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Anatomie und Funktion des Verdauungstraktes der Haustiere


Einleitung

In dem folgenden Abschnitt wird nicht beabsichtigt, aus dem Laien einen Tiermediziner zu machen, sondern lediglich eine Basis zu etablieren, um das notwendige Verständnis für die nachfolgenden Kapitel dieses medizinischen Bereiches zu entwickeln. Es soll auf die Anpassung des Verdauungstraktes in Bezug auf die unterschiedlichen Methoden der Nahrungsverwertung der verschiedenen Tierarten hingewiesen werden. Viele der folgenden Fachbegriffe und Abläufe sollen helfen, die Störungen im Verdauungssystem verstehen zu können.

Auf Grund der unterschiedlichen Nährstoffe, die dem sich heterotroph ernährenden Organismus zur Verfügung stehen, haben diese Tiere einen entsprechend angepaßten Verdauungsapparat .

In diesem Abschnitt werden die verschiedenen Stationen der Nahrung vergleichend mit den Besonderheiten der verschiedenen Tierarten beschrieben. Es wird desweiteren grob auf die Funktion der spezialisierten Mägen und Därme der Pflanzenfresser eingegangen. Für detaillierte und stärker anatomisch illustrierte Beschreibungen besuchen Sie den Abschnitt Anatomie und Funktion - 2 , der sich ausschließlich mit den Fleischfressern beschäftigt, aber auch für die Allesfresser wie es beispielsweise das Schwein und der Mensch sind seine Gültigkeit hat.

Sie sollten den Abschnitt Anatomie und Funktion - 2 nur besuchen wenn es Ihr Magen Ihnen erlaubt!


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Fleischfresser / Carnivore - Hund und Katze

Die Fleischfresser haben kein so großes Problem die Nahrung zu verdauen, sondern das Beutetier zu erlegen. Aus diesem Grund sind Sie von der Natur mit einigen Werkzeugen ausgestattet worden, die sie beim Beutefang unterstützen. Viele können sich sehr schnell fortbewegen, um ein Beutetier zu jagen. Sie sind mit scharfen Fang- und Reißzähnen ausgestattet, um die Beute zu reißen und zu zerteilen. Meeresbewohner wie der Oktopus verfügen über Saugnäpfe und Feuerquallen über Nesselzellen, die Ihnen den Beutefang ermöglichen. Ist die Beute erst einmal gemacht, kann sie im ganzen geschluckt werden (eine Pyton z.B. benötigt für die vollständige Verdauung eines Kaninchens bis zu mehreren Wochen), in Teilen der Reihe nach geschluckt werden durch Zerreißen der Körpers mit den Zähnen (Hund und Katze) oder außerhalb des Körpers verdaut werden (Spinnen, die Gift und Verdauungssaft in den Körper der Beute injizieren und danach die flüssigen Nährstoffe aussaugen oder fleischfressende Pflanzen, bei denen das Insekt in einen Verdauungssaft fällt von dem es erst getötet und anschließend verdaut wird).


Der Magendarmtrakt der Fleischfresser ist verhältnismäßig einfach gebaut, da die Erfordernisse gering sind und die aufgenommenen Nährstoffe reichhaltig an gut verdaulicher Nahrung.sind.

Nachdem der Bauchraum des Beutetieres vom Jäger eröffnet wurde, werden zünachst Magen und Darm verschlungen. Da es meist Pflanzenfresser sind die gerissen werden, nimmt der Fleischfresser so Gemüse und Vitamine auf. Anschließend wird das Fleisch von den Knochen gerissen und geschluckt. Für die Reinigung der Zähne, die wahren Schneidewerkzeuge, werden Haut und Knochen zum Schluß verzehrt.

Die zerkleinerten und mit Speichel vermischten Bestandteile werden mit dem Zungengrund in die Speiseröhre (Oesophagus) gedrückt und durch Muskelkontraktionen der Speiseröhrenwand in den Magen vorgeschoben.

Gaster - Magen:
Der Magen ist ein muskulöser Sack in dem die Verdauung der Eiweiße beginnt durch die Einwirkung von Pepsin und Salzsäure auf das Futter. Die Drüsenzellen der Magenwand produzieren Pepsinogen das erst durch Salzsäure in Pepsin umgewandelt wird und erst nach der Aktivierung Eiweiß spaltet. Damit der Magen sich nicht selbst verdaut, wird von zahlreichen schleimproduzierenden Zellen eine die Magenwand schützende Schleimschicht gebildet. Das vorverdaute Futter wird nach einigen Stunden an den Dünndarm übergeben.

