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Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse | Pankreatopathien
  Einleitung
Die Bauchspeicheldrüse ist ein Verdauungsorgan, das den Stoffwechsel der Leber unterstützt, indem sie durch ihre Verdauungssäfte die im Darm befindliche Nahrung in ihre kleinsten Bestandteile spaltet. Die Spaltprodukte können dann vom Darm aufgenommen und dem Stoffwechsel der Leber zugeführt werden. Ein anderer Teil der Bauspeicheldrüse hilft der Leber bei der homöostatischen Kontrolle (Gleichgewicht) des Blutzuckers durch die Produktion und Freisetzung der Hormons Insulin.
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse können in 4 Gruppen gegliedert werden :
- Nicht entzündliche Erkrankungen wie Diabetes mellitus, die entweder erworben oder angeboren sein können.
- Entzündliche Erkrankungen des Pankreas (Pankreatitis), die entweder akut oder chronisch verlaufen können. Entzündungen können entweder das exokrine Pankreas (Verdauungsanteil) oder das endokrine Pankreas (Insulin-produzierender-Teil) betreffen. Es kann auch die gesamte Drüse betroffen werden. Eine mögliche Folgeerkrankung kann die Zirrhose des Organs sein.
- Tumore der Bauchspeicheldrüse.
- Bauchspeicheldrüsen-Zirrhose als Folge einer Erkrankung des Pankreas.
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  Anatomie
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Das Pankreas befindet sich zwischen der großen Magenkurvatur und dem Zwöffingerdarm. Die Bauchspeicheldrüse ist ein zartes, leicht zu verletzendes Organ, das zum einen über einen in den Darm führenden exkretorischen Drüsenteil verfügt (exokrines Pankreas). Der Verdauungssaft wird über einen feinen Ausführungsgang an den Zwölffingerdarm abgegeben. Er scheidet also seine Produkte nach außen ab, was kennzeichnend ist für eine exokrin sezernierende (ausscheidende) Drüse ist.
Mikrofotografie des exokrinen Pankreas. Das Drüsengewebe produziert starke Verdauungsfermente. Ein quer angeschnittener Ausführungsgang ist rechts in der Bildmitte gut sichtbar.
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Histologische (mikroskopische) Ansicht der Leber
Quelle: Mikrofotografie Dr. M. Wölm, Pathologe Hamburg.
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Zum anderen verfügt die Bauchspeicheldrüse über einen innersekretorischen Anteil (endokrines Pankreas), das sein Produkt direkt an die Blutbahn abgibt (also nach innen, endokrin absondert). Die Langerhansschen Inseln (eine einzelne links im Bild als Mikrophotografie) der Bauchspeicheldrüse bilden das Hormon Insulin und helfen der Leber bei der homöostatischen Kontrolle des Blutzuckers. Fehlt das Hormon, entsteht das Krankheitsbild des Diabetes mellitus.
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  Funktionen
Die erzeugten Verdauungssäfte dienen zur Aufspaltung von Stärke in Zucker (Maltose), Eiweiß in Aminosäuren, Fette in kurzkettige Fettsäuren und Glyzerin und zu guter Letzt Nukleinsäuren in Nukleotide (Bausteine für den Aufbau von Erbgut (Chromosomen)). Nach der Aufspaltung können diese vom Darm aufgenommen und von der Leber verstoffwechselt werden. Nach Untergang der Bauchspeicheldrüsenzellen müssen entweder dem Futter Verdauungsfermente oder dem Patienten Hormone zugeführt werden. Dieses wird bei Pankreaszirrhose und Pankreasatrophie (Rückbildung) notwendig, in manchen Fällen beides ein Leben lang.
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  Faktoren, die eine Wahrscheinlichkeit für Lebererkrankungen erhöhen
Obwohl in den meisten Fällen die Entstehung der Krankheit nicht mehr nachzuweisen ist, spielen verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle in der Entstehung der Bauchspeicheldrüsenentzündung.
- Übergewicht bei Tieren, die vor allem sehr fetthaltige Nahrung erhalten.
- Stoffwechselstörungen die zu einem erhöhten Blutfettspiegel führen.
