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Harnkristalle und Harnsediment
  Kristalle
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Struvit (Ammonium-Magnesium-Phosphat oder Tripelphosphat)
Dieses sind die am häufigsten auftretenden Harnsteine bei Hund und Katze. Sie kommen aber auch bei Kaninchen und Meerschweinchen vor. Sie sind farblos und werden bei einer Blasenentzündung mit ammoniakalischer Gärung (bakterielle Zersetzung) gebildet. Bei zugabe von Essigsäure verlieren sie ihre typische Sargdeckelform und lösen sich auf. Der Urin-pH liegt zwischen 7-9.
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Kalziumoxalat
Sind bei der Katze die zweithäufigsten Kristalle. Sie kommen im schwach alkalischen bis sauren Urin vor. Die Form entspricht einer Oktaeder- oder Briefkuvertform. Sie sind farblos, unlöslich in Essigsäure. Sie können jedoch bei gesunden Hunden, Katzen und Pferden nach der Aufnahme größerer Pfanzenmengen mit der Nahrung vorkommen.
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Urate
Urate haben eine kugelig amorphe Form und eine rot-braune Färbung. Sie können in größeren Mengen im Harn anwesend sein, so dass ein gelblich-rötlicher Niederschlag im Harn beobachtet werden kann. Während fiebriger Erkrankungen, aber auch bei gesunden Tieren, können sie im sehr konzentrierten Urin gefunden werden. Vor allem bei Dalmatinern.
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Cystin
Es handelt sich um sechseckige farblose Kristalle, die im sauren Harn bei Hunden und Menschen vorkommen können. Diese Kristalle sind löslich in Laugen, wie z.B. Ammoniak, aber unlöslich in Essigsäure. Sie sind ein Zeichen für schwere Stoffwechselstörungen.
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  Zellen
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Erythrozyten - Rote Blutkörperchen
Werden bei Blasenentzündungen, Nierenerkrankungen, Prostataerkrankungen, während der Läufigkeit der weiblichen Tiere, bei Blasentumoren und Harnsteinen mit dem Urin ausgeschieden. Die in der Abbildung gezeigten Zellen haben ihre normale Form, da der Urin isotonisch ist. (Salzkonzentration der Zellen ist gleich der Salzkonzentration im Harn.)
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Werden die hier gezeigten Erythrozyten mit Stechapfelform oder Echinozyten im Harn gefunden, sind die dafür verantwortlichen Kankheitsbilder die gleichen wie bereits aufgeführt. Der Unterschied ist nur, dass der Urin hyperton ist (Salzkonzentration der Zellen ist geringer als die Salzkonzentration im Harn). So wird aus den roten Blutzellen Wasser in den Urin fließen und die Zellen verschrumpeln, um die Echinozyten zu bilden.
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Leukozyten - Weiße Blutkörperchen
Diese treten vor allem bei Entzündungen durch Keime (z.B. Bakterien) auf. Sie selber geben keinen Aufschluss über die Lokalisation der Infektion, jedoch sind bei einer bakteriellen Infektion wie in diesem Fall haufenweise Bakterien sichtbar, und die weißen Blutkörperchen sind so dicht aneinander gedrängt, dass sich kleine eitrige Flöckchen bilden.
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  Bakterien
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"Bakterienrasen"
Bei einigen Infektionen der Harnwege kann es zu einer so starken Vermehrung der Bakterien kommen, dass sich regelrechte "Bakterienrasen" bilden. Diese überwuchern das Blasen- oder das Nierenepithel, schädigen die Zellen durch ihre Ausscheidungen so stark, dass sich diese aus dem Zellverbund lösen und mit dem Urin unwiderruflich ausgeschieden werden. Der Gewebeschaden ist so groß dass es zu Blutungen führt.
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  Pilze
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Hefepilze (Candida)
Hefepilze sind seltener anzutreffen, da diese einer deutlichen Vorschädigung bedürfen, wie beispielsweise Inmunschwäche bei Katzen (Katzen-AIDS), übermäßiger Gebrauch von Antibiotika, oder Stoffwechselstörungen wie beispielsweise bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Eine Behandlung von Spross- (Hefe-) oder Schimmelpilzen (selten) ist langwierig und schwierig.
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  Parasiten
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Einige Pasariten können die Harnwege unserer Haustiere befallen. Dazu gehören Capillaria spp. (links im Bild) die überwiegend die Harnblase von Hund und Katze befallen und auch in Deutschland vorkommen.
Dioctophyma renale ist ein Parasit der das Nierenbecken von Hund, Katze und dem Menschen befällt, in Deutschland jedoch sehr selten nachgewiesen worden ist.
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Epithelien
Epithelzellen haben in sich keinen Krankheitscharakter. Sie können aber Aufschluss über den Sitz (Lokalisation) der Krankheitserreger geben. Die in der Abbildung gezeigten Plattenepithelzellen stammen aus dem unteren Harntrakt.Sie können Hinweise auf eine Harnröhren-, Scheiden- oder Vorhautentzündung geben. Während der Läufigkeit eines weiblichen Tieres können Blutbeimengungen ohne eine krankhafte Ursache enthalten sein.
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Nierenepithelien
Diese Zellen kleiden die Nierentubuli aus und werden bei Infektionen der Nierenröhrchen ausgespült. Bei schweren Stoffwechselstörungen der Nieren können die Nierenepithelien eine fettige Degeneration aufweisen, die im Sediment nachgewiesen werden kann. Zellen aus dem Nierenbecken sind sichelförmig und kantig, sie weisen auf eine Nierenbeckenentzündung hin.
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  Tumore
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Entartete Epithelien
Wie in diesem Fall bei einem Blasenkarzinom können sie Hinweise auf einen Blasenkrebs liefern. Die Zellen aus der Blasenwand sind sehr unterschiedlich in der Größe. Die Zellkerne zeigen eine erhöhte Tendenz in der Zellteilung und unterscheiden sich stark in der Aufnahme des hier verwendeten Farbstoffes, was einen Hinweis auf die Bösartigkeit des Tumors liefert.
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  Zylinder
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Leukozyten (weiße Blutkörperchen) - Zylinder
Diese Strukturen bestehen aus verklebten Zellresten der Leukozyten (weißen Blutkörperchen), Bakterien und Abwehreiweißen, die eitrige Klümpchen in den Nierentubuli (Nierenkanälchen) gebildet haben. Sie haben einen Ausguss des Hohlraumes gebildet und wurden durch den Filtrationsdruck der Nieren mit dem Urin losgeschwemmt wurden. Sie weisen auf eine Infektion der Nieren hin.
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Erytrozyten (rote Blutkörperchen) - Zylinder
Diese sind den Leukozytenzylindern ähnlich. Sie enthalten zusätzlich rote Blutzellen. Diese können ein Hinweis auf Nierenblutungen mit schweren Nierenschädigungen sein.
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Wachszylinder
Wachszylinder geben einen Hinweis auf starke Störungen im Stoffwechsel.
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Auf dieser Seite konnten leider nicht sämtliche Stoffe, die im Harssediment zu finden sind, berücksichtigt werden.
Es kann leider nur auf die häufigsten Formen eingegangen werden
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