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Colitis - Dickdarmentzündung


Definition

Unter dem Ausdruck Colitis wird eine Entzündung des Dickdarms verstanden. Diese kann einen akuten oder chronischen Verlauf haben und tritt seltener auf als die Entzündung des Dünndarms.

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Symptome

  • Appetit meist unverändert
  • Gewichtsverlust selten; nur bei schweren Formen der Erkrankung
  • keine Kontrolle über den Kotabsatz, Kotabsatz in der Wohnung
  • häufiger Kotabsatz (4-6 mal höher)
  • Schleimbeimengung
  • wenn blutig: himbeergeleeartig
  • unverdautes Futter fehlt

Achten Sie möglichst genau auf die Symptome, damit Sie diese Ihrem Tierarzt möglichst genau beschreiben können!

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Ursachen

I. Störungen der Permeabilität (Durchlässigkeit) der Schleimhaut durch Entzündungen mit und ohne Bildung von Schleimhautgeschwüren.

II. Motilitätsstörungen bei Störung des Dickdarmes = irritiertes Colonsyndrom. Verursacht durch Reizung des vegetativen Nervensystems, was zu einer vermehrten Darmperistaltik durch Streß und psychische Störungen führt und sich in Durchfall äußert.

III. Vermehrte Schleimbildung eventuell mit leichter Blutbeimengung.

IV. Bakterielle Durchfälle durch Überwucherung des Darms mit pathogenen (krankmachenden) Keimen.

V. Durchfälle durch Überlastung, wenn aus dem Dünndarm zuviel Darminhalt mit zuviel Flüssigkeit in einem zu kurzen Zeitabstand in den Dickdarm geschoben wird.

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Diagnose


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Nachdem Ihr Tierarzt die von Ihnen beschriebenen Symptome gehört hat, wird er Ihr Tier einer genauen klinischen Untersuchung unterziehen. Eventuell wir er auch Blutuntersuchungen, Kotuntersuchung, spezielle Röntgenuntersuchungen und Endoskopie des Dickdarms anordnen. Jede dieser Untersuchungen ist ein kleiner Baustein in dem Puzzel, das zur Diagnose der Krankheit Ihres Tieres beiträgt. Die genaue Ursache ist nicht immer schnell zu finden und damit verzögert sich auch häufig die Therapie. Haben Sie bitte etwas Geduld !



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endoskopisches Bild der erkrankten Dickdarmschleimhaut


Die Röntgenaufnahme stammt von einer Katze mit einer Colitis ulcerosa. Der Dickdarm wurde mit einem Röntgenkontrastmittel gefüllt. Danach wurde ein Teil mit Wasser ausgespült und Luft eingebracht. Die Dickdarmgeschwüre sind als helle Flecken an der Darmwand sichtbar. Die Diagnose konnte durch eine Coloskopie (Dickdarmspiegelung) bestätigt werden und es konnten Proben für die histopathologische Untersuchung (Gewebeuntersuchung) und mikrobiologische Untersuchung (Untersuchung auf Bakterien und Pilze) gewonnen werden.


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Therapie

Je nach der vom Tierarzt gestellten Diagnose wird die notwendige Therapie eingeleitet. Es kann sowohl eine medikamentöse Therapie (z.B. bei Infektiöser Kolitis) als auch chirurgische Therapie (z.B. bei Kolitiden mit Polypen oder Tumoren) in Frage kommen.
  • Halten Sie sich undedingt an die Anweisungen Ihres Tierarztes!
  • Füttern Sie häufig kleine Mengen pro Mahlzeit (3 - 6 mal täglich).
  • Füttern Sie eine rohfaserreiche Diät, die nicht Verstopfungen begünstigt.
Ihr erkranktes Tier benötigt Pflege zu Hause !

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Ernährung

Da im Dickdarm eine Gärung durch Bakterien stattfindet, kann durch die von den Mikroben erzeugten Abfallstoffen eine Reitzung der Darmwand verursacht werden. Diese kann bei Fortbestehen der Ursache (Noxe) zu chronischen Dickdarmerkrankungen führen. Häufig wird durch falsche Ernährung unserer Haustiere eine Störung im Dickdarm verursacht, vor allem bei Fütterung von zu schwer- bzw. unverdaulichen Nährstoffen wie Knochen bei Hunden oder Pflanzenteilen von Gräsern bei Katzen. Ein träger Darm kann entweder mit ballastreicher, leicht fermentierbarer Nahrung oder mit natürlichen Stoffen, die eine abführende Wirkung besitzen, gesteuert werden.

Leicht fermentierbare Fasern aus Guakernmehl und Apfelpektin können in Abhängigkeit von der Dosierung sowohl bei Entzündung der Dickdarmschleimhaut als auch bei Verstopfung helfen. Die Fasern werden von den Dickdarmbakterien verdaut und in flüchtige Fettsäuren, unter anderem in Buttersäure, aufgespalten. Diese Fettsäuren sind wichtig für die Ernährung und Gesunderhaltung der Darmschleimhaut und der Dickdarmwand.

Eine abführende Wirkung haben beispielsweise rohe Rinderleber, Laktose, Laktulose und gekochte fein pürierte Karotten. Die Toleranz gegenüber des Milchzuckers (Lactose) nimmt im Alter bei Hund und Katze ab. Der Milchzucker kann dann nur durch die Darmbakterien gespalten werden. Durch bakterielle Fermentation von Laktose und Lactulose kann die Kotkonsistenz eine weichere Struktur erhalten.

Durch Zugabe von speziellen Nahrungsmitteln zum Futter können Kot und Darmtätigkeit so modifiziert werden, wie es für das entsprechende Krankheitsbild notwendig ist. Dieses individuelle "Kotdesign" gehört jedoch in die Hände von Fachleuten.


Einige für eine Dickdarmdiät bei Hunden und Katzen geeignete Futtermittel

Von links nach rechts : Milchzucker "Edelweiß" (Saccharum lactis), Apfelpectin, Leinensamen ganze Körner (ungeschrotet), Leinöl, Kartoffeln, Möhren, Reisflocken, Grünkernschrot, Schweineschmalz, Huhn, mageres Lamm- und Putenfleisch, Speisequark, Nudeln, Maisflocken, Weitzenpops, Reis.

Einige geeignete aber nicht abgebildete Futtermittel:

Rohe Leber, Kaninchen, Laktulose, Weizenkleie, Hefe, Calziumtabletten (Dicalziumphosphat), Vitamine und Mineralstofftabletten.

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