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Erkrankungen der Leber

Einleitung | Anatomie | Funktion | Faktoren | Erkrankungen | Symptome   | Diagnose   | Therapie   | Fütterung

Einleitung

Die Leber verfügt über schätzungsweise 1.500 Funktionen, bei denen der Stoffwechsel   von entscheidender Bedeutung ist. Sie ist das größte innere Organ des Körpers. Durch das große Spektrum der Leberfunktionen kann eine Behandlung   häufig schwierig sein. Allerdings kann aufgrund des hohen Regenerationspotentials der Leber von etwa 80 % eine Regeneration häufig erfolgreich verlaufen, wenn die Schädigung der Leber nicht zu groß ist. Um die mit dem Organ in Verbindung stehenden Abläufe als Laie besser verstehen zu können, soll an dieser Stelle ein kleiner Ausflug in die Anatomie und Physiologie   der Leber erfolgen.

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Anatomie

Leber Anatomie 1Die Leber ist ein sehr wichtiges Organ mit komplexen Aufgaben für das Tier. Sie liegt unterhalb des Brustfells und wird durch die Rippen geschützt. Beim Hund wiegt das Organ zwischen 125 g und 1,4 kg, bei der Katze durchschnittlich 70 g. Die Leber glänzt an der Oberfläche durch das Bauchfell, das sie überzieht. Bei den Fleischfressern ist die Unterteilung in sieben Lappen gut sichtbar, während bei Pflanzenfressen die Lappen nur teilweise angedeutet sind.Leber Acrylausguß Links sehen Sie die Oberseite einer gesunden Katzenleber. Die Gallenblase liegt auf der Unterseite und wird durch die angrenzenden Leberlappen geschützt. Die Vielzahl der durch die Leber gesteuerten Stoffwechselprozesse bedürfen eines reichhaltigen Geflechts an Blutgefäßen. Links ein Acrylausguss der Lebergefäße: türkis die Pfortader, violett die Körperhohlvene, gelb die Gallenblase. Das Präparat stammt von einer menschlichen Leber und verdeutlicht das unheimliche Geflecht an Arterien, Venen   und Gallengängen in der Leber. Die Pfortader bildet den Arbeitskreislauf dieses Organs.

Histologische (mikroskopische) Ansicht der Leber

Leber mikroskopische Ansicht 1Leber mikroskopische Ansicht 2Bei der Betrachtung der Leber unter dem Mikroskop zeigen sich die einzelnen Leberläppchen als eigenständige Funktionseinheiten des Organs, die durch eine Umrandung aus Bindegewebe (blau) umschlossen werden. Wird hiervon nun ein Ausschnitt gewählt und dieser mit einer noch größeren Vergrößerung untersucht, kann der Betrachter sehen, dass auch die kleinen interlobulären Kanälchen zur Zentralvene führen (großes weißes Loch am oberen Rand des zweiten Bildes).

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Funktionen

Die Leber verfügt über eine Vielzahl von Funktionen. Hier sollen nur die  14 wichtigsten Aufgaben kurz erläutert werden, um bei dem Leser ein besseres Verständnis für dieses einzigartige Organ zu wecken.

