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Darmentzündung

Definition | Symptome   | Ursachen | Diagnose   | Therapie  

Definition

Dünndarm mit KontrastmittelUnter einer Enteritis   versteht man eine Darmentzündung   oder einen Darmkatarrh mit Durchfall (Stuhl/Kot, der über eine dünne Konsistenz verfügt). Der Kot wird häufiger als normal in großen Mengen abgesetzt, verursacht durch die beschleunigte Passage durch den Darm. Die Darmentzündung kann entweder den Dünndarm oder den Dickdarm oder auch den gesamten Darm betreffen. Der Kot enthält eine größere Menge an Wasser und Salzen sowie unverdaute Futterbestandteile und Fett. Es können auch Schleimbeimengungen und/oder Blut in der Ausscheidung enthalten sein. Sowohl akute   als auch chronische   Krankheitsverläufe sind möglich.

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Symptome

Das Hauptsymptom einer Enteritis ist Durchfall. Zusätzlich können die folgenden Symptome beobachtet werden:

  • Apathie   des Tieres (Antriebsarmut)
  • Körpertemperatur kann normal (zwischen 38°C und 39°C) sein, kann aber auch darunter oder darüber liegen (39,5°C, Fieber)
  • Drang, häufig Kot abzusetzen
  • Es werden große Mengen an flüssigem Kot abgesetzt
  • Übelriechender, stark stinkender Kot mit Schleim- oder Blutbeimengung
  • Austrocknung - durch den Wasser- und Salzverlust
  • Auszehrung - durch den Verlust von Nährstoffen und Fett
  • Tenesmen - beständiger schmerzhafter Stuhldrang

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Ursachen

Zunächst möchten wir ein weitverbreitetes Missverständnis aus der Welt schaffen: Durchfall ist keine Krankheit  , sondern lediglich ein Symptom   für eine ganze Reihe von Erkrankungen des Darmtraktes, die durch eine Vielzahl verschiedener Ursachen hervorgerufen werden können, z. B.

  • Bakterien   (Salmonellen, Yersinien, EHEC, Campylobacter  , Clostridien   etc.)
  • Pilze   - Mykosen (Darmbesiedelung durch Hefen oder Schimmelpilze  )
  • Viren   (Rotavirus, Coronavirus, Parvovirus etc.)
  • Darmparasiten (Kokzidien, Giardien, Spulwürmer etc.)
  • Stressbedingte Faktoren (durch Störung des vegetativen Nervensystems)
  • Giftige Substanzen (Reinigungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Dünger etc.)
  • Futtermittelallergien (vor allem durch Konservierungs- und Farbstoffe)
  • Plötzliche Umstellung des Futters (häufig bei Welpen)
  • Füttern von Tischabfällen (ungeeignet für den Verdauungstrakt von Fleischfressern)
  • Verdorbene Nahrungsmittel (durch bakterielle Besiedlung oder Pilzgifte verdorben und ungeeignet für die Fütterung unserer Haustiere)

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Diagnose

Die Diagnose kann nur durch die Tierärztin/den Tierarzt   gestellt werden. Zunächst wird eine genaue Anamnese   (Krankengeschichte) erstellt. Hier ist es besonders wichtig, dass Sie alle wichtigen Beobachtungen Ihrem Tierarzt möglichst genau schildern, z. B. Zeitpunkt des ersten Auftretens, Fütterung und Art des Futters, andere erkrankte Tiere, ob irgendetwas Ungewöhnliches aufgenommen wurde usw. Es folgt eine gründliche klinische Untersuchung. Hier wird ermittelt, ob eine Untertemperatur oder Fieber aufgetreten ist, der Austrocknungsgrad des Patienten wird bestimmt. Durch Abtasten kann der Zustand des Darms beurteilt werden, und die Kontrolle der Schleimhäute liefert wichtige Informationen über das Kreislaufgeschehen des Patienten. Die Tierärztin/der Tierarzt muss aufgrund der vielseitigen Ursachen der Enteritis eingehende weiterführende Untersuchungen einleiten. Hierzu zählen unter Umständen Kotuntersuchungen, Röntgen mit und ohne Kontrastmittel, Ultraschall und Untersuchungen des Blutes, die bei schweren Durchfällen Hinweise auf Infektionen  , Austrocknung und die Ausdehnung der Erkrankung   geben können. In seltenen, komplizierten Fällen werden endoskopische Untersuchungen (Darmspiegelungen), Computertomografien (CT  ) oder Kernspinuntersuchungen (MRT) notwendig.

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Therapie

Die Behandlung   richtet sich nach der Diagnose oder Verdachtsdiagnose der Tierärztin/des Tierarztes. In einigen Fällen ist eine genaue Diagnosestellung nicht möglich, und es muss zunächst eine symptomatische Therapie eingeleitet werden. Bei leichten Enteritiden (Darmentzündungen) genügt häufig ein Futterentzug über einen Zeitraum von 24 Stunden mit anschließender Fütterung von ausschließlich schonender Kost. Der Futterentzug ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, da auf diese Weise der Verdauungsapparat die Möglichkeit hat, sich zu erholen. Eine anschließende leicht verdauliche Kost kann das Gleichgewicht im Darm wieder herstellen. Bei schwerwiegenderen Fällen der Enteritis müssen therapeutische Maßnahmen an den jeweiligen Fall angepasst werden, wie beispielsweise die Gabe von Entwurmungsmitteln, Antibiotika  , Passivimpfstoffen (Gammaglobuline), Interferone, Dauertropfinfusionen oder gar Bluttransfusionen.

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