Jack Russell Terrier

Jack RusselEin Hund, der die Titelblätter vieler US-Magazine zierte, 11 Jahre lang die Hauptrolle in 192 Episoden einer US-Sitcom spielte sowie in einem abendfüllenden Spielfilm und mehr Fanpost erhielt als die menschlichen Hauptdarsteller der Serie, das war in den 90-er Jahren der Jack Russel Terrier Moose, der in den USA einen wahren Terrier-Boom auslöste und diese Rasse auch bis in die letzte Kleinstadt hin bekannt machte.

Bereits seit vielen Jahren steht der Jack Russel Terrier (J.R.T.) in der Bestseller-Liste des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), wo er sich zurzeit an der 92. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland befindet. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard Nr. 345, Gruppe 3: Terrier, Sektion 2: Niederläufige Terrier, geführt.

Herkunft:

Jack RusselAls Begründer dieser Rasse, die als die jüngste Terriervariante gilt, wird der englische Reverend John (Rufname: Jack) Russell aus der englischen Grafschaft Devon angesehen. Pastor Russell war ein ambitionierter Reiter und Jäger und züchtete Anfang des 19. Jahrhunderts Terrier mit dem einzigen Zweck auf jagdliche Leistung. Sein Ziel waren harte Gebrauchshunde  , die zuverlässig einen Fuchs aus dem Bau sprengen konnten, ihn aber nicht töten sollten, und mit der Meute laufen konnten. Er bevorzugte kurzhaarige Rauhaarhunde mit weißer Grundfarbe, nach dem Vorbild seiner Lieblingshündin Trump, die als die Stammmutter der Jack Russell Terrier gilt. Um seinem „Idealhund“ näher zu kommen, kreuzte er diverse Terrier, jedoch immer nur nach Leistungsmerkmalen, nicht nach dem Äußeren. Die von ihm gezüchteten Terrier waren noch deutlich hochbeiniger als die heutigen Jack Russells. Nach dem Tod des Reverends Russell gingen seine sehr ursprünglich gezüchteten Hunde in verschiedene Hände, und es wurden im Laufe der Zeit diverse andere Hunde eingekreuzt, wobei die Rede ist von Dachshunden, von Sealyham Terrier und sogar von Welsh Corgies, wodurch sich das Erscheinungsbild leicht änderte. Es existierten jetzt von diesen Terriern zwei Varianten, den etwas größeren und quadratischeren:Typ, der als Parson Russell Terrier bekannt ist und der etwas kleiner längere Hund unter dem Namen Jack Russell Terrier. Die häufigste Variante ist heute jedoch der relativ kurzläufige, glatthaarige Typ, auf den hier auch eingegangen wird. Die Jack Russell Terrier gelangten dann 1980 auch nach Australien, wo sie für die Jagd auf Füchse, die sich dort stark verbreitet hatten, eingesetzt wurden. Da die Füchse sich dort in engen Kaninchenbauten eingenistet hatten, war ein Terrier mit der Schulterhöhe von 30 – 33 cm nicht gut geeignet, und man begann, diese Rasse mit einer geringeren Widerristhöhe von ca. 30 cm zu züchten. Der 1972 gegründete Jack Russell Terrier Club of Australia beantragte dann die Anerkennung dieses jetzt niederläufigen Terriers als eigene Rasse, was 1991 dann vom Australian National Kennel Council bestätigt wurde, im Jahre  2000 auch durch den FCI und 2012 durch den American Kennel Club. Der erste Jack Russell Terrier Club in Deutschland wurde 1986 gegründet, und seitdem steigt die Anhängerschaft dieses kleinen Terriers ständig an. Es gibt in Deutschland und einigen anderen Ländern nach wie vor Vereine und Verbände, die sich um die Erhaltung des ursprünglichen Hundetyps bemühen, wie z. B. der Parson Jack Russell Terrier Club of Germany sowie ähnliche Klubs in Europa, die nicht Mitglied des VDH sind. In den USA wird auch die hochläufige Variante dieses Terriers als Jack Russell Terrier bezeichnet.

Im Jahre 2011 wurden beim VDH in Deutschland 148 Jack Russell Welpengeburten registriert.