  1. Regelung des Zuckerstoffwechsels mit der Hilfe von Insulin. Speicherung von einfachen Zuckern (Monosacchariden und Disacchariden aus kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln) in Form von Glykogen oder Stärke. Bei Energiebedarf die Umwandlung von langkettigen Zuckern (Stärke und Glykogen) in Glukose und anschließende Zuführung in den Krebszyklus zur Energiegewinnung.
  2. Regelung des Fettstoffwechsels durch Entfernung von Lipiden aus dem Blut und deren Speicherung in Fettdepots sowie der Abbau von Blutfett oder Fettdepots zur Energiegewinnung.
  3. Regelung des Eiweißstoffwechsels. Der Körper ist nicht in der Lage, Aminosäuren   (Eiweißbausteine) oder Eiweiß zu speichern. Bei einem Überangebot an Aminosäuren, die über die Pfortader die Leber erreichen, wird ein Deaminationsprozess durch die Leberzellen eingeleitet, in dem aus den Aminosäuren die Aminogruppe (NH2) entfernt und zu Ammoniak (NH3) ungewandelt wird. Der verbliebene Rest der Aminosäure   wird zu einem Kohlenhydrat oxidiert (Sauerstoff zugeführt) und dann als Glykogen oder Stärke gespeichert oder im Krebszyklus verbrannt, um die Energie zu nutzen. Ammoniak (NH3) ist hochgradig giftig und verbindet sich mit Kohlendioxid im Ornitinzyklus zu dem weniger giftigen Harnstoff, der mit dem Urin aus dem Organismus   ausgeschieden wird.
  4. Eine Entgiftung des Körpers wird sehr erfolgreich von diesem Organ erledigt. Ein Beispiel hatten wir bereits angeführt, bei welchem hochgiftiger Ammoniak in den weniger giftigen Harnstoff carboxiliert (durch die Verbindung mit Kohlendioxid umgewandelt) wird. Einige spezialisierte Zellen in der Wand der Blutgefäße der Leber können Partikel aus dem Blutstrom fangen und verdauen (Phagozytose) und dadurch unschädlich für den Organismus machen.
  5. Wärmeerzeugung: Da die Leber eine hohe Stoffwechselrate aufweist und über eine große Blutversorgung verfügt, erfolgt die Steuerung der Körpertemperatur zum großen Teil durch die Leber.
  6. Produktion der Gallenflüssigkeit: Diese wird von den Leberzellen gebildet und in der Gallenblase gespeichert. Die Galle entleert sich über den Gallengang im Zwölffingerdarm. Die Gallensalze spielen eine wichtige Rolle bei der Verdauung. Sie helfen, Fette im Darm zu emulgieren, damit diese verdaut und anschließend vom Körper absorbiert werden können.
  7. Bildung und Abbau von Cholesterin: Eine besondere Bedeutung kommt vor allem beim Menschen dem Cholesterin zu, aber auch unsere Haustiere haben damit zu tun. Das Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil von Zellmembranen, Nervenzellen, und es ist das Grundgerüst für Hormone. Bei einem Überangebot an Chlolesterin scheidet die Leber dieses Lipid über die Galle aus. Ironischerweise können Cholesterine in der Gallenblase ausfallen und Gallensteine bilden. Ein Überangebot im Blut führt bei den Haustieren nur sehr selten zum Verstopfen der Herzkranzgefäße (Koronarthrombosen) mit Infarkt - im Gegensatz zum Menschen. Die Entfernung von überschüssigem Cholesterin ist dennoch eine wichtige Aufgabe der Leber.
  8. Abbau von Sexualhormonen: Nach getaner Arbeit der Sexualhormone wird ein Teil von den Leberzellen chemisch verändert, ein Teil wird durch die Nieren ausgeschieden und der Rest mit der Galle aus dem Organismus entfernt.
  9. Bildung von roten Blutzellen (Erythrozyten  ): Im fetalen Entwicklungsstadium ist die Leber für die Blutbildung verantwortlich. Erst allmählich wird diese Funktion vom Knochenmark übernommen. Auch beim ausgewachsenen Tier kommt der Leber noch eine wichtige Rolle bei der Blutbildung zu, da sie Vitamin B12 speichert. Dieses ist als Coenzym bei der Zellreifung unentbehrlich. Ein Mangel beispielsweise durch einen schweren Parasitenbefall kann zu Anämie   (Blutarmut) führen.
  10. Abbau des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin): Die überalterten roten Blutzellen werden mit Hilfe der Phagozyten (Fresszellen) in Leber, Milz und Knochenmark zerstört. Das Haemoglobin wird durch die Leberzellen erst in den grünen Farbstoff "Biliverdin" umgewandelt und anschließend in den braunen Farbstoff "Billirubin" reduziert. Dieser wird mit der Gallenflüssigkeit ausgeschieden und verhilft der Galle zu ihrer charakteristischen Farbe.
  11. Blutspeicherung: Die Venen der Leber haben eine erstaunlich große Fähigkeit, sich zu dehnen oder zusammenzuziehen. So kann bei einem Unfall mit Blutverlust bei einem erwachsenen Menschen die Leber etwa einen Liter Blut dem Kreislauf zuführen, indem sich die Lebervenen zusammenziehen. Aber auch die Milz und die Körpervenen verfügen über diese Eigenschaft und können das Blutvolumen im Kreislauf bei Bedarf erhöhen oder senken.
  12. Synthese   von Bluteiweiß (Plasmaproteine): Diese Eiweißstoffe (Albumin und Globuline) transportieren beispielsweise Vitamin B12 in der Blutbahn, um in der Leber gespeichert zu werden. Sie tragen auch entscheidend zum Erhalt des Säure-Basen-Haushalts im Blut bei.
  13. Bildung von Gerinnungsfaktoren (Gerinnungseiweißen): Die Leber synthetisiert eine Reihe von Stoffen, die unentbehrlich für die Blutgerinnung sind. Hierzu gehört Fibrinogen und eine ganze Reihe an weiteren Gerinnungsfaktoren. Bei Lebererkrankungen kann es durch Erschöpfungszustände und Störung in der Eiweißsynthese zu Gerinnungstörungen kommen, der sogenannten Verbrauchskoagulopathie.
  14. Speicherfunktion: Die Leber ist außerdem noch ein Organ, das Nährstoffe (Glukagon), Vitamine A, D, B12 und Mineralstoffe, z. B. Kalium, Kupfer und Eisen, speichern kann.

