Vogelgrippe und Geflügelpest

Definition | Erreger   | Übertragung | Krankheit   | Diagnose   | Therapie   | Vorbeugung

FAQ - Vogelgrippe/Geflügelpest. Die von Ihnen meistgestellten Fragen im Überblick

Definition

Achtung HuhnDie klassische Hühnerpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der Aviären-Influenza   (Vogelgrippe). Sie wird durch ein Influenza-A-Virus   verursacht, das in der klassischen Form überwiegend Hühner und Puten anfällt. Auch andere Geflügelarten können befallen werden, jedoch ist bei ihnen der Verlauf der Krankheit nicht so rasant und weniger schwerwiegend. Bei Hühnern und Puten führt die Krankheit nach wenigen Tagen zum Tod. Das Hühnerpestvirus ist im Höchstmaß ansteckend und breitet sich schnell aus. Besonders aggressiv sind die Stämme des Subtyps H5 und H7. Sie verfügen über hochgradig pathogene (krankmachende) Eigenschaften. Die anderen zur Zeit bekannten Errerger (etwa 16 Subtypen) sind nicht so aggressiv und führen zu dem milderen, als Vogelgrippe bekannten, Krankheitsbild. In Ballungsgebieten für Vögel, wie Geflügelfarmen, Ausstellungen oder auf Märkten ist das Risiko für den Ausbruch einer Seuche besonders hoch. Kommen eine hohe menschschliche Populationsdichte und vor allem schlechte hygienische Bedingungen hinzu, ist eine Kombination mit einem Influenzavirus des Menschen sehr wahrscheinlich. Die seit 2004 in Asien grassierende Vogelgrippe hat einen Influenza-A-Virus vom Subtyp H5 N1 hervorgebracht, der scheinbar seinen Ursprung in Thailand hat und sich schnell in China ausbreitete. Das Virus konnte in der Zwischenzeit auch beim Schwein nachgewiesen werden. Da das Schwein sich sowohl mit Influenzaviren vom Geflügel   als auch mit jenen des Menschen infizieren kann, gilt es als Mischgefäß, um neue Stämme durch Verbindung mit verschiedenen Virussubtypen zu erzeugen. Dies ist möglicherweise schon einmal bei der großen Pandemie von 1918 (Spanische Grippe) geschehen. Durch Streifengänse wurde der Erreger nach Russland verschleppt und konnte bis zum Ural vordringen. Momentan breitet er sich durch Zugvögel weiter aus. Seit August 2005 befindet sich die Vogelgrippe auf dem Vormarsch in Richtung Europa. Am 13. 10. 2005 kamen die ersten offizillen Nachrichten, dass das H5-N1-Virus in Geflügelbeständen der Türkei nachgewiesen werden konnte, und somit das Virus nun auch Europa erreicht hat. Der Erreger, der in Asien schon 50 Todesfälle beim Menschen gefordet hat, konnte auch bei zwei Katzen nachgewiesen werden. Influenza tritt bei Menschen, Pferden, Rindern, Schweinen und Hunden auf. Das Virus hat bisher jedoch nicht die Artenbarriere übersprungen. Die nachgewiesenen Fälle in China beruhen wahrscheinlich auf einem sehr hohen Infektionsdruck und auf schlechten hygienischen Verhältnissen. Dieses Verhalten des Virus könnte jedoch besorgniserregend werden, weil durch schnelle Mutation   eine Anpassung an eine Vielzahl von Wirten zu einer schnellen Ausbreitung der Krankheit führen könnte.

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Erreger - Das Viron

Influenzavirus3Das Influenzavirus gehört zur Familie der Orthomyxoviren, die in Typ A, B und C unterteilt werden. Von diesen ist der Typ A der Wichtigste. Die Viren   bestehen aus sphärischen Teilchen von 80-100 nm. An der Oberfläche des Virus befinden sich Spikes (Fortsätze), die ihm die Affinität zu Schleimhäuten verleihen und beim Einschleusen in die Wirtszelle helfen. Diese Spikes bilden die Oberflächenantigene, die 5:1 aus hämagglutinierenden (blutverklumpenden) Spikes, Abk. H, und neuraminidasehaltigen Spikes (Enzym  ; spaltet Neuraminsäure aus Mucoproteinen der Schleimhaut), Abk. N, bestehen.