Normalerweise erhöht sich der Blutfettspiegel nach der Futteraufnahme und sinkt nach einiger Zeit wieder. - Infektionen durch Bakterien oder Viren können die Enstehung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung begünstigen. Hierzu gehört auch die Aufnahme von verdorbenem Futter und Wasser, wobei Bakterien vom Darm über den Drüsengang in die Bauchspeicheldrüse vordringen können. Viren (z.B. Parvovirus) und Darmparasiten (z.B. Toxoplasmen) werden üblicherweise durch Ausscheidungen von Tier zu Tier übertragen.
- Verletzungen (Trauma) während Beißereien und nach einem Autounfall können in einigen Fällen zu einer Verletzung der Bauchspeicheldrüse oder zu Entzündungen der selbigen führen.
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  Erkrankungen
1. akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse
a.) Pankreasödem: Die erste leichtere Form der Pankreatitis ( Bauchspeicheldrüsensentzündung ) ist das Pankreasödem. Durch Verlegung (Verstopfung) des Ausführungsganges kommt es zu einem Rückstau des Sekretes in das Bindegewebe des Organs. Als Ursachen kommen in Frage : kleine Stopfen (Steinchen, Eiter), Verletzungen nach einem Unfall oder infektiöse Erkrankungen. Das Gewebe schwillt an und kann deutlich während einer Ultraschalluntersuchung dargestellt werden.
a.) Ultraschallbild eines Pankreasödems einer Katze. Um die Abbildung darstellen zu können bewegen Sie den Cursor Ihrer Maus auf das Abbildungsfeld.
Quelle: Dr. Meneses TiHo.
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b.) Akut entzündetes Pankreas (Bauchspeicheldrüse) mit örtlich begrenzten Entzündungsherden. Das Gewebe ist stark duchblutet und somit sehr gerötet.
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c.) Endphase der Pankreatitis, Hämorrhagisch-nekrotisierende Form. Die Selbstverdauungs-prozesse führen zu Einblutungen in das absterbende Gewebe der Bauchspeicheldrüse, was meistens zum Tod führt.
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b.) Akut entzündliche Pankreatitis : Diese kommt zustande, wenn die Barriere zwischen Darm und Bauchspeicheldrüse gestört ist und Darminhalt über den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse in das Organ gelangt. Die Gallensalze führen zu einer extremen Reizung der Gewebe, die dann wehrlos gegenüber den bakteriellen Angriffen sind und schutzlos dem zerstörerischen Treiben der Bakterien ausgesetzt sind. Es können jedoch auch durch eine Sepsis (Blutvergiftung) Keime über die Blutbahn in das Drüsengewebe gelangen. Diese nisten sich ein und verursachen einen akuten Entzündungsprozess.
c.) Hämorrhagisch-nekrotisierende Pankreatitis : Wird die schwere akute Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht rechtzeitig behandelt, kommt es zur hämorrhagisch-nekrotisierenden Pankreatitis mit schweren Gewebeschäden in diesem empfindlichen Organ. Die eigenen Verdauungssäfte beginnen das Gewebe zu verdauen, die Gefäßwände werden geschädigt und es kommt zu Einblutungen in das Gewebe. Durch die aggressiven Verdauungsfermente wird das Drüsengewebe zerstört und auch die Durchblutung des Organs kommt zum erliegen und stirbt ab. Es werden eine Reihe von Giftstoffen freigesetzt, die schwere Herzprobleme zusätzlich erzeugen. Das Versagen dieses Organs und die Ansammlung von Giftstoffen führen zu einem multiplen Organversagen und damit zum Tod des Tieres.
2. chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse
Die chronische Bauspeicheldrüsenentzündung folgt in den meisten Fällen der akuten Form. Viele der Patienten mit chronischer Pankreatitis neigen zur rezidivierenden Form, wobei in gewissen Abständen ein akuter Schub erneut auftreten kann, entweder nur mit Erbrechen und Durchfall oder als schwere akute Pankreatitis. Ansonsten besteht die Möglichkeit einer stummen persistierenden Form. Ein Gewichtsverlust der erkrankten Tiere tritt erst dann auf, wenn eine Atrophie (Rückbildung) der Drüse voranschreitet. Die späten Symptome sind die der Maldigestion, also der ungenügenden Verdauung des Futters.
3. Tumore der Bauchspeicheldrüse
Operationsgebiet: Pankreaskarzinom
Wenn Sie den Zeiger Ihrer Maus auf die Abbildung bewegen werden Magen, Darmschlingen, Milz und der Tumor angezeigt.
