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Verstopfung | Obstipation


Einleitung

Ihr Tier leidet unter Verstopfung ? Auf diesen Internetseiten finden Sie einige wichtige Informationen zu dieser Erkrankung bei Hund und Katze und zur Pflege Ihres Tieres zu Hause. Bei der Verstopfung handelt sich nicht nur um eine Kotabsatzstörung, die nicht als eigentliche Krankheit gewertet werden kann, sondern um einen Symptomenkomplex, der von zahlreichen Krankheiten hervorgerufen werden kann.

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Ursachen

Eine Verstopfung kann viele Ursachen haben, aber am häufigsten sind die ernährungs- und umweltbedingten Ursachen.

a) Ernährungsbedingte Ursachen
Die Rohfaser (Ballaststoff) ist ein wichtiger Nahrungsbestandteil, der bei Hunden und Katzen, genau wie auch beim Menschen, den geregelten Stuhlgang gewährleistet. Ungenügender Ballaststoffgehalt der Nahrung kann zu Verstopfung führen. Materialien wie Haare, Knochen oder Fremdkörper können, wenn sie von Hunden oder Katzen aufgenommen werden, harte Massen oder mit Kot durchsetzte Stauungen im Enddarm bilden, die nicht ausgeschieden werden können und zu Verstopfung führen. Wasser ist für eine geregelte Funktion des Magen- Darm-Traktes unerläßlich, daher wird ein Tier, dem es an Wasser mangelt, eher eine Verstopfung entwickeln.

b) Umweltbedingte Faktoren
Veränderungen im gewohnten Tagesablauf eines Tieres können auch zu Verstopfung führen, z.B. wenn die Katzentoilette unzugänglich oder verschmutzt ist, in ungewohnter Umgebung oder bei Mangel an Bewegung.

Es gibt noch zahlreiche andere Ursachen für Verstopfungen, z.B.:
  • zunehmendes Alter
  • Frakturen des Beckens oder der Beckengliedmaßen
  • Verletzungen in Enddarmnähe
  • Erkrankungen der Prostata
  • Rückenmarks- oder Bandscheibenerkrankungen
  • neurologische Störungen des Dickdarms
  • Tumoren, Stoffwechsel- oder Drüsenstörungen
  • allgemeiner körperlicher Verfall
  • Dehydratation (Austrocknung)
Wie Sie sehen, gibt es viele Gründe, warum Ihr Tier eine Verstopfung bekommen kann. Einige davon sind weniger bedeutsam, andere dagegen können zu lebensbedrohenden Zuständen führen.

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Symptome

Bei Hunden und Katzen mit Verstopfung läßt sich entweder sehr seltener oder erschwerter Kotabsatz beobachten. Der Kot ist gewöhnlich hart und trocken, der Drang, Kot abzusetzen, ist verstärkt und die Kotmenge deutlich verringert.

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Diagnose


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Röntgenaufnahme einer 9jährigen Main Coone mit einer mächtigen Koprostase; beachten Sie wie stark Colon und Rectum gedehnt sind !


Bevor die Verstopfung Ihres Tieres behandelt wird, muß zuerst die zu Grunde liegende Ursache festgestellt werden. Ihr Tierarzt wird Ihr Tier klinisch untersuchen und die Krankengeschichte Ihres Tieres ebenso wie seine Ernährung und Lebensgewohnheiten erfragen. Durch abtasten kann er die Darm- und Blasenfüllung ermitteln. Eine Röntgenuntersuchung kann das Ausmaß der Verstopfung enthüllen, aber auch eventuelle Tumore oder Veränderungen an der Wirbelsäule zeigen. Blutuntersuchungen, Ultraschall und andere weiterführende Verfahren können wichtige Hiweise zur Behandlung Ihres Tieres liefern. Der Tierarzt entscheidet bei jedem individuellen Fall die notwendigen Untersuchungsverfahren.