Aussehen:

Der Jack Russell Terrier ist ein vorwiegend weißer, niederläufiger Arbeitsterrier mit einer Widerristhöhe laut Standard von 25 – 30 cm und einem Gewicht von 5 – 6 kg der insgesamt etwas länger als hoch ist. Er hat einen flachen, wenig breiten Schädel, der allmählich schmaler werdend sich zum Gesicht hin verjüngt mit einem gut ausgeprägten Stop. Seine Nase ist schwarz, sein Kiefer sehr stark und breit mit kräftigen Zähnen und schwarzen, eng anliegenden Lefzen. Die Augen sind mandelförmig, dunkel und klein mit schwarz pigmentierten Rändern. Er hat kleine, nach vorne fallende Ohren. Sein Hals ist kräftig, der Körper rechteckig mit geradem Rücken und kurzer, kräftiger Lendenpartie und tiefer Brust mit einem Brustkorbumfang von 40 – 43 cm. Die Rute wird in Ruhe hängend getragen, in der Bewegung aufrecht. Die Vorderläufe sind gerade, die Hinterhand kräftig und muskulös mit gut gewinkeltem Knie. Sein mäßig großen Pfoten sind rund und haben harte Ballen. Der Jack Russell Terriers hat ein wetterbeständiges Haar, das rau-, glatt oder stichelhaarig sein kann. Die Farbe Weiß sollte vorherrschend sein mit schwarzen oder lohfarbenen Abzeichen in allen Farbnuancen.

Wesen:

Der Jack Russell Terrier ist ein lebhafter, aktiver, freundlicher und intelligenter Hund. Er ist mutig und wachsam und verfügt über viel Selbstvertrauen. Er ist verträglich, kinderlieb, anhänglich und sehr lernfreudig. Sein Terriertemperament ist oft ausgeprägt und stürmisch und verlangt daher eine konsequente Erziehung von klein an. Er ist sehr bewegungs- und meist auch sehr wasserfreudig und braucht geistige Anregung, um ausgelastet zu sein. Sein ausgeprägter Jagdtrieb sollte von Anfang an in richtige Bahnen gelenkt werden.

Jack Russel


Verwendung:

Der Jack Russell Terrier ist nach wie vor ein hervorragender Jagdhund, der zur Baujagd eingesetzt wird und auch als vollwertiger Jagdgebrauchshund für die Federwild- und Haarwildjagd. Er ist nicht unbedingt der ideale Hund für Hundeanfänger, denn er braucht lebenslang eine konsequente Hand. Er kann jedoch durchaus ein liebenswerter Familienhund, ein toller Begleiter für den Reiter und ein ausdauernder Kamerad für den Jogger und Wanderer sein, wenn er genügend Bewegung und auch geistige Anregung bekommt. Hundesportarten sind deshalb ebenfalls eine wunderbare Beschäftigung für ihn.

Rassespezifische Erkrankungen:

Nachstehend eine Reihe von erblich bedingten Erkrankungen beim Jack Russell Terrier, die jedoch zum Teil durch den Kauf von Hunden bei einem verantwortungsvollen Züchter mit nachweislich gesunden Elterntieren minimiert werden können.
Ataxie und Myelopathie: Hierbei kommt es zu Bewegungsstörungen und dem bei Terriern bekannten Muskelzittern.
Atopie   und Dermatophytose: Bei der Atopie handelt es sich um eine allergisch   bedingte Hauterkrankung; bei der Dermatophytose um eine Pilzerkrankung.
Bei den Augenerkrankungen können der Graue Star sowie die Linsenluxation zu einem Problem beim Jack Russell Terrier führen.
Die Legg-Calvé-Perthes Krankheit   betrifft viele Hunde kleiner Rassen und ist eine aseptische Hüftnekrose, bei der Knorpel und Gewebe   des Oberschenkelkopfs geschädigt werden, was zu großen Schmerzen, Muskelschwund und Arthrose   führt.
Bei der Patella-Luxation kommt es zu einer Verschiebung der Kniescheibe, was operativ behoben werden kann.

Die Lebenserwartung dieses quirligen Hundes liegt bei ca. 15 Jahren.

Dinge, die einen Terrier in Aufregung versetzen,
werden von einer Dogge unter Umständen nicht einmal bemerkt.
Smiley Banton

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