Duodenum - Zwölffingerdarm:
Der saure Verdauungsbrei wird im Duodenum durch die Einwirkung von Gallenflüssigkeit neutralisiert und ein alkalisches Darmmilieu geschaffen, damit die darmeigenen Verdauungsfermente aus den in der Darmwand befindlichen Lieberkühnschen Drüsen und Brunnerschen Duodenaldrüsen, sowie die Enzyme der Bauchspeicheldrüse ihre Aufgabe erfüllen können. Eine weitere Aufgabe der Gallenflüssigkeit ist die Emulgierung der Fette (Fett in kleinste Fetttröpfchen in Lösung bringen) damit die Lipase (Fett zersetzendes Enzym) eine größere Angriffsfläche hat. Im Zwölffingerdarm ist eine Vielzahl an Verdauungsenzymen (siehe Tabelle) ansässig. Hier findet der Hauptteil der Verdauung statt. Da sowohl Zwölffingerdarm als auch Leerdarm über Darmzotten verfügen, werden erste Spaltprodukte der Verdauung in den Körper aufgenommen und abtransportiert.

Jejunum - Leerdarm:
Auch in der Wand des Leerdarmes sind Lieberkühnsche Drüsen eingelagert, so daß die Spaltung der Nährstoffe auch in diesem Darmabschnitt fortgesetzt werden kann. Desweiteren werden durch die Darmzotten (Mikrovilli) die Spaltprodukte entweder mit dem Blutstrom oder mit der Lymphe aufgenommen und abtransportiert (Absorbtion).

Ileum - Hüftdarm:Hierbei handelt es sich um den letzten Dünndarmabschitt, der dann in den Blinddarm mündet. Die Ileo-Zäkalklappe (Papilla ilealis) verhindert, daß Darminhalt aus dem Dickdarm in den Dünndarm zurückfließen kann.

Caecum - Blinddarm:
Der Blinddarm ist, wie sein Name bereits verrät, ein blind endender Darmabschnitt. Er ist bei den Fleischfressern nicht sehr gut ausgebildet, da nur ein geringer Teil der Nahrung dem Abbau und der Absorbtion der Spaltprodukte im Dünndarm entgeht. Der von der Dickdarmwand abgesonderte Schleim ist fast frei von Verdauungsenzymen. Bakterien zersetzen hier die Futterreste und bilden Vitamine, besonders vom B-Komplex.

Colon - Grimmdarm:
Das Kolon bildet bei den Fleischfressern den Hauptanteil des Dickdarms. Durch seine Bakterienflora werden letzte Reste des Futters aufgespalten. Die Hauptfunktion des Dickdarms ist die Wasserrückgewinnung aus dem fäkalen Material. Dies spielt vor allen eine wichtige Rolle bei der Katze, die urspünglich ein Wüstentier ist. Daher ist sie spezialisiert auf die Wasserrückgewinnung im Dickdarm und in den Nieren. So verwundert es nicht, daß der Kot von Katzen sehr hart und trocken sein kann.

Rectum - Mastdarm:
Im Rektum wird das unverdauliche Material gespeichert bis zu seiner Ausscheidung aus dem After. Während seiner Verweildauer im Rektum wird dem Kot weiterhin Wasser entzogen. Kommt es zu einer Kotentleerungsstörung, wie es bei einer Koprostase der Fall ist, kann der Kot steinhart werden (Steinkot), zur Verstopfung führen und die Darmwand durch den sich anschoppenden Kot überdehnen und schädigen. Es werden sowohl Blutgefäße als auch Nerven in Mitleidenschaft gezogen.

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Wiederkäuer / Ruminantia - Rind, Schaf, Ziege


Herbivore - Pflanzenfresser:
Die Pflanzenfresser und Wiederkäuer brauchen ihr Futter nicht zu jagen, sondern finden auf Wiesen, Wäldern und Äckern ein reichhaltiges Angebot an Pflanzen, von denen sie sich ernähren können. Ihr Problem ist es, an die Nährstoffe zu gelangen. Sie müssen die starke Pflanzenzellwand aus Zellulose aufbrechen, die unverdaulich ist. Der Inhalt ist jedoch hoch verdaulich, enthält aber zu wenige Nährstoffe, so daß Mikroorganismen (Bakterien) durch Gärung (Fermentation) die Zellulose zersetzen und in für dar Tier wertvolle Nährstoffe verwandeln.

