Frettchen

Herkunft | Rassen im Überblick | Haltung | Pflege | Futter | Fortpflanzung | Lebenserwartung | Impfung | Häufige Krankheiten  

Herkunft

Frettchen Karten-gifFrettchen (Mustela putorius furo) gehören ursprünglich zur Gruppe der Marder, die in freier Wildbahn Raubtiere sind. Das Frettchen gehört der Familie der Stinkmarder an und stammt vermutlich vom europäischen Waldiltis ab, wobei andere Iltisarten nicht gänzlich ausgeschlossen werden können. Schon vor Christi Geburt   ist eine Domestikation einer Marderart nachweisbar, die zur Nager- und Schlangenbekämpfung gehalten wurden. Alte griechische Philosophen, wie Aristoteles, erwähnten es in ihren Schriften. Auf der Jagd eignet es sich ausgezeichnet zum Erlegen von Kaninchen.

Das Halten von Madern sollte zoologischen Gärten vorbehalten bleiben!

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Rassen im Überblick

Bei Frettchen gibt es eigentlich keine Rassen, sondern nur unterschiedliche Farbschläge und Fellzeichnungen:

  • Harlekin-Frettchen (weiße Pfoten, weiße Innenschenkelflecken, weißer Latz am Hals, Fellfarbe unterschiedlich)
  • Iltis-Frettchen (helle Unterwolle, dunkelbraunes bis schwarzes Deckhaar)
  • Siam-Frettchen (helle Unterwolle, rötlichbraunes Deckhaar)
  • Panda-Iltis (weiße Unterwolle, silberfarbenes Deckhaar)
  • Steppen-Iltis (weiße Unterwolle, graubraunes Deckhaar)
  • Blacksolid (graue Unterwolle, schwarzes Deckhaar, keine Maske)
  • Black self (dunkle Unterwolle, weißes Deckhaar)
  • Silver (helle Unterwolle, silbriges Deckhaar)
  • Albino   (vollständig weiß mit roten Augen, ohne Pigmentierung)

Frettchen-Gruppe

Die ersten gezüchteten Tiere waren Albinos mit weißem Fell und roten Augen. Durch Kreuzungen zwischen Iltis und Frettchen ist das Iltisfrettchen entstanden, das eine besonders hübsche Zeichnung hat. Die Maske im Gesicht entsteht bei allen erwachsenen Tieren, außer bei Albinos. Das Oberfell ist im Allgemeinen braun bis schwarz, die Unterseite weiß bis beige. Auch einen beigen und grauen Farbschlag kann man finden. So lassen sich Frettchen in sechs Farbschläge einstufen, wobei das Albino-Frettchen nicht wirklich als Farbe miteingestuft werden kann.

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Haltung

Die Tiere sind sehr umgänglich und gelehrig, was eine Verbreitung als Heimtier unterstützt. Im Alter von 8 bis 12 Wochen werden die Frettchen vom Züchter abgegeben und können in ihre neue Familie aufgenommen werden. Häufig warten Frettchen auch in verschiedenen Tierschutzvereinen und Tierheimen auf ein neues Zuhause. Da Frettchen Jäger und Raubtiere sind, ist von einer Haltung zusammen mit Nagern abzuraten, da diese leicht zu Beutetieren werden können! Wie bereits erwähnt, gehören Frettchen zur Gruppe der Stinkmarder. Der Geruch ist vor allem bei männlichen unkastrierten Tieren sehr streng. Da eine Entfernung der Stinkdrüsen aufgrund des Tierschutzgesetzes verboten ist, kann der Tierarzt   diese nur dann entfernen, wenn eine medizinische Indikation   vorliegt, nicht aber zur Verminderung der Geruchsbelästigung!

