Rohes Schweinefleisch

rohes SchweinefleischHunde und Katzen fressen rohes Fleisch zwar liebend gern, der Verzehr birgt jedoch etliche Gefahren für das Tier und auch den Menschen. Um das Risiko einer Erkrankung   zu vermindern, sollte die Keimbelastung durch Kochen oder Erhitzen des Fleischstückes soweit wie möglich reduziert werden. Die Bakterienmenge in ganzen Fleischstücken ist um ein Vielfaches geringer als z.B. in Gulasch oder Mett, da beim Zerkleinern die Oberfläche des Fleisches und damit die Angriffsfläche für die Bakterien   vergrößert wird. Bei unzureichender Kühlung gelagert, kommt es zu einer starken Vermehrung der Keime. Wenn Sie rohes Schweinefleisch schneiden oder zubereiten, sollten Sie bitte deshalb Folgendes beachten:

  • Benutzen Sie für Fleisch ausschließlich ein Brettchen, das nicht aus Holz besteht. Es sollte leicht zu desinfizieren sein (glatte Kunststoffoberfläche, hygienisch einwandfrei) und bei mindestens 75° im Geschirrspüler gereinigt werden. Es dürfen keine ungekochten Speisen wie Salat auf diesem Brettchen geschnitten werden
  • Messer, Oberflächen und Geschirr, die mit dem rohen Schweinefleisch in Berührung kommen und nicht auf Kochtemperatur erhitzt werden, sollten desinfiziert werden.
  • Waschen Sie nach der Zubereitung gründlich Ihre Hände!
  • Durch Kochen können die Keime abgetötet werden.

Welche Infektionserreger könnten in rohem Schweinefleisch vorhanden sein?

