Tumore der Harnblase

 

Einleitung | Klinik   | Röntgenbefunde | Ultraschall | Therapie   | Pathologie  

Warnung:
Unsere anatomischen Seiten enthalten Abbildungen von Präparaten, die bei einigen Lesern zu Unwohlsein führen können. Wenn Sie zu dieser Gruppe von Personen gehören, lesen Sie bitte auf eigene Gefahr weiter.

Einleitung

Tumore   der Harnblase kommen gelegentlich bei Hunden und häufiger bei Katzen vor. Das vermehrte Auftreten bei Katzen hängt wahrscheinlich mit dem deutlich gehäuften Auftreten von chronischen Harnwegsinfektionen und FLUTD   bei Katzen zusammen, die durch die Dauerstimulation der Blasenwand durch mechanische Reize oder durch Bakteriengifte die Tumorbildung begünstigen.

Die betroffenen Tiere sind häufig im fortgeschrittenen Alter von über zehn Jahren. Da diese Erkrankung   keine Schmerzen verursacht, wird eine Diagnose   leider erst bei einem fortgeschrittenen Krankheitsverlauf gestellt, da eine Vorsorgeuntersuchung nur in den seltesten Fällen durchgeführt wird.

Lautet der Befund Blasentumor, kann fast immer von einem bösartigen Geschwulst   (Karzinom  ) ausgegangen werden. Nicht selten sind auch Tochtergeschwülste (Metastasen  ), die vor allen in der Lunge zu finden sind. Das Auftreten solcher Tumore, mit Bildung von Metastasen, ist als sehr ungünstig für die Prognose   einzustufen und eine Heilung als unwahrscheinlich zu bewerten.

nach oben

Klinik

Ein Tier, das an einem Blasentumor erkrankt, kann eine deutliche Blasenschwäche zeigen, verbunden mit häufigem Harnabsatz von kleinen Mengen an Urin, die auch blutig sein können. Das Allgemeinbefinden ist bei den Tieren nicht beeinträchtigt. Da diese Symptome   erst bei einem fortgeschrittenen Krankheitsbild erkannt werden können, macht eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung bei älteren Tieren, die das siebte Lebensjahr überschritten haben, sehr wichtig. Im Allgemeinen kann der erfahrene Tierarzt   durch Abtasten der Blase, Urinuntersuchung und Ultraschall der Blase eine aussagekräftige Bewertung des Gesundheitszustandes dieses Organs treffen.

Chronische   Harnwegsentzündungen und/oder häufige Steinleiden können unter gewissen Umständen die Bildung von Blasentumoren begünstigen. Die hier genannten Symptome unterscheiden sich nicht von einer Blasenentzündung oder von einem Steinleiden. Die Diagnose kann nur der Tierarzt stellen.

nach oben

Röntgenuntersuchung der Blase

Die Untersuchung der Blase mittels Röntgenstrahlen ist nur bei fortgeschrittenen Blasentumoren schlüssig, da kleinere Tumore auch beim Einsatz von Röntgenkontrastmitteln häufig unbemerkt bleiben können. So ist die Untersuchung mittels Ultraschall deutlich überlegen. Zur Darstellung der Metastasen in der Lunge ist die Röntgenuntersuchung jedoch unverzichtbar.

Röntgenbild 1:

Blasentumor einer 18-jährigen Katze

Tumore RÖ BlasentumorDie Röntgenaufnahme stammt von einer 18-jährigen Katze, die ständig unkontrolliert blutigen Harn verloren hatte.

Auf der Röntgenaufnahme links im Bild kann eine graue Masse erkannt werden, die die mit Gas gefüllten Darmschlingen nach vorn verdrängt. Bei genauer Betrachtung erscheint der Blasenpol abgeflacht und eingedellt. Dies weist auf eine tumoröse Veränderung der Blase hin. Normal wäre eine konvexe Polspitze durch die Ausdehnung des Harns in der Blase.

Es ist jedoch in den meisten Fällen nicht möglich, anhand einer Röntgenaufnahme auf einen Tumor   zu schließen, da eine mit Harn gefüllte Blase einen grauen Schatten im Röntgenbild zeigt, der häufig nicht die Konturen eines Tumors freigibt, sondern diese überlagert und verschleiert.

Röntgenbild 2:

Metastasen (Tochtergeschwülste) in der Lunge einer Katze.

Tumore RÖ Lungenmetastasen!!! ACTIVE BILD !!! - tierklinik.de - Zur Verdeutlichung der Metastasen auf dem Röntgenbild bewegen Sie bitte den Cursor Ihrer Maus auf das Bild.


Die Röntgenuntersuchung des Brustraumes ist eine wichtige Maßnahme, um Metastasen bei einem Patienten mit Blasentumoren aufzuzeigen. Das Bild links zeigt im hinteren Bereich der Lungen einige hellgraue Bereiche, bei denen es sich um Lungenmetastasen handelt. Die betroffene Katze zeigte noch keine Symptome der Atemwege, wie z. B. Husten oder Atemnot.

