Dobermann

Dobermann Die wohl bekanntesten Film-Dobermänner der Welt hießen Zeus und Apollo, spielten in den neunziger Jahren acht Jahre lang in der unglaublich erfolgreichen Fernsehserie „Magnum“ zusammen mit Tom Selleck eine bedeutende Rolle und machten in 162 Serienfolgen diese Rasse international auch bis in die letzte Fernsehstube hin bekannt.

Bereits seit vielen Jahren steht der Dobermann in der Bestseller-Liste des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH) und befindet sich zurzeit an der 33. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard Gruppe 2, Sektion 1. Standard 143 (Pinscher und Schnauzer) geführt.

Herkunft:

Der Dobermann ist der einzige Rassehund, der seinen Namen nach seinem Züchter erhalten hat. Friedrich Louis Dobermann (1834 – 1894) war ein Steuereintreiber, Abdeckereiverwalter und städtischer Hundefänger aus Apolda in Thüringen. In diesen diversen Arbeitsbereichen hatte er sicherlich den Wunsch, einen guten Schutzhund um sich zu haben. Eine als Schutzhund gezüchtete einheimische Rasse gab es zu der Zeit jedoch noch nicht. Dobermann wollte daher den perfekten Schutzhund züchten, der kräftig, wachsam, angstfrei und vom Erscheinungsbild her schon beeindruckend war. Dazu paarte er seine Lieblingshündin, einen Glatthaarpinschermischling, mit einem Fleischerhund, einer Mischung aus Vorfahren des heutigen Rottweilers und einem Schäferhund. Danach kreuzte er weitere scharfe Hunde in diese Nachkommen, wie Mischlinge aus diversen Jagdhundrassen, Pinscher sowie einen Greyhound, um ein schlankes Erscheinungsbild zu erhalten. So erhielt er einen Gebrauchshund, der wachsam und „mannfest“ war und auch als Haus- und Hofhund eingesetzt werden konnte sowie zur Jagd. 1898 taucht diese neue Rasse erstmals auf Aufstellungen auf, und ein Jahr später wurde der erste Dobermann-Klub in Apola gegründet. Im Jahre 1900 wurde der erste Dobermann im Zuchtbuch erfasst und die neue Rasse anerkannt. Die damaligen Hunde hatten noch ein bedeutend gröberes Aussehen als die heutigen Dobermänner mit stärkeren Backen, deutlich schwererem Gewicht und welligem Fell. Auch vor dem 1. Weltkrieg waren diese Hunde noch kleiner, wurden danach jedoch immer windhundähnlicher gezüchtet, was zu Ausdrücken wie „Bückling auf Stelzen mit einem Giraffenhals“ in einer Dobermann-Zeitschrift aus dem Jahre 1935 führte. In der Zeit des 1. Weltkrieges wurden viele Dobermann auch in die USA verkauft, wo sie bald eine große Fan-Gemeinde hatten. Seit den Jahren 1987/88 ist das Kupieren der Ohren und des Schwanzes in Deutschland verboten, was zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage führte mit vermehrter Einfuhr von kupierten Hunden aus dem Ausland.

Im Jahre 2011 wurden 616 Dobermann-Welpen beim VDH eingetragen.

Dobermann

Aussehen:

Der Dobermann ist ein mittelgroßer, kräftiger und muskulöser Hund, der ein sehr elegantes Auftreten hat. Die Widerristhöhe eines Rüden liegt zwischen 68 und 72 cm bei einem Gewicht von 40 – 45 kg, die der Hündin bei 63 – 68 cm bei einem Gewicht von 32 – 35 kg. Sein Körperbau ist fast quadratisch. Der Schädel ist breit und bildet von oben gesehen einen Keil mit deutlichem, aber geringen Stop. Die Nasenkuppe ist entweder schwarz (bei schwarzen Hunden) oder heller (bei Hunden mit braunem Haar) und ist eher breit als rund mit großen Öffnungen. Die Augenbrauenbögen sind gut entwickelt. Der Fang ist kräftig und tief, die Lefzen glatt und fest. Ober- und Unterkiefer sind kräftig und breit und beinhalten ein Scherengebiss mit 42 normalgroßen Zähnen. Die Augen des Dobermanns sind oval, mittelgroß und dunkel. Die braune Variante darf auch etwas heller Augen haben. In den Ländern, in denen kein Kupierverbot besteht, wird auch das unkupierte Ohr anerkannt, das mittelgroß sein und vorne eng an den Wangen anliegen soll. Der Hals soll muskulös, aufsteigend, gut gebogen und von guter Länge sein, die Haltung aufrecht. Der Rücken ist muskulös und von guter Breite, ebenso wie die Brust, die nach vorne besonders ausgeprägt ist. Die Vorderläufe sind kräftig und fast gerade mit kurzen, fast geschlossenen Pfoten und schwarzen Krallen. Die Beckenmuskulatur in Hüfte und Kruppe ist sehr ausgeprägt. Die Hinterläufe sind ebenfalls muskulös und stehen parallel zueinander.

