Verdorbene Lebensmittel

Futtermittel oder Lebensmittel, die nicht aufgebraucht und dann evtl. ungünstig gelagert werden, können schnell verderben. Die häufigsten Ursachen dafür sind bakterielle Zersetzung und Befall durch Schimmelpilze  . Diese Mikroorganismen   produzieren während ihres Stoffwechsels Giftstoffe, die sogenannten Toxine  , die unterschiedliche Wirkungsweisen aufweisen können.

1. Zunächst ist die Verderblichkeit eines Lebensmittels ausschlaggebend.

Diese ist abhängig vom ihrem Gehalt an leicht verderblichen Stoffen, wie die Qualität des Eiweißes, aber auch vom Wassergehalt. Hieraus folgt, dass ein Fischfilet,  das aus hoch verdaulichem Eiweiß besteht und zusätzlich einen hohen Wasseranteil enthält, sehr schnell verdirbt. Hingegen enthält auch Hartkäse viel Eiweiß, aber sehr wenig Wasser und verdirbt somit sehr viel langsamer.

2. Hygiene   und Sauberkeit bei der Manipulation der Futter und Lebensmittel.

Wird bei der Zubereitung von Futter oder Lebensmitteln nachlässig und unsauber gearbeitet, können Keime Nährstoffe schnell kontaminieren und sich unter guten Bedingungen vehement fortpflanzen, wobei sie durch die entstehenden Giftstoffe das Lebensmittel verderben. Häufig sind Staphylokokken   die Ursache für Lebensmittelvergiftungen. Sie können durch die Hände oder Schneidwerkzeug in das Futter verbracht werden. Im Kapitel MRSA   haben wie demonstriert, wie leicht es diesem Keim gelingt, sich durch Mutationen in einen  bösartigen und krankmachenden Keim zu verwandeln. Bakterien   der Gruppe Bacillus   und Clostridum bilden Enterotoxine. Die Bakterien werden zwar meistens durch die Magensäure abgetötet, aber Ihre Giftstoffe bleiben unverändert wirkungsvoll. Auch Schimmelpilze können häufig die Ursache für das Verderben von Futter sein. Sie bilden Giftstoffe, wie beispielsweise Aflatoxine und Ochratoxin, die Krebs auslösen und verantwortlich sein können für schwere Leber- und Nierenschäden. Lesen Sie hierzu auch das Kapitel Nüsse und  Schmimmelpilze.

3. Unsachgemäße Lagerung

Werden Futtermittel und Lebensmittel unsachgemäß gelagert, kann die Verderblichkeit der Nährstoffe beschleunigt werden. Wird beispielsweise ein Trockenfutter in einem feuchtwarmen Raum gelagert, können sich schnell Schimmelpilze entwickeln. Auch Käfer und Milben können durch ihre Ausscheidungen das Futter insoweit verändern, dass es zu Erkrankungen des Tieres kommen kann. Trockenfutter sollte, wie es der Name schon sagt, trocken, kühl und dunkel gelagert werden. Lebensmittel und Futter, die einen hohen Feuchtigkeitsanteil enthalten, sollten im Kühlschrank gelagert werden. Wird das Futter in einer Konservendose im Kühlschrank gelagert, können Metall und manchmal auch Schwermetalle ins Futter gelangen. Futter, das in einem Kunststofffutternapf oder Emaille-Napf  im Kühlschrank gelagert wird, kann durch Weichmacher oder manche Schwermetalle, wie zum Beispiel Cadmium, belastet werden und zur Erkrankung   des Vierbeiners führen.


Futter aus der Dose mit SchimmelDas Futter hat in der Dose trotz Kühlung offensichtlich etwas Schimmel angesetzt. Oft wird nur der „verpilzte“ Bereich“ abgehoben und der Rest trotzdem verfüttert; das ist falsch, da Giftstoffe und das Pilzwurzelwerk tief in die Nahrung eindringen!!!


Vergrößerte Oberfläche einer nicht ganz so frischen Wurzel. Die weißen und die schwarzen Flecken sind Schimmelpilze, die sich auf der Oberfläche der Mohrrübe um deren Zersetzung bemühen. Man sollte schon genau hinschauen, damit der Pilz rechtzeitig erkannt werden kann.


