Gefahrenmeder auf Tierklinik.de

Verstopfung

Allgemeines | Ursachen | Symptome   | Diagnose   | Therapie   | Prävention  

Allgemeines

Ihr Tier leidet unter Verstopfung? Auf diesen Internetseiten finden Sie einige wichtige Informationen zu dieser Erkrankung   bei Hund und Katze und zur Pflege Ihres Tieres zu Hause. Bei der Verstopfung handelt sich nicht nur um eine Kotabsatzstörung, die nicht als eigentliche Krankheit   gewertet werden kann, sondern um einen Symptomenkomplex, der von zahlreichen Krankheiten   hervorgerufen werden kann.

nach oben

Ursachen

Eine Verstopfung kann viele Ursachen haben, aber am häufigsten sind die ernährungs- und umweltbedingten Ursachen.

a) Ernährungsbedingte Ursachen

Die Rohfaser (Ballaststoff) ist ein wichtiger Nahrungsbestandteil, der bei Hunden und Katzen, genau wie auch beim Menschen, den geregelten Stuhlgang gewährleistet. Ungenügender Ballaststoffgehalt der Nahrung kann zur Verstopfung führen. Materialien, wie Haare, Knochen oder Fremdkörper, können, wenn sie von Hunden oder Katzen aufgenommen werden, harte Massen oder mit Kot durchsetzte Stauungen im Enddarm bilden, die nicht ausgeschieden werden können. Wasser ist für eine geregelte Funktion des Magen-Darm-Traktes unerlässlich, daher wird ein Tier, dem es an Wasser mangelt, eher eine Verstopfung entwickeln.

b) Umweltbedingte Faktoren

Veränderungen im gewohnten Tagesablauf eines Tieres können auch zu Verstopfung führen, z. B. wenn die Katzentoilette unzugänglich oder verschmutzt ist, in ungewohnter Umgebung oder bei Mangel an Bewegung.

Es gibt noch zahlreiche andere Ursachen für Verstopfungen, z. B.:

  • zunehmendes Alter
  • Frakturen des Beckens oder der Beckengliedmaßen
  • Verletzungen in Enddarmnähe
  • Erkrankungen der Prostata
  • Rückenmarks- oder Bandscheibenerkrankungen
  • neurologische Störungen des Dickdarms
  • Tumore  , Stoffwechsel  - oder Drüsenstörungen
  • allgemeiner körperlicher Verfall
  • Dehydration (Austrocknung)

Wie Sie sehen, gibt es viele Gründe, warum Ihr Tier eine Verstopfung bekommen kann. Einige davon sind weniger bedeutsam, andere dagegen können zu lebensbedrohenden Zuständen führen.

nach oben

Symptome

Bei Hunden und Katzen mit Verstopfung lässt sich sehr seltener oder erschwerter Kotabsatz beobachten. Der Kot ist dann hart und trocken. Der Kotabsatzdrang ist verstärkt, die Menge deutlich verringert.

nach oben

Diagnose

Verstopfung Rö Maine Coon

Bevor die Verstopfung Ihres Tieres behandelt wird, muss zuerst die grundliegende Ursache festgestellt werden. Der Tierarzt   wird Ihr Tier klinisch untersuchen und die Krankengenschichte ebenso wie seine Ernährungs- und Lebensgewohnheiten erfragen. Durch Abtasten kann er die Darm- und Blasenfüllung ermitteln. Eine Röntgenuntersuchung kann das Ausmaß der Verstopfung enthüllen, aber auch eventuelle Tumore oder Veränderungen an der Wirbelsäule aufzeigen. Blutuntersuchungen, Ultraschall und andere weiterführende Verfahren können wichtige Hiweise zur Behandlung   Ihres Tieres liefern. Der Tierarzt entscheidet bei jedem individuellen Fall über die notwendigen Untersuchungsverfahren.

nach oben

Therapie

Bevor die Verstopfung Ihres Tieres behandelt wird, muss zuerst die zugrunde liegende Ursache festgestellt werden. Nachdem der Tierarzt die Untersuchungen abgeschlossen hat, wird er sich für die notwendigen individuellen Behandlungschritte entscheiden, die im Folgenden aufgeführt sind.