Der typische Geruch des Frettchens entsteht vor allem durch die über den ganzen Körper verteilten Talgsdrüsen, nicht durch die Stinkdrüsen am After. Das Sekret   aus den Stinkdrüsen wird lediglich bei Gefahr abgegeben.

spielende Frettchen in einer KisteIm Haus gehaltene Frettchen brauchen verhältnismäßig große Käfige (minimum 6 qm Grundfläche und 1,5 m Höhe pro Paar), noch besser wäre eine freie Haltung in der Wohnung oder in einem Frettchenzimmer. Ein Käfig sollte möglichst nicht aus Holz, sondern aus Kunststoff, Linoleum oder Fliesen bestehen. Eine hygienische Sauberhaltung ist dadurch gewährleistet, was zur Gesunderhaltung der Tiere beiträgt und die Geruchsbelästigung reduziert. Die Einrichtung des Käfigs oder Zimmers sollte über mehrere Ebenen verfügen, die zum Beispiel über Rohre oder Rampen miteinander verbunden sind. Auch an Beschäftigungsmaterial sollte es nicht mangeln. Der Käfig oder das Zimmer sollte pro Tier über mindestens einen Schlafplatz in Form einer geschlossenen Schlafkiste mit Schlupfloch und Decken oder Tüchern zur Polsterung verfügen. Der Schlafplatz muss täglich von Futterresten gesäubert werden. Da Frettchen sehr reinliche Tiere sind, ist eine Gewöhnung an eine Katzentoilette sehr zu empfehlen! Diese muss dann aber täglich gereinigt werden! Futter- und Wasserbehälter sollten einmal pro Tag gereinigt werden. Einstreu auf dem Käfigboden ist nicht unbedingt erforderlich. Der ganze Käfig sollte mindestens zweimal pro Woche gründlich gereinigt werden.

Sind Kleinkinder im Haus, ist Vorsicht mit den Frettchen geboten, da diese kräftig zubeißen können!

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Pflege

Die Pflege der Frettchen ist relativ einfach, da diese Tiere sehr reinlich sind. Das Bürsten des Fells ist jedoch wichtig, da es nicht nur Streicheleinheiten für die Seele sind, sondern auch für die Haut eine Massage, die durchblutungsfördernd wirkt und abgestorbene Hautschuppen   und loses Haar entfernt. Die Krallen sollten auch hin und wieder vom Tierarzt geschnitten werden. Nach entsprechender Anleitung kann der Tierhalter die Pflege der Krallen auch selbst übernehmen. Frettchen sollten nur im Notfall gewaschen werden. Dazu kann ein mildes Katzenshampoo verwendet werden. Mit viel lauwarmem Wasser sollten die Seifenreste sorgfältig aus dem Fell gespült und anschließend eine gründliche Trocknung vorgenommen werden.

Frettchen sind von Natur aus sehr neugierige Gesellen. Wenn freier Auslauf in der Wohnung gewährt wird, sollte peinlichtst genau auf herumliegende Gegenstände geachtet werden, z.B. Zigaretten, Chemikalien, Kosmetika, Elektrokabel und andere Dinge, die das Frettchen erreichen kann.

Frettchen sind sehr naturliebende Tiere und können an Freigang an der Leine gewöhnt werden. Spezielle Leinen und Brustgeschirre sind im Fachhandel erhältlich. Das Laufen an der Leine sollte jedoch zunächst in der Wohnung geübt werden, bevor die Erkundung in der freien Natur folgt.

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Futter

Frettchen sind Fleischfresser. Milch  , Brot, Kekse oder Kartoffelchips gehören nicht auf den Speiseplan. Am besten ist Katzen-, Igel- oder spezielles Frettchenfutter. > Rohes Fleisch und Knochen können ebenfalls verfüttert werden, allerdings ist es empfehlenswert sich vorher genau zu informieren, um eventuellen Verletzungen oder Infektionen   mit Parasiten   vorzubeugen. Eier werden gerne gefressen, müssen aber sehr frisch sein. Ebenfalls sollte das Eiweiß nur gekocht oder gar nicht verfüttert werden, da es Avidin enthält. Avidin bindet das im Eigelb enthaltene Biotin und behindert somit die Aufnahme und Synthese   im Dünndarm, darüber hinaus ist Avidin unempfindlich gegenüber den Verdauungsenzymen und zählt somit zu den sogenannten Antivitaminen (Vitamin-Antagonisten). Schweinefleisch ist verboten, da es den Aujeszky   Virus   enthalten kann. Da Frettchen zur Zahnsteinbildung neigen, sind spezielle Kaurolls sehr zu empfehlen, die beim Tierarzt und im Fachhandel erhältlich sind.

