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Chronische Niereninsuffizienz

Allgemein
Die chronische Niereninsuffizienz tritt bei Katzen häufiger als bei Hundenauf. Diese Erkrankung wird vor allem bei älteren Tieren mit zunehmender Frequenz vom Tierarzt diagnostiziert.

Die genaue Krankheitsursache kann in den meisten Fällen nicht ermittelt werden. Mögliche Ursachen sind jedoch bakterielle Infektionen oder bakterielle Giftstoffe (Toxine), die zu Nierenschäden führen, z.B.die Velotoxine die von einem besonderen Stamm der Darmbakterien ausgeschieden werden. Dieser Bakterienstamm ist als E. Coli O157 H7 bekannt und kann bei einem starken Befall beim Menschen mit einer Sterberate von 20 % glänzen. Auch ähnlich wirkende Gilftstoffe wie Haushaltsgifte und Pflanzengifte können vor allem bei Katzen zu schweren Nierenschäden führen.

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Faktoren, die chronische Nierenerkrankungen begünstigen können

Alter: Bei Katzen und Hunden ab dem 10. Lebensjahr verdoppelt sich das Risiko. Zum einen ist das Abwehrsystem bei diesen Tieren nicht mehr so wachsam, zum anderen werden die Gewebe schlaffer, so dass Infektionen in den Harnwegen aufsteigen können.

Rasse: Nierenversagen nach chronischen Nierenerkrankungen ist nach akuten Nierenerkrankungen möglich durch die vorangegangene Schädigung des Nierengewebes durch Zellgifte der Erreger. Einige Rasse sind besonders prädestiniert für eine chronische Nierenerkrankung. Hierzu zählen unter anderem Langhaarkatzen wie Main Coon und Perser, die zur PKD (Polycystic Kidney Disease) neigen, aber auch Rassen wie Abessinier, Siam, Russisch Blau und Burmakatzen sind anfälliger für chronische Nierenerkrankungen. Auch bei Hunden existieren Rasseprädispositionen für Nierenerkrankungen, z.B. Cockerspaniel, Boxer, Pudel, Lhasa Apsos, Samojeden und Dobermann-Pinscher.

Umweltfaktoren: Einige verbreitete Chemikalien wie phenolhaltige Desinfektionsmittel, Frostschutzmittel, schwermetallhaltige Schutzlacke und Farben die Blei-, Cadmium- oder Titan-Salze enthalten können Nierenschäden verursachen, ebenso wie einige Medikamente und Arzneistoffe bei zu hoher Dosierung oder falscher Anwendung.

Krankheiten: Vorausgegangene Infektionen der Harnwege können das Auftreten von chronischen Nierenerkrankungen begünstigen, besonders wenn diese nicht ausreichend behandelt und kontrolliert wurden. Auch chronische Krankheiten die das Abwehrsystem schwächen wie Katzen-AIDS, chronischer Katzenschnupfen oder Zahnstein mit Zahnfleischtaschenentzündungen können zu chronischen Nierenleiden beitragen.

Ernährungsfaktoren: Die sorgfältige Auswahl der Futtermittel und Kontrolle des Eiweiß- und Phosphorgehaltes in der Nahrung können das Fortschreiten der Nierenschädigung bei eingeschränkter Nierenfunktion aufhalten oder zumindest verlangsamen.

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Symptome

Symptome bei denen Sie ihren Tierarzt sofort aufsuchen sollten:
  • vermehrte Flüssigkeitsaufnahme
  • erhöhter, häufiger Harnabsatz
  • Appetitmangel und/oder Erbrechen
  • Mundgeruch
  • Lustlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Durchfall
  • schlechter Zustand von Fell und Haut

Für weitere Infos schauen Sie bitte in unser Kapitel der Nierenerkrankungen.

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Nierenfunktion
Die Funktion der Nieren ist lebenwichtig! Eine Fehlfunktion wird im allgemeinen erst bemerkt, wenn etwa 70% der Nierenfunktion ausfallen.

Für detalliertere Informationen rufen Sie bitte das Kapitel Nierenerkrankungen auf.