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Tumore der Bauchspeicheldrüse sind selten, vor allem die bösartigen Karzinome. Tumore werden häufig nicht diagnostiziert, da diese wenn sie klein sind keinerlei Schmerzen oder Symptome verursachen. Erst wenn diese eine bestimmte Größe erreicht haben und die Gallengänge oder den Drüsengang der Bauchspeicheldrüse verschließen, kommt es zu deutlichen Krankheitsbildern. Die diagnostische Eröffnung des Bauchraumes kann im allgemeinen nicht den Ursprung der Neubildung klären, jedoch dessen Ausdehnung. Erst die Probenentnahme oder die Tumorentfernung mit anschließender Histopathologie (Gewebeuntersuchung durch einen Veterinärpathologen) gibt Aufschluß über Art (ob bösartig oder gutartig) und in vielen Fällen über den Ursprung der Neubildung.
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Quelle: Mikrofotografie Dr. M. Wölm, Pathologe Hmb. Die Abbildung links zeigt das normale Gewebe der Bauchspeicheldrüse. Beachten Sie die Ordnung innerhalb des Gewebes. Bewegen Sie jetzt den Mauszeiger auf die Abbildung, so können Sie das sehr ungeordnete Gewebe eines Pankreaskarzinoms betrachten bei gleicher Vergrößerung. Da bei diesem Tumor die Zellen wild durcheinander wachsen, kommt es zur starken Unordnung im Bild. Die Färbungen der Zellkerne ist schwach im kranken Gewebe, während das gesunde Gewebe dunkel gefärbte Zellkerne aufweist, da nur eine geringe Aktivität der Gene vorliegt.
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Starke Vergrößerung des tumorösen Gewebes des Pankreaskarzinoms links. Beachten Sie, daß die Zellkerne reich an Euchromatin sind, da das Erbgut abgespult ist, weil die Gene für die Vielzahl von Zellteilungen zur Verfügung stehen müssen. Einige Zellkerne enthalten mehrere Kernkörperchen (Nukleoli; blauer Pfeil) und andere Zellen sind mit der Zellteilung (Mitose; grüner Pfeil) sehr beschäftigt. Die hellen Zellkerne, zahlreiche Mitosen und multiple unregelmäßige Nukleolen sind deutliche Anzeichen für maligne (bösartige) Tumore. Zur Verdeutlichung durch die Pfeile bewegen Sie Ihren Mauskursor auf die Abbildung.
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4. Pankreasatrophie und Pankreaszirrhose
Durch die chronischen Entzündungsprozesse in der Bauchspeicheldrüse werden Anteile dieses empfindlichen Drüsengewebes geschädigt und sterben ab. Durch das absterbende Drüsengewebe geht der Bauchspeicheldrüse ein Teil ihrer Funktionalität verloren. Die Drüse bildelt sich also zurück (atrophiert). Bei Rückbildung des exokrinen Drüsenanteils kommt es zu Verdauungsstörungen, indem die Ausnutzung des aufgenommenen Futters sich deutlich verschlechtert. Wird der endokrine Drüsenteil betroffen, kommt es zum Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit. Bei besonders schweren Atrophien der Bauchspeicheldrüse mit Einlagerung von Narbengewebe und Narbenretraktion (Schrumpfung) kommt es zur Pankreaszirrhose ( vergleichen Sie Leberzirrhose). Die Funktion des Organs ist dann schon zu 90 bis 100% erloschen. Eine Substituion (Gabe von Enzymen) ist dann häufig nicht mehr ausreichend, da die sehr schwerwiegenden Schädigungen die Möglichkeiten der tiermedizinischen Kunst überfordern.
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  Symptome
a.) akute Pankreatitis:
Je nach Schweregrad der Bauchspeicheldrüsenentzündung kann es von leichten ödematösen Schwellungen bis zur schweren lebensbedrohlichen haemorragisch-nekrotisierenden Form der Pankreatitis kommen. So vielseitig können auch die Symptome der Krankheit sein, eine Diagnose ist somit schwierig und kann nur durch den Fachmann (Tierarzt / Tierärztin) erfolgen. Die klinischen Symptome gleichen einer Reihe von anderen Krankheiten, so daß weitergehende Untersuchungen notwendig sind wie beispielsweise Laboratoriumsuntersuchungen, Röntgen, Ultraschall und diagnostische Laparotomie (Bauchhöhleneröffnung) oder Laparoskopie (Bauchhöhlenspiegelung).
