Pocken oder Blattern
Definition | 







Allgemeines
Die Ursprünge der 







Erreger
Die Familie der Pockenviren beherbergt die größten bekannten Viren mit einem Ausmaß von ca. 200-250 nm x 300-350 nm. Sie können im Lichtmikroskop sichtbar gemacht werden. Poxviridiae werden in die Gattungen: Orthopox-, Avipox- und Leporipoxvirus unterteilt. Bei elektronenmikroskopischer Untersuchung erscheinen Orthopockenviren als backsteinförmige Partikel mit unregelmäßiger Oberfläche. Im Innenkörper befindet sich die DNS. Die anatomische Struktur des Viron haben wir anhand des Leporipoxvirus versucht darzustellen. Zur Diagnose des Virus kann Material aus dem Pockensekret oder z. B. aus einer kleinen Hautprobe (Hautbioptat) gewonnen werden. Der Erregernachweis kann anschließend mithilfe elektronenmikroskopischer Verfahren erfolgen. Zwei Vertreter der Familie der Pockenviren haben tumorgenerierende Eigenschaften; es sind das Yaba-Affen-

Übertragung
Die Übertragung erfolgt von Person auf Person durch Tröpfcheninfektion oder durch das Einatmen von virushaltigen Staubpartikeln, z. B. Variola vera, oder von Tier auf Mensch, z. B. Kuhpocken, oder mittels eines leblosen Vektors, wie z. B. Staub und Kleinstgegenstände. Viruspartikel können aber auch durch lebende 



Krankheit
Pockenerkrankungen werden am häufigsten durch Erreger der Orthopoxviren verursacht. Hierzu zählen Cowpox-, Variola Vaccinia- und das Variola-vera-Virus des Menschen. Anhand der Variola Vaccinia-


Stadien der Hautveränderungen nach Impfung mit dem Variola Vacciniavirus.
1.- Kuhpocken:


Pockenerkrankungen werden durch Erreger der Orthopoxviren verursacht. Hierzu zählen das Cowpox- und das Variola Vaccinia Virus. Bei Vaccinia-Infektionen beträgt die IKZ 3 - 7 Tage. Anschließend kann die Krankheit einen milden, lokalen (örtlichen) Verlauf an Euter und Zitzen haben. Beim schwerem Verlauf tritt ein allgemeines Krankheitsbild mit Läsionen der Schleimhäute und der inneren Organe auf. Nach 8 - 11 Tagen setzt der Selbstheilungsprozess ein, wobei die Krusten abfallen. Die echten Kuhpocken (Cowpox) sind heutzutage durch die radikalen Impfprogramme sehr selten. Als Auslöser der sog. "falschen Kuhpocken" kommt das Parapox-Virus in Betracht.
Das Vorkommen der 





2.- Katzenpocken:
Pocken treten immer wieder sporadisch in den Monaten zwischen September und Dezember bei deutschen Mäusejägern auf. Wahrscheinlich infizieren sich die Tiere beim Mäusefangen mit Pocken. Die Läsionen treten fast ausschließlich an den Vorderpfoten und am Kopf auf. Die Herde am Kopf werden wahrscheinlich beim Putzen durch Schmierinfektion übertragen. Auch Ratten kommen als Vektoren für diese auch auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheit infrage. In den meisten Fällen zeigen die betroffenen Tiere keine 

