Haut

gr.: derma; lat.: cutis

Die Haut ist das flächenmäßig größte Organ von mehrschichtigen Tieren. Bei den Wirbeltieren erreicht die Haut ihren höchsten Entwicklungsstand. Sie bildet die wichtigste Schutzbarriere zur Außenwelt; dabei schützt sie vor Austrocknung, Hitze und Kälte. Spezielle Tastorgane ermöglichen eine Kommunikation mit der Umgebung. Bei niederen Tieren, wie beispielsweise den Amphibien und Lurchen, übernimmt die Haut außerdem eine wichtige Funktion bei der Atmung des Individuums. Sie erlaubt es Tieren, sich zu tarnen, damit Jägern das Erbeuten erschwert wird. Durch Tast-, Hitze- und Kälterezeptoren ermöglicht sie es dem Tier, die Umgebung genau wahrzunehmen und sich vor Gefahren zu schützen. 

Vergleicht man den Hautaufbau einiger Tierarten, wird die evolutionäre Weiterentwicklung dieses recht komplexen Organs sehr deutlich.

Histologischer Blick auf einen mikroskopsch feinen Schnitt der menschlichen Kopfhaut.


Kopfhaut eines Menschen. 

Die Epidermis verfügt hier über sechs Haare, zwischen denen sich einige Schuppen   von der Hornschicht ablösen. Die Haare sind tief eingebettet in die Haarfollikel, die deutlich zu sehen sind mit ihren ausgeprägten Talkdrüsen, die bei einer Überfunktion zu einer fettigen Kopfhaut führen können. An der mittleren Talkdrüse setzt ein Haarbalgmuskel an, der bei Kälte das Haar aufrichtet, um ein schützendes Luftpolster über der Kopfhaut zu bilden, das den Wärmeverlust minimieren kann. Zusätzlich wird die Talgdrüse ausgedrückt, damit die Haut mit einem Schutzfilm geschmeidig gehalten werden kann. Dieser Fettfilm verhindert gleichzeitig ein Austrocknen und Rissigwerden der Epidermis. Tief in der Dermis liegen drei Schweißdrüsenknäuel, die sich jeweils zu Inseln gruppieren. Bei großer Hitze sondern sie Schweiß zur Kühlung der Kopfhaut ab. Die Unterhaut schließt sich an die Dermis an und besitzt Bindegewebe und Fettzellen, in die weitere Haarfollikel eingebettet sind. Durch die zahlreichen Funktionen der Haut und ihrer spezialisierten Abschnitte kann es zu Funktionsstörungen kommen und somit auch zu Hautkrankheiten.

Je nach Tierart unterscheiden sich die Hautareale und sind an ihre spezielle Funktion angepasst.

Mikrophotografie durch die Hautschichten einer Katze


Die Haut der Katze

 fällt auf durch ihre dünne, besonders elastische Beschaffenheit mit einer enormen Anzahl an sehr dünnen Haaren. (Vergleichen Sie ein Menschenhaar mit Haaren einer Katze im Kapitel Anatomie der Haut – Haare). Wie bei allen Säugetieren verfügt sie über die Epidermis, Dermis und eine im Normalfall fettarme Unterhaut (Subkutis). Schweißdrüsen fehlen in den meisten Arealen der Haut. Nur im Zwischenzehenbereich unter den Pfoten sind Schweißdrüsen in großer Zahl vorhanden.

 

Reptilien   und Amphibien befinden sich in der Evolution deutlich unterhalb der Säugetiere. Sie verfügen über eine einfache Haut, die sie vor Umwelteinflüssen und ihren Feinden schützt.

Mikrophotografie durch die verschiedenen Schichten der Haut eines Frosches.


Die Haut der Amphibien 

ist sehr dünn, feucht und unbehaart. Sie schützt diese Tiere, die während der Evolution das Land vom Wasser aus besiedelt haben. Durch den Prozess der Metamorphose führten sie die Anpassung von ihrem Leben im Wasser an das terrestrische Leben durch. Zu den Amphibien zählen Frösche, Kröten und Lurche. Diese verfügen über eine sehr dünne, kaum verhornte Außenschicht (Oberhaut – Epidermis). Amphibien und auch Kriechtiere, z. B. Schlangen, erneuern die obere Hautschicht in regelmäßigen Abständen durch Häutung. Die Dermis besteht nur aus wenigen Zellen. In ihr befinden sich oberflächlich gelegene Blutgefäße, die an der Atmung (Sauerstoffaustausch) und dem Wasserhaushalt des Tieres beteiligt sind. Pigmentzellen sind für die meist schillernden Farben verantwortlich, die der Tarnung und dem Schutz vor Feinden dienen. Schleimdrüsen halten die Oberfläche der Haut feucht und unterstützen den Gasaustausch (Atmung). Gleichermaßen enthält der Schleim Giftstoffe, die beispielsweise Frösche als Beutetier für einige Jäger unattraktiv machen. In der Unterhaut befinden sich Bindegewebe und Muskelfasern, die eine gewisse Elastizität erlauben. Dennoch ist diese Haut sehr dünn. Amphibien können leicht Hautverletzungen erleiden, aber auch austrocknen oder durch Umweltgifte belastet werden und schließlich versterben. Deshalb sind Amphibien in Deutschland geschützte Tierarten, die in besonderen Lebensräumen vor den Einflüssen des Menschen bewahrt werden sollen.

 

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