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darmverschluss

Allgemeines | Fremdkörper | Invagination | Nervenlähmung | Tumor   | Anzeichen | Therapie  

Allgemeines

Ein Darmverschluss liegt dann vor, wenn die Passage des Futterbreis durch den Darm eingeschränkt oder blockiert ist. Als auslösende Faktoren kommen > Fremdkörper, > Darmverdrehungen (Volvulus) oder > Darmeinstülpungen (Invaginationsileus) und > Darmtumore in Betracht. Aber auch Nerven- und Durchblutungsstörungen können einen paralytischen Ileus verursachen, bei dem es durch die > Lähmung des Darmes zu Passagestörungen kommt. Beim paralytischen Ileus ist die Sterberate die größte, da die von Bakterien   produzierten Giftstoffe zu schweren Organschädigungen führen. Durch Blutpfropfen können erhebliche Schäden durch Sauerstoffmangel an den Geweben des Organismus   verursacht werden, die zum Tode führen können.

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Fremdkörper

Hund mit Stein RÖDer Darmverschluss (Ileus) der durch einen Fremdkörper verursacht wird, ist in der Paxis sicherlich der häufigste. Junge Tierwelpen fressen alle möglichen Gegenstände in sich hinein. Diese können den Darm erreichen und zur Verstopfung führen. Als Fremdkörper konnten wir Gummispielzeug und Teile von Spielzeug entfernen. Aber auch Murmeln, Steine, Knöpfe, Faxkabel, Haarballen, Wurstpellen und vieles mehr.


Hund verschluckter SteinBei der Röntgenaufnahme handelt es sich um den verursachenden Stein bei einem  einjährigen Cocker, der mit dem Stein spielte. Als der Besitzer versuchte, dem Tier das Spielzeug wegzunehmen, verschluckte der Hund den relativ großen Stein. Da der Hund zunächst keinerlei Symptome   zeigte, hielt der Tierhalter es nicht für erforderlich, einen Tierarzt   aufzusuchen. Nach drei Tagen erbrach der Hund und war leicht apathisch  . Beim Abtasten des Bauchraumes war der Stein leicht zu fühlen. Zur Diagnosesicherung wurde die Röntgenaufnahme angefertigt und die chirurgische Entfernung des Fremdkörpers eingeleitet. Erstaunlicherweise war der Stein schon recht weit vom Darm transportiert worden. Er hatte sich dann vor der Ileozäkalklappe (Übergang vom Dünndarm in den Dickdarm) verfangen. Es ist erstaunlich, was der Darm alles aushalten kann. Der Darmdurchmesser des Dünndarmes des Patienten ergab im Normalzustand einen Durchmesser von etwa 1 cm, die Breite des Steines betrug etwa 4,5 cm an der breitesten Stelle.

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Darminvagination/Invaginationsileus

DarminvaginationBei der Darmeinstülpung oder Invagination kommt es zur Lähmung eines Darmabschnittes, wobei anschließend der gesunde Abschnitt über den erkrankten robbt. Dabei wird die Durchblutung des Darmsegmentes erheblich gestört. Schließlich erliegt sie, was den Gewebsuntergang (Nekrose  ) nach sich zieht. Auf der Röntgenaufnahme ist eine Darminvagination durch ein Röntgenkontrastmittel sichtbar gemacht worden. Zur Orientierung bewegen Sie den Mauszeiger auf das Bild. Die Leber ist grün, der Magen blau, die Nieren gelb und der Bereich der Invagination ist rot umrandet. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass sich ein Fremdkörper im Magen befindet, aber da es sich um eine zweidimensionale Darstellung eines dreidimensionalen Objektes handelt, ist das falsch.

Darmverdrehungen (Volvulus) können auch zu einem Darmverschluss oder zur Abschnürung der Blutversorgung im Darm führen. Ein Volvulus ist verhätnismäßig selten, stellt jedoch einen sehr ernstzunehmenden Notfall dar, der schnell zum Tod des betroffenen Tieres führen kann. In einigen Fällen kann auch eine Darmschlinge in eine Bruchpforte fallen (am häufigsten Nabel- oder Leistenbruch). Durch den durch die peristaltischen Wellen des Darmes vorangetriebenen Futterbrei füllt sich der Darm im Bruchsack und schnürt sich selbst die Blutversorgung ab. Auch hier kommt es zum mechanischen Darmverschluss. Ist der Bruchsack hart und lässt sich nicht mehr zurückdrücken, handelt es sich um einen wichtigen medizinischen Notfall. Bitte suchen Sie nach telefonischer Anmeldung eine notdienstbereite Tierklinik   auf!

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Nervenlähmung/Paralytischer Ileus

Darm mit NervenlähmungDer paralytische Ileus ist eine Nervenlähmung, die beispielsweise durch bakterielle Giftstoffe oder Zellgifte, Thrombosen oder Embolien (Gefäßverschluss), Rückenmarks- oder Nervenschädigungen verursacht wird.
Auf der Röntgenaufnahme links ist der "normale" Darm deutlich als dünner Strich sichtbar. Das Röntgenkontrastmittel zeichnet den gelähmten Darmabschnitt als blasse, "dicke Wurst" mit etwa dem zehnfachen Durchmesser des "normalen" Darmes ab. Im gelähmten Darmabschnitt befindet sich angestaute Flüssigkeit, die nicht mehr transportiert wird. Das Kontrastmittel gelangt überwiegend durch Diffusion   in diesen Bereich.

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Tumor

 

Tumor einer DarmwandDarm entartetes Gewebe


Tumore   treten statistisch gesehen häufiger bei älteren als bei jüngeren Tieren auf.

Die Tumore des Darmes können im Allgemeinen als bösartig angesehen werden. Sie erlauben bis zu einem sehr fortgeschittenen Stadium eine Darmpassage des Verdauungsbreies. In einigen Fällen entarten umliegende Gewebe   (rechtes Bild) und wachsen in den Darm ein. Dabei wird der Hohlraum im Darm verschlossen und es kommt zum Darmverschluss durch einen Tumor. Links ein aus der Darmwand entstandener Tumor.

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Anzeichen

  • Apathie   und Unwohlsein
  • Erbrechen
  • Kolikschmerzen
  • Kotverhalten (fehlender Kotabsatz)
  • Aufgetriebener Leib
  • Kollernde Darmgeräusche
  • Zuletzt Erbrechen von stinkendem, kotartigem Material

Beachten Sie bitte, dass diese Anzeichen nicht unbedingt wie beschrieben auftreten müssen. Tiere zeigen durch ihren Instinkt erst sehr spät ihre Gebrechen. Bitte achten Sie auf Ihr Tier und gehen Sie frühzeitig zu Ihrem Tierarzt! Dieser kann unter Umständen nicht sofort die Diagnose   stellen und muss erst eine Reihe weiterführender Untersuchungen durchführen, um zur Diagnose zu gelangen.

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Therapie

Egal welcher Mechanismus für einen Darmverschluss verantwortlich ist, die Therapie der Wahl ist immer der chirurgische Eingriff. Dieser sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Da in den meisten Fällen ein Teil des erkrankten Darmes entfernt werden muss, wird der erste Abschnitt der Nachbehandlung in der Tierklinik erfolgen müssen. Die Anfütterung muss unter tierärztlicher Aufsicht erfolgen, um Komplikationen frühzeitig erkennen und beheben zu können.

Bitte gehen Sie rechtzeitig zum Tierarzt. Nur so kann das Leben Ihres Lieblings gerettet werden!

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