Regurgitation - Wiederkäuen:
Die Zähne sind als Mahlwerk ausgelegt um die Zellulosewand zu zerkleinern. Trotz allem kann die Zellulose nicht von den Pflanzenfressen verwertet werden. Das Futter wird durch das Kauen nur unzureichend gemahlen, so daß nach 20-30 Minuten portionsweise Futter regurgitiert (hochgebracht- wiedergekäut) wird. Hierzu holt das Tier tief Luft, streckt Kopf und Hals vor und durch Kontraktion des Schleudermagens unter Mithilfe der Haube wird das grobe Futter zurück in die Speiseröhre gedrückt. Durch Würgen gelangt die Ingesta (Futter) in die Maulhöle und wird erneut gemahlen. Dieser Vorgang gibt den Wiederkäuen ihren Namen. Durch die erneute Zerkleinerung der Ingesta wird die Oberfläche des Futters vergrößert, so daß die Mikroorganismen effizienter das Futter zersetzen können (Fermentation). Während des periodisch auftretenden Wiederkäuens wechseln die Zeiträume der Futteraufnahme, der Regurgitation und der Ruhephasen.

Rumen - Pansen:
Das abgeschluckte Futter gelangt über eine in der Haube befindliche Rinne "Oesophagealrinne" in das Rumen (Pansen). Der Pansen bildet den größten Vormagen. Der in vier Abteilungen gegliederte riesige Sack bildet den ersten Vormagen. Der kopfwärts gewandte Blindsack wird als Pansenvorhof bezeichnet und entsprechend seiner Funktion bildert er den Schleudermagen. Er nimmt das Futter in Empfang und befördert es wieder in die Haube zurück. Auch bei der Zurückstoßung des Futters in die Mundhöhle spielt der Schleudermagen eine entscheidende Rolle. Im Rumen wird das Futter eingeweicht, durch bakterielle Gärungsprozesse zersetzt und durch rhythmische Kontraktionen (Magenbewegungen) ständig bewegt und gemischt. Da die Zellulose für die Wiederkäuer unverdaulich ist und außerdem der Anteil an Eiweiß für die Ernährung eines Pflanzenfressers nicht ausreicht, haben sie Bakterien, die durch Fermentation Zellulose spalten. Sie bilden flüchtige Fettsäuren, Zucker und Eiweißbausteine. Da die meisten Bakterien über eine Zellwand aus Zellulose verfügen, kann der Wiederkäuer nicht an das Eiweiß gelangen. Aus diesem Grund haben sich kleine Einzeller wie Rädertierchen und Wimperntierchen im Pansen angesiedelt. Diese fressen die Bakterien und bilden größere Mengen Eiweiß, das vom Wiederkäuer durch Verdauung der Einzeller gewonnen werden kann. Die Einzeller verschwinden auch am schnellsten bei Hunger aus dem Rumen, so daß ein empfindliches Ökosystem aufrecht erhalten werden muß. Aus diesen Mikroorganismen (Bakterien und Einzellern) wird die lebenswichtige Pansenflora der Wiederkäuer gebildet. Die Mikroorganismen leben saprophytisch im Vormagen der Wiederkäuer und betreiben dort eine Existenz im gegenseitigen Nutzen - dem Kommensalismus (bzw. eine Tischgemeinschaft).

Reticulum - Haube - Netzmagen:
Das Reticulum ist der zweite Vormagen der Wiederkäuer. Er ist deulich kleiner, rund, an der zum Zwerchfell gerichteten Seite abgeflacht und vor das Rumen gelagert. Hier und im oberen Sack des Rumens sammeln sich Gase, die während der Fermentation entstehen. Durch den Ruktus (Rülpsen) werden diese aus dem Reticulum über den Oesophagus an die Außenwelt abgegeben.

Omasum - Psalter - Blättermagen:
Dies ist der dritte und letzte Vormagen der Wiederkäuer. Er hat eine runde Form und ist kleiner als die Haube. Zuerst wird der Haubeninhalt in den Psalter gesaugt, durch Kontraktionen des Psalterkörpers wird der Ingestabrei gepreßt, Wasser zurück in die Haube transportiert und das Futter in das Abomasum. Er funktioniert also wie eine Saug- und Druckpumpe.