Die Filter- und harnkonzentrierende Funktion der Nieren lässt allmählich im Alter der Tiere nach. Häufiger Harnabsatz und vermehrtes Trinken sind die üblichen Anzeichen. Darüberhinaus sammeln sich Abfallprodukte im Blutkreislauf, führen zu Mundgeruch und den bereits aufgeführten klinischen Symptomen, was sich als Anzeichen der chronischen Niereninsuffizienz deutlich darstellt.

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Diagnose
Die Diagnose kann nur Ihr Tierarzt stellen. Blutiger Harn ist jedoch sehr verdächtig für eine Infektion der Harnwege, aus der sich eine akute Nierenerkrankung entwickeln kann.
  • Druckschmerz beim Abtasten der Nieren
  • Blutuntersuchung, Blutbild, Harnstoff, Kreatinin, Eiweiß, Albumin, Kalzium, Phosphor,
  • Na+, K+, Cl- und andere.
  • Urinuntersuchung, Harnstatus
  • Keimisolierung und Resistenzprüfung
  • Röntgenuntersuchung, Veränderungen in Größe, Form und Dichte. Kontrast z.B. Ausscheidungsurografie.
  • Ultraschalluntersuchung, Veränderung in Größe, und Form, Echogenität (Schalldichte), Schicht und Gewebeveränderungen, Veränderungen im Blutfluss und Strömungsverhalten.
  • Biopsie, Gewebeproben Aufarbeitung durch einen Histopathologen und Mikrobiologen
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Fütterung
Fütterung bei chronischer Niereninsuffizienz

Welche Anforderungen sind an die Ernährung bei chronischer Niereninsuffizienz zu stellen?
  • Verminderung des Eiweißgehaltes im Futter jedoch ohne dass eine Unterversorgung des Körpers mit Eiweiß auftritt, so dass es zu keinem Abbau der Muskelatur kommt oder zur Schwächung des Abwehrsystems
  • ein niedriger Gehalt an Phosphor (viel Phosphor ist beispielsweise in Frischfleisch und Knochen enthalten) hilft dem Fortschreiten der Niereninsuffizienz Einhalt zu gewähren
  • Zusatzstoffe (spezielle Rohfasern und/oder Wirkstoffe aus Schalen- und Krustentieren) die Giftstoffe im Darm binden können und dadurch bei der Entgiftung des Blutes die Nieren entlasten
  • Zusätze von Puffersalzen, die einer Übersäuerung des Blutes entgegenwirken
  • ein ausgeglichener Gehalt an ungesättigten Fettsäuren sowie Vitamine A-C-E tragen erheblich als Bremse der Niereninsuffizienz bei
  • obwohl es sich um ein Diätfutter handelt, sollte es dem Patienten möglichst gut schmecken

Es ist sehr schwierig, ein solches Futter selber zusammen zu stellen, also wenden Sie sich bitte an einen Spezialisten in der Datenbank oder verwenden Sie eine der fertigen Verscheibungsdiäten !

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Fertigfutter-Diäten
Verschiedene Hersteller bieten Diätfertigfutter an. Bei diesen handelt es sich um sehr hochwertige Futtermittel, die durch ihre sorgsam ausgewählten Inhaltsstoffe oder durch besonders aufbereitete Inhaltsstoffe auffallen.

Wichtig!
Bei Nierendiäten handelt es sich um verschreibungspflichtiges Futter. Das bedeutet, dass Ihr Tierarzt die Futterdosis bestimmt und Ihnen auch Anweisung zu ergänzenden Hilfstoffen und zusätzlichen Medikamenten gibt. Es sollten auch in bestimmten Abständen Kontrolluntersuchungen des Patienten sowie des Blutes und des Harnes durchgeführt werden.

Bitte beachten Sie, dass preiswertere rezeptfreie Nierenfuttermittel, die im Zoohandel erhältlich sind, nicht vergleichbar zu Verscheibungsdiäten sind.

Sollten Sie dennoch diese verfüttern, so ist eine sehr strenge und häufige tierärztliche Kontrolle des Patienten anzuraten!

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