Wohlbefinden für Hund und Halter: Was den Dackel erfreut

Der Dackel ist für seine Sturheit bekannt. Das wissen oft auch Menschen, die keinen direkten Zugang zu der Rasse haben. Und er ist ein Jagdhund, der gerne einmal Vogel oder Reh hinterher jagt. Empfindlich reagiert der Dachshund unter anderem auf Dinge, die seine Wirbelsäule belasten. Somit sind sowohl bei der Erziehung als auch bei der gesundheitlichen Fürsorge einige Dinge zu beachten, damit sich nicht nur der Dackel wohlfühlt, sondern der Halter eine möglichstlange Zeit mit stabiler und enger Dackel-Mensch-Beziehung erleben kann.

Wohnumgebung und Auslauf

Der Dackel benötigt im Gegensatz zu Rassen, wie dem Schäferhund oder dem Dalmatiner, keine große Bewegungsfläche. Das heißt, er kann durchaus in einer geräumigen Wohnung ohne Garten gehalten werden. Dennoch ist grade, wenn keine direkte Auslaufmöglichkeit zur Verfügung steht, darauf zu achten, dass der Dackel ausreichend Bewegung außerhalb der Wohnumgebung erhält.

Denn trotz der kurzen Dackelbeine, liebt der Teckel lange Spaziergänge und hat nicht zuletzt, weil er ein Jagdhund ist, gute Ausdauer. Generell gilt, dass jeder ausgewachsene Hund minimal mindestens zwei Stunden Auslauf am Tag benötigt. Der Bewegungsdrang muss jedoch nicht zwangsläufig mit Spaziergängen gestillt werden, denn auch das gemeinsame Spielen sorgt für Auslastung.

Erziehung: Der Beziehungsaufbau zum kurzbeinigen Jagdhund

Dackel gehören zu den Rassen, die ursprünglich für die Jagd gezüchtet wurden. Die kurzen Läufe und der geringe Brustumfang prädestinieren den Dackel für die Baujagd. Denn ohne Probleme kann er in einen Fuchs- oder Dachsbau kriechen. Ihm wurde bei der Jagd schon immer alleine die Aufgabe zuteil, Fährten aufzunehmen und Füchse aus ihrem Bau zu jagen. Die Konfrontation mit dem Wildtier überlässt der Dackel dann seinem Besitzer. Dadurch dass der Dackel hauptsächlich als Jagdgebrauchshund gezüchtet wurde, ist er immer noch energisch, furchtlos und vor allem hartnäckig und stur.

Aber, obwohl der Dachshund bekanntermaßen nun einmal für seine Sturheit bekannt ist, ist die Erziehung des Hundes nicht schwieriger als die anderer Rassen. Auch wenn das vielleicht oft bedeutet, dass sich durchaus mal auf sture Phasen einzustellen ist. Hilfestellung beim Training   geben bestimmte Tipps, die ein vertrauensvolles Zusammenleben fördern.

Jagdtrieb unter Kontrolle halten

Wichtig ist es jedoch, wenn der Dackel nicht zur Jagd eingesetzt wird, den Jagdtrieb möglichst in Schach zu halten, oder jedenfalls Ablenkung zu schaffen. Was aber klar sein muss ist, dass der Jagdtrieb nie komplett abzugewöhnen ist. Vielmehr müssen Halter andere Dinge beachten als zum Beispiel bei der Erziehung von Hütehunden.

Besonders in Waldgebieten gilt, dass der Teckel immer anzuleinen ist, obwohl das Bundeswaldgesetz keine eigenen Richtlinien für die Leinenführung von Hunden vorsieht. In Bundesländern wie Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein oder Thüringen gibt es eine Leinenpflicht. Aber ob Leinenpflicht oder nicht, neigt der Hund zum Jagen, ist dieser gerade im Umfeld von Wildtieren, an der Leine zu führen. Kommt es doch dazu, dass ein Tier angefallen wird, sollte versucht werden, den Hund von dem Tier abzulenken. Zum Beispiel, indem eine Jacke über das angefallene Tier geworfen wird. Das kann den Hund irritieren und das Wildtier bekommt vielleicht noch die Möglichkeit, zu flüchten.

Um den Jagdtrieb jedoch ein wenig Einhalt zu gebieten, kann mit dem Dackel ab und zu eine andere Route eingeschlagen werden, damit der Hund immer wieder neue Eindrücke bekommt, die ihm Ablenkung verschaffen. Für Abwechslung und Ausgeglichenheit, die dem Jagdtrieb nachkommen, sorgen zudem Suchspiele auf der Gassi-Tour.

Der Jagdtrieb kann von Dackel zu Dackel jedoch noch verschieden stark ausgeprägt sein. Zum Testen des Jagdtriebs ist unter anderem darauf zu achten, wie stark der Hund auf Reize in der Natur reagiert, die sich bewegen. Und besonders Rassen wie Dackel, Beagle oder Terrier reagieren naturgemäß besonders stark auf plötzliche Reize. Andere Rassen wie Möpse oder Spitze reagieren dagegen ruhiger auf äußere Reize.

Typischen Dackelkrankheiten vorbeugen

Übergewicht  , das aus einer zu energiereichen Ernährung   resultieren kann, kann zudem Grund für schwere Erkrankungen sein. Beziehungsweise diese begünstigen. Obwohl Dackel relativ robuste Hunde sind, haben sie allein aufgrund ihres Körperbaus mit rassetypischen Erkrankungen zu kämpfen. Zu den häufigsten Krankheiten   gehören unter anderem Verknöcherungen der Wirbelsäule, Rheuma sowie Dackellähme. Die Erkrankungen gehören zu den rassetypischen Merkmalen des Teckels. Gerade die Dackellähme ist eine Krankheit  , die den Hund im Laufe seines Lebens erfassen kann, einfach, weil aufgrund des langen Körpers und der kurzen Beine ein vermehrtes Risiko für Bandscheibenvorfälle besteht. Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn der rassetypische geschwächte Bandscheibenknorpel oft schon durch geringe Belastung reißt und der flüssige Inhalt der Bandscheibe herausläuft und auf das Rückenmark drückt.

