  Ursachen
I. Störungen der Permeabilität (Durchlässigkeit) der Schleimhaut durch Entzündungen mit und ohne Bildung von Schleimhautgeschwüren.
II. Motilitätsstörungen bei Störung des Dickdarmes = irritiertes Colonsyndrom. Verursacht durch Reizung des vegetativen Nervensystems, was zu einer vermehrten Darmperistaltik durch Streß und psychische Störungen führt und sich in Durchfall äußert.
III. Vermehrte Schleimbildung eventuell mit leichter Blutbeimengung.
IV. Bakterielle Durchfälle durch Überwucherung des Darms mit pathogenen (krankmachenden) Keimen.
V. Durchfälle durch Überlastung, wenn aus dem Dünndarm zuviel Darminhalt mit zuviel Flüssigkeit in einem zu kurzen Zeitabstand in den Dickdarm geschoben wird.
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  Ernährung
Da im Dickdarm eine Gärung durch Bakterien stattfindet, kann durch die von den Mikroben erzeugten Abfallstoffen eine Reitzung der Darmwand verursacht werden. Diese kann bei Fortbestehen der Ursache (Noxe) zu chronischen Dickdarmerkrankungen führen. Häufig wird durch falsche Ernährung unserer Haustiere eine Störung im Dickdarm verursacht, vor allem bei Fütterung von zu schwer- bzw. unverdaulichen Nährstoffen wie Knochen bei Hunden oder Pflanzenteilen von Gräsern bei Katzen. Ein träger Darm kann entweder mit ballastreicher, leicht fermentierbarer Nahrung oder mit natürlichen Stoffen, die eine abführende Wirkung besitzen, gesteuert werden.
Leicht fermentierbare Fasern aus Guakernmehl und Apfelpektin können in Abhängigkeit von der Dosierung sowohl bei Entzündung der Dickdarmschleimhaut als auch bei Verstopfung helfen. Die Fasern werden von den Dickdarmbakterien verdaut und in flüchtige Fettsäuren, unter anderem in Buttersäure, aufgespalten. Diese Fettsäuren sind wichtig für die Ernährung und Gesunderhaltung der Darmschleimhaut und der Dickdarmwand.
Eine abführende Wirkung haben beispielsweise rohe Rinderleber, Laktose, Laktulose und gekochte fein pürierte Karotten. Die Toleranz gegenüber des Milchzuckers (Lactose) nimmt im Alter bei Hund und Katze ab. Der Milchzucker kann dann nur durch die Darmbakterien gespalten werden. Durch bakterielle Fermentation von Laktose und Lactulose kann die Kotkonsistenz eine weichere Struktur erhalten.
Durch Zugabe von speziellen Nahrungsmitteln zum Futter können Kot und Darmtätigkeit so modifiziert werden, wie es für das entsprechende Krankheitsbild notwendig ist. Dieses individuelle "Kotdesign" gehört jedoch in die Hände von Fachleuten.
Einige für eine Dickdarmdiät bei Hunden und Katzen geeignete Futtermittel
Von links nach rechts : Milchzucker "Edelweiß" (Saccharum lactis), Apfelpectin, Leinensamen ganze Körner (ungeschrotet), Leinöl, Kartoffeln, Möhren, Reisflocken, Grünkernschrot, Schweineschmalz, Huhn, mageres Lamm- und Putenfleisch, Speisequark, Nudeln, Maisflocken, Weitzenpops, Reis.
Einige geeignete aber nicht abgebildete Futtermittel:
Rohe Leber, Kaninchen, Laktulose, Weizenkleie, Hefe, Calziumtabletten (Dicalziumphosphat), Vitamine und Mineralstofftabletten.
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