Die Oberflächenantigene, die vom Abwehrsystem erkannt werden können, werden für die Bezeichnung des Virustyps unter Einbeziehung des Ursprungsortes und des Jahres verwendet. So wurde beispielsweise die Typenbezeichnung des Hongkong-Grippevirus von 1968 in der folgenden Bezeichnung zusammengefasst: A/Hongkong/1/68 (H3 N2). Das zur Zeit in Asien grassierende Influenzavirus des Geflügels trägt die Bezeichnung H5 N1, da es 5:1 Oberflächenantigene aufweist (s.o.). Das Hongkong-Grippevirus von 1968 führte zu einer verheerenden Epidemie beim Menschen mit vielen Todesopfern. Im Kern verfügt das Virus über die spiralförmig angeordnete Ribonukleinsäure (RNS  ), die das Erbmaterial des Virus darstellt. Der Aufbau eines solchen Virus ist sehr viel komplizierter; es soll hier aber nicht weiter ins Detail gegangen werden.

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Übertragung

SuperpolloAlle Ausscheidungen, Körperflüssigkeiten und das Blut sind infektiös, da diese Materialien massenhaft Viren enthalten. Die Ansteckung erfolgt im Regelfall von Tier zu Tier. Virusverschleppung durch belebte Vektoren   z. B. Stallfliegen, Menschen, Zugvögel usw. ist möglich. Häufig sind unbelebte Vektoren wie Transportkisten, Gerätschaften und Fahrzeuge an der Ausbreitung beteiligt. Staubpartikel, die mit Virusmaterial verseucht sind, spielen bei extremen Seuchenaufkommen eine Rolle. Die vertikale Übertragung von der Henne auf die Eier ist eher unwahrscheinlich, da die Tiere nicht lang genug überleben.

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Krankheit

Geflügelpest HuhnständerDie Inkubationszeit bei den hoch akuten Fällen der Hühnerpest beträgt nur 18 bis 36 Stunden mit deutlichem Rückgang der Wasser- und Futteraufnahme. Die Legeleistung fällt aus, und es treten plötzliche Todesfälle auf. Bei weniger akuten Fällen treten nach einer Inkubationsphase von 3 - 7 Tagen Fressunlust, wässriger Durchfall, Kropf-, Kamm- und Gliedmaßenschwellungen auf. Entzündungen der oberen Atemwege, wie Bindehautentzündung sowie Veränderungen in den Nasenhöhlen, Nebenhöhlen, Bronchien, Luftsäcken und Lungen, sind zu beobachten.

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Diagnose

Influvet Abstrich HuhnDie Diagnose kann nur vom Tierarzt   oder Pathologen gestellt werden. Abgesehen von den klinischen Anzeichen können Erregernachweis, spezielle Bluttests (Serologie : HAH-, AGP und Neuraminidase-Test) und anatomisch-histopathologische Untersuchungen durch einen erfahrenen Veterinärpathologen zur Diagnosestellung führen.


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Therapie

Keine

Die erkrankten Tiere müssen alle getötet und die Tierkörper seuchenhygienisch verbrannt werden!

Beim Menschen können mit Hilfe moderner Virustatika, die gegen Influenzaviren wirksam sind, schwere Erkrankungen während einer Epidemie verhindert werden. Hierzu ist eine tägliche Einnahme von Medikamenten notwendig. Praktische Erfahrungen während einer Epidemie fehlen jedoch, so dass keine zuverlässigen Daten vorhanden sind, da die Medikamente   erst sehr kurz auf dem Markt verfügbar sind. Eine Impfung ist gegen das neue Vogelgrippevirus für den Menschen in der Entwicklung. Ein spezielles Serum ist zurzeit jedoch nicht auf dem Markt.

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Vorbeugung

Vogelbestände müssen abgeschirmt werden! Zugluft im Stall ist zu vermeiden!

An einer Impfung wird zur Zeit geforscht. Bisher ist sie ist nach dem Europäischen Seuchenrecht rechtswidrig. Dies beruht auf der Grundlage verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen, die belegen, dass ein gegen Geflügelpest geimpftes Tier zwar nicht erkrankt, dass sich aber das Virus im geimpften Vogel vermehrt und von diesem ausgeschieden wird. Das kann zu einer Ausbreitung des Virus und somit der Krankheit führen.

Das Ziel der Bekämpfung einer Seuche ist es, den Erreger zu vernichten !

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Noch mehr Informationen zur Vogelgrippe findet man hier:
» FAQ Vogelgrippe

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