Verstopfung Darm nach der EntleerungFür besonders schwere Fälle muss die chirurgische Ausräumung gewählt werden. Bei diesem Patienten musste schon ein Teil des Kotes entfernt werden, um den Darm überhaupt vorlagern zu können. Der Darm dieser Katze ist im Vergleich zu einer normalen Kotfüllung etwa 3-4 Mal dicker. Die untere Abbildung zeigt den gleichen Darm nach der Entleerung. Er ist stark mitgenommen, aber die Koprostase ist beseitigt. Rechts ist das Gewebe   wieder rosa, und es beginnt sofort eine peristaltische Welle (Darmkontraktion). Der Darm oben und links im Bild ist gelähmt, da eine starke Überdehnung der Wände stattgefunden hat. Das kann zur Verstopfung der Blutgefäße führen und zum Abriss von Nervenfasern, womit die Darmschädigung nicht mehr rückgängig zu machen ist. Mit der Hilfe von Medikamenten kann versucht werden, die Darmtätigkeit anzuregen.

 

Verstopfung Rö nach Op 1

Verstopfung Rö nach Op 2


Bitte lassen Sie es bei Ihrem Tier nicht zu so schweren Darmschädigungen kommen! Mit jeder erneuten Störung der Darmwand steigt die Neigung zu schwerwiegenden Koprostasen.

Also lassen Sie Ihr Tier nicht unnötig warten und es schnell behandeln!

nach oben

Prävention - Maßnahmen, die in der häuslichen Umgebung durchgeführt werden können, um einen Rückfall zu verhindern

Wie bei Menschen, so kann auch bei Tieren eine rohfaserreiche Diät die Behandlung der Verstopfung unterstützen. Die Rohfasern (Ballaststoffe) erhöhen den Wassergehalt im Darm, wodurch der Kot weicher wird. Das vergrößerte Kotvolumen beschleunigt die Vorwärtsbewegung im Darm und verringert daher die Verstopfung.

  1. Zweimal täglich sollten Sie Ihrem Haustier Futter mit mindestens 10 % Rohfasergehalt anbieten, um die Darmbewegung zu stimulieren. Für Hunde und Katzen sind spezielle Verschreibungsdiäten beim Tierarzt erhältlich. In der Anfangsphase kann auch ein Zusatz von aufgekochtem Leinsamen zum Diätfutter nützlich sein.
  2. Achten Sie auf das Gewicht Ihres Tieres. Bei übergewichtigen Tieren kann eine Gewichtsreduktion sehr hilfreich sein.
  3. Geben Sie Ihrem Tier keine Knochen oder Leckereien und verhindern Sie das Aufnehmen von Fremdkörpern jeglicher Art. Langhaarige Tiere sollten täglich gebürstet werden, um lose Haare zu entfernen, die das Tier sonst abschlucken könnte.
  4. 30 bis 60 Minuten nach der Mahlzeit sollten Sie Ihren Hund ausführen, um den Kotabsatz zu stimulieren. Regen Sie Ihre Katze zum Spielen an!
  5. Halten Sie die Toilette Ihrer Katze sauber.
  6. Frisches Wasser sollte jederzeit verfügbar sein. In einigen Fällen kann der Einsatz eines Katzenbrunnens helfen, um einer Unterversorgung entgegenzuwirken.

Beobachten Sie Ihr Tier zu Hause; achten Sie auf wiederholt auftretenden Stuhldrang mit sehr festen Exkrementen, die mit einem blutigen oder stark schleimigen Überzug auf der Oberfläche behaftet  sein können. Auch auf Fremdkörper und unverdaute Knochensplitter im Kot ist zu achten. Sollten irgendwelche dieser Symptome wiederholt auftreten oder Ihr Tier schwach oder appetitlos werden, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Tierarzt.

Die richtige häusliche Krankenpflege Ihres Tieres ist ein wichtiger Teil der Behandlung.

Halten Sie sich bitte an die Anweisungen Ihres Tierarztes!

Eventuelle Fragen bezüglich der Pflege Ihres Haustieres wird Ihnen auch das Praxispersonal gerne beantworten.

nach oben

Bismarckstraße 111
20253 Hamburg
Telefon: 040-4208888

Banner Hamburger Tierspital

© 1997-2014 TIERKLINIK.de - Das Tiermedizin Informationsportal.

Aktuelle Daten, Interessantes rund ums Tier und Wissenswertes aus dem tiermedizinischen Bereich. Allgemeine Informationen zur Tiergesundheit, Tipps zur Haltung und Pflege von Haustieren, Notdienste und tierärztliche Spezialeinrichtungen in Deutschland.
Tierklinik.de - Hamburg, München, Berlin, Düsseldorf.