Leishmaniose

Allgemein | Erreger   | Vektor   | Zyklus   | Klinik   | Diagnose   | Therapie   | Prävention  

Allgemeines

Hund im MittelmeerraumDie Leishmaniose des Hundes ist eine parasitäre Infektionskrankheit, die häufig als typische Reisekrankheit aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland mitgebracht wird. Die schlechten hygienischen Bedingungen der besuchten Reiseländer, die Klimaerwärmung und der unvorbereitete Reiseverkehr mit Haustieren haben zur Erregerverschleppung geführt. Diese Erkrankung   gewinnt zunehmend an Wichtigkeit, da sie vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann und somit eine Zoonose   darstellt. Vor allem durch Hunde, die von Urlaubern aus Griechenland, Italien und Spanien nach Deutschland "gerettet" wurden, wird der Erreger nach Deutschland importiert. Auch die klimatischen Veränderungen in Deutschland sorgen für die Anpassung des Vektors an neue Lebensräume. So können Sandmücken in Baden-Württemberg bereits nachgewiesen werden. Dies bedeutet eine zunehmende Gefahr für den Menschen, zumal somit das Infektionsrisiko kontinuierlich wächst.

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Erreger

Leishmanien sind intrazelluläre Parasiten   der weißen Blutkörperchen, die sich vor allem in Monozyten, den Makrophagen des Organismus  , reproduzieren. Durch die mikroskopische Untersuchung der Leishmanien ist ihre Art nicht zu ermitteln. Die Klassifizierung wird erst durch molekularbiologische und biochemische Untersuchungsverfahren möglich. Der Parasit   verfügt über verschiedene Mechanismen, durch die er das Abwehrsystem des Wirtes austricksen kann. Durch die Unterdrückung körpereigener Abwehrmechanismen kommt es häufig zu Sekundärinfektionen mit Bakterien  . In Deutschland kommt der Erreger hauptsächlich als Importware vor. Es gibt eine Vielzahl von Hunden, die nach einem Auslandsaufenthalt hauptsächlich Leishmania infantum nach Deutschland einschleppen. Diese können bei Mensch und Tier die Erkrankung der Leishmaniose hervorrufen. Unter diesen gibt es wiederum eine Vielzahl an Varianten, die im Mittelmeerraum angesiedelt sind. Beispielsweise kommt in Griechenland der Typ Leishmania infantum MON-1 vor. Im nordafrikanisch-mediterranen Raum und im mittleren Osten sind es die Erreger L. tropica und L. major. In Äthiopien, Kenia und dem Sudan tritt hauptsächlich L. aethiopica in Erscheinung. L. chagasi und L. brasiliensis-Gruppe parasitieren in Süd- und Mittelamerika, die der L. mexicana-Gruppe in Brasilien und Mexiko sowie L. peruviana in Argentinien und Peru. All diese verfügen über Untergruppen. Der Parasit durchläuft im Großen und Ganzen zwei wichtige Stadien, das Promastigoten-Stadium im Vektor und das Amastigoten-Stadium im Wirt. Eine genauere Beschreibung der parasitären Stadien entnehmen Sie bitte dem Lebenszyklus des Parasiten.

 

REM-Promastigont-Leish-DonovaniLichtmic-amastigonten


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Vektor

Phlebotomus spp.Überträger der Leishmaniose sind Stechmücken der Gattung Phlebotomus oder Lutzomyia (Sandmücke). Es sind etwa zwei Millimeter kleine, sandfarbene Stechmücken, die sich über den Mittelmeerraum verteilen. Für den europäischen Mittelmeerraum sind insgesamt 23 verschiedene Sandmückenarten nachgewiesen, von denen jede einzelne Art ein unterschiedliches Verhalten zeigt. Nur die weiblichen Tiere saugen Blut, um die Eiweißbestandteile zur Eiablage zu nutzen. Die Errichtung des Geleges erfolgt zirka fünf Tage nach der Nahrungsaufnahme. Dazu produziert das Sandmückenweibchen bis zu 100 Eier, die auf dem Erdboden abgelegt werden. Die geschlüpften Mückenlarven ernähren sich von organischem Material. Für ihre Entwicklung benötigen sie eine hohe Feuchtigkeit im Erdboden. Dieses Brutmilieu finden sie z. B. in Termitenhügeln, Tierställen, Nagetierbauten oder Komposthaufen. Die Lebenserwartung einer Sandmücke beträgt etwa 40 Tage. Urlausreisende, die bei ihrem Haustier auf eine Stechmücken-Prophylaxe   verzichten, haben unwissentlich Leishmanien aus dem Mittelmeerraum importiert. Die Mücke konnte sich bereits in Baden-Württemberg ansiedeln und teilweise auf den Rheingraben ausdehnen. Bei dieser in Deutschland nicht heimischen Stechmückenart sind die Vektoreigenschaften der Übertragung der Leishmaniose noch nicht sicher geklärt.

