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Ursache und Behandlung von Durchfall bei Fleischfressern

Allgemein | Symptome   | Akut | Chronisch | Ursachen | Typisierung | Maßnahmen

Allgemeines

Deutsche Dogge in SWUnter Durchfall versteht man Stuhl/Kot, der über eine dünne Konsistenz verfügt und häufiger als normal in großen Mengen abgesetzt wird. Der Kot enthält eine größere Menge an Wasser und Salzen sowie unverdaute Futterbestandteile und Fett. Es können auch Schleimbeimengungen und/oder Blut in der Ausscheidung enthalten sein. Ein Durchfall kann vom Dünndarm oder Dickdarm (Dickdarmentzündung = Colitis) ausgehen und kann akut   (von kurzer Dauer) oder chronisch   (länger bestehend) sein.

Bitte beachten Sie, dass Durchfall nicht grundsätzlich schlecht ist, sondern auch als Selbstreinigungsprozess des Körpers fungiert!

Ist dieser sehr heftig oder hält er mehr als zwei Tage an, sollte der Tierarzt   hinzugezogen werden. Auch bei immer wieder auftretenden Durchfallgeschehen sollte der professionelle Rat eines Tierarztes eingeholt werden und das Tier zur Untersuchung vorgestellt werden.

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Symptome

  • Apathie   des Tieres (Antriebsarmut)
  • Körpertemperatur kann normal (zwischen 38°C und 39°C) sein, kann aber auch darunter liegen oder über 39,5°C betragen (Fieber)
  • Häufiger Drang,Kot abzusetzen
  • Große Mengen an flüssigem Kot werden abgesetzt
  • Übelriechender, stark stinkender Kot mit Schleim- oder Blutbeimengung
  • Austrocknung - durch den Wasser- und Salzverlust
  • Auszehrung - durch den Verlust von Nährstoffen und Fett
  • Tenesmen - beständiger schmerzhafter Stuhldrang

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Akuter Durchfall/Diarrhö des Dünndarms

Der akute   Durchfall des Dünndarms dauert im allgemeinen 24 bis 48 Stunden. Der Kot enthält selten Schleim, es sind jedoch Blutbeimengungen möglich. Der Kot variiert von brauner bis zu rotbrauner Farbe. Das Tier kann Apathie und Appetitlosigkeit zeigen. Kommt der Kot fontänenartig aus dem After oder ist der Hund sehr jung, alt oder geschwächt, sollte die Tierarzt sofort aufgesucht werden. Üblicherweise erfolgt der Kotabsatz mit vermehrter Häufigkeit, dabei drängt das Tier eventuell auch über das Ende des Kotabsatzes hinaus.

Dünndarm mit KontrastmittelDie Röntgenaufnahme stammt von einem sieben Monate alten Golden Retriever, der unter einer heftigen Durchfallerkrankung litt. Um den stark verkrampften Darm sichtbar machen zu können, wurde dem Hund ein Kontrastbrei eingegeben.
Der Magen ist deutlich zu sehen, auffällig sind die peristaltischen Wellen des Dünndarms. Beachten Sie die stark verkrampften Darmschlingen, die dem Hund starke Bauchschmerzen bereitet haben. Da der Darm sehr stark entzündet ist, schiebt er das Kontrastmittel sehr schnell Richtung After. Aus diesem Grund ist der Magen noch voller Kontrastmittel, während auch schon der Darm gefüllt wird. Diese Röntgenaufnahme verdeutlicht, dass eine Fütterung in so einem Zustand falsch ist, da der Darm nicht in der Lage ist, Nahrungsmittel zu verdauen, so dass diese schnell und unverdaut durch den Verdauungstrakt geschleust werden.

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Chronischer Durchfall des Dünndarms

Besteht eine Durchfallerkrankung für mehr als sieben bis zehn Tage, spricht man von einem chronischen Durchfall des Dünndarms. Der Patient scheidet große Mengen wässrigen Kot aus; die Absatzhäufigkeit ist zwei- bis dreimal höher als unter normalen Umständen. Die Farbe des Kots ist üblicherweise bräunlich und kann bei Blutbeimengungen schwarz und teerig erscheinen. Schleim ist selten und nur in kleinen Mengen im Kot vorhanden. (Im Gegensatz dazu findet sich bei einer Colitis oft viel Schleim im Stuhl).

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Ursachen

Zunächst möchten wir ein weitverbreitetes Missverständnis aus der Welt schaffen: Durchfall ist keine Krankheit  , sondern lediglich ein Symptom   für eine ganze Reihe von Erkrankungen des Darmtraktes, die durch eine Vielzahl an Ursachen hervorgerufen werden, z.B.

  • Bakterien   (Salmonellen, Yersinien, EHEC, Campylobacter, Clostridien   etc.)
  • Pilze   - Mykosen (Darmbesiedelung durch Hefen oder Schimmelpilze  )
  • Viren    (Rotavirus, Coronavirus, Parvovirus etc.)
  • Darmparasiten (Kokzidien, Giardien, Spulwürmer etc.)
  • Stressbedingte Faktoren (durch Störung des vegetativen Nervensystems)
  • Giftige Substanzen (Reinigungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Dünger etc.)
  • Futtermittelallergien (vor allem durch Konservierungs- und Farbstoffe)
  • Plötzliche Umstellung des Futters (häufig bei Welpen)
  • Füttern von Tischabfällen (ungeeignet für den Verdauungstrakt von Fleischfressern)
  • Verdorbene Nahrungsmittel (durch bakterielle Besiedelung oder Pilzgifte verdorben und ungeeignet für die Fütterung unserer Haustiere)

Wird eine Erkrankung  , die mit Durchfall einhergeht, von Darmparasiten verursacht, treten Durchfälle von wechselnder Intensität auf, die zwischen normalem und flüssigem Kot ein andauerndes Problem darstellen können. Einige dieser Parasiten  , die bei Hunden und Katzen Durchfall hervorrufen, sind auch auf den Menschen übertragbar. Aus diesem Grund sind regelmäßige Wurmkuren wichtig.