  1. Trichinen: Diese Würmer, die zur Gattung der Fadenwürmer zählen, sind nur mit Hilfe des Mikroskops sichtbar. In Deutschland unterliegt das Schweinefleisch strengen Lebensmittelkontrollen, doch aus dem Ausland stammende Ware kann durchaus belastet sein.
  2. Bandwürmer der Gattung Echinococcus: Diese Würmer verursachen die  Echinococcose bei Hund und Katze durch ihre Arten Fuchsbandwurm (Echinococcus granulosus) und Hundebandwurm (Echinococcus multiloccularis). Infektionen   von Menschen sind jedoch verhältnismäßig selten. Dennoch verzeichnet das Robert-Koch-Institut in den letzten zehn Jahren einen Zuwachs der gemeldeten Fälle um bis zu 300 %.  Bandwürmer der Gattung Taenia, wie beispielsweise Taenia hydatigena, haben intensive Infektionswege zwischen Haustieren <-> Menschen <-> Haustieren. (Weiterlesen unter Taenien).
  3. Toxoplasmen: Die Toxoplasmose ist eine bekannte und vor allem von schwangeren Frauen gefürchtete Krankheit  . Für diesen Parasiten   ist das Schwein der Zwischenwirt. Besonders Katzen, die als Endwirt im Fortpflanzungszyklus dieses Parasiten agieren, können zu einer großen Gefahrenquelle für den Menschen werden. (Weiterlesen unter Toxoplasmose beim Menschen).
  4. Aujeszky  : Die Hauptinfektionsquelle ist das Schwein, doch Ratten und in seltenen Fällen auch Rinder   können die Symptome   der Pseudo-Tollwut   durch dieses Herpesvirus bei Hunden und Katzen auslösen. Die Inkubationszeit beträgt 4 - 6 Tage. Wenn bereits neurologische Symptome, wie Schluckbeschwerden und Selbstverstümmelung, aufgetreten sind, tritt der Tod in der Regel in 12 bis 72 Stunden ein.
  5. Salmonellen können zu einer akuten Magen-Darm-Erkrankung führen mit wässrigem bis blutigen Durchfall und Erbrechen. Da diese Bakterien beweglich sind, kann sich durch Entzündung   der Gallenblase und Gallengänge eine Gelbsucht entwickeln. Sollten die Bakterien in die Bauchspeicheldrüse einwandern, kann eine Pankreatitis   folgen. Über die Blutbahn können entfernte Organe bis hin zum Gehirn   erreicht werden.
  6. Campylobacter   können vor allem bei abwehrgeschwächten Tieren, z. B. Katzen mit FIV  , zu einer akuten Magen-Darm- Erkrankung führen mit Erbrechen und Ausbildung   von Magengeschwüren oder der Entwicklung von Zwölffingerdarm-Geschwüren mit schleimig-wässerigem Durchfall. Auch Fehlgeburten sind möglich.
  7. Clostridien   können zu einer akuten Magen-Darm-Erkrankung führen mit wässerigem, explosionsartigen bis blutigen Durchfall. Der Darm ist stark verkrampft; durch die sehr heftige Gasentwicklung und durch Giftstoffe können schwere Organschäden verursacht werden.
  8. Escherichia coli. Coli  -Infektionen werden durch Bakterien des Verdauungstraktes verursacht. Sie sind vor allem bei Neugeborenen und Jungtieren gefürchtet, da sie schwere blutige Durchfälle mit Todesfolge verursachen können. Eine andere Gruppe dieser Bakterien, die als EHEC einiges an Bekanntheit erlangt haben, produziert Giftstoffe, wie zum Beispiel das Verotoxin oder Shiga-like toxin. E. coli der Sero-Variante O157:H7 können Giftstoffe produzieren, die zu Nierenversagen führen.
  9. Listerien können leicht durch verschmutztes Wasser, Fleisch oder Futtermittel aufgenommen werden. Als eine latente (schlummernde) Gefahr können sie bei einer Schwächung des Abwehrsystems ausbrechen. Sie zeigen sich durch vielfältige Nervenstörungen des Gehirns, aber auch durch Erkrankungen der Atemwege und des Verdauungstraktes. Sollte es zu einem septikämischen Verlauf kommen, ist dieser immer tödlich. Nachdem eindeutige Symptome erst einmal aufgetreten sind, ist die Prognose   zweifelhaft bis ungünstig.
  10. Staphylokokken   sind häufig an Lebensmittelvergiftungen beim Menschen beteiligt. Man bezeichnet dieses fälschlicherweise oft als Lebensmittelvergiftung; die korrekte Bezeichnung für eine Infektion   durch Staphylokokken, die Giftstoffe absondern, ist jedoch die Staphylokokken-Enterotoxikose. Bei Hunden und Katzen kann es auch zu dieser Magen-Darm-Entzündung mit schweren Bauchkrämpfen, Erbrechen und Durchfällen kommen.  Die Vermehrung der Staphylokokken im Verdauungstrakt führt zur gesteigerten  Absonderung von Toxinen, die die Darmwand reizen und die Darmflora schädigen. Dieser Keim mutiert
    besonders leicht, sodass Staphylokokken entstehen, die sich durch ein besonders aggressives Verhalten oder die Bildung von Giftstoffen gegen ihre Mitstreiter behaupten können. Ein besonderes Merkmal ist die Bildung von Resistenzen gegenüber Antibiotika  . Erwirbt  ein Keim eine Resistenz gegen eine Vielzahl von Antibiotika, wird er als multiresistenter Staphylokokkus  -  oder MRSA  -Keim bezeichnet.  
  11. ESB–bildende Bakterien sind multiresistente Bakterien, die meistens durch Rohfleischfütterung auf Hunde und Katzen übertragen werden können. Wo diese Keime herkommen. ist meist nicht bekannt. Sie können aus Mastbetrieben, aber auch aus Krankenhäusern stammen und beim Mästen, Schlachten oder der Zubereitung von Lebensmitteln verbreitet werden. Sie stellen eine große Gefahr für Mensch und Tier dar.
  12. Yersinien sind gefürchtete Darmbakterien, die häufig durch Schweine   und Rinder übertragen werden. Infizierte Hunde und Katzen können das Bakterium   auf den Menschen übertragen, wo meist das schwächste Glied in der Familie betroffen ist. Hier sind Kinder und alte und kranke Menschen besonders zu erwähnen. Yersinien lösen heftige Durchfälle aus, die blutig werden und zur Septikämie   führen können. Über die Blutbahn werden dann auch Gelenke besiedelt. In schweren Fällen kommt es zum Tod des betroffenen Individuums. Die Yersiniose ist eine Krankheit, die der Behörde angezeigt werden muss.

Benötigen Sie eine zweite Meinung? –
Oder möchten Sie einen Tierarzt sprechen?

0900-1-8437362**

**Telefon Sofort-Hilfe. Täglich von 10:00 - 19:00 Uhr für 1,99 €/Minute (Mobilfunkpreise können abweichen).

Weitere Informationen