

Krankheit
Die Erkrankung kann drei Verlaufsformen haben:
- perakuter Verlauf
- akuter Verlauf
- subklinischer oder chronischer Verlauf
1. perakuter Verlauf
Die starke Virusvermehrung mit sehr schnellem Befall der lebenswichtigen Organe wie Leber und Nieren sowie die Freisetzung von Toxinen (Giftstoffen) führt zum schnellen Tod des erkrankten Tieres oft ohne dass der Tierhalter Symptome bemerkt.
2. akuter Verlauf
Bei der akuten Verlaufsform werden deutliche Symptome sichtbar, die aber auch zu anderen Krankheitsbildern passen können. Die Krankheit beginnt mit Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit, was für alle Virusinfektionen typisch ist, da das Virus über den Bereich des Nasen- Mundbereichs in den Wirt eindringt und sich in den Mandeln und Kopflymphknoten vermehrt, die häufig bei Druck schmerzempfindlich sind. Die frühen Zeichen ähneln einer Erkältung (bei mildem Verlauf) oder einer Staupe (bei heftigem Verlauf). Der Nasen- und Augenausfluss kann sogar eitrig sein. (Aus diesem Grund lag früher häufig eine Verwechslung mit Staupe vor). Nach Ausbreitung des Virus über die Blutbahn folgt eine Infektion der Leber, Milz und Nieren, was zu Erbrechen und Durchfällen führen kann. Mit Fortschreiten der Leberentzündung können Störungen in der Blutgerinnung auftreten, was zu Schleimhautblutungen oder Blutungen im Auge führen kann. Der Befall der Nieren durch das Virus kann zu chronischen Nierenschäden führen. Durch die zweiphasige Viruserkrankung ist eine zweigipflige Fieberkurve charakteristisch. Bei schweren Infektionen mit schlechter Abwehr kann eine Lungenentzündung und ein Befall des zentralen Nervensystems (ZNS) folgen.
Bei Welpen beträgt die Sterblichkeitsrate 100%, während bei ausgewachsenen Tieren die Sterblichkeitsrate auf 10 bis 50% absinkt.
3. subklinischer oder chronischer Verlauf
Bei dieser Form sind meist keine oder nur sehr unklare Anzeichen zu beobachten. Es können Schädigung oder Trübung am Auge auftreten, bekannt als "Blue-eye" (siehe Abbildung), aber auch chronische Leberstörungen und schlechte Gewichtszunahme. Diese Patienten können Viren über den Kot und Urin dauerhaft, aber wenigstens über einen Zeitraum von 6 Monaten ausscheiden.