Das Vorhandensein von im Röntgenbild deutlichen sichtbaren Metastasen ist immer eine schlechte Prognose für das betroffene Tier, da die Tierärztin/der Tierarzt dem Tierhalter die Euthanasie   des Tieres (das Einschläfern) nahelegen muss.

nach oben

Ultraschalluntersuchung  

Die Untersuchung der Blase mittels Röntgenstrahlen ist nur bei fortgeschrittenen Blasentumoren schlüssig, da kleinere Tumore auch beim Einsatz von Röntgenkontrastmitteln häufig unbemerkt bleiben können. So ist die Untersuchung mittels Ultraschall deutlich überlegen. Zur Darstellung der Metastasen in der Lunge ist die Röntgenuntersuchung jedoch unverzichtbar.

Tumore Ultraschall Harnblase lTumore Ultraschall Harnblase r


Die Untersuchung mit Zuhilfenahme der Ultraschalldiagnostik der Blase kann auch kleine Tumore der Blase, Schleimhautveränderungen sowie kleinere Polypen aufzeigen. Es wird möglich, in einem frühen Stadium Veränderungen sichtbar zu machen, um rechtzeitig einen chirurgischen Eingriff zu planen.

Nachteilig ist jedoch, dass zur Untersuchung in vielen Fällen der zu untersuchende Bauchbereich zu scheren/rasieren ist.

Das linke Ultraschallbild zeigt eine gefüllte Harnblase, an deren unterer Wand eine knotige Umfangsvermehrung aufliegt. Die Schallwellen durchdringen das Geschwulst, sodass die Blasenwand sichtbar bleibt. Die rechte Aufnahme zeigt einen kleinen Blasenstein (hellgrauer schräger Pfeil), der etwa die Größe des Tumors in der linken Aufnahme aufzeigt und durch den die Schallwellen nicht durchdringen können, sodass ein Schallschatten entsteht (dunkler horizontaler Pfeil) und die Blasenwand in diesem Bereich verschwindet. Im Gegensatz zum Harnstein kann der Tumor durch Anstupsen nicht bewegt werden.

nach oben

Therapie

Ein Behandlung   ist nur sinnvoll, wenn noch keine Metastasen nachzuweisen sind!

Die Behandlung kann nur chirurgisch, durch vollständiges Ausschneiden der betroffenen Blasenbereiche erfolgen. Bei mittelgroßen bis großen Hündinnen kann die chirurgische Entfernung unter Umständen auch endoskopisch erfolgen. Beim Rüden sollte diese Möglichkeit eher nicht in Betracht kommen. Eine endoskopische Chirurgie   setzt einen nicht zu schwerwiegenden Befall voraus. Besser sind Schleimhautpolypen und keine bösartigen Tumore. Die chirurgische Entfernung echter Tumore sollte nach Blasenöffnung mit großzügiger Entfernung des erkrankten Gewebes erfolgen. Der entfernte tumoröse Bereich sollte einer pathologischen Untersuchung zugeführt werden, um die Art des Tumors, Beschaffenheit und Wachstumscharakteristiken ergründen zu lassen. Es kann dann eine Chemotherapie   auf den Tumor abgestimmt werden. Auch naturheilkundliche und homöopathische Behandlungen können ergänzend folgen.

All diese Behandlungen können jedoch keine Garantie für einen erfogreichen Ausgang der chirurgischen Maßnahme und das Überleben des Tieres gewährleisten!

nach oben

Pathologie

Bei der 18-jährigen Katze, von der die Röntgenaufnahmen stammen, wurde eine pathologische Untersuchung der Blase eingeleitet.

Tumore Patho BlaseDie Blase ist von einer harten Struktur mit einer unebenen Oberfläche. Die normale Funktion ist stark eingeschränkt oder verloren. Eine genaue Aussage über die Art des Tumors kann nur eine histopathologische Untersuchung (Histopathologische Untersuchung) zeigen.


Tumore Patho MikroErst die genaue Untersuchung durch den Histopathologen mit Hilfe einer mikroskopischen Untersuchung des erkrankten Gewebes gibt Aufschluss über die Art des Tumors und mögliche Verhaltensweisen sowie über die Bildung von Metastasen oder anderer bösartiger Eigenschaften.


Tumore Patho aufgeschnittene BlaseNach dem Aufschneiden der Blase wird eine weißliche Masse sichtbar. Der Hohlraum der Blase ist auf einen kleinen Rest reduziert, sodass der meiste Raum vom Geschwür eingenommen wird und kaum Platz für den Urin verbleibt, mit der Folge, dass eine Speicherung von Harn fast nicht möglich ist.


Diagnose:

Plattenepithelkarzinom   der Blase.

Pathologischer Befund:

Es handelt sich um schlecht differenzierte epitheliale Tumorzellen, die invasivzapfig in das umgebende glattmuskuläre- und Bindegewebe wachsen. Fokal weisen diese Zellen Plattenepitheldifferenzierung auf.

nach oben

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Benötigen Sie eine zweite Meinung? –
Oder möchten Sie einen Tierarzt sprechen?

0900-1-8437362**

**Telefon Sofort-Hilfe. Täglich von 10:00 - 19:00 Uhr für 1,99 €/Minute (Mobilfunkpreise können abweichen).

Weitere Informationen