Konsequenzen von Dackellähme können in der Anfangsphase unter anderem zögerliches Treppensteigen, in fortgeschrittener Phase starke Schmerzen im Rückenbereich und in einem bereits sehr ausgeprägten Stadium Lähmungen – vor allem der Gliedmaßen – sein. Um Belastungen und Überbeanspruchungen der Bandscheiben sowie Verschließerscheinungen an denselben vorzubeugen, kann im Alltag auf einige Dinge geachtet werden, die die Wirbelsäule trotz ihrer Proportionen so wenig wie möglich belasten. So sollte der Dackel immer auf die Couch hoch und von der Couch runter gehoben oder regelmäßiges Treppensteigen vermieden werden. Zudem kann die Muskulatur des Hundes gestärkt werden. Spezielle Übungen kann zum Beispiel der Tierarzt   mit an die Hand geben.

Eine typische Erkrankung  , die vor allem bei kleinen Hunden, wie Dackeln, Pudeln oder Yorkshire Terriern auftritt, ist die Herzklappeninsuffizienz. Auf den Herzklappen bilden sich Narben und so können diese nicht mehr fest schließen. Dadurch wird das Blut nicht vollends durch den Körper weitergepumpt und es staut sich in einer Herzkammer, im Bauchraum   oder in der Lunge. Diese Erkrankung ist jedoch leider nicht heilbar, sondern deren Fortschreiten kann nur durch Medikamente   verlangsamt werden. Jedoch kann zudem darauf geachtet werden, dass Zahnstein immer wieder fachgerecht entfernt wird. Dieser kann verschiedene, gesundheitsschädliche Symptome   verursachen und sich auch negativ auf Herzerkrankungen auswirken.

Haarpflege: Regelmäßiges Bürstenprogramm

Zum Wohlfühlprogramm für den Dackel gehört auch die regelmäßige Fellpflege. So bilden sich keine unangenehmen Knötchen und zudem können dabei oft Zecken oder Flöhe entdeckt werden, die dem Tier unangenehm sind und schaden können.

Zum Durchbürsten immer eine spezielle Hundebürste nutzen. Und da es bekanntermaßen Lang-, Rau- und Kurzhaardackel gibt, ist bei der Wahl der Bürste auf die jeweilige Fellstruktur einzugehen. Während bei Kurzhaardackeln oft eine Naturhaarbürste genügt, benötigt das robustere und struppigere Fell des Rauhaardackels eine härtere Bürste. Gekämmt werden sollte besonders unter den Vorderbeinen bei längerem Fell regelmäßig, denn dort bilden sich schneller Knötchen und Verfilzungen. Wenn das raue oder lange Haar mal zu lang wird und den Hund stört, sollte es ab und zu  getrimmt oder gezupft werden.

Das Bürsten sollte nach Möglichkeit immer draußen stattfinden, denn das Fell kann Allergene   enthalten, die wiederum zulasten des Wohlbefindens der Besitzer gehen können. Tierhaare gehören zu den bekanntesten Allergenen im Haushalt. Jedoch verliert der Dackel während er durch die Wohnung streift Haare, an Stellen, an denen sich auch die Besitzer aufhalten. Da sich auch mit den Jahren noch eine Allergie   entwickeln kann, sollte die Reinigung der Raumluft regelmäßig durch spezielle Maßnahmen erfolgen.

Spielmöglichkeiten mit dem Dackel

Da der Dackel ein Jagdhund ist, lässt er sich besonders für Spiele begeistern, die mit dem Hinterherjagen zu tun haben. So kann zum Beispiel das Lieblingsspielzeug schnell hin und her bewegt werden, so dass der Hund zunächst nicht daran kommt. Jedoch sollte ihm immer wieder ein Erfolgserlebnis geboten werden, indem ihm das Spielzeug überlassen wird und er dieses wie seine Beute im Maul schütteln kann.

Generell sollten für das Spiel mit dem Hund folgende Dinge beachtet werden, damit sich Hund und Mensch wohlfühlen und den spielerischen Bedürfnissen des Hundes nachgekommen wird.

  • Kommandos sind beim Spielen unangebracht, sie sollten nur Teil der Erziehung sein. Während des gemeinsamen Spiels sollte dem Hund die Möglichkeit gegeben werden, seine eigenen Ideen auszuleben.
     
  • Die Rollen sollten beim Spiel ab und zu vertauscht werden. So dass einmal der Hund seinen Halter verfolgt und vor ihm wegläuft und andersherum.

  • Bevor Hunde miteinander spielen, schauen sie sich zunächst gegenseitig in die Augen. Dieses Verhalten können Besitzer imitieren und dann entscheidet einer plötzlich vor dem anderen wegzurennen oder dem anderen ein Spielzeug zu entreißen.

  • Da sich – meist unabgesehen vom Alter – viele Hunde schnell in das Spiel reinsteigern, sollte das Spiel unterbrochen werden, wenn es zu wild wird. Wenn der Hund zu wild agiert, kann das Spiel mit einem „Schluss“ oder dem Entfernen aus der Spielsituation ab- oder unterbrochen werden.

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