Junge Tiere werden stärker von Durchfall beeinträchtigt als ausgewachsene Tiere, da ihr Abwehrsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Auch der höhere Stoffwechsel   der Jungtiere bei gleichzeitig geringen Nährstoffreserven kann schneller zu Erschöpfungszuständen des Tieres führen.

Welpen und Jungtiere sollten daher sorgsam beobachtet werden, da sich ihr Zustand plötzlich lebensbedrohlich verschlechtern kann!

Durchfall ist eine recht häufige Erkrankung bei Kleintieren. Bei "unspezifischen" akuten Durchfällen können die Symptome erfolgreich behandelt werden und eine Besserung sollte innerhalb weniger Tage eintreten. Es ist jedoch nötig, zwischen unspezifischem Durchfall und Durchfall aufgrund ernsthafterer Gesundheitsprobleme zu unterscheiden.

Um den Durchfall Ihres Tieres erfolgreich behandeln zu können, muss Ihr Tierarzt zuerst die Ursache feststellen. Es können dann einige weiterführende Untersuchungen notwendig werden.

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Typisierung

Enteritis   - Darmentzündung  

Kot festKot cremeartigKot breiartig


Entzündung   der Bauchspeicheldrüse

Kot flüssigKot grauflüssigKot gelblich


Dickdarmerkrankung

Kot mit blutigen Schleim Kot wässrig Kot wässrig blutig


Schwarzer pechfarbener Kot, sogenanntes "Melaena", weist auf eine Blutung im Dünndarm hin, wobei das Blut bis zum Austritt aus dem After im Verdauungstrakt verdaut wurde. Sie sehen nun, dass Ihre Beobachtungen in Bezug auf die Ausscheidungen Ihres Haustieres für den Tierarzt von größter Bedeutung sind. Beachten Sie die frischen Ausscheidungen, denn diese können an der Luft schnell Veränderungen unterlaufen, die dann die wichtigen Hinweise für den Tierarzt verschwinden lassen.

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Maßnahmen

Ihr Tierarzt wird zunächst eine klinische Untersuchung Ihres Tieres vornehmen. Sie werden nach der Krankengeschichte, Ernährung   und Lebensgewohnheiten Ihres Tieres gefragt. In den meisten Fällen kann Ihr Tierarzt die Diagnose   anhand der Krankengeschichte und der klinischen Untersuchung stellen und die entsprechende Therapie   einleiten.

Gegebenenfalls muss Ihr Tier 1 bis 2 Tage fasten. Je schwerwiegender die Darmstörung ist, desto länger muss die Dauer des Nahrungsentzuges sein. Katzen sollte die Nahrung jedoch nicht länger als zwei Tage vorenthalten werden. Bieten Sie auch während der Fastenzeit Wasser an. Falls Ihr Tier stark ausgetrocknet (dehydriert) ist, muss ihm eventuell intravenös Flüssigkeit durch eine Dauertropfinfusion zugeführt werden.

Ihr Tierarzt bittet Sie vielleicht, eine Kotprobe für eine mikroskopische, mikrobiologische (Bakterien, Pilze oder Viren) oder biochemische Analyse mitzubringen. Dafür erhalten Sie einen Probenbehälter mit Löffelchen oder einen Kunststoffbehälter mit Verschluss. Die Kotprobe sollte immer frisch gewonnen werden und möglichst zügig in der Tierklinik  /Tierarztpraxis abgegeben werden. Sollte es Ihnen nicht möglich sein, die noch warme Probe der Untersuchung zustellen zu können, so sollte diese bei ca. 7° Celsius für einen Zeitraum von maximal 24 Stunden gelagert werden. Die Probe darf während der Lagerung nicht gefrieren. Zahlreiche Kotuntersuchungen oder Nachkontrollen können nötig sein, um Darmparasiten zu finden, die nur sporadisch im Stuhl erscheinen. Auch Proben, die für eine mikrobiologische Untersuchung bestimmt sind, müssen nachkontrolliert werden.

Die Probenentnahme sollte möglichst ohne Verschmutzung erfolgen (keine Blätter oder Erde mit der Probe aufnehmen). Bei wässrigem Durchfall reichen schon ein paar Löffelchen der Fäkalien. Benutzen Sie bitte kein Küchenkrepp oder Toilettenpapier, um die Probe aufzunehmen. Die flüssige Phase der Kotprobe ist für die Untersuchung besonders wertvoll.

Fester Kot sollte in Maßen in das Probengefäß gefüllt werden. Bitte nicht überfüllen! (Also nicht mehr als zur Hälfte füllen.)

Soll die Probe mit der Post versandt werden, muss ein Spezialbehälter verwendet werden, der beim Tierarzt und in vielen Apotheken erhätlich ist. Beachten Sie, dass die Probe schnell und möglichst kühl befördert wird und nicht in der prallen Sonne in einem Briefkasten schmort.

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