  Häufige Ursachen
1. Fremdkörper im Magen:
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Fremdkörper (Heftklammern) im Magen eines Labrador-Welpen. Durch gezieltes Erbrechen konnte der Mageninhalt mit den Heftklammern entfernt werden.
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Röntgenbild eines Collie-Welpen, der den Kronkorken einer Bierflasche verschluckt hatte. Dieser konnte endoskopisch ohne Eröffnung des Magens geborgen werden.
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Junge, aber auch ältere Hunde und Katzen fressen häufig die unterschiedlichsten Dinge in sich hinein. Die meisten Artefakte erreichen auch den Eintritt in den Magen. Ein solcher Fremdkörper im Magen verursacht zunächst eine Reizung der Magenschleimhaut, was zu häufigem Erbrechen führen kann. Wenn ein Fremdkörper den Magen verläßt, können erhebliche Schädigungen im Darm verursacht werden ( Darmperforationen oder Darmwandnekrosen), die den Tod des Tieres herbeiführen können. Wichtig ist wie immer eine frühzeitige Behandlung, damit der Schaden möglichst gering gehalten werden kann.
2. Magenaufgasung (Trommelsucht) und Magendrehung (torsio ventriculi):
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Eine Aufgasung des Magens kann bei jedem Haustier auftreten, häufig durch Fäulnißbildung im Magen. Hierzu wird kohlenhydratreiches Trocken- oder Feuchtfutter durch Bakterien oder einzellige Mikroorganismen zersetzt. Durch den Prozeß der Fermentation sinkt die Oberflächenspannung des Mageninhaltes. Es bildet sich Schaum, der durch Regurgitation (Abrülpsen) nicht entfernt werden kann. Der Magen treibt bis auf eine erhebliche Größe auf und drückt auf das Zwerchfell, was die Atmung beeinträchtigt und Herzrhythmusstörungen verursachen kann. Durch die Ausdehnung des Magens wird der Eingang zwischen dem Oesophagus (Speiseröhre) und der Kardia des Magens abgeschnürt. Die Durchblutung der Magenwand wird beeinträchtigt, so daß sich Blutpfropfe bilden und das Gewebe schließlich abstirbt.
Die Magendrehung kommt häufiger bei großen Hunden mit einem sehr tiefen Brustkorb vor. Rassen bei denen dieses Krankheitsbild aufgrund von besonderen anatomischen Gegebenheiten vermehrt auftritt sind: Dt. und Dänische Doggen, Bernhardiner, Deutsche Schäferhunde und Dobermannpinscher. Aber auch kleine Rassen wie Teckel und Katzen können eine Magendrehung erleiden.
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Die Magendrehung ist ein sehr akutes Krankheitsbild, bei dem das Tier innerhalb von wenigen Stunden versterben kann. Der Futterbrei im Inneren des Magens ist träge und schwer, so daß sich der Magen bei einer betimmten Bewegung des Tieres um die eigene Achse dreht. Der Magen kann teilweise oder vollständig um 360° gedreht sein. Dabei werden Ein- und Ausgang des Magens verschlossen. Der Mageninhalt beginnt zu faulen, Gase können nicht abgesondert werden, so daß sich der Magen ausdehnt und auf die Organe wie Herz und Lungen drückt, was erhebliche Störungen des Allgemeinbefindens nach sich zieht. Das Tier würgt und versucht zu erbrechen, ohne dabei einen Auswurf ans Tageslicht zu fördern. Der Kreislauf wird schwächer bis hin zum Schock, danach folgt der Kollaps und schließlich der Tod.
Eine schnelle und professionelle Versorgung ist umgehend einzuleiten, um den Patienten zu retten. Allerdings schwebt der Patient auch nach erfolgreicher Operation noch für weitere 3 Tage in Lebensgefahr!
3. Bakterielle oder Virus-bedingte Gastritis:
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Bakterielle Infektionen der Magenschleimhaut können zu Erosionen (Schleimhautdefekten) und Ulcera (Schleimhautgeschwüren) führen. Diese werden durch einen mangelhaften Schutzfilm durch die Magenfermente verschlimmert und können nicht abheilen. Erfolgt keine Behandlung, kann unter Einwirkung von ständigen Reizen die Bildung eines Tumors begünstigt werden. Die Diagnose kann nur durch eine Gastroskopie (Magenspiegelung) erfolgen. Nach einer Probenentnahme kann eine Isolierung von Erregern in einem spezialisierten Labor versucht werden.
