„Hundstage“: Fünf Tipps, wie die Vierbeiner die Gefahren des Hochsommers überstehen

Hund mit Stock im WasserVor kurzem hat wieder die Zeit der sogenannten „Hundstage“ begonnen: Diese bezeichnet traditionell die sommerliche Hitzeperiode, also die heißesten Tage des Jahres, und geht vom 23. Juli bis 23. August. Viele genießen die Hitze, doch manche vertragen sie weniger gut. Doch nicht nur den Menschen machen die warmen Temperaturen gelegentlich zu schaffen: Auch Hunde leiden manchmal unter den heißen Hundstagen. Bei Temperaturen über 30 Grad können auch für die Vierbeiner einige Gefahren lauern. Doch mit ein paar Tipps überstehen sie den Hochsommer sicher und gesund.

1. Dehydratationsgefahr verhindern: Dem Hund ausreichend Wasser anbieten

trinkender HundNicht nur für Menschen, sondern auch für Vierbeiner ist es wichtig, dass sie genug trinken. Bei Hunden sollte die Flüssigkeitszufuhr bei fünf bis zehn Milliliter pro Kilo Körpergewicht liegen. Im Sommer vervielfacht sich der Wasserbedarf allerdings. Hunde besitzen nur wenige Schweißdrüsen an Pfoten und Nasenspiegel und nutzen daher das Hecheln, um ihren Wärmeaustausch zu regulieren und sich abzukühlen. Um die Wasserverdunstung durch das Hecheln auszugleichen, brauchen sie genug Wasser. Wenn die Fellnasen dann zu wenig trinken, kann das sogar lebensgefährlich werden. Ein mangelnder Wasserkonsum führt unter Umständen zu:

Daher ist es wichtig, seinem Hund immer genügend Wasser anzubieten: Er sollte jederzeit trinken können. Sylvie Bunz von der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. empfiehlt, mehrere Trinknäpfe an verschiedenen Orten aufzustellen, damit das Tier nicht zu weit laufen muss. Wichtig: Das Wasser darf nicht zu lange in der Sonne stehen, weil Keime sich sonst schnell vermehren. Darüber hinaus kann Herrchen oder Frauchen die Vorlieben des Vierbeiners berücksichtigen: Manche trinken beispielsweise am liebsten aus Eimern und ziehen abgestandenes Regenwasser dem frischen Leitungswasser vor. Einige mögen sogar Kräutertee. Auch unterwegs muss immer ausreichend Wasser dabei sein. Mit einer praktischen Hundetrinkflasche ist dieser auch unterwegs gut versorgt. Für Fellnasen, die trotzdem nur wenig trinken, können Besitzer Joghurtwasser – also verwässerten Naturjoghurt – zubereiten, denn dieses wird von vielen Hunden gerne getrunken. Auch mit etwas Gemüsebrühe im Wasser kann dieses ihnen schmackhaft gemacht werden. Was die Fütterung angeht, sollten Hundehalter ihrem Liebling Nassfutter anbieten: Dieses enthält viel Wasser, sodass bereits über die Nahrung viel Flüssigkeit aufgenommen wird. Trockenfutter lässt sich aber auch gut in Wasser einweichen.

2. Magenbeschwerden umgehen: Den Vierbeiner richtig füttern

Grillen: Gefahr für Hunde

Grill mit HundSommer ist Grillsaison und der Duft nach Bratwurst und marinierten Steaks lockt auch die Vierbeiner an. Ein kurzer Augenblick der Unaufmerksamkeit reicht, damit der Hund sich ein Steak vom Rost oder Teller stibitzt. Doch gewürztes Grillfleisch ist nicht für die Vierbeiner geeignet: Es ist unverträglich für den Hundemagen und kann zu Magen-Darm-Beschwerden führen. ErbrechenDurchfall und Verstopfungen sind die Folge. Doch daneben drohen noch weitere Gefahren: Knochensplitter in Grillresten können die Darmwände durchbohren und lebensbedrohliche Verletzungen beim Hund hervorrufen, wenn das Futter in die Bauchhöhle gerät und es zu schwerwiegenden Entzündungen des Bauchraumes kommt. Auch Verletzungen der Maulhöhle und Erstickungsgefahr sind möglich. Gerade bei Hühnerfleisch ist Vorsicht geboten, da die Knochen leicht splittern. Gegrillte Avocado ist für den Hund durch das darin enthaltene Persin giftig. Auch die beim Barbecue häufig verzehrten Nachtschattengewächse wie Tomaten sind für die Fellnase nicht geeignet: Sie verursachen Erbrechen, Durchfall und eine Störung der Gehirnfunktion.