Bitte lesen Sie auch unser Kapitel "Chemikalien des Lebens"!

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Faktoren, die eine Wahrscheinlichkeit für Lebererkrankungen erhöhen

Alter

Erbkrankheiten und Entwicklungsstörungen führen vorwiegend bei jungen Tieren zu Symptomen, während Tumore   häufiger bei älteren Tieren auftreten.


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Erkrankungen

Erkrankungen, die durch Viren  , Bakterien  , Parasiten  , Pilze   (sehr selten), chemische Verbindungen und Medikamente   ausgelöst werden, führen zu einer Entzündung   der Leber, die als Hepatitis bezeichnet wird. Bei schweren und anhaltenden Leberentzündungen kommt es zu Vernarbungen in der Leber, da abgestorbene Leberzellen durch Narbengewebe ersetzt werden. Es gibt eine Vielzahl von Lebererkrankungen. In diesem Abschnitt soll nur auf einige wichtige hingewiesen werden. Sie dienen der Erläuterung dieser Thematik und wurden bereits bei der Leberfunktion angesprochen. Dem Leser soll hierdurch die Komplexität der Leber verdeutlicht werden, damit er seinem Tierarzt   das nötige Verständnis entgegenbringen kann, wenn die Behandlung des Patienten sich schwieriger gestaltet als ursprünglich erhofft.