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Infektionszyklus der Leishmania spp.

Leischmaniose-Infektionszyklus

 


A: Zyklus im Menschen

Übertragung: Von Mensch zu Mensch: [A]-[B]-[A],. von Tier zu Mensch: [C]-[B]-[A] und von Mensch zu Tier: [A]-[B]-[C]

B: Zyklus in der Sandmücke Phlebotomus oder Lutzomyia

Als Vektor wird die jeweils bevorzugte Spezies befallen und zum Blutmahl herangezogen.

C: Zyklus im Hund

Übertragung: Von Tier zu Tier: [C]-[B]-[C ],. von Tier zu Mensch: [C]-[B]-[A] und von Mensch zu Tier: [A]-[B]-[C].

 

Promastigot mit Monozyt1. Der Promastigot dringt in eine Blutzelle des Wirtes ein. In diesem Fall ein Monozyt oder Makrophagenzelle.


Promastigotenmorula2. Im Monozyten beginnt der Parasit zu wachsen. Dabei verliert er seinen geißelartigen Schwanz, um sich auf die Vermehrung vorzubereiten.


Promastigoten-Bifision 3. Durch Zellteilung verwandelt er sich in Vorstufen der Amastigoten um.


Amastigotenbildung4. Die Amastigoten unterliegen einem intrazellulären Reifungsprozess.


Makrophage mit Amastigoten 5. Im Anschluss beginnt eine Replikationsphase, in der sich die Amastigoten durch binäre Fission teilen und multiplizieren. Typisch ist das Verdrängen des Zellkerns durch die Amastigoten. Diese Zelle   kann nun von einer Sandmücke mit dem Blutmahl aufgenommen werden.


Amastigoten-Exklusion6.  Schließlich ist die Anzahl der Amastigoten so groß, dass die Zelle platzt und die Parasiten freigesetzt werden. Die freien Amastigoten können jetzt neue Makrophagen, Lymphozyten   und Lymphknoten befallen. Bei der viszeralen Form werden vorzugsweise Leber, Milz und Knochenmark befallen.


Amastigotenbildung7. Nach dem Eindringen in die neue gesunde Wirtszelle innerhalb des bereits befallenen Tieres oder Menschen beginnt die Multiplikation aufs Neue.


Amastigonten multiplikation8. Die Amastigoten vermehren sich bis zu ihrer Exklusion (Freisetzung), um weitere gesunde Zellen des Wirtes, beispielsweise der Haut oder der Schleimhäute, zu infizieren, welche jedoch von der Leishmanien-Spezies abhängig ist.


Promastigonten Verhehrung9. Vervielfältigung des Promastigoten-Stadiums im Mitteldarm von Phlebotomus oder Lutzomyia und Reifung der Promastigoten zur infektiösen Form.


Promastigont10. Promastigot ist reif und kann nun in den Blutkreislauf des Wirtes, z. B. Hund, Katze, Kaninchen oder Mensch injiziert werden.


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Klinik

Die Inkubationszeit ist sehr variabel und kann zwischen vier Wochen und sieben Jahren variieren. In Abhängigkeit der Abwehrlage des Wirtes kann sich die Krankheit   durch weitere Infektionskrankheiten, z. B. Babesiose, schneller manifestieren. Es kommt hinzu, dass die Krankheit in Deutschland noch nicht heimisch ist und meistens, durch Fehlen eindeutiger Symptome   in der Diagnostik vernachlässigt wird. Somit wird sie zu einem späteren Zeitpunkt in den Untersuchungsgang einbezogen und dadurch auch später diagnostiziert. Die Symptome hängen vom Verlauf der Infektion   ab. Zunächst können lediglich unspezifische Symptome einer klinischen Leishmaniose, z. B. Durchfall, Lahmheit, allgemeine Trägheit und Appetitlosigkeit, begleitet von schleichendem Gewichtsverlust, auftreten. Unregelmäßige Fieberschübe können von Muskelentzündung und Muskelrückbildung (Muskelatrophie) begleitet sein. Knochen- und Gelenkentzündungen können zu Blutbildungsstörungen führen. Die Tiere vertragen Hitze schlecht, ermüden leicht bei geringer Anstrengung, hecheln viel und haben Schmerzen beim Laufen.