Um solche Notfälle zu verhindern, sollten Hundehalter versuchen, die Vierbeiner vom Grill fernzuhalten:

  • Grillfleisch und andere Leckereien außer Reichweite des Hundes lagern
  • Den Hund vor dem Grillfest füttern, damit er weniger Hunger verspürt
  • Grillreste hundesicher entsorgen


Hundeeis, kleine Portionen und Trockenfutter

Selbst zubereitetes Hundeeis aus Joghurt oder Quark hilft dem Hund, von innen abzukühlen. Es kann mit Hundewurst, Nassfutter oder Kauartikeln aufgepeppt werden, damit es ihm noch besser schmeckt. Doch auch das Eis aus der Eisdiele ist bei Hitze angenehm für den Vierbeiner. Im Sommer bietet es sich zudem an, dem Hund im Allgemeinen kleinere Futterrationen zu geben, da diese den Körper weniger anstrengen: Bei den hohen Temperaturen werden die Fellnasen träge und benötigen weniger Energie. Hundehalter müssen außerdem darauf achten, dass das Dosenfutter nicht zu lange in der Hitze steht: Sonst verdirbt es schnell und kann Fliegen anziehen. Trockennahrung ist daher unter Umständen eine bessere Alternative für den Sommer.

3. Sonnenstichgefahr reduzieren: Die Fellnase vor der Sonne schützen

Hund mit Stock im WasserDamit der Hund nicht überhitzt, ist es am besten, ihn gar nicht erst der Sonne auszusetzen. Denn durch direkte Sonnenstrahlung auf den Kopf kann es unter anderem zu einem Sonnenstich kommen, der für den Hund akute   Lebensgefahr bedeutet: Schlimmstenfalls droht ein Hirnödem mit Schwellungen und Flüssigkeitseinlagerungen, was tödliche Folgen haben kann. Hunde mit dunklem Fell leiden besonders unter der Hitze der Sonne und fühlen sich im Schatten wohler. Zudem bietet es sich an, Vierbeinern mit einem langen und dichten Fell einen kurzen Sommerhaarschnitt zu verpassen: Das hilft ihnen, abzukühlen, weil die Wärmeabgabe verbessert wird. Bei frisch geschorenen oder hautempfindlichen und hellhäutigen Hunden ist allerdings auf die Sonnenbrandgefahr zu achten. Schnauze, Ohren und andere freiliegende Körperstellen können mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden.
Gerade zur Mittagszeit ist die Hitze besonders groß und die Sonne sehr intensiv. Sportliche Aktivitäten können dann das Herz-Kreislauf-System des Vierbeiners belasten. Will er jedoch nach draußen, kann dafür beispielsweise ein schattiger Wald gewählt werden. Längere Spaziergänge sollten Hundehalter eher auf die frühen Morgenstunden oder den späteren Abend verschieben, wenn es etwas kühler ist. Auch Strecken mit heißen Pflastersteinen, Asphaltstraßen oder freie Felder ohne Schatten sind zu vermeiden. Besser sind schattige Plätzchen mit kühlem Untergrund wie Fliesen oder Steinböden. Wenn Hunde dagegen beispielsweise an extrem warmen Tagen in der prallen Sonne auf glühendem Asphalt vor einem Laden angebunden werden, droht eine Kombination aus Hitzschlag und Sonnenstich.

Zeigt der Vierbeiner Symptome   eines Sonnenstichs, sollten Herrchen oder Frauchen ihn sofort in den Schatten bringen und ihm Wasser anbieten. Zur Abkühlung können folgende Maßnahmen helfen:

  • Den Hund auf ein feuchtes Handtuch legen
  • Pfoten, Beine und Bauch anfeuchten
  • Den Vierbeiner zum Tierarzt   bringen

Das Wasser darf jedoch nie einfach über den Hund gekippt werden: Wichtig ist es, vorsichtig vorzugehen.

4. Kreislaufkollaps vorbeugen: Für Abkühlung im Wasser sorgen

Hund mit Stock im WasserGerade, wenn sich die Fellnasen viel in der Sonne bewegen, kann es auch zu Herz-Kreislauf-Problemen oder sogar zu einem Kreislaufkollaps kommen. Daher können Hundebesitzer dafür sorgen, dass ihr Liebling sich zwischendurch im Wasser abkühlen kann.