  1. Störung im Stoffwechsel der Kohlenhydrate kann zu einer Unterzuckerung des Patienten führen. Der Körper, der normalerweise aus Glukagon oder Stärke Energie gewinnt, kann dies nicht mehr tun und muss nun Eiweiß abbauen, um Energie zu gewinnen. Dabei fallen vermehrt Giftstoffe an, die eine zusätzliche Belastung für die Leber darstellen.
  2. Störung im Eiweißstoffwechsel führt zu Beeinträchtigungen im Deaminationsprozess. Durch die aus den Aminosäuren stammenden Aminogruppen (NH2) entsteht zuviel Ammoniak (NH3), der hochgradig giftig ist und nicht dem Ornitinzyklus zugeführt werden kann, um in den weniger giftigen Harnstoff umgewandelt zu werden. Dies führt zu einer Hyperammonämie (Anstieg der Ammoniakkonzentration im Blut). Diese überwindet die Blut-Hirn-Schranke und führt zu zentralen Störungen im Gehirn   (mit Krämpfen oder aggressivem Verhalten), abgesehen von den toxischen Wirkungen auf die anderen Organe des Körpers.
  3. Leber mit deutlicher Gelbfärbung Störungen im Fettstoffwechsel führen zu hormonellen Beinträchtigungen  und einer Überfettung des Blutes (Hyperlipidämie). Ein gestörter Abbau mit einem Überangebot an Lipiden kann eine Leberverfettung und Fettembolien nach sich ziehen. Das Überangebot an Cholesterin schädigt die Blutgefäße erheblich und kann Gallensteine verursachen. Die Leber links im Bild zeigt eine deutliche Gelbfärbung des Gewebes durch Einlagerung von übermäßigen Fettdepots, die zu schweren Leberlipidosen führen und schlecht zu behandeln sind.
  4. Fiebrige Erbrankungen: Bei diesen ist der Leberstoffwechsel stark erhöht, was zu einer Erhöhung der Körpertemperatur führt. Steigt die Temperatur bei einem Säugetier jedoch zu stark an (über 41°C), können die notwendigen biochemischen Reaktionen nicht mehr ordnungsgemäß ablaufen und das System bricht zusammen.
  5. Vergiftung:Fallen zu viele Giftstoffe während eines Krankheitsgeschehens an (Aufnahme von Chemikalien, durch körpereigene Stoffwechselprodukte oder Bakterien), kann es zur Organschädigung kommen, oft mit Untertemperatur
  6. Übermäßiges Angebot an Hämoglobin: Fällt durch die Zerstörung von roten Blutzellen zu viel Hämoglobin an oder ist die Leber aufgrund einer Erkrankung   nicht in der Lage, das anfallende Hämoglobin zu Galle zu konjugieren (verstoffwechseln), kommt es zu einem Anstieg an Vorläufern der Gallenflüssigkeit (Biliverdin - Bilirubin), was zu einer Gelbsucht führt. Dieses Krankheitsbild wird je nach Lokalisation als prähepatische oder hepatische Bilirubinämie bezeichnet.
  7. Gallenstau: Durch Störung im Cholesterin- und Lipidstoffwechsel (Fettstoffwechsel) können Gallensteine gebildet werden, die zu einer Abflussstörung der Gallenflüssigkeit und somit zu Gallenstau führen. Es gelangt auch hier nach und nach mehr Bilirubin (Gallenfarbstoff) ins Blut, was eine Gelbsucht verursachen kann. Hierbei handelt es sich um eine posthepatische Bilirubinämie, da die Ansammlung von Galle hinter der Leber stattfindet.
  8. Störung der Homöostase  : Das Gleichgewicht im Körper ist von Plasmaeiweißen abhängig, die von der Leber gebildet und in den Blutstrom gebracht werden. Sie puffern das Blut und transportieren Stoffe, die von großer Wichtigkeit für die Funktion der unterschiedlichen Organe und somit unentbehrlich für den Organismus sind.
  9. Leber mit tumoröser VeränderungGerinnungstörungen: Da die Leber eine Reihe an Eiweißstoffen bildet, die das Gerinnen des Blutes ermöglichen, kann eine Lebererkrankung die Bildung der Gerinnungsfaktoren beeinträchtigen, was eine Gerinnungsstörung nach sich zieht. Bei der Verletzung   von Blutgefäßen kann die Abdichtung derselben nicht erfolgen. Dies verursacht einen größeren Blutverlust und kann sogar zum Tode des Tieres oder Menschen führen.
  10. Portokavaler Shunt: Manche Haustiere werden mit Gefäßanomalien geboren, so dass es zu einer Umgehung der Leber kommt und dieser wichtige Nährstoffe entzogen werden und gleichzeitzig eine mangelhafte Entgiftung des Körpers stattfindet. Durch unvollständige Deaminationsprozesse entsteht zuviel Ammoniak (NH3), das hochgradig schädlich ist und vom Tierarzt im Blut des Patienten nachgewiesen werden kann.
  11. Lebertumore: Tumoröse Veränderungen der Leber treten durchschnittlich bei Katzen ab zehn Jahren und bei Hunden ab acht Jahren auf. Rechts sehen Sie die gigantische Leber einer 16-jährigen Perserkatze. Die Struktur der Leber ist so stark verändert, dass diese kaum noch zu erkennen ist. Erstaunlich ist, dass die Katze verhältnismäßig lange damit überlebt hat!
  12. Schrumpfleber - Leberzirrhose:

 

Leber normal großLeber geschrumpft bei KatzeLeber Zirrhotisch bei Hund


Die Leberzirrhose durch Alkoholgenuss, wie sie beim Menschen vorkommt, ist beim Tier recht selten, kommt jedoch manchmal bei alkoholkranken Haltern vor, die ihren Tieren beispielsweise Bier zu trinken geben. Auch organische Krankheitszustände lassen die Leber zunächst schrumpfen und dann durch narbiges Bindegewebe zirrhotisch werden.

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Symptome

Leber Hund mit Gelbsucht

Allgemeine Anzeichen  :

  • Mattigkeit und Niedergeschlagenheit
  • Mangelnde Fresslust
  • Erbrechen und Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Verminderter Durst bei Hunden
  • Verlangsamte Erholungsphase nach Narkosen  

 


 

Spezifische Symptome:

  • Gelbsucht mit Gelbfärbung des Zahnfleisches und des weißen Teils des Auges; auch die Haut kann sich verfärben
  • Ungewöhnliche Erregbarkeit und aggressives Verhalten
  • Schwellung des Bauchumfanges

Vorsicht: Lebererkrankungen können sich durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen bemerkbar machen. Viele der oben aufgeführten Symptome sind auch bei ganz anderen Erkrankungen zu finden und können nur durch den Tierarzt diagnostiziert werden!

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Diagnose

Leber abgestorbenes Gewebe

Ihr Tierarzt wird sicherlich mit einer gründlichen klinischen Untersuchung bei Ihrem Tier beginnen. Auf Grund der Anamnese   (Krankengeschichte) und der klinischen Untersuchung kann ein Verdacht auf eine Lebererkrankung geäußert werden. Dies erfordert eine Reihe an weiterführenden Untersuchungen, über die Ihr Tierarzt entscheidet.

 


 

Hierzu zählen folgende Untersuchungen:

  • Blutuntersuchung (bitte das Tier nüchtern halten): Sie dient zur Erkennung von biochemischen Veränderungen, die auf einen Leberschaden oder eine eingeschränkte Leberfunktion hinweisen können.
  • Röntgenuntersuchung - zeigt Veränderung der Größe, Form und Ausdehnung der Leber.
  • Ultraschall kann Veränderungen der Lebergewebsdichte, Zysten  , kleine und größere Tumore, Gallenstau und Steine nachweisen.
  • Leberbiopsie: Es wird eine kleine Probe aus dem Gewebe   der Leber entnommen und in einem pathologischen Labor untersucht.
  • Laparotomie  : Direkte chirurgische Inspektion der Leber und der Bauchhöhlenorgane.
  • Eventuell Leberfunktionsprüfungen

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Therapie

Da die Krankheitsbilder bei Erkrankungen der Leber sehr unterschiedlich  sind, ist die Therapie abhängig von der Diagnose des Tierarztes, dem Schweregrad der Erkrankung (ob eine ambulante Behandlung oder eine intensive Therapie in einer Klinik   angestrebt werden sollte) und den therapeutischen Möglichkeiten des Tierarztes. Die Behandlung muss auf jeden Fall über einen längeren Zeitraum erfolgen, in vielen Fällen kann die Leber sich jedoch schnell erholen, da sie über ein Regenerationspotential von 80 % verfügt. Die Behandlung wird sich auch danach richten, ob die Erkrankung akut   oder chronisch   aufgetreten ist. Ein zu langes Hinauszögern Ihres Tierarztbesuches sollte unbedingt vermieden werden. Denken Sie daran, dass Ihr Liebling nur eine Leber hat, und Lebertransplantationen sind beim Tier nicht praktikabel und von den Kosten nicht zu decken!

Ein wichtiger Behandlungspunkt bei Lebererkrankungen ist die richtige Fütterung. Hierdurch werden zusätzliche Belastungen für den Stoffwechsel und die Entgiftung des Körpers reduziert, wichtige Stoffe dem Stoffwechsel zugeführt und beispielsweise dem Körper erhöhte Mengen an Radikalfängern angeboten.