Leishmaniose HundEin durch Leishmaniose geschwächter Hund, abgemagert mit schlechtem Haarkleid und Ekzemen an Schnauze, Ohren, Hals, Gliedmaßen und Pfoten. Beachten Sie, dass der Hund sich scheinbar nur unter Anstrengung in der Mittagshitze fortbewegen kann. Die schnell ermüdenden Tiere verbringen die meiste Zeit ruhig an einem schattigen Plätzchen, während die Ekzeme emsig von Fliegen besucht werden.

 


 

Leischmaniose DSH OhrDer Ohrrand wird besonders gern von Insekten, wie beispielsweise Mücken, Fliegen und Bremsen besucht. Die wenig behaarten, meist dünnhäutigen, durch Ekzeme, Sonneneinstrahlung und Vektorenattacken vorgeschädigten Bereiche sind eine willkommene Anlaufstelle für Plagegeister. Das von der Leishmaniose und anderen Krankheiten   geschwächte Tier toleriert meist ohne große Widerwehr die Angriffe, so entstehen dann die typisch "ausgefransten Ohren" des Wirtes.

 


 

Leishmaniose AugeCharakteristische "Brillenbildung" um die Augenlider sowie am Nasenspiegel bei einem an der Leishmaniose erkrankten Hund. Das Ekzem um die Augen und an den mukokutanen Übergängen der Nase enthält im Wundsekret die Erreger. Die aus Erosionen und ulcerierten Bereichen stammenden Amastigoten können unter günstigen Bedingungen als Schmierinfektion auf den Menschen übertragen werden.

 


 

Leishmaniose GliedmaßeChronische   Ekzeme an Pfoten, Ellbogen, Achselbereichen, Kniefalten und Innenschenkeln können sich ausdehnen, bis große Bereiche der Körperoberfläche verändert sind. Diese Hautläsionen sind in den meisten Fällen nicht juckend, haarlos und mit kreideweißen Schuppen   bedeckt. Verschlechtert sich das Krankheitsbild, können diese Stellen aufbrechen und Sekret   absondern.

Nicht nur die Veränderungen der Haut und Schleimhäute vervollkommnen das Krankheitsbild der Leishmaniose, sondern auch Schwellung der Lymphknoten, Leber und Milz. Es sind bevorzugte Lokalisationen für die Vervielfältigung der Amastigoten. Ob bei einem subklinisch infizierten Hund die Erreger besiegt und eliminiert werden können oder dieser zeitlebens infiziert bleibt, ist unbekannt. Hunde aus endemischen Gebieten zeigen dem Erreger gegenüber eine deutliche Resistenz; Hunde aus Deutschland können sehr heftig mit massiven Symptomen erkranken.

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Leishmaniose des Menschen:

Die einzelnen Leishmania-Arten rufen beim Menschen unterschiedliche klinische Symptome hervor. So ist L. infantum der Erreger der viszeralen Leishmaniose (Organleishmaniose oder Kala-azar). L. tropica äußert sich hauptsächlich als Hautleishmaniose (Orientbeule). Leishmanien der L. brasiliensis-Gruppe sind die Erreger der mukokutanen Leishmaniose (Schleimhautleishmaniose). Die wichtigste Erregerart der Leishmaniose bei Hunden in Deutschland ist wegen ihrer weiten Verbreitung in allen angrenzenden Staaten des mediterranen Raumes Leishmania infantum.

Kala-azar - viszerale   Leishmaniose

Die viszerale Leishmaniose wird in Indien und einigen Gebieten Chinas durch Leishmania donovani verursacht. Im Mittelmeerraum, im mittleren Osten, Teilen von Afrika, und einigen Regionen Chinas ist Leishmania infantum für die innere Form der Leishmaniose verantwortlich. Dabei befällt der Parasit überwiegend Leber, Milz und Knochenmark. Bei Personen, die aus endemischen Gebieten stammen (Einheimische), ist die Inkubationszeit von drei Monaten bis zwei Jahren verhältnismäßig lang. Nach einigen Fieberschüben schwellen die Lymphknoten an. Die Leber vergrößert sich, ohne dabei zur Gelbsucht zu führen, wie auch die Milz. Blutungen der Nasen- und Mundschleimhaut werden von Erbrechen und Durchfall begleitet. Herzmuskelschäden, Anämien   und Schwellungen im Gesicht sind bei einer schweren Erkrankung nicht selten. Die Todesrate ohne Behandlung   ist verhältnismäßig gering; sie liegt für Leishmania donovani bei etwa 3 %. Nach überstandener Krankheit wird in den meisten Fällen eine Immunität für die restliche Lebenszeit ausgebildet. Touristen hingegen zeigen massive Veränderungen nach einer deutlich kürzeren Inkubationszeit.