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Therapie

Bevor die Verstopfung Ihres Tieres behandelt wird, muß zuerst die zu Grunde liegende Ursache festgestellt werden. Nachdem der Tierarzt die Untersuchungen abgeschlossen hat, wird er sich für die für Ihr Tier notwendigen Behandlungschritte entscheiden :


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  1. Klistier
  2. Darmeinlauf
  3. In Narkose Zerkleinerung der Koprostase und Ausspülung durch Darmeinlauf
  4. chirurgische Entfernung der Darmverstopfung
  5. Bei Austrocknung Dauertropfbehandlung
  6. medikamentöse Behandlung
  7. ernährungs-therapeutische Maßnahmen
Für besonders schwere Fälle muß die chirurgische Ausräumung gewählt werden. Bei diesem Patienten mußte schon ein Teil des Kotes entfernt werden, um den Darm überhaupt vorlagern zu können. Der Darm dieser Katze ist etwa 3-4 mal dicker als mit einer normalen Kotfüllung. Die untere Abbildung zeigt den gleichen Darm nach der Entleerung. Der Darm ist stark mitgenommen, aber die Koprostase ist beseitigt. Rechts ist der Darm wieder rosa und es beginnt sofort eine peristaltische Welle (Darmkontraktion). Der Darm oben und links im Bild ist gelähmt, da eine starke Überdehnung der Darmwände stattgefunden hat. Das kann zur Verstopfung der Blutgefäße führen und zum Abriß vom Nervenfasen, womit die Darmschädigung nicht mehr rückgängig zu machen ist. Mit der Hilfe von Medikamenten kann versucht werden, die Darmtätigkeit anzuregen.



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Röntgenaufnahme nach der Operation. Der Darm ist mit Gas und Wasser gefüllt und als noch recht inaktiv zu betrachten.



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Röntgenaufnahme der gleichen Katze 24 Std. nach der Operation. Kontrastmittel wurde in den Dickdarm eingebracht. Der Darm ist immer noch überdehnt, zeigt aber leichte peristaltische Bewegungen als Zeichen der Erholung.


Bitte lassen Sie es bei Ihrem Tier nicht zu so schweren Darmschädigungen kommen ! Mit jeder erneuten Schädigung der Darmwand steigt die Neigung zu schwerwiegenden Koprostasen.

Also lassen Sie Ihr Tier nicht unnötig warten; lassen Sie es schnell behandeln!

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Prävention - Maßnahmen, die in der häuslichen Umgebung durchgeführt werden können, um einen Rückfall zu verhindern:

Wie bei Menschen so kann auch bei Tieren eine rohfaserreiche Diät die Behandlung der Verstopfung unterstützen. Die Rohfasern (Ballaststoffe) erhöhen den Wassergehalt im Darm, wodurch der Kot weicher wird. Das vergrößerte Kotvolumen beschleunigt die Vorwärtsbewegung im Darm und verringert daher die Verstopfung.
  1. Zweimal täglich sollten Sie Ihrem Haustier Futter mit mindestens 10 % Rohfasergehalt anbieten, um die Darmbewegung zu stimulieren. Für Hunde und Katzen sind spezielle Verschreibungsdiäten beim Tierarzt erhältlich.

    In der Anfangsphase kann auch ein Zusatz von aufgekochten Leinensamen zum Diätfutter nützlich sein.
  2. Achten Sie auf das Gewicht Ihres Tieres. Bei übergewichtigen Tieren kann eine Gewichtsreduktion sehr hilfreich sein.
  3. Geben Sie Ihrem Tier keine Knochen oder Leckereien und verhindern Sie das Aufnehmen von Fremdkörpern jeglicher Art. Langhaarige Tiere sollten täglich gebürstet werden, um lose Haare zu entfernen, die das Tier sonst abschlucken könnte.
  4. 30 bis 60 Minuten nach der Mahlzeit sollten Sie Ihren Hund ausführen, um den Kotabsatz zu stimulieren. Regen Sie Ihre Katze zum Spielen an!
  5. Halten Sie die Toilette Ihrer Katze sauber.
  6. Frisches Wasser sollte jederzeit verfügbar sein. In einigen Fällen kann der Einsatz eines Katzenbrunnens helfen, um einer Unterversorgung mit Wasser bei Katzen entgegen zu wirken.
Beobachten Sie Ihr Tier zu Hause; achten Sie auf wiederholt auftretenden Stuhldrang mit sehr festen Exkrementen, die mit einem blutigen oder stark schleimigen Überzug auf der Oberfläche ausgestattet sein können. Auch auf Fremdkörper und unverdaute Knochensplitter im Kot ist zu achten. Sollten irgendwelche dieser Symptome wiederholt auftreten oder Ihr Tier schwach oder appetitlos werden, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Tierarzt.

Die richtige häusliche Krankenpflege Ihres Tieres ist ein wichtiger Teil der Behandlung.

Halten Sie sich bitte an die Anweisungen Ihres Tierarztes!

Etwaige Fragen bezüglich der Pflege Ihres Haustieres wird Ihnen auch das Praxispersonal gern beantworten.

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