Vorsicht: Am Urlaubsort lauern die Reisekrankheiten!

Lauernde Zecke im GrassBesonders bei Reisen in den Mittelmeerraum können gefährliche Erkrankungen durch Zecken und Mücken auf Hunde oder Menschen übertragen werden.

Die häufigsten Erreger   der Reisekrankheit sind die Babesiose, auch als Piroplasmose bekannt, Erlichchose, Leishmaniose und Herzwurm-Erkrankungen. Durch die Einreise in entsprechende Gebiete können diese Krankheiten   nach Deutschland eingeschleppt werden. Aufgrund klimatischer Veränderungen  kommt es in Deutschland zur Ausbreitung der sogenannten Vektoren  , wie  den nicht heimischen Zeckenarten. Dazu gehören Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke) oder auch die sich zunehmend ausbreitenden Phlebotomen (Sandmücken), die sich in einigen Regionen in Deutschland effektiv angesiedelt haben, ohne dabei auf natürliche Feinde zu stoßen, die ihre Ausbreitung eindämmen könnten.

Bei einigen dieser Erkrankungen treten Symptome   erst nach 3 bis 18 Monaten oder noch längeren Zeiträumen auf. Das infizierte Tier wirkt dabei als Reservoir  , in dem sich die Erreger vermehren können und durch Vektoren aufgenommen werden. Dies kann zu einer Ausbreitung der Erkrankung   in Regionen führen, die bis zu diesem Zeitpunkt frei von dem Erreger waren. Besondere Risiken bestehen bei dem Import von Hunden, die während des Urlaubs entweder am Strand aufgelesen wurden oder aus einem örtlichen Tierheim „befreit" und nach Deutschland eingeführt wurden.
Zecken sind herausragend zähe Lebewesen, die sich während ihrer Existenz von rund 350 Millionen Jahren auf der Erde bestens an sämtliche Widrigkeiten angepasst haben. So können Zecken, die sich in Kleidungsstücken versteckt haben, ohne Schaden einen Waschgang in der Maschine bis 40°C überleben und weiterhin infektiös bleiben. Auch entfernte Zecken, die einfach ins Waschbecken oder in die Toilette geworfen werden, können diese Prozedur durchaus überleben und aus ihrem Gefängnis herauskrabbeln.

Wie kann eine Zecke richtig entfernt werden?

Wichtig ist, das die Zecke durch die Maßnahmen der Entfernung nicht gequetscht wird oder geärgert wird, da hierbei die Zecke stark in die Wunde speichelt, sich übergibt und somit eine Vielzahl von Erregern in das Wundgebiet freisetzt. Eine alte Unart, die immer noch von einigen Menschen praktiziert wird, ist das Bestreichen der Zecke mit Öl oder Nagellack, damit die Atemlöcher der Zecke verstopft werden und das Tier erstickt. Dieser Vorgang dauert viel zu lange, und in der Erstickungszeit hat die Zecke sicherlich unzählige Erreger in die Wunde gespuckt. Auch das Anzünden von Zecken mit dem Feuerzeug ist sicherlich eine Praxis, die vollkommen unsinnig ist.
Wie Sie eine Zecke bei sich oder Ihrem Tier richtig entfernen können, lesen Sie bitte im Abschnitt "Therapie  " in unserem Artikel Zecken.
Nach dem Entfernen dieser blutsaugenden Plagegeister sollte die Zecke zerquetscht werden, um sicher zu gehen, dass sie tot ist. Beim Menschen ist es ratsam, die Zecke in ein kleines, gut schließendes Gefäß zu setzen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt in einem Labor auf Infektionskrankheiten untersuchen zu lassen. Nur wenn die Früherkennung gelingt, kann auch eine sinnvolle Behandlung   des von der Zecke gestochenen Menschen erfolgen.

 

Sorgfältige Parasitenbekämpfung:

Wichtig ist, das Tier zwei Wochen vor Antritt der Reise mit Repellentien   vorzubehandeln!

Hierzu können spezielle Halsbänder in Verbindung mit einen Spot-on-Präparat eingesetzt werden. Das Spot-on-Präparat sollte während der Urlaubszeit alle 2-3 Wochen aufgefrischt werden, um so effektiv die Mücken und Zecken abzuwehren, bevor es zum Stich kommt. Bei Reisen in entsprechend gefährdete Gebiete ist eine Herzwurm-Prophylaxe   sehr zu empfehlen.

Fragen Sie Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt  . Wir sind sicher, dass Ihr vierbeiniger Freund schnell urlaubsfit ist!
Wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass bei gut geschützten Hunden das Auftreten einer gefährlichen Krankheit  , beispielsweise einer Leishmaniose, bei Kindern deutlich zurückgeht. Die Leishmaniose ist besonders für Kleinkinder gefährlich!

Sie sollten sich und Ihre Kinder vor den Blutsaugern schützen!
Durch das Auftragen von Repellentien in Form von Lotion oder Spray ist noch kein sicherer Schutz gewährleistet. So sind weitere Vorsichtsmaßnahmen notwendig, um bei Wanderungen durch hohes Gras und Unterholz nicht gestochen zu werden. Tragen Sie geschlossenes Schuhwerk, Strümpfe, lange Hosen und langärmlige Jacken. Die Strümpfe sollten über die Hosenbeine gezogen werden. Das Tragen von hellen Kleidungsstücken erleichtert das Auffinden von Zecken. Nach dem Ausflug sollten Sie Ihre Kleidungsstücke in der Dusche oder in der Badewanne ausziehen und Ihren Körper auf Zecken und Stellen, die auf eine Einstichstelle hinweisen, untersuchen. Die helle Wand der Dusche oder Badewanne erleichtert das Auffinden von Zecken, die aus der Kleidung gefallen sind.

Zecken, die gestochen haben, sollten gesammelt werden und in einem Labor auf Krankheitserreger   untersucht werden!

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