Orientbeule - Hautleishmaniose

Ulcera OrientalDie Inkubationszeit beträgt wenige Tage bis mehrere Wochen. Es findet üblicherweise keine Störung des Allgemeinbefindens statt.

Die Hautveränderung tritt entweder solitär oder multipel auf, zunächst mit Hautrötung (Erythem  ) und anschließender Papel   (juckendes Bläschen  ). Aus dieser Papel entwickelt sich ein Knötchen (Nodulus) der schließlich aufbricht (ulzeriert) und ein stinkendes Sekret freisetzt. Im Anschluss heilt der Defekt unter einer Kruste aus. Zurück bleibt eine deutliche Narbe, die bei multiplen Defekten das Gesicht leicht entstellen.

Espundia - mukokutanen Leishmaniose

Leishmaniose Ohr MenschDiese Form der Leishmaniose kommt überwiegend in Mittelamerika und einigen Teilen Südamerikas, z. B. Brasilien, vor. Gelegentlich können auch Fälle im Sudan, der Türkei und im Mittelmeerraum, wie z. B. Italien, auftreten.


Leishmaniose FussAn der Eintrittstelle der Promastigoten, dem Mückenstich, entsteht zunächst eine Hautveränderung mit Papelbildung. Aus dieser Papel entwickelt sich ein Knötchen (Nodulus), das schließlich aufbricht (ulzeriert). Ein Geschwür bildet sich, das von einem ödematösen Kranz mit erhöhtem Randbereich umgeben wird. Aus diesem Geschwür tritt reichlich übelriechende Flüssigkeit - mit erhöhter Neigung zu Blutungen - aus.

Die Schwellung der regionalen Lymphknoten kann mehrere Monate andauern.


Leishmaniose MucocutanHäufig verändern Entzündungen, Ödeme   (Schwellungen) und Geschwüre die Nasen- und Mundschleimhaut so, dass diese Bereiche ohne rechtzeitige Behandlung schwer entstellt werden können. Die Veränderungen im Nasen-Rachenbereich können zu einer sogenannten "Tapirnase" führen. Vor allem der Knorpel der Nase kann schwer geschädigt werden. Diese Form der Leishmaniose geht häufig in ein chronisches oder ein rekurrentes (wiederkehrendes) Stadium über.

Es findet keine Spontanheilung statt!


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Diagnose

Der Nachweis kann mit Hilfe eines nach Giemsa gefärbten Blutausstriches aus Kapillarblut angefertigt werden. Auch aus Hautläsionen können Abstriche und zytologische Brushings genommen werden, um den Erreger nachzuweisen. In diesem Ausstrich kann dann der mikroskopische Nachweis der Amastigoten in den Makrophagen erfolgen.

Die unterschiedlichen Spezies der Leishmanien können jedoch auf diese Weise nicht identifiziert werden. Hierzu werden spezielle Immunfluoreszenz-Verfahren eingesetzt, die im Blut von klinisch auffälligen Hunden den Erreger mit einer Sicherheit von 97 % nachweisen können.

Fluro Promastigotfluoro Amastigoten


Im Serum kann mit Hilfe eines ELISA-Tests der Erreger mit 98-99 % Sicherheit diagnostiziert werden. Die Universität Zürich kann bei zweifelhaften Befunden mit Hilfe dieses sehr zuverlässigen Verfahrens helfen, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Ihr Tierarzt   kann bei Bedarf für Sie die notwendigen Schritte einleiten und das Probenmaterial vom Patienten gewinnen.
Die heutzutage sehr moderne und vielfach angewandte PCR   (Polymerase-Kettenreaktion) liefert beim Hund noch keine optimalen Ergebnisse. Hierzu werden Proben aus dem Knochenmark oder den Lymphknoten (Ln. popliteus, Kniefaltenlymphknoten) gewonnen, um nach ganz bestimmten genetischen Sequenzen der Leishmanien zu suchen. Im Frühstadium kann leicht ein negatives Ergebnis folgen, wodurch die Krankheit nicht sicher nachzuweisen ist.

