Chinchilla

Herkunft | Rassen im Überblick | Haltung | Futter | Fortpflanzung | Lebenserwartung | Impfung Häufige Krankheiten  

Herkunft

Karte Herkunft ChinchillaDas natürliche Verbreitungsgebiet wildlebender Chinchillas liegt in den Anden Südamerikas in bis zu 5000 m Höhe. In diesem kargen Gebiet leben sie in Felsspalten und Höhlen unter extremen klimatischen Bedingungen (starke Temperaturschwankungen, lange Trockenperioden und geringe Luftfeuchtigkeit).

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Rassen im Überblick

Chinchilla-KopfChinchilla


Das bei uns erhältliche Chinchilla ist eine Kreuzung aus Kurz- und Langschwanzchinchilla. Diese beiden Rassen lassen sich noch in weitere Unterarten gliedern, doch sämtliche Wildformen des Chinchillas sind durch übermäßige Jagd nahezu ausgestorben. Die Farbe wilder Chinchillas reicht von einem Hellgrau bis zu einem dunklen, fast anthrazitfarbenen Grau, wobei die Unterseite heller, fast weiß ist. Bei den in Menschenobhut gehaltenen Chinchillas haben sich jedoch durch Züchtung verschiedene andere Farbvarianten herausgebildet:

  • Albinos (weiß mit roten Augen)
  • Weiße (dunkle Augen, dunkle Haarspitzen)
  • Braune (einfarbig)
  • Brown Velvets (dunkelviolett-braune Oberseite, heller Bauch)
  • Black Velvets (schwarz mit heller Unterseite)
  • Beige (verschiedene Schattierungen)
  • Silber (eventuell gescheckt)

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Haltung

Da Chinchillas sehr spring- und lauffreudige Tiere sind, brauchen sie neben ausreichendem Auslauf in der Wohnung auch einen sehr geräumigen Käfig, zumal sie als nachtaktive Tiere in der Regel ohnehin den größten Teil ihrer aktiven Zeit im Käfig verbringen müssen. Der Käfig für ein einzelnes Tier sollte die Maße 100 x 80 x 50 cm nicht unterschreiten. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass Chinchillas in der Natur große Kolonien bilden und daher mindestens zu zweit gehalten werden sollten, wobei es jedoch bei der Zusammenführung zu Schwierigkeiten kommen kann, wenn ein Chinchilla bereits längere Zeit allein gelebt hat. Ist Ihnen die Haltung von zwei Chinchillas nicht möglich, müssen Sie sich täglich mehrere Stunden intensiv mit Ihrem Tier beschäftigen, da es ansonsten zu ernsten Verhaltensstörungen, wie z.B. Ausreißen des Fells, kommen kann.

Die Bodenschale des Käfigs sollte aus Blech anstatt aus Kunststoff sein, da das Verschlucken abgenagter Plastiksplitter für das Chinchilla tödlich sein kann. Aus diesem Grund müssen auch die Gitterstäbe aus unbeschichtetem Metall sein.

ChinchillasAm besten stellt man den Käfig in einer ruhigen, zugfreien Ecke eines hellen, nicht zu warmen Raumes (Optimaltemperatur 15 - 18° C) auf. Zu den natürlichen Feinden wildlebender Chinchillas gehören u.a. Raubvögel. Es ist daher wichtig, falls neben dem Chinchilla Vögel gehalten werden, die Oberseite des Chinchillakäfigs mit einer Platte abzudecken, da sich das Chinchilla sonst durch ein plötzliches "Landemanöver" des Vogels zu Tode erschrecken kann. Für das Sicherheitsbedürfnis Ihres Tieres ist es außerdem ratsam, den Käfig erhöht aufzustellen.

Auf verschiedenen Etagen des Käfigs müssen Sitzbretter befestigt werden, die dem Tier Sprünge von 30 bis 50 cm Höhe erlauben. Als Schlafplatz bringt man auf dem obersten Sitzbrett ein nach allen Seiten geschlossenes, mit einem Schlupfloch versehenes Holzhaus an.