Durch die vielfältigen Störungen im Stoffwechsel tritt eine Reihe unspezifischer Anzeichen auf, wie Appetitlosigkeit, Erbrechen, leichte bis mittlere Durchfälle, gespannte Bauchdecke mit Schmerzen im Oberbauch (vorderer Bauchraum), Fieber und Blähungen. Verschlechtert sich das Krankheitsbild, wird das Tier zunehmens geschwächt und trocknet aus. Kreislaufschäche, Schock und schließlich der Tod können die Folgen sein.
b.) chronische Pankreatitis:
Zu der chronischen Form der Bauchspeicheldrüsenentzündung gehört die rezidivierende (wiederkehrende) Form, die zwischen immer wiederkehrenden akuten Phasen und Ruhephasen wechselt. Am deutlichsten sind periodisch auftretendes Erbrechen mit oder ohne Durchfall. Es kann jedoch auch eine schwere Phase der Erkrankung auftreten. Die Krankheit heilt nicht aus, kann jedoch auch lange Ruheperioden einlegen, so daß eine Heilung erfolgt zu sein scheint.
Eine weitere Form ist die stumme persistierende Pankreatitis, bei der betroffene Tiere scheinbar völlig symptomlos sind, jedoch abmagern und das Futter schlecht verwerten. Dieser Zustand kann bis zur Zirrhose der Bauchspeicheldrüse führen.
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  Diagnose
Wie bereits geschildert, ist eine Diagnosestellung schwierig aufgrund der zahlreichen Symptome und Störungen im Stoffwechsel. Die wichtigsten Hilfsmittel zur Diagnosefindung sind Laboruntersuchungen z.B. die Bestimmung von alpha-Amylase und Lipase im Blut, die Untersuchung der Futterausnutzung im Kot sowie die Bestimmung von Chymotrypsin und anderen Verdauungfermenten wie TLI und Elastase. Die Ultraschalluntersuchung bietet einen Einblick in die Bauchhöhle, ohne diese eröffnen zu müssen. Die diagnostische Laparotomie (Bauchhöhleneröffnung) oder Laparoskopie (Bauchhöhlenspiegelung) sind die sichersten Methoden zur Beurteilung des Krankheitsbildes, unter Umständen auch mit der Hilfestellung eines erfahrenen Veterinärpathologen, der die entnommenen Gewebeproben histopathologisch aufarbeiten und beurteilen kann.
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  Therapie
Für die Therapie ist eine gesicherte Diagnosestellung essenziell sowie die Beurteilung des Schweregrades der Erkrankung.
Akute Phasen bedürfen einer medikamentösen Therapie. Es muß die optimale Homöostase erreicht werden, um die gestörten Stoffwechselprozesse bestmöglich zu erhalten und die Gewebezerstörung weitestgehend zu verhindern. Eine stationäre Behandlung in einer Tierklinik oder in einer speziell ausgestatteten Tierarztpraxis ist unbedingt erforderlich.
Die Behandlung sieht eine Flüssigkeits- und Futterkarenz von 4 bis 7 Tagen vor. Die Ernährung erfolgt in Form einer Flüssigkeitstherapie mit Dauertropfinfusionen intravenös. Wasserlösliches Kortison, Antibiotika, Schmerzmittel, magen- und darmwirksame Präparate bilden wichtige unterstützende Maßnahmen in der Behandlung von Patienten mit akuter Pankreatitis. Um die agressiven eiweißspaltenden Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse zu entschärfen, kann die Gabe von Proteaseinhibitoren angezeigt sein. Leider sind diese Präparate sehr teuer!
Nach der erfolgreichen Therapie folgt eine strikte Ernährungumstellung mit einer speziellen ausgeglichenen Diät. Die tierärztlichen Diätvorschriften müssen streng befolgt werden, um bei dem chronischen Verlauf der Krankheit Rezidiven der akuten Form bestmöglich vorbeugen zu können. Da häufig die Futterausnutzung im Darm gestört ist, müssen dem Futter künstlich Verdauungsfermente zugeführt werden. Es stehen sowohl tiermedizinische wie auch humanmedizinische Präparate zur Verfügung.