  • Wenn der Hund gerne schwimmt, macht das Baden im See, Fluss, Teich oder Meer ihm viel Spaß. Mit Bällen oder Schwimmspielzeug kann zusätzliche Action gewährleistet werden. Stehen keine Bademöglichkeiten zur Verfügung, ist ein kleiner Hundepool im eigenen Garten eine gute Alternative.

  • Auch bei Wasserschlachten mit einem Gartenschlauch kann sich der Vierbeiner austoben und sich abkühlen. Wassertropfen zu „fangen“ ist für ihn eine erfrischende und aufregende Aktivität.

Wichtig ist es, dafür zu sorgen, dass der Temperaturschock nicht zu groß ist: Das Wasser darf also nicht zu kalt sein. Zudem muss langsam mit der Abkühlung begonnen werden, indem bei der Wasserschlacht zuerst einzelne Gliedmaßen des Hundes abgespritzt werden. Wenn die Fellnase schwimmen möchte, sollte sie zunächst im Schatten etwas abkühlen, bevor sie ins Wasser gelassen wird. Für Hunde, die noch keine Erfahrung mit dem Schwimmen haben, eignet sich am besten eine ruhig gelegene Stelle an einem Fluss oder See, an der das Ufer flach in das Wasser übergeht: Mit flachen Böschungen wird der Ein- und Ausstieg erleichtert und die Vierbeiner können sicher und langsam ihre ersten Schritte ins Wasser wagen. Wichtig ist es, den Hund zu nichts zu zwingen: Wasserscheue Tiere wollen auch an heißen Tagen nicht baden.

5. Hitzschlag-Gefahr vermeiden: Den besten Freund bei Reisen nicht alleine lassen

Sommer ist Urlaubszeit. Hundebesitzer, die ihren Liebling auch bei der Reise dabeihaben wollen, müssen dabei besonders gut aufpassen. Zunächst kann es sinnvoll sein, eine Reiseapotheke für das Haustier einzurichten. Denn manche Dinge sollten im Urlaub immer dabei sein:

  • Augenwasser zum Spülen und Säubern der Augen oder Wunden
  • Wässrige Povidon-Jod-Lösung zur Desinfektion
  • Wund- und Heilsalbe für Schürfwunden
  • Spezialhalsband gegen Zecken, Flöhe und Sandmücken
  • Elektrolytgetränke
  • Pflanzliche Durchfallmittel und Tropfen gegen Erbrechen
  • Reisetabletten
  • Pflanzliche Beruhigungsmittel
  • Elastische Binden zum Anlegen eines Druck- oder Schutzverbandes
  • Fieberthermometer
  • Flohkamm
  • Mullkompressen als Wundauflage
  • Rollenwatte zur Polsterung von Verbänden
  • Zeckenzange

Hund mit Stock im WasserEine der größten Bedrohungen für Hunde im Sommer ist der Hitzschlag. Dazu kann es unter anderem dann kommen, wenn sie sich während der Reise für längere Zeit im PKW befinden. „Die größte Gefahr besteht bei in der Sonne geparkten Autos mit geschlossenen Fenstern, es reichen schon wenige Minuten aus, um den Hund im verschlossenen Auto in praller Sonne in eine lebensbedrohliche Situation zu bringen“ diesbezüglich sind Tierärzte sich einig. Weitere Details zum Thema Hitzeschlag entnehmen sie bitte unserem Kapitel "Hitzeschlag". Schon bei einer Außentemperatur von 20 Grad heizt sich das Wageninnere schnell auf über 50 Grad auf. Dadurch steigt auch die Körpertemperatur des Hundes – unter Umständen auf über 40 Grad. Eine starke Überwärmung des gesamten Hunde-Organismus   kann einen Hitzschlag verursachen und sogar zum Tod führen. Daher dürfen Hunde im Sommer nicht zu lange im Fahrzeug bleiben. Zeigen sich erste Anzeichen eines Hitzschlags wie Unruhe, Erschöpfung und Teilnahmslosigkeit  , muss der Besitzer das Tier sofort aus dem Fahrzeug nehmen und in den Schatten legen. Das Fell kann mit kaltem Wasser befeuchtet werden. Allerdings sollte kein eiskaltes Wasser verwendet werden, weil der Temperaturunterschied einen Kreislaufschock zur Folge haben könnte. Lauwarmes Wasser eignet sich am besten. Zudem muss der Hundehalter den Vierbeiner zum Tierarzt bringen.

 

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