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Fütterung bei Hepathopathien/Lebererkrankungen

Lebererkrankungen Fütterung HundWie bereits im Kapitel Leber der Sektion Medizin beschrieben, findet in diesem ungewöhnlich aktiven Organ eine große Vielzahl an Stoffwechselprozessen statt. Da die Leber über eine große Erholungs- und Ausgleichsfähigkeit (Regenerations- und Kompensationskraft) verfügt, bleiben Schädigungen der Leber häufig lange Zeit unentdeckt. Eine wichtige Funktion der Leber ist die Entgiftung von Ammoniak (NH3), das durch den Eiweißstoffwechsel und durch Bakterien im Verdauungstrakt entsteht. Dieser hochgifte Stoff wird in der Leber zum ungiftigen Harnstoff umgewandelt. Ein Futter, das die Leber entlastet, sollte leichtverdauliches Eiweiß in einer reduzierten Menge enthalten. Auf diese Weise reicht das Eiweiß für die Ergänzung von Eiweißstoffen im Blut und zur Regeneration von geschädigten Geweben aus, es muss aber kein Eiweiß gespalten werden, um es in Energie zu verwandeln, damit diese zur Speicherung dient. Auf diese Weise kommt dem Futter eine wichtige Rolle in der Minimierung von Giftstoffen im Stoffwechsel zu. Das Futter sollte über einen sehr hohen Qualitätsstandard verfügen. Hierzu zählt, dass keine Fremdgiftstoffe, wie Mykotoxine enthalten sind (die Rohstoffe dürfen nicht durch Schimmelpilze   verunreinigt sein). Auch die bakterielle Zersetzung von Nährstoffen kann zur Bildung von Toxinen (Giftstoffen) im Futter führen. Es ist somit von größter Wichtigkeit, dass nur frisches, nicht angetrocknetes Futter verfüttert wird. Wenn das Tier das Futter nicht vollständig aufnimmt, müssen die Reste entsorgt werden. Bei Trockenfutter ist das nicht so heikel wie bei Frischfutter.

Damit vom Organismus auch wirklich keine Energiegewinnung aus Eiweiß stattfindet, sollte der Energiepegel im Futter leicht über den Bedürfnissen liegen. Die energieliefernden Rohstoffe im Futter sollten die Kohlenhydrate dem Körper in leicht verdaulicher Form zur Verfügung stellen.

Fett sollte in geringen bis mäßigen Mengen in der Diät enthalten sein. Dabei sind langkettige Fette vom Rind oder Schwein zu bevorzugen, mittellangkettige Fette wie Butter-, Kokos- und Palmenfett sollten gemieden werden.

Bei Erkrankungen der Leber sollte vor allem natriumarm (kochsalzarm) gefüttert werden - mit einem erhöhten Anteil an Vitaminen, da diese für die Erholung der Leber von großer Bedeutung sind.

Fortgeschrittene Erkrankungen der Leber (z. B. Fettleber, Leberzirrhose) erfordern eine spezielle und sehr aufwändige Ernährung  .

Bitte besprechen Sie die Diät mit dem behandelnden Tierarzt!

Lebererkrankung Fütterungsempfehlung
Einige für eine Leberdiät bei Hunden und Katzen geeignete Futtermittel

Von links nach rechts : Einige Leberschutzmedikamente und Zusatzfuttermittel, Traubenzucker Dextropur (Dextrose), Rapsöl, Kartoffeln, Möhren, Reisflocken, Weizenkleie, Schweineschmalz, Huhn, mageres Lamm- und Putenfleisch, mageres Rindfleisch, Sojabohnen und Sojafleischersatz, Reis.

Einige geeignete, aber nicht abgebildete Futtermittel:

Eidotter und hartgekochtes Ei , Kabeljau, Weizenflocken mikronisiert, Hefe, Luzernegrünmehl, Nudeln, Mais, Calziumtabletten (Dicalziumphosphat), Vitamine und Mineralstofftabletten.

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Telefon: 040-4208888

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