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Therapie

Die Behandlung kann nach Identifikation der Leishmanien-Spezies mit Typisierung erfolgen. Hierzu muss ein besonderer Behandlungsplan durch die Tierärztin/den Tierarzt erstellt werden. Die hier angegebenen Dosierungen sind nur als Anhaltspunkt gedacht, nicht als Therapieplan. Da es ausgetüftelte chemotherapeutische Behandlungen sind, müssen diese genau auf den Patienten und den Schweregrad der Erkrankung angepasst werden. Diese Therapie darf nur durch den Fachmann durchgeführt werden!

1.- Glucantime 75 mg/kg + Ketoconazol 7 mg/kg:

Die Kombinationstherapie Glucantime + Ketoconazol eignet sich bei jungen Hunden, welche sich in Griechenland mit dem Stamm Leishmania infantum MON-1 infiziert haben.

2.- Glucantime 75 mg/kg + Amphotericin B 0,5-3 mg/kg:

Bei Hunden die Leishmaniosen aus den USA und Indien nach Deutschland einführen, kann diese Therapie durchaus empfohlen werden.

3.- Allopurinol 5- 10 mg/kg + Levamisol 5 mg/kg:

Bei Hunden, die in Nordgriechenland eine Infektion mit L. infantum MON-1 erworben haben, kann mit gutem Erfolg die Kombinationstherapie Allopurinol + Levamisol eingesetzt werden. Auch bei Hunden, die aus Südspanien kommen, konnte eine Erfolgsquote von etwa 50 % erzielt werden. Der Erfolg hängt vom Immunstatus des Hundes ab und mit welchem Leishmania infantum-Stamm der Hund infiziert ist.

4.- Miltefosine, 1 mg/kg Metronidazol 25 mg/kg und Spiramycin 150 000 IE /kg:

Diese Kombination findet Einsatz bei resistenten Leishmanien oder bei Unverträglichkeiten. Der Nachteilt ist, dass Miltefosine recht teuer und noch nicht für den Einsatz in der Tiermedizin zugelassen ist. Es soll jedoch das Präparat von der Firma Virbac für den Veterinäreinsatz ab September 2007 auf den französischen, italienischen und spanischen Markt gebracht werden.

Eine genaue Überwachung und regelmäßige therapeutische Versorgung des Patienten durch die Tierärztin/den Tierarzt muss dauerhaft gewährleistet sein, da eine Ausheilung nicht erfolgt. Somit ist eine Dauertherapie zeitlebens für den Patienten erforderlich.

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Vorbeugung - Prävention

Dieses ist das wohl wichtigste Kapitel, zumal Sie Ihr Tier schützen können!

Am besten sind sogenannte Repellentien   geeignet, die den Vektor - Sandmücke - abschrecken und vor dem Stich in die Flucht zu schlagen. So kann die Mücke gar nicht erst die Promastigoten in die Haut ihres Opfers spritzen. Sogenannte Spot-on Präparate, die Imidacloprid und Permitrin enthalten, sind geeignet zur Mückenbekämpfung. Denn eine Phlebotomus-Art, die nicht zum Blutsaugen kommt, kann auch keine Krankheitserreger   übertragen. Das Präparat wird üblicherweise alle vier Wochen auf das Tier aufgebracht. Bei Reisen nach Ungarn, Griechenland oder andere Regionen mit hohem Infektionsrisiko sollte eine Behandlung im 14-tägigen Rythmus erfolgen.

Es sollte dringend beachtet werden, dass die Hauptflugzeit der Sandmücken im September stattfindet. Eine zusätzliche präventive Gabe von Allopurinol 10 mg/kg KGW 1x tgl. ist sehr zu empfehlen.

Besser ist die Expositionsprophylaxe mit Meidung entsprechender Reiseziele, in denen ein hohes Aufkommen endemischer Leishmaniose vorherrscht, wie beispielsweise Griechenland, Italien, Spanien und Frankreich im September.

Wichtig : Kleinkinder bis drei Jahre sollten keinen direkten Kontakt zu Leishmaniose-positiven Hunden haben !!!

Fragen Sie Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt, Sie werden sicherlich gerne und kompetent beraten!

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