Dobermann Der Gang des Dobermanns ist elegant und elastisch. Die Rute ist hoch angesetzt und naturbelassen. In einigen Ländern ist das Kupieren noch erlaubt. Sein Fell ist kurz, glatt, dicht und hart ohne jegliche Unterwolle. Zugelassene Haarfarben sind schwarz oder braun mit rostroten, scharf abgegrenzten Abzeichen, die sich am Fang, über den Augenbrauen, auf den Backen, an der Kehle, auf der Brust, den Füßen und Pfoten, an den Innenseiten der hinteren Schenkel, am Sitzbeinhöcker und am After befinden. Es gibt den Dobermann auch noch in anderen Farbvarianten (blau, weiß, und isabell = eine helle Variante des brauen Dobermanns), die jedoch von den deutschen Zuchtverbänden aufgrund von möglichen Hautproblemen nicht anerkannt sind.

Wesen:

Der Dobermann ist ein intelligenter, temperamentvoller, wachsamer Gebrauchshund. Laut Zuchtbestimmung soll er ein mittleres Temperament und eine mittlere Schärfe haben mit einer mittleren Reizschwelle. Er ist freundlich und friedlich in der Familie, Fremden gegenüber jedoch eher misstrauisch. Er ist selbstsicher und mutig und in der Familie anhänglich und kinderlieb. Er tendiert dazu, sich einer Person in seinem „Rudel“ ganz besonders anzuschließen. Sein Territorialbewusstsein kann sehr ausgeprägt sein.

Verwendung:

Der Dobermann ist aufgrund seiner Intelligenz und Wachsamkeit schon seit vielen Jahren als Polizeihund im Einsatz, wird aber genauso gern als Rettungs- oder Blindenführhund eingesetzt sowie als Hüte- oder Schutzhund. Seine früheren Aufgaben als Jagdhund übt er inzwischen nicht mehr aus. Er ist inzwischen auch ein beliebter Familienhund, jedoch sollte man darauf achten, dass der Dobermann von Welpenalter an sehr konsequent erzogen wird und, falls nötig, auch sehr früh an andere Tiere gewöhnt werden soll, wenn vorhanden. Er ist ein Temperamentsbündel und Kraftpaket und braucht sehr viel Bewegung und auch geistige Anregung. Er ist kein Hund für einen Hundeanfänger, sondern gehört in die Hände eines erfahrenen, konsequenten Hundehalters, der genügend Zeit für ihn hat, damit der Hund ausgeglichen ist und seine überschießende Energie nicht in der Wohnung austobt.

Besonderheit:

In Brandenburg sowie in acht Kantonen der Schweiz wird der Dobermann als Listenhund geführt, zählt also zu den Hunden, die per Gesetz als gefährlich oder potenziell gefährlich angesehen werden. Vor der Anschaffung dieses Hundes bzw. dem Verreisen mit diesem Hund sollte man sich also entsprechend informieren.

Rassetypische Erkrankungen:

Wie bei allen großen Hunden kann auch hier die Hüftgelenksdysplasie   (HD  ) beim Dobermann ein Thema sein, was durch entsprechende Zuchtkontrolle jedoch kontrolliert wird. Das Kongenitale Vestibularsyndrom, eine vererbbare Erkrankung   des Innenohrs mit Gleichgewichtsstörungen und evtl. Taubheit, kann beim Dobermann ebenfalls auftreten sowie die Dilatative Kardiomyopathie, die zum plötzlichen Herzstillstand führen kann und die von-Willebrand-Krankheit  , eine Form der Blutgerinnungsstörung. Die Dancing Dobermann Disease ist eine eher selten vorkommende neurologische Erkrankung, aufgrund der die Hunde durch eine zunehmende Schwächung bzw. Ausfall von einigen Muskeln und Nerven der Hinterhand einen taumelnden, tänzerischen Gang entwickeln.

Die Lebenserwartung dieses eleganten Hundes liegt bei 10 - 12 Jahren.

Ich hoffe zuversichtlich, im Himmel meinen Hunden wieder zu begegnen.
(Otto von Bismarck)

 

 

 

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