Bei einigen Lebensmittel wie z.B. Käse kann sich schnell ein leichter Schimmelbefall einstellen. Zur Produktion finden einige Schimmelarten Verwendung. So könnte eine Übertragung z.B. von einem Camembert auf einen Edamer stattfinden. Leider ist es nicht möglich, einen unbedenklichen von einem schädlichen Schimmel zu unterschieden.


Es kann schon mal vorkommen, dass sich Schimmel auf Dosenfutter bildet. Die Ursache ist entweder, dass bei einer Dose mit Tear-Off-Verschluss  eine minimale Undichtigkeit entstanden ist und Pilzsporen auf das Futter gelangt sind, oder das Futter wurde in der offenen Dose im Raum oder einer Speisekammer gelagert. Dieses Futter ist verdorben! Es sollte unter keinen Umständen die Schimmelschicht abgehoben und der Rest verfüttert werden!


Gemüse

z.B. Karotten oder Salat, können in einem feuchten Frischefach im Kühlschrank länger gelagert werden. Ist das Fach aber schon durch Schimmelpilze verunreinigt, nutzen diese das Gemüse schnell als Nährstoffquelle, um sich fortzupflanzen.  Im Kühlschrank verliert Frischgemüse schnell Wasser, was zur Schwächung der Zellstrukturen führt. Dadurch kann der Schimmel das Gemüse schneller zersetzen. Man sollte also schon ganz genau hinschauen, ob das Lebensmittel noch für den Verzehr oder die Fütterung geeignet ist.

Käse

ist ein Lebensmittel, das bei geringem Wassergehalt nur schwer verdirbt. Dennoch können sich kleine Schimmelherde bilden, die aber häufig harmlos sind. Leider ist es häufig für den Laien unmöglich, sie von krankmachenden Artgenossen zu unterscheiden.

Fleisch

kann leicht verderben, besonders wenn die Oberfläche durch Zerkleinerung (Gulasch, Hack, Schabemett) vergrößert wurde. So können Bakterien  in das Lebens- oder Futtermittel gelangen und dieses zersetzen. An Lebensmittelvergiftungen sind besonders häufig Bakterien der Gattung Escherichia coli (Shiga- und Vero-Toxin  ), Clostridum (Botulinus-Toxin), Salmonella  Campylobacter   und Yersinia   beteiligt. Hier kann der Laie bestenfalls durch die Geruchs- und Geschmackprobe auf Verderbnis prüfen.

Fisch und Meeresfrüchte

können nicht nur durch Bakterien zu Lebensmittelvergiftungen führen, sondern auch durch Giftstoffe aus einigen Algen, aus Plankton und Cyanobakterien, wie z.B. Saxitoxin, Ciguatoxin und Tetrodoxin.


Früchte mit einer harten und festen Schale können nicht nur an der Oberfläche durch Schimmelpilze verdorben sein.


Beim Öffnen der Frucht und genauer Betrachtung können die Schimmelpilze auch im Inneren des Fruchtfleisches beobachtet werden.


Früchte

sollten auch genau betrachtet werden. So kann die Schale intakt sein, aber das Fruchtfleisch durch einen Pilz verdorben. Häufig gelangt der Pilz über den Stielansatz ins Innere der Frucht. Einige Früchte weisen eine intakte Schale auf, sind aber im Inneren verdorben.

Aflatoxine

Aflatoxine sind natürliche Schimmelpilzgifte, die bei einigen Arten der Gattung Aspergillus   und Emericella auftreten. Die Giftstoffe werden vor allem bei der Zersetzung von Pflanzen gebildet. Da ihre tödliche Dosis extrem klein ist, wird es als Kampfstoff verwendet. Es führt bei einer Dosis von 1 - 10 mg / kg zum Leberversagen bei Säugetieren, Vögeln und Fischen. Eine kleinere sich wiederholende Dosis führt zur Bildung von Krebserkrankungen.

Ochratoxine

Ochratoxine sind Schimmelpilzgifte einiger Aspergillus- und Penicillium-Arten. Sie treten vermehrt bei unsachgemäßer Lagerung von Getreide, Früchten, Nüssen und Pflanzenprodukten auf. Es hat sich im Tierversuch gezeigt, dass sie Nierenschäden und Krebs auslösen können.

