  Krankheit
Die Hundestaupe ist eine gefürchtete, häufig tödlich endende, durch ein Virus verursachte Infektionserkrankung, die überwiegend Hunde, Frettchen, Marder, Wölfe, Füchse, Stinktiere (Skunks) und Robben (Seehunde) befällt. Der einzige Schutz ist die Vorbeugung durch ein regelmäßiges und intensives Impfprogamm, das den Schutz aufbaut und danach aufrecht erhält.
Wir unterscheiden vier Krankheitsverläufe:
1. Staupeform mit Erkrankung des Magendarmtraktes (Gastrointestinale Form):
Mit Symptomen einer Verdauungstörung wie beispielsweise Erbrechen und schleimig wäßrigem Durchfall läutet die Staupe häufig alleine oder in Begleitung der respiratorischen Form das Krankheitsbild ein. Es kann durch den sehr heftigen Durchfall schnell zu einer Austrocknung mit Schwäche führen, was durch den Wasser- und Nährstoffverlust verursacht wird.
2. Staupeform mit Erkrankung der Atemwege (Respiratorische Form):
Oklahoma State Uni Beaglewelpe mit Staupe. Achten Sie auf den eitrigen Nasen- und leichten Augenausfluss. Beides ist typisch für die katarrhalische Form.
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Eitriger Nasenausfluss mit Verkrustungen um die Nasenöffnungen und Augen wird von einer erschwerten Atmung begleitet. Trockener Husten wird anschließend von einem sehr starken Husen mit eitrig bis blutigem Auswurf abgelöst, da es zu einer bakteriellen Besiedelung der geschwächten Schleimhäute kommt. Die zerstörten Schleimhäute setzen den Keimen keinen Widerstand mehr entgegen, so dass es zur Lungenentzündung kommt. In der Spätphase bricht der Kreislauf zusammen und der Tod folgt. Die Infektion der Augen sorgt für Entzündungen der Binde- und Hornhaut mit Lichtscheue bis hin zur Erblindung.
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Eine Schniefnase muss noch kein Zeichen für eine Staupeerkrankung sein. Es kann einfach nur ein Schupfen (siehe Katzenschnupfen), ein fauler Zahn oder ein Zwingerhusten hinter der Erkrankung stecken. Ihr Tierarzt wird Ihnen sicherlich die richtige Diagnose stellen.
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3. Die nervöse Form der Staupe:
Das Virus versucht das Gehirn des Tieres zu erreichen. Wenn das Tier nicht schon von den vorausgegangenen Formen der Staupe gestorben ist, kann es auch zu einer vorübergehenden Besserung der Erkrankung kommen Es schließt sich dann gleichzeitig oder in einigen Fällen auch Monate später eine Entzündung des Gehirns und der Nerven an. Wenn diese nicht zum Tod des Tieres führen, können sie Epilepsie, Verblödung, nervöse Ticks und Lähmungen hervorrufen. In seltenen Fällen erreicht das Virus das ZNS (Zentrale Nervensystem), ohne zuvor die erste oder zweite Form mit deutlicher Symptomatik zu verursachen.
4. Hartballenform (Hard pad disease):
Eine selten auftretende Staupeform ist die Hard pad disease, die sich etwa 14 Tage nach der Magendarmerkankung anschließt. Es bildet sich eine Hyperkeratose des Nasenspiegels und der Zehenballen. Treten nervöse Symptome auf, hat diese Verlaufsform der Staupe eine hohe Sterblichkeit.
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Als Spätfolge einer Staupeinfektion kann eine Hyperkeratose (übermäßige Hornhautbildung) an den Ballen auftreten. Die Hornhaut wird brüchig und weist tiefe Furchen und Risse auf. Dieses Krankheitsbild wird auch als Hard pad disease bezeichnet. Die Abbildung zeigt zwei hyperkeratotische Ballen eines Hundes. In diesem Fall konnte eine Staupeinfektion als Ursache ausgeschlossen werden. In den letzten zehn Jahren sind uns auch keine Hunde mit Hard pad disease vorgestellt worden.
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Spätfolgen der Staupeninfektion:
- Schäden am Verdauungsapparat
- Schäden von Herz und Lunge
- Schädigung der Augen. Erblindung oder Hornhautschädigung.
- Nervöse Ticks und Anfallsleiden
- Hyperkeratose (Hard pad disease)
- Zahnschmelzschäden (wenn der Zahnwechsel noch nicht abgeschlossen ist)
TIERKLINIK.de Staupegebiss bei einem ausgewachsenen Mischlingshund.
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Wenn ein Welpe eine Staupeinfektion vor dem Zahnwechsel durchmacht und diese überlebt, kommt es zum Absterben der Zellen die den Zahnschmelz bilden und somit zu einer fehlenden Bildung von Zahnschmelz. Im Staupegebiss eines ausgewachsenen Hundes verbleiben Schädigungen, die das Zahnbein frei liegen lassen. Das Dentin (Zahnbein) reagiert durch den Verschluss der kleinen Kanälchen der Zähne durch Sekundärdentin, was zu einer bräunlichen Verfärbung der Zähne führt. Diese Schmelzdefekte stellen eine starke Anfälligkeit gegenüber Infektionen dar.
Zahntherapeutische Maßnahmen z.B. eine regelmäßige Fluoridierung durch den Tierarzt können einen schnellen Zahnverfall verlangsamen.
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