3.- Vogelpocken - Geflügelpocken - Kanarienpocken:
Diese Krankheit wird durch das Avipoxvirus (Vogel-Pockenvirus) verursacht. Von ihm werden etwa 60 verschiedene Vogelarten befallen. Die Hautveränderungen treten häufig an den federlosen Stellen im Gesicht und an den Ständern (Füßen) auf. Die Pocken können aber auch an der Haut der Flügel oder Brust auftreten, da sie vom Gesichtsfeld durch Verschmieren der Flüssigkeit verteilt werden können. Bisher sind keine Infektionen mit Avipoxviren beim Menschen bekannt geworden. Für unterschiedliche Vogelarten gibt es spezialisierte Pockenviren, z. B. Hühner-, Puten-, Tauben-, Kanarien-, Spatzen-, Star-, Wachtel- und Papageien-Pockenviren. Ohne eigene Pockenviren sind Pfaue, Krähen und Pinguine.
4.- Pocken beim Menschen:
Die heute noch vorkommenden Pockeninfektionen des Menschen werden überwiegend durch das Variola Vaccinia Virus, Affenpocken, Kamelpocken und in sehr seltenen Fällen durch das Cowpox Virus verursacht.
a) Kuhpocken:

Die Kuhpocken werden häufig während des Melkens der 

b) Katzenpocken:

Da Kinder in Deutschland seit geraumer Zeit keine 





c).Variola vera - echte Pocken:


Sind eine gefährliche Infektionskrankheit, die seit 1980 als weltweit ausgerottet gilt. Die Krankheit wird durch das Orthopox-Variola-Virus verursacht, das hochgradig ansteckend ist. 





Diagnose
Die Diagnose kann schon in vielen Fällen durch die typischen Veränderungen der Haut gestellt werden. Zur Diagnosesicherung sollten trockene Hautbioptata (Gewebeproben) der elektronenmikroskopischen Untersuchung zugeführt werden. Vor allem Viruella vera ist von großer Bedeutung. Der Meldepflicht unterliegen auch die anderen Pockenerkrankungen, wie z. B. Katzenpocken. So müssen durch spezielle elektronenmikroskopische Untersuchungen, Realtime-



Therapie
Oft ist keine 

In schweren Fällen oder bei Abwehrschwächen kann eine intensive, klinische Betreuung des Patienten notwendig werden. Eine systematische Behandlung kann mit Antiviralstoffen, wie beispielsweise Cidofovir, durchgefürt werden und somit der 



Die Behandlung von Tieren ist in vielen Fällen nicht nötig. Treten die Pocken in Tierbeständen auf, z. B. 



Vorbeugung
Wichtige Schritte zur Vorbeugung sind hygienische Maßnahmen. Besonders in Beständen ist die 



Die letzten zwei Todesfälle durch Pocken beim Menschen sind 1978 in Birmingham, England, bei einem Laborunfall aufgetreten. Im Jahr 1980 hat die WHO die Pocken für weltweit als besiegt erklärt. Die Pockenbestände wurden weltweit vernichtet, bis auf die Lagerung von Pocken in zwei Referenzlaboren. In Deutschland wurde die Impfung 1975 eingestellt. Jetzt fürchtet die Welt Bioterrorismus mit hämorrhagischen Pocken. Einige dieser Pockenstämme erreichen bei ungeimpften Personen Todesraten von über 90 %. Die USA rüsten auf, Präsident George W. Bush ließ sich vor laufender Kamera mit dem Lebendpockenimpfvirus infizieren. Beim Auftreten eines einzigen Pockenfalls in Deutschland müssen innerhalb von fünf Tagen 80 Millionen Menschen geimpft werden. Zur Impfung in Deutschland soll das Vaccinia-Virus verwendet werden. Die Krankheitserscheinungen sind verhältnismäßig gering, bei den meisten Personen kommt es lediglich zu einer Hautreaktion mit Pustelbildung an der Impfstelle (siehe Impfreaktion beim Menschen). Immungeschwächte Persohnen, z. B. AIDS-Kranke oder Organtransplantierte mit Unterdrückung des Abwehrsystems, gehen ein deutliches Risiko bei einer Lebendimpfung mit Variola Vaccinia-Pockenviren ein. Ein großes Problem ist, dass in Deutschland zurzeit nicht genügend Impfdosen zur Impfung der Gesamtbevölkerung zur Verfügung stehen. (Stand 10.2005)
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