Abomasum - Labmagen:
Das Abomasum entspricht dem Magen der Fleischfresser und ist der eigentliche Ort der Verdauung durch die körpereigenen Enzyme des Wiederkäuers. Der Labmagen vom Kalb, das sich ausschließlich von Milch ernährt, übernimmt etwa 60 % des gesamten Magenkomplexes, beim ausgewachsenen Rind nur noch etwa 13 %. Bei den Kälbern ist die Schlundrinne oder Oesophagealrinne gut ausgeprägt. Sie transportiert die Milch auf direktem Weg ins Abomasum und umgeht dabei größtenteils die noch nicht entwickelten Vormägen. Im Labmagen werden dann die Eiweiße aus den Protozoen und Bakterien freigesetzt, derweiteren Amylopectin, Stärke, Zucker und Fette zur weiteren Verarbeitung im Duodenum.

Intestinum tenue - Dünndarm:
Während der sehr umfangreiche Magen der Wiederkäuer einen erheblichen Teil des Bauchraumes für sich in Anspruch nimmt, beschränkt sich der Hauptanteil des Darms auf die rechte Hälfte des Bauchraums. Bei sämtlichen Haussäugetieren schließt sich das Duodenum an den Magenpförtner (Pylorus) an. Hier werden die Verdauungfermente von Leber, Bauchspeicheldrüse und Darmwand der angedauten Ingesta zugeführt. Das Jejunum ist verhältnismäßig eng und sehr lang durch seine starke Kräuselung in viele Schlingen und Bögen. Hier findet die Hauptverdauung und Absorbtion (Aufnahme in den Körper) der Nährstoffe statt.

Intestinum crassum - Dickdarm:
Bei den Wiederkäuern enthält der Dickdarm eine so reichhaltige Bakterienflora wie der Pansen, die Einzeller (Protozoen) fehlen jedoch vollständig. Stärke wird im Dickdarm zu etwa 70-100% abgebaut, der Blinddarm hat weitere zelluloseabbauende Eigenschaften was zu einer besseren Ausnutzung des Futters führt. Dies ist z.B. besonders wichtig bei Schafen, die in kargen Landstrichen angesiedelt und auf eine optimale Ausnutzung des Futters angewiesen sind. Die ist auch der Grund, weshalb das Caecum und Colon bei den Wiederkäuern verhältnismäßig kräftig und groß angelegt sind.


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Dickdarmverdauer - Pferd, Kaninchen, Meerschweinchen


Diese Pflanzenfresser verfügen nur über einen einhöhligen Magen, ähnlich wie die Fleischfresser und Allesfresser (Schwein und Mensch). Das von den Zähnen zermahlene Futter gelangt in den Magen und wird dort ähnlich zum Fleischfresser mit Magensaft vermischt. Die Ausscheidung der Magensäfte findet fortwährend statt und wird durch peristaltische Wellen (Magenbewegungen) unterstützt. Der Magen ist im Gegensatz zu den Fleischfressern nie vollkommen leer. Obwohl die Amylase im Speichel fehlt, wird Stärke im Magen durch bakterielle Zersetzung Abgebaut.


Durch bakteriele Fermentation (Gärungsprozesse) unter Bildung von Milchsäure und kleinen Mengen an Butter und Essigsäure wird das Futter angesäuert. Durch Zugabe von Salzsäure aus dem Magensaft kann Eiweiß durch die Wirkung von Pepsin abgebaut werden. Ein Abbau der Zellulose findet im Magen nicht statt.

Intestinum tenue - Dünndarm:
Die Verdauung im Dünndarm wird bei allen Haustieren in erster Linie durch die körpereigenen Verdauungsenzyme unterhalten. Durch die Gallenflüssigkeit wird der saure Mageninhalt neutralisiert und für die Dünndarmverdauung alkalinisiert (basisch gemacht, hoher pH-Wert).

Intestinum crassum - Dickdarm:
Beim Pferd und anderen Pflanzenfressern mit einhöhligem Magen verfügt der Dickdarm über eine reichhaltige Bakterienflora, die in erster Linie zum Abbau der Zellulose beiträgt. Beim Pferd, Kaninchen und Meerschweinchen bildet der Dickdarm große Gärkammern in denen Zellulose bakteriell zerlegt wird, so daß bei diesen Tierarten der Dickdarm das wichtigste Verdauungsorgan darstellt ganz im Gegensatz zu den Wiederkäuern und Fleischfressen. Die von den Bakterien gebildeten Eiweißstoffe, Vitamine K und B-Komplex können relativ gut absorbiert werden. Auch bei diesen Tieren verfügt der Dickdarm über darmeigene Drüsen und trägt zur Neutralisation von flüchtigen Fettsäuren bei. Kohlenhydratverdauung findet auch im Dickdarm statt und die Neubildung von Eiweißen aus Aminosäuren erfolgt im Dickdarm durch Bakterien und Einzeller (Protozoen), die im Gegensatz zu den Wiederkäuern zur normalen Dickdarmflora des Pferdes gehören. Bei einer Reihe von Tieren kommt es im Dickdarm zusätzlich zur normalen peristaltischen Welle (normale Darmbewegung) auch noch zusätzlich zu einer antiperistaltischen Welle, die zur Durchmischung des Verdauungsgutes erheblich beiträgt.

