der Hund nun unter chronischer Zahnfleischentzündung, massivem Zahnsteinbefall und geschwächter Abwehrlage, können diese eigentlich harmlosen Keime in das Gewebe   eindringen und sich über die Blutbahn im Körper des Tieres ausbreiten. An ihrer untypischen Lokalisation angekommen, wechseln die Streptokokken ihre Eigenschaft zu pathologischen (krankmachenden) Erregern. Streptokokken vom Typ A und S. pyogenes können vom Menschen auf den Hund übertragen werden, die dann zu stillen Trägern werden und den Menschen erneut anstecken können.

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Erreger

StreptokokkenStreptococcus spp. HaemolyseDie Erreger sind grampositive, kugelförmige Bakterien  , die in langen Ketten angeordnet sind. Sie verfügen über hämolytische   Eigenschaften: Alpha-Hämolyse   (unvollständige Zerstörung der roten Blutzellen, Vergrünung des Nährbodens), Beta-Hämolyse (vollständige Zerstörung der roten Blutzellen, klare Blutagarzone um die Kolonie, siehe Abb. rechts) und Gamma-Hämolyse, (keine sichtbare Veränderung am Nährboden). Einige Stämme erzeugen Giftstoffe, die von den Zellen als Toxine   oder als aggressive Fermente abgegeben werden. Sie wachsen als fakultative Anaerobier   in sauerstoffarmem Milieu und verstoffwechseln Glukose (Zucker) zu Milchsäure.


CAMP-TestDer CAMP-TEST dient zur Bestimmung von Streptococcus   agalactiae sowie Streptokokken vom Typ E, P, K und U. Streptococcus agalactiae treibt vor allem als Erreger für Euterentzündungen beim Rind in Milchviehbeständen sein Unwesen. Zunehmend sind Menschen betroffen, vor allem Säuglinge, die mit allgemeinen Infektionen   oder Meningitis zu kämpfen haben. Die Isolierung aus dem Utrogenitaltrakt und aus der Mundhöhle kommt zunehmend beim erwachsenen Menschen vor. Bei Tieren wie Pferden, Schweinen, Hunden oder Katzen ist die Infektion   eher selten.

Die Abb. links zeigt einen Blutagar, auf dem sich im Zentrum ein Strich mit Streptococcus agalactiae, rechts 2 x Staphylococcus   aureus mit dem typischen Hämolyse-Hof des Camp-Phänomens, und links ein Impfstrich mit Streptococcus lactis ohne Hämolyse-Zone befinden.

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Krankheitsbilder

Streptokokken AbzessObwohl eine ganze Reihe von Streptokokken von nützlicher Natur als saprophytischer Keim sind, können pathologische Keime zu Erkrankungen der Atemwege, Harn- und Geschlechtsorganen, Haut und Milchdrüsen sowie des zentralen Nervensystems führen. So kann Streptococcus canis beispielsweise Infektionen der Haut, Abszesse   und Gesäugeentzündungen verursachen. Bei Welpen können Nabelentzündungen zu Septikämien (Blutvergiftung) führen, was beim Überleben der Welpen chronische   Gelenksentzündungen nach sich ziehen kann. Endocardiosen und Herzklappenentzündungen werden eher durch Staphylokokken   als durch Streptokokken verursacht. Streptokokken können ursächlich an Fruchtbarkeitsstörungen der Hündin beteiligt sein oder zu einer Gebärmuttervereiterung (Pyometra  ) führen. In sehr schwerwiegenden Fällen kann durch Giftstoffbildung ein toxischer   Schock   ausgelöst werden, der zum plötzlichen Tod des Tieres führen kann. Auch ein multiples Organversagen kann durch diesen Keim verursacht werden. Vor allem, wenn Streptokokken sich unter der Haut oder in der Lunge ausbreiten.

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Therapie

Bei Streptokokken ist eine Behandlung   mit Antibiotika   meist erfolgreicher als bei Staphylokokken. Eine Behandlung muss durch den Tierarzt   erfolgen; dabei können Antibiotika wie Ampicillin, Amoxicilin/Clavulansäure, Cephalexin, Cephalosporine der 3. und 4. Generation, Erytromycin und Gentamycin, gegen die eine Empfindlichkeit des Erregers nachgewiesen wurde, eingesetzt werden. Im Einzelfall muss abgestorbenes Gewebe oder infiltriertes Brustdrüsengewebe chirurgisch entfernt werden, woran sich dann die topische (oberflächliche) Behandlung anschließt. Bei schwerwiegenden Erkrankungen und Vergiftungen ist ein Klinikaufenthalt mit Infusionstherapie, Entgiftung und eventueller Dialyse nicht zu vermeiden. Es sollte nach Möglichkeit immer die Resistenzlage des Erregers durch ein Antibiogramm   (Resistenz-Test) ermittelt werden. Im Gegensatz zu den Staphylokokken sind keine so schwerwiegenden Resistenzen gegen Antibiotika aufgetreten, jedoch wirken die von Tierärzten häufig bevorzugten Medikamente   mit Enrofloxacin und Sulfonamid/Trimetroprim-Kombinationen nur suboptimal. Die Streptokokken können durch Biss- und Kratzwunden vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

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