Als Kletter- und Nagemöglichkeit müssen zwischen Gitterstäben und Sitzbrettern ein Mineralstein für Nager sowie unbehandelte Äste in verschiedenen Stärken befestigt werden (keine Holunderzweige verwenden!). Die Bereitstellung von Nagemöglichkeiten ist zur Gesunderhaltung des Tieres unbedingt notwendig, da seine Zähne wie bei allen Nagetieren ständig nachwachsen und es bei zu geringer Abnutzung zu Deformierungen der Zähne kommen kann, die dem Tier die Nahrungsaufnahme unmöglich machen. Zur weiteren Einrichtung des Käfigs gehören neben einer Heuraufe und einem Ton- oder Keramikfutternapf eine Kaninchentrinkflasche, die in ca. 20 cm Höhe von außen an den Käfig gehängt wird, um dem Chinchilla das Trinken in aufrechter Haltung zu ermöglichen, sowie eine nage- und standfeste Badewanne aus Zinkblech, Keramik oder Ton, die etwas größer als das Chinchilla sein sollte. In diese Wanne kommt ein im Handel erhältlicher Spezialsand für Chinchillas. Für die tägliche Fellpflege ist so ein Bad am Abend für Ihr Tier unerlässlich, da das Fell ansonsten veklebt und verfettet.

Als sonstiger Bodenbelag dient handelsübliche Einstreu aus Sägespänen, die alle 5 bis 7 Tage gewechselt werden muß. Futternapf und Trinkflasche müssen täglich gereinigt werden.

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Futter

Das Grundfutter besteht aus Spezial-Chinchilla-Pellets und Heu. Bitte achten Sie beim Kauf der Pellets darauf, dass Sie wirklich Chinchilla-Pellets und nicht etwa Kaninchen-Pellets kaufen, da letztere einen zu hohen Kohlehydratgehalt haben, was beim Chinchilla zu Leberschäden führt. Mag Ihnen diese Fütterung als ungenügend erscheinen, bedenken Sie die Herkunft Ihres Heimtieres. In seinem Ursprungsgebiet findet das Chinchilla nur eine magere und schwer verdauliche Vegetation vor. Da sich sein Verdauungssystem an diese Nahrung angepasst hat, hat das Chinchilla einen extrem hohen Bedarf an Ballaststoffen, der nur über Heu und Chinchilla-Pellets sichergestellt werden kann. Leckerbissen, wie kleine Apfel- oder Karottenstücke, Rosinen und Nüsse, werden vom Chinchilla mit Begeisterung angenommen, sollten jedoch nur in geringsten Mengen, z.B. zum Zähmen des Tieres gegeben werden, da das Chinchilla nicht an diese ballaststoffarme Nahrung angepasst ist und sie auch nur schlecht verträgt. Auch von Gras oder Löwenzahn sollten, wenn überhaupt, nur einzelne Halme gefüttert werden. Bitte nehmen Sie diese Hinweise sehr ernst; es wurden schon zahlreiche Chinchillas mit solchen Leckerbissen zu Tode gefüttert!

Durchaus sinnvolle Leckerbissen sind dagegen die beim Tierarzt   erhältlichen Kalktabletten, die dazu beitragen, den Mineralstoffbedarf des Chinchillas optimal zu decken.

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Fortpflanzung

Chinchillaweibchen werden im Alter von vier bis fünf Monaten geschlechtsreif, sollten aber nicht vor dem achten Monat gedeckt werden. Die Brunst   findet alle vier bis fünf Wochen statt. Ein sicheres Merkmal für die Brunst ist der am Beginn der Brunst vom Weibchen abgesonderte sog. Brunstpfropfen, ein ca. 3 cm langer wachshaltiger Pfropfen, der noch an der Scheide des Tieres oder in der Einstreu erkennbar ist. Nach einer für ein Nagetier ungewöhnlich langen Tragezeit von ca. 111 Tagen bringt das Weibchen ein bis vier vollständig entwickelte, behaarte und sehende Junge zur Welt. Das Weibchen ist sofort nach der Geburt   wieder paarungsbereit, so dass man, falls kein weiterer Nachwuchs erwünscht ist, den Bock vom Weibchen trennen muss.