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Geflügel / Vögel / Aves - Huhn, Ende, Gans, Ziergeflügel


Die Vögel gehören nicht zu den Säugetieren und verfügen über einen sich deutlich unterscheidenden Verdauungstrakt. Da Vögel über keine Kauwerkzeuge verfügen (Zähne), können sie die erjagte Beute lediglich mit dem Schnabel zerreißen. Aufgrund der unterschiedlichen Nahrungsquellen der Vögel ist der Schnabel unterschiedlich gebaut, beispielsweise kräftig verstärkt um Körner aufzubrechen oder scharf und hakenförmig um Fleischbrocken aus der Beute zu reißen.

Der Magen der Vögel:
Er unterscheidet sich durch seine drei anatomisch unterschiedlichen Abteilungen: dem Kropf, Drüsenmagen und Muskelmagen. Da Vögel einen sehr hohen Stoffwechsel haben und eigentlich immer fressen müssen, wird im Kropf Futter zwischengelagert und die harten Körner werden eingeweicht, um dann leichter gemahlen und verdaut werden zu können. Der Kropf steuert auch die Entleerung der Nahrung in den Magen und reguliert den pH-Wert des Futters, damit die Verdauungsfermente des Drüsenmagens die Verdauung des Futters bewerkstelligen können. Im Anschluß gelangt die eingeweichte Ingesta in den Drüsenmagen. Dort werden Verdauungsfermente (Enzyme) zugesetzt und es wird mit der Zersetzung der Nährstoffe begonnen. Da bei den Vögeln die Zähne fehlen, müssen kleine Steinchen mit der Nahrung aufgenommen werden, die im Muskelmagen gesammelt werden. Das Futter das vom Drüsenmagen in den kräftigen Muskelmagen gelangt, wird mit Hilfe der kleinen Steinchen zermahlen, so daß die Oberfläche des Futters vergrößert wird und die Verdauungsenzyme effektiver das Futter zersetzen können.

Der Darm der Vögel:
Dieser unterscheidet sich von dem der Säugetiere, da der Darm im Verhältnis zur Körperlänge deulich kürzer ist. Im Zwölffingerdarm ist nur ein Teil der Drüsen angelegt die bei den Säugetieren anzutreffen sind. Die Säfte der Leber und der Bauchspeicheldrüse enden im Duodenum, wie dies üblich ist bei den anderen bereits erwähnten Tieren. Die Aufnahme von Fetten über ein in den Darmzotten befindliches mittiges Lymphgefäß fehlt, so daß Vögel Fett als Lipoprotein (an Eiweiß gebundenes Fett) in den Körper aufnehmen müssen.

Beim Dickdarm zeigt der Blinddarm eine Kuriosität. Im Gegensatz zu den Säugern ist dieser doppelt ausgelegt. Bei Tauben sind die Blindarmsäcke nur andeutungsweise vorhanden und haben keine Funktion während beim Hausgeflügel (Huhn, Ente, Gans) die Blinddärme ein erhebliches Ausmaß erreichen. Die in den Blinddarmsäcken ansässigen Bakterien tragen zur Verdauung der Zellulose bei. Da die Darmpassage beim Geflügel nur sehr kurz ist, kommt es nur zu einer schlechten Zelluloseverdauung. Das recht kurze Colon, das eher als Rektum (Enddarm) fungiert, endet im Gegensatz zu den Säugetieren in der Kloake, in die auch der Eileiter und Harnleiter der Geflügeltiere einmünden.

Die Ausfuhrungen auf dieser Seite sollen dem interessierten Laien einen kleinen Einblick in die komplexen Vorgänge der Verdauung der verschiedenen Haustiere geben. Es ist uns klar, daß hier nur ein ganz grober Einblick gegeben werden konnte. Es wird angestrebt, ein besseres Vertändnis für die verschiedenen Störungen des Verdauungstraktes zu erziehlen.

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Wünschen Sie weitere Erläuterungen zum Verdauungstrakt der Fleischfresser, besuchen Sie den Bereich Anatomie und Funktion - 2, wenn Sie durch die Abbildung von anatomischen Präparaten nicht gestört werden!


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