Saxitoxin

Saxitoxin wird von Dinoflagellaten der Gattung Alexandrium und Pyrodinium gebildet, die Bestandteil von Plankton sind. Unter guten Bedingungen in der warmen Jahreszeit vermehren sie sich und bilden rote Algenteppiche. Besonders Muscheln filtern diese Dinoflagellaten mit ihren Kiemen aus dem Plankton, was bedeutet, dass die Muscheln während der „Blüte“ das Nervengift konzentrieren. Saxitoxin führt zu Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfen und in schweren Fällen zur Atemlähmung.

Ciguatoxin

Wurde ursprünglich von einer spanischen Wasserschecke „cigua“ abgeleitet, die man irrtümlicherweise als verantwortlich für die Fischvergiftung hielt.
Ciguatoxin wird von Geißeltieren „Gambierdiscus toxicus“  unter bestimmten Witterungsbedingungen gebildet, wenn diese sich stark vermehren. Diese Geißeltiere werden von Fischen aufgenommen, die das Gift   speichern. Die Fische   werden durch das Gift nicht beeinträchtigt. Durch Kochen wird das Toxin nicht inaktiviert. Es wirkt auf die Natrium- und Kalzium- Kanälchen der Nerven und beeinträchtigt die Impulsübermittlung. Es ist selten tödlich, doch die Symptome   können über Wochen anhalten.

Tetrodotoxin:

lat.: tetra = vier     lat.: odontiae = zähner
Der Name ist aufgrund der dreidimensionalen Strukturformel der Substanz entstanden.
Es handelt sich um ein Nervengift, das zur Erschlaffung der Muskulatur und schließlich zum Atemstillstand führt. Der prominenteste Vertreter dieser Giftart ist der Kugelfisch. Auch einige Bakterien, wie Pseudomonas   und Vibro, können Tetrodoxin synthetisieren  . Das Toxin ist auch in einigen Wassermolchen, Stummelfußfröschen, Krebsen, Schnecken, Seesternen und dem blau geringelten Kraken zu finden.

Vero-Toxin

Bei den Verotoxinen handelt es sich um Lektine, die als Exotoxine von Enterohaemolysin- bildenden Escherichia coli vom Serotypus O157:H7 gebildet werden. Es kann zwischen zwei Toxinen unterschieden werden: dem Vero-Toxin 1 und Vero-Toxin 2, die dem Shiga-Toxin ähneln. Aus diesem Grund werden sie auch als Shiga-like-toxin I/II bezeichnet. Sie führen zur Anämie   durch Blutungen und schließlich Nierenversagen. Sie können bei Menschen und Haustiere gleichermaßen nachgewiesen werden.

Shiga-Toxin

Das Shiga-Toxin wurde von dem japanischen Bakteriologen Kiyoshi Shiga in Shigellosen durch Shigella dysenteriae entdeckt. Das Shiga-Toxin verursacht keine Durchfälle, sondern schwere Blutungen, die zur Blutarmut und schließlich zu schweren Nierenschäden mit Nierenversagen führen können . Da das Shiga-Toxin ein Eiweißstoff  aus der Gruppe der Lektine ist, ähnelt es dem Vero-Toxin, das von EHEC-Bakterien vom Serotypus O157:H7 produziert wird. So wird das Toxin, das von einigen wenigen Bakterien der Gattung Escherichia gebildet wird und hämolytische   Eigenschaften hat, als Shiga-like-toxin bezeichnet. Shiga-Toxin führt zur Anämie durch Blutungen und schließlich Nierenversagen. Es kann bei Menschen und Haustieren gleichermaßen nachgewiesen werden.

Botulinumtoxin

Beim Botulinumtoxin handelt es sich um einen Eiweißstoff, der als Exotoxin von einigen Bakterien der Gattung Clostridium   gebildet wird. Der klassische Vertreter dieser Bakteriengattung ist Clostridium botulinum, das dieses Nervengift bildet und nicht selten an Lebensmittelvergiftungen beteiligt ist. Das Einatmen von kleinsten Mengen (3 ng/kg) kann zu einem tödlichen Atemstillstand führen. Das Bakterium   kommt, wie seine Artgenossen, im Erdboden vor. In der Schönheitschirurgie kommen Kleinstmengen dieses starken Nervengiftes zur Faltenglättung zum Einsatz.

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