Bei sehr schwerwiegenden akuten Schüben sollte durch eine Laparotomie geklärt werden, ob ein Therapieversuch überhaupt sinnvoll für Ihr Tier ist oder nur Quälerei bedeutet. Bitte beherzigen Sie den Rat Ihres Tierarztes / Ihrer Tierärztin!
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  Fütterung bei Pankreatopathien wie Bauchspeicheldrüsenschwäche
Die Einhaltung eines vom Tierarzt empfohlenen Diätplanes kann helfen, erneutes Auftreten eines akuten Schubes der Pankreatitis zu verhindern. Als diätetische Maßnahmen nach einer Pankreatitis sind die folgenden Punkte zu berücksichtigen:
- Bei Übergewicht muss eine Gewichtsreduktion angestrebt werden (siehe Übergewicht).
- Durch faserreiches Futter kann die Darmtätigkeit auf Trab gehalten werden. Damit wird eine gute Absonderung von Verdauungsfermenten aus dem exokrinen Pankreas erreicht.
- Das Füttern von faserreichem und fettarmem Futter trägt auch zu einer Senkung des Blutfettspiegels bei.
- Bei gleichzeitigem Auftreten eines Diabetes muss zusätzlich auf die Zusammensetzung der Kohlenhydrate im Futter geachtet werden.
Sie sollten auf jeden Fall darauf achten, daß Ihr Tier keine Leckerbissen und vor allem nichts "vom Tisch" erhält!
Die Vorbereitung des Futters bedarf jedoch einiger Maßnamen, damit die Nährstoffe des Futters vom kranken Tier verwertet werden können. Abgesehen davon, daß eine spezielle fettarme und rohfaserreiche Fütterung zu erfolgen hat, müssen Nährstoffe wie Eiweiß und Kohlenhydrate leicht mit körperfremden Verdauungsfermenten zu spalten sein.
Zur Vorverdauunng der Nahrung stehen diverse Präparate zur Verfügung. Zum einen die aus tierischen Bauchspeicheldrüsen gewonnen werden, zum anderen chemisch definierte Präparate die von der pharmazeutischen Industrie künstlich hergestellt werden. Diese müssen dem Futter zugesetzt werden und einige Zeit vor der Fütterung (zwanzig Minuten bis 2 Stunden) auf das Futter einwirken. Dies ist erforderlich, damit die Futterbestandteile vor der Nahrungsaufnahme angedaut werden können. Einige dieser Enzyme werden durch die starke Magensäure zerstört und somit inaktiv. Andere Präparate sind magensäureresistent. Sie können gemeinsam mit den Nahrungsmitteln verabreicht werden und beginnen erst mit der Spaltung der Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, wenn der Futterbrei den Magen passiert hat. Durch die Gallensalze im Zwölffingerdarm wird die Schutzschicht gelöst und die Enzyme aktiviert. Der Vorteil dieses Präparates ist, daß die Geruchsbelastug gering ist und daß eine Vorverdauungsphase wegfällt. Ein weiterer Nachteil bei der Vorverdauung des Futters ist, daß im Sommer während der Vorverdauungsphase Fliegen ihre Eier im Futter ablegen und dabei auch bakterielle Krankheitserreger auf das Futter bringen können und das Futter somit nicht nur verschmutzen, sondern auch verderben können. Eine Infektion beispielsweise im Magen-Darm Apparat kann dann die Folge sein. Eine überdosierte Anwendung der Verdauungsfermente kann zu Reizungen und Schädigungen im Verdauungstrakt führen.
Bitte achten Sie genau auf die Anweisungen für den Umgang mit Enzymen, die Fütterungsanweisung Ihres Tierarztes und daß kein verdorbenes Futter verfüttert wird !
Einige für eine Pankreasdiät bei Hunden und Katzen geeignete Futtermittel
Von links nach rechts : Calziumtabletten, B-Vitamin-Tabletten, Bauchspeicheldrüsenenzyme, Pflanzenkeimöl z.B. Maisöl, Möhren, Reisflocken, Weizenflocken, Huhn, mageres Lamm- , Puten- und Rindfleisch, Eier und Eidotter, Nudeln, Mais, Weizenpops, Reis.
Einige geeignete aber nicht abgebildete Futtermittel :
Hefe, Vitamine und Mineralstofftabletten.
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