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Gemüse, Obst und Rohfasern

Einleitung | Gemüse | Kräuter | Obst | Faserstoffe | Allergien

Einleitung

Gemüse, Obst und Rohfasern
Gemüse und Obst haben bei unseren Fleischfressern wenig Bedeutung. Vor allem die leicht verdaulichen Faseranteile in Karotten und Äpfeln sind wichtig zur Gesunderhaltung des Dickdarms mit seiner bakteriellen Flora. Hunde haben nachweislich einen gewissen Bedarf an Rohfasern, Katzen hingegen können gänzlich ohne diese leben, können aber bei einigen Verdauungsstörungen große Vorteile für die Tätigkeit des Verdauungstraktes aus diesen ziehen.

Pflanzenfresser, z.B. Meerschweinchen, haben einen großen Bedarf an faserreichem Grünfutter; nicht nur Gräser und Löwenzahn, auch Chicoree, Steckrüben, Karotten und Kohl gehören dazu. In kleineren Mengen eignen sich auch Kartoffeln, Spinat, Tomaten, Gurken und Äpfel zur Fütterung. Diese Tiere können kein Vitamin C synthetisieren   und müssen dieses mit der Nahrung aufnehmen. Vitamin C ist z.B. in Paprika oder Kiwi enthalten.

Einige Vögel, wie Papageien und Sittiche, sind sehr anspruchsvolle Fresser mit großen Ansprüchen an eine abwechslungsreiche Diät. Tomaten, Karotten und Paprika sind Gemüse, die der Ration zugesetzt werden können, müssen aber zusätzlich von Obst, wie Bananen, Äpfeln und Orangen begleitet werden. Das Frischfutter sollte hier einen Anteil von mindestens 30 % nicht überschreiten, hierbei sollte die Herkunft und die Gewohnheiten des Vogels berücksichtigt werden, z.B. Amazonen sollten bis zu 80 % Frischfutter erhalten, während Kornfresser, z.B. der roser Kakadu, nur 30 % Frischnahrung benötigen. Bei Tieren aus Wüstengegenden ist darauf zu achten, dass ein hoher Faseranteil die Futterration überwiegt. Bei zu leicht verdaulichem und energiereichen Futter kommt es zu Verfettung des Vogels.

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Eiweißreiche Gemüse

Hierzu gehören Erbsen und Bohnen (auch Sojabohnen). Diese Gemüse sind reich an Eiweiß (zu etwa 85 bis 90 % Roheiweiß). Durch Kochen wird die Verdaulichkeit auf etwa 85 % gesteigert. Auf jeden Fall enthalten diese Nahrungsmittel schädliche Stoffe wie Tannine, Glycoside, Alkaloide und Lektine und müssen aus diesem Grund vor der Fütterung gekocht werden. Sonst sind Blähungen nicht das einzige Problem.

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Stärke- bzw. pektinreiche Gemüse

In diese Gruppe fallen vor allem Kartoffeln, Möhren, Rote Beete und Kohlrabi. Außer den Möhren müssen alle hier aufgeführten Gemüse vor der Fütterung erst gekocht werden, um die Verdaulichkeit zu erhöhen und schädliche Alkaloide und Glycoside zu vernichten. Der Gehalt an Spurenelementen und wasserlöslichen Vitaminen ist nicht zu verachten. Kartoffeln eignen sich beispielsweise durch ihren niedrigen Eiweiß- und hohen Energiegehalt in Form von Stärke zur Fütterung nach Magendarmerkrankungen. Die leicht verdaulichen Nährstoffe führen zu einem guten Angebot an Energie, ohne dabei eine Überversorgung der bakteriellen Darmflora mit einfachen Zuckern wie mit Di- und Monosacchriden zu gewährleisten. Hierdurch wird eine Gasbildung vermieden und das Wachstum der Flora im Rahmen gehalten. Die Pektine aus den Möhren unterstützen die Bakterien   im Dickdarm, indem diese Buttersäure freisetzen, die eine wichtige Rolle in der Abheilung der Schleimhaut spielt.

