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Übergewicht - Adipositas



Übergewicht bei Tieren ist ein Problem für den Tierhalter in der häuslichen Umgebung, wie auch ein Problem für den Tierarzt in der tierärztlichen Praxis!



Allgemeines
Rund 50% aller in Deutschland gehaltenen Hunde und Katzen leiden an Übergewicht.

Bei einem übergewichtigen (Adipösen) Tier ist die normale Körpermasse durch Zunahme des Fettgewebes aufgestockt. Dies kann eine Reihe an Erkrankungen nach sich ziehen. Das Fettgewebe bildet in der Natur eine Reserve für "schlechte Zeiten". Da die Tiere in unserer modernen Gesellschaft keine Probleme mit dem erfolgreichen oder erfolglosen Jagen einer Beute haben, sind solche Fettreserven nicht notwendig. Unsere Haustiere verfügen immer über einen gedeckten Tisch, erhalten regelmäßig ihr Futter und zusätzliche Zuwendungen (Leckerli) als "Freundschaftsbeweis". Oft kommts auf Grund von mangelnder Bewegung und der Fütterung eines zu reichhaltigen Futters eine Überfütterung zustande. So kann es leicht zur Bildung falscher Reserven kommen, die nicht vom Körper benötigt werden.

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Faktoren
Faktoren, die Übergewicht bei einem Tier begünstigen, sind wie folgt:
  • Unangemessen große Futtermengen: Besonders bei der Fütterung von Trockenfutter ist darauf zu achten, dass dieses nur etwa 7% Wasser enthält. Das Futter enthält die Nährstoffe in sehr konzentrierter Form, so dass nur eine geringe Menge Futter im Gegensatz zu Feuchtfutter benötigt wird. Da das Trockenfutter erst im Magen des Tieres aufquellen muss und danach erst der Sättigungseffekt entsteht, wird häufig zuviel Trockenfutter vom Tierhalter verfüttert. Besonders bei Welpen wird so die Magenwand überdehnt, so dass nach und nach immer mehr Futter aufgenommen werden muss, bis ein Sättigungsgefühl erreicht wird. Da bei Welpen das Fettgewebe besonders leicht trainiert werden kann wird in jungen Jahren der Grundstein zur Fettsucht gelegt. Aber auch das Feuchtfutter hat seine Tücken. Oft meint der Tierhalter es besonders gut mit seinem Liebling und füttert beispielsweise ein "Premium Futter". Dieses hochwertige energiereiche Futter wurde jedoch für Tiere mit einem hohen Kalorienbedarf entwickelt wie z.B. säugende K/auml;tzinnen oder Arbeitshunde. Aber auch die kleinen wohltuenden Leckerli können reines Hüftgold sein, das sie oft einen sehr hohen kalorischen Hauptanteil an Kohlehydraten und Fett enthalten.
  • Krankheiten: Selten kann ein Übergewicht durch eine Erkrankung, z.B. Stoffwechselstörung oder hormonelle Störung verursacht werden. Dann ist es vorrangig, die Erkrankung zu diagnostizieren und anschließend zu behandeln.
  • Kastration: Bei einem kastrierten Tier liegt ein verändeter Hormonhaushalt vor. Die Verstoffwechslung des Futters ist wesentlich effizienter, so dass nach der Kastration etwa ein Drittel bis zur Hälfte des Futters eingespart werden muss, damit des Tier nicht übergewichtig wird.
  • Alter: Bei älteren Tieren lässt die Aktivität und Vitalität nach. Die Tiere bewegen sich weniger und benötigen so auch weniger Nährstoffe. Wenn das Angebot dennoch zu groß ist, wird der Überschuss im Fettgewebe gespeichert.
  • Rasse: Bestimmte Rassen, wie Labrador Retriever, Cain-Terrier, Cocker-Spaniel und Cavalier King Charles Spaniel, sowie Mischlingskatzen, neigen häufig zu Übergewicht.
  • Geringe Aktivität: Tiere, die wenig Auslauf haben und inaktiv sind, verbrauchen weniger Energie als ihnen mit ihren Futter zugeführt wird.

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Anzeichen von Übergewicht
  • Rippen lassen sich nicht oder schwer ertasten
  • Keine Taille erkennbar
  • Schwierigkeiten beim Laufen
  • Schwerfälligkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Aggressives Verhalten
  • Lange Schlafzeiten


Hat dieser Hund Übergewicht? Bei einem sitzenden Hund ist es schwierig zu sagen.
Bitte beurteilen sie das stehende Tier!


Selbst wenn Ihr Tier keines dieser Anzeichen aufweist, kann es trotzdem übergewichtig sein und die Gesundheit dadurch auch zukünftig in Mitleidenschaft gezogen werden. Lassen Sie im Zweifelsfall das Gewicht Ihres Tieres von Ihrem Tierarzt beurteilen.

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Folgeerkrankungen - Gesundheitliche Risiken
  • Risiko Zuckerkrankheit: bei Katzen höher als bei Hunden
  • Organverfettung: vor allem der Leber
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Eingeschränkte Atemkapazität
  • Lahmheiten
  • Bei Katern ist das Harngrissrisiko (FUS) größer!

Organverfettung der Leber

Die Leber ist ein sehr wichtiges Organ, dem eine entscheidende Rolle bei verschiedenen Stoffwechselprozessen zuteil wird, wie auch bei der Entgiftung des Körpers. Durch die Einlagerung von Fett kommt es zu Störungen der Funktion der Leberzellen. Diese Leberzellen gehen durch die übermäßige Einlagerung von Fett zugrunde, so dass nur wenige übrig bleiben, um Ihre Arbeit ordnungsgemäß zu verrichten. Die Leber kann große Schädigungen hinnehmen. Sind diese aber zu groß, kommt es zum Leberversagen und zu einem komaartigen Zustand des betroffenen Tieres, der dann unweigerlich zum Tod führt!


Herz-Kreislauferkrankungen

Die Röntgenaufnahme zeigt den Brustkorb einer fettleibigen Katze. Die Fettschicht wird links oben und links unten von jeweils einem Finger eingedrückt. Fettansamlungen am Herzen lassen den vorderen Lungenlappen verschwinden und füllen den linken Bereich des Brustkorbes aus. (Bitte Mauszeiger auf die Abbildung bewegen). Die Fetteinlagerung im Herzmuskel schädigt diesen. Außerdem wird vom Herzmuskel eine höhere Leistung verlangt, um das Blut im Körper durch die zusätzlichen Fettschichten verteilen zu können. Dies ist besonders heikel für Tiere, die zusätzlich noch herzkrank sind und bei denen die Leistungsfähigkeit des Herzens ohnehin eingeschränkt ist. Durch die verminderte Leistung kann es dann zu Stauungen kömmen, die zu Wasseransammlung in der Lunge oder im Körper führen.


Eingeschränkte Atemkapazität

Die Einlagerung von massiven Fettdepots im Brustraum und Bauchraum führt zu einer Einschränkung der Lungenkapazität. Dies hat eine schnelle Ermüdung nach einer Anstrengung zur Folge (außer Atem kommen). Das vermehrte Fettgewebe verbraucht auch noch zusätzlich Sauerstoff. Dies kann zu einer Unterversorgung führen und damit zu Stoffwechselstörungen. Durch starke Fettpolster im Bauchbereich kommt es auch zusätzlich zu Darmträgheit, die häufig zu Verstopfung führt. Diese Behinderung muss dann vom Tierarzt in Narkose beseitigt werden, was eine zusätzliche Belastung zur Folge hat.


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