Kaninchensyphilis

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Allgemeines

Die Syphilis der Kaninchen wird durch ein Bakterium   verursacht, das zu den Spirochäten zählt und somit dem Erreger der Syphilis des Menschen sehr ähnelt. Die Übertragung findet häufig durch den Rammler während des Geschlechtaktes statt und kann somit als Geschlechtskrankheit der Kaninchen eingestuft werden. Eine Übertragung auf den Menschen ist bis auf einen ungeklärten Fall weltweit nicht registriert worden, und somit gilt die Erkrankung   nicht als Zoonose  .

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Erreger

Der Erreger gehört zu der Gruppe der schraubenförmigen Bakterien   (Spirochäten). Diese Gruppe wird in drei wichtige Gattungen geteilt: 1.- Borrelia  , 2.- ein nicht krankmachendes Erdbodenbakterium und 3.- Treponema  , wobei die Treponemen der Kaninchen dem Syphiliserreger des Menschen (Treponema pallidum) sehr ähneln. Die wissenschaftliche Bezeichnung für den Erreger lautet Treponema paraluiscuniculi, der im Volksmund den vereinfachten Namen Treponema cuniculi erhalten hat.

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Krankheit

Treponema-cun-naseTreponema-cun-genitalTreponema-cun-Ohr

Nach einer Inkubationszeit, die drei Wochen bis zu mehreren Monaten andauern kann, können in seltenen Fällen akute   klinische Symptome   von den Kaninchen entwickelt werden. Hierbei zeigen die Tiere rötliche Veränderungen, wie Schwellungen, Bläschen   und Geschwüre um den Genitalbereich. Während des Putzens verteilen die Kaninchen die Bakterien um den Bereich der Nase, Kinn, Lippen, Augenlider und Ohren.

Die Lymphknoten schwellen an, die Fruchtbarkeit wird stark eingeschränkt und eine Gebärmuttervereiterung kann folgen.

In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um eine eher chronische   Krankheit, die ohne spezielle Symptome einhergeht. Bei Trägern (Rammler) kann die Erkrankung nach Stress ausbrechen.

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Diagnose

Nur der Tierarzt   kann die Diagnose stellen. Hierzu wird ein mit Kochsalzlösung getränkter Tupfer auf das veränderte Hautareal gebracht und im Dunkelfeldmikroskop untersucht.
Die Anzüchtung der Erreger ist bisher nicht möglich.
Für die Untersuchung von Kaninchenbeständen kann ein AK-Screening oder eine PCR  -Untersuchung empfohlen werden.

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Therapie

Die Behandlung   von syphilitischen Kaninchen ist umstritten, zumal die Tiere nicht vollständig geheilt werden können. In den Lymphknoten verbleiben latent Erreger, die bei Stress wieder ausbrechen können. Eine Behandlung kann mit Penizillinpräparaten erfolgen, die für einen Zeitraum von 1-3 Wochen dem erkrankten Kaninchen verabreicht werden müssen. Dabei müssen auch gesunde Tiere mitbehandelt werden, die mit erkrankten Artgenossen Kontakt hatten. Eine deutliche Besserung tritt schon nach wenigen Tagen auf. Dennoch kann durch die Penizillingabe der Tod der Tiere ausgelöst werden, da dieses Medikament   über einen so langen Zeitraum von Kaninchen nur sehr schlecht vertragen wird. Als Alternative kann Chloramphenicol eingesetzt werden. Dieses Medikament wird zwar gut von Kaninchen vertragen, ist aber bei weitem nicht so effektiv gegen Treponema cuniculi wie die Gruppe der Penicillinpräparate.

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