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Fortpflanzung

Frettchen solo

Die männlichen Tiere werden als Rüden bezeichnet und die weiblichen als Fähen. Die Geschlechtsreife tritt zwischen dem neunten und dem zwölften Lebensmonat ein. Eine allzujunge Fähe sollte man allerdings nicht decken lassen, weil sie für die Anstrengung einer Mutterschaft nicht stark genug ist. Die Fähe wird in der Regel im Vorfrühling und Frühsommer paarungsbereit und sollte zum Rüden gebracht werden, nicht umgekehrt!

Frettchen Genital weiblich in der Ranz#

Ist die Befruchtung erfolgreich, dauert die Trächtigkeit bis zur Geburt sechs Wochen. Die Welpen werden nackt, blind und taub geboren. Die Wurfgröße beträgt etwa zwei bis fünf Welpen. Wenn züchterische Ambitionen bestehen sollten, muss unbedingt Fachliteratur und tierärztliche Fachhilfe hinzugezogen werden. Eine Zuchtbenutzung ist maximal auf fünf Jahre begrenzt.

Zur Ranzzeit werden Frettchenrüden oft sehr bissig, unruhig und markieren ihr Territorium, so dass die Kastration   angezeigt sein kann. Eine Kastration sollte jedoch nicht vor acht Monaten durchgeführt werden.

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Lebenserwartung

6-9 Jahre (Altersrekord in unserem Klientel ist 12 Jahre).

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Impfung

In Deutschland besteht seit dem 1. Juli 2004 die Pflicht, Frettchen gegen Tollwut   impfen zu lassen und bei einem Auslandaufenthalt mit dem Fettchen den neuen EU-Impfpass zur Vorlage bei den Grenzbehörden mitzuführen. Weitere wichtige Infektionskrankheiten sind Staupe  , Panleukopenie  , Leptospirose, Bordetella   und in Zuchten oder Tierfarmen Botulismus  . Die Impfungen müssen jährlich aufgefrischt werden. Für eine detaillierte Information bitten wir Sie, unsere Seiten Vakzination   und Infektionskrankheiten in dem medizinischen Abschnitt von Tierklinik  .de aufzusuchen. Bitte benutzen Sie dazu den Hyperlink. Impfung/Vaccination von Frettchen.

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Häufige Krankheiten

Alarmzeichen für eine Krankheit   sind vermindeter Spieltrieb, verminderte Futteraufnahme, stumpfes Fell, starker Haarausfall und Durchfall.

Häufige Erkrankungen sind:

  • Magendarmprobleme, vor allem durch verdorbenes Fleisch verursacht.
  • Dauerbrunft oder Hyperöstrogenismus; bei der Fähe kann das zur Gebährmuttervereiterung (Pyometra  ) führen.
  • Wurm- und Parasitenbefall
  • Zahnstein und Zahnfleischentzündungen
  • Harnwegserkrankungen
  • Herz- und Lungenerkrankungen
  • Vitaminmangel von den Vitaminen A, B1, B6, E, Nikotinsäure, Biothin, Panthothensäure, Zink

Eine regelmäßige tierärztliche Vorsorge trägt zur Gesunderhaltung Ihres kleinen Kameradens bei!

 

Weitere Informationen:

Gespräch mit Frau Beuch-Ahrendt zum Thema „Anschaffung von Frettchen“

 

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