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Ballaststoffreiche Gemüse

Diese können nach sorgfältigem Zerkleinern und Garen an Hunde verfüttert werden, besonders wenn die Diät reich an Ballaststoffen sein soll. Bei Katzen fehlt die Akzeptanz; zudem erscheint die Fütterung mit diesen Pflanzen aus ernährungsphysiologischer Sicht als nicht sinnvoll. Zu diesen faserreichen Gemüsen zählen Salat, Spinat, Petersilie und verschiedene Kohlarten. Die Verdaulichkeit liegt bei etwa 50 %. Tomaten enthalten zusätzlich zum Faseranteil einen hohen Pektingehalt, außerdem Betacarotin, Vitamin-B-Komplex, Vitamin C und den Vitalstoff Lycopin, der Schadstoffe binden und eine Normalisierung des Zellstoffwechsels unterstützen soll. Vor allem Meerschweinchen sind gute Verwerter dieser ballaststoffreichen Gemüse.

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Kräuter

In letzter Zeit beobachtet der aufmerksame Tierhalter in Tierfuttergroßmärkten eine Zunahme an Produkten, die auf Kräuterbasis gewisse allgemeine Erkrankungen heilen bzw. unterstützend hilfreich sein sollen. So werden Zubereitungen mit Bärentraubenblättern angeboten zur Behandlung   von Blasenleiden. Wenn Sie unserer medizinischen Abteilung Urologie   einen Besuch abstatten, sollten Sie leicht feststellen können, dass Harnleiden sehr kompliziert sein und zu schweren Schäden führen können. So ist es sicher nicht möglich, diese mit einem "All round Medikament  " zu behandeln.

Besonders beliebt ist auch unter Tierhalten die Fütterung von Zwiebeln und Knoblauch, denen eine Wirkung gegen Würmer und Flöhe nachgesagt wird. Diese Wirksamkeit gegen Parasiten   konnte bis zum heutigen Tage nicht nachgewiesen werden. Allerdings ist Wissenschaftlich belegt, dass die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe wie Allylpropyldisulfid bei Tieren eine Schwächung der Zellmembran   der roten Blütkörperchen verursachen, die zu einer Anämie   (Blutarmut) führen kann.

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Obst

Frisches Obst kann in geringer Menge auch an Hunde verfüttert werden, Katzen hingegen sind eher keine geeigneten Abnehmer. Meerschweinchen und Papageien benötigen einen gewissen Anteil an Obst bei der Ernährung  .

Äpfel und Birnen enhalten rund 85 % Wasser, Pektine, Zucker und wasserlösliche Vitamine. Aufgrund des hohen Pektingehaltes in Äpfeln können diese in gekochter Form als Apfeldiät bei Darmerkrankungen versuchsweise eingesetzt werden.

Pflaumen haben - frisch oder trocken - eine abführender Wirkung. Kerne müssen jedoch entfernt werden, da sie zu einem Darmverschluss führen können.

Bananen werden durch den süßen Geschmack und geringen Anteil an Fruchtsäuren gern gefressen. Sie sind reich an Kalium und Stärke, somit ein Energielieferant. Die Stärke ist jedoch für den Hund schwer zu verdauen, deshalb sollten bei Fütterung von größeren Mengen Bananen erst gekocht werden.

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Faserstoffe

Als Faserstoffe kommen Gras, Heu, Grünmehl und Futterzellulose in Betracht. Sie dienen bei ballaststoffarmen Diäten dazu, den Energiegehalt zu reduzieren und die Darm- und Verdauungstätigkeit zu erhöhen. Vor allem Heimkaninchen erhalten meistens zu viele Nährstoffe mit dem Futter und zu wenig Rohfasern. Dies kann zu Verdauungsstörungen und Zahnwachstumsstörungen führen. Bei ausgeglichenen Futterrationen bei Kaninchen empfiehlt sich ein Rohfaseranteil von 22 %, die Akzeptanz ist jedoch nicht so gut. Vor allem rohfaserreiche Nahrung wird von der in der kargen südamerikanichen Steppe lebenden Chinchilla gut verwertet. Diese hat einen hohen Bedarf an qualitativ hochwertiger Rohfaser, kann aber auch holzig karges Futter verdauen.

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Allergien

Tiere zeigen sehr selten Überempfindlichkeiten gegen Obst und Gemüse, im Gegensatz zum Menschen.

Futtermittelunverträglichkeit / Futterallergie

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