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Gastroskopischer Einblick in den Magen. Links sind die Erosionen einer akuten Gastritis (Magenentzündung) sichtbar, rechts zwei Geschwüre die von eitrig nekrotisiertem (abgestorbenem) Material überzogen sind.
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4. Tumore der Magenwand:
Tumore des Magens sind leider nicht ganz so selten, sie kommen bei der Katze jedoch häufiger als beim Hund vor. Vor allem kommen Lymphome bei Katzen vor. Diese werden durch die Einwanderung von entarteten Lymphozyten in das Gewebe hervorgerufen, z.B. bei leukotischen Prozessen.
Karzinome sind bösartige Tumore, die von der Schleimhaut oder den Drüsenepithelzellen ausgehen. Sie wuchern mit zapfenartigen Projektionen in das gesunde Gewebe und bilden häufig Metastasen (Tochtergeschwulste), wenn diese in Blutgefäße einbrechen. Eine möglichst vollständige chirurgische Entfernung sollte immer versucht werden, um anschließend das Tumorgewebe durch einen erfahrenen Veterinärpathologen untersuchen zu lassen. Ich kann mich an einen Fall erinnern, bei dem einer Katze ein etwa tennisballgroßer Tumor der Bauchwand entfernt wurde. Dieser Tumor war ein gutartiges Geschwür der Magenmuskulatur, wobei etwa 4 cm Magenwand entfernt werden mußte. Die Katze lebte aber noch 6 Jahre glücklich weiter.
Quelle : Mikrofotografie Dr. M. Wölm, Pathologie Hamburg Übersichtsaufnahme eines Magen-Karzinoms bei geringer Vergrößerung. Das zapfenförmig einsprießende Tumorgewebe wird erst bei hoher Vergrößerung sichtbar. Zur Vergrößerung bewegen Sie den Mauszeiger auf die Abbildung.
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Die starke Vergrößerung des entarteten Gewebes zeigt zahlreiche mit hoher Zellteilungsrate (Mitose) beschäftigte Zellkerne, die durch die Aktivität der Gene über wenig angefärbtes Chromatin verfügen und somit einen hellen Kern aufweisen.
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5. Parasitäre Gastritis:
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Verwurmungen treten vorwiegend bei Welpen und Jungtieren auf. Der am häufigsten nachgewiesene Wurm ist ein zur Familie der Rundwürmer ( Nematoden) zählende Parasit. Toxocara und Toxascaris können bei Überbevölkerung vom Darm in den Magen wandern. Hier verursachen diese Parasiten eine Reizgastritis, da durch die schlängelnden Bewegungen die die Magenwand schützende Schleimschicht beschädigt wird und die Magensäure eine Entzündung der Magenwand veruracht. Hunde und Katzen erbrechen mit großer Leichtigkeit, demzufolge findet man im erbrochenen Auswurf häufig Würmer.
6. Nervlich bedingte Magenerkrankungen:
Einige Hunde und Katzen können in seltenen Fällen auch an einer nervlich bedingten Reizgastritis erkranken. Das übernervöse Tier verursacht durch Überreizung des vegetativen Nervensystems ein Überangebot an Magensäure, die durch die normale Schleimschicht nicht ausreichend gepuffert werden kann. Dieser Magensaft verursacht eine Reizung der schlecht geschützten Schleimhaut, was zur Entzündung der selbigen führt. Eine genaue Diagnose und Therapie wird dann notwendig.
7. Darmerkrankungen die den Anschein einer Magenerkrankung erwecken:
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In einigen Fällen kann scheinbar eine Erkrankung des Magens vorliegen. Die Katze von der die Röntgenaufnahme stammt, zeigte Erbrechen. Die zunächst angefertigte Röntgenaufnahme ließ einen Fremdkörper im Magen vermuten. Auch nach der Eingabe von einem Röntgenkontrastmittel schien der Fremdkörper sich im Magen zu befinden. Erst eine weitere Röntgenaufnahme bei der die Katze auf dem Rücken liegend geröngt wurde, zeigte einen Darmverschluß im Bereich des Duodenums (Zwölffingerdarm).
Wir möchten Ihnen hier lediglich aufzeigen, daß oftmals mehrere Untersuchungsgänge zur Diagnosefindung notwendig sind. Also haben Sie bitte Verständnis, wenn Ihr Tierarzt / Ihre Tierärztin den Wunsch äußert, weiterführende diagnostische Maßnahmen wie Ultraschall oder eine Endoskopie durchzuführen. Leider sind damit auch erhebliche Mehrkosten verbunden. Diese sollten Sie sich von Ihrem behandelnden Tierarzt erläutern lassen, damit hinterher keine Mißverständnisse auftreten!
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