Obwohl die Jungen vom ersten Tag an recht selbständig erscheinen, sollten sie etwa acht Wochen bei der Mutter bleiben. Junge Chinchillas überfressen sich leicht an den Pellets. Aus diesem Grund sollten im ersten Jahr davon nur geringe Mengen (2x täglich 1/2 bis 1 TL) gegeben werden, nachdem das Tier Gelegenheit hatte, den ersten Hunger mit Heu zu stillen.

Hinweis: Durch Zucht sind bei den Chinchillas verschiedene Farbvarianten entstanden, die sich nicht alle problemlos vermehren lassen. Pärchen mit den Farben Weiß, Black Velvet und Brown Velvet können keinen lebensfähigen Nachwuchs zeugen. Tiere dieser Farben lassen sich jedoch problemlos mit anderen Farbschlägen kreuzen.

Chinchillas


 

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Lebenserwartung

10 bis 15 Jahre, in Ausnahmefällen bis zu 22 Jahre.

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Impfung

keine.

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Häufige Krankheiten

Zur Vorbeugung gegen Krankheiten ist dem Tier während seiner Ruheperiode am Tag absolute Ruhe zu gewährleisten sowie auf einwandfreies, stets frisches Futter und Wasser zu achten, da es sonst zu stress- oder fütterungsbedingten Magen-Darm-Erkrankungen, wie Durchfall oder Verstopfung, kommen kann.

Chinchillas neigen bei Zugluft, zu hoher Luftfeuchtigkeit oder Stress zu Erkältungen, die sich durch Nasenausfluss und Schweratmigkeit äußern und vom Tierarzt behandelt werden müssen.

Nicht selten sind Krämpfe, welche auf einen Kalk- oder Vitamin-B-Mangel sowie Stress zurückzuführen sind. Suchen Sie sofort den Tierarzt auf und sorgen Sie dafür, dass das Tier absolute Ruhe hat.

Ein weiteres Alarmsignal ist ein deutlicher Buckel, der sog. Ziegenrücken, welcher auf schwere Erkrankungen bestimmter innerer Organe, aber auch auf Haltungs- und Fütterungsfehler hinweist. Die tierärztliche Behandlung   ist sehr mühsam und kann mehrere Monate dauern.

Wie auch bei anderen Nagetieren treten bei Chinchillas relativ häufig Erkrankungen der Haut und der Hautanhangsgebilde auf, die durch Pilze  , Milben oder andere Ektoparasiten ausgelöst werden können.

Wie bereits angesprochen, treten bei fehlerhafter Fütterung (zu wenig Nagematerial und Heu) schnell Anomalien der Zähne auf, die vom Tierarzt korrigiert werden müssen. In einigen Fällen sind diese Anomalien angeboren. Diese Tiere sollten regelmäßig dem Tierarzt vorgestellt werden.

Offene Wunden durch Bisse oder scharfe Kanten sollten als Erstmaßnahme mit 3%igem Wasserstoffsuperoxid gereinigt und danach sofort dem Tierarzt vorgestellt werden, da bei Chinchillas die Gefahr einer hartnäckigen Wundinfektion sehr hoch ist.

Leider sind auch Verhaltensstörungen, wie das Fellbeißen bei Artgenossen oder das Benagen des eigenen Fells sowie Bewegungsstereotypien bei Chinchillas des öfteren zu beobachten. Die Ursachen hierfür sind in der Regel zu kleine oder überbelegte Käfige, Stress durch laute Geräusche, andere Haustiere oder Störungen der Schlafperioden, aber auch Langeweile bei einzeln gehaltenen Tieren. Wenn Sie die Ursache der Verhaltensstörung erkannt und beseitigt haben, normalisiert sich das Verhalten des Tieres in der Regel nach einiger Zeit wieder.

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