Kaninchen

Herkunft | Rassen im Überblick | Haltung | Futter | Fortpflanzung | Lebenserwartung | Impfung | Häufige Krankheiten  

Herkunft

Kaninchen Karte Herkunft

Unser heutiges Zwergkaninchen stammt vom europäischen Wildkaninchen ab, das sich von der Iberischen Halbinsel aus über fast die ganze Welt verbreitet hat.


 

Rassen im Überblick

Alle heute erhältlichen Zwergkaninchen gehören zwei verschiedenen Rassen an:

  1. Hermelin: Hermelinkaninchen sind völlig weiße Tiere, die aufgrund fehlender Pigmente keine braunen Augen, wie sonst üblich, sondern blaue oder rote Augen besitzen. Das Gewicht sollte 1000 - 1200 g betragen, die Ohren sind nicht länger als 5 cm.
  2. Farbzwerge: Diese Kaninchenrasse gibt es in verschiedenen Farbschlägen, z.B. Russenkaninchen (weiße Grundfarbe, dunkelgefärbte Nase, Ohren, Läufe und Blume), Hototfarbzwerg (Grundfarbe weiß, schwarze Ohren und dunkler Ring um die Augen), Marderkaninchen (Grundfarbe braun, im Gesicht, an den Ohren, Läufen und der Blume dunkelbraun bis schwarz), Zwergchinchilla (feinmeliertes, schwarz-weißes Fell mit leichtem Silberstich, weißer Bauch) etc. Der größte Teil der im Handel erhältlichen Farbzwerge sind allerdings Mischlinge, die oft wesentlich origineller gefärbt sind als reinrassige Tiere. Die Ohrenlänge eines Farbzwerges sollte nicht mehr als 7 cm betragen.

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Kaninchen im Gras

Haltung

Es besteht die Möglichkeit, das Kaninchen sowohl drinnen als auch draußen zu halten. Der Käfig, oder Stall sollte so groß wie möglich sein, sollte jedoch 2 m² nicht unterschreiten. Bei größeren Rassen muss der Stall entsprechend der Körpergröße angepasst werden. Um die Entstehung von Krankheitserregern sowie Geruchsbelästigung, z.B. durch eingezogenen Urin, zu vermeiden, empfiehlt sich als Boden eine ca. 8 cm tiefe Plastikschale. Der Käfig sollte sich durch ein hochklappbares Deckengitter öffnen lassen. Als untere Einstreu bietet sich Sägespäne oder (gerade im Außenstall) Torf an, darüber sollte man zusätzlich eine Schicht Stroh streuen. Für die Toilettenecke des Käfigs empfiehlt sich jedoch pelletiertes, cellulosehaltiges Katzenstreu, da dieses den Urin am besten bindet. Die Käfigeinrichtung besteht aus einem ca. 5 cm tiefen Futternapf aus Keramik, da dieser von den Tieren weder zernagt noch umgestoßen werden kann, einer Trinkflasche, einer Raufe (zur sauberen Fütterung von Rauh- und Saftfutter), einem dicken Holzstock (ungespritzte Kastanien-, Weiden- und Obstbaumäste) zur Befriedigung des natürlichen Nagebedürfnisses.

Bei Haltung im Außenstall ist besonders darauf zu achten, dass dieser vor Witterungseinflüssen, wie Nässe, Wind (Hauptwindrichtung Nord und West) und direkter Sonneneinstrahlung (Kaninchen vertragen Minustemperaturen bis -15°C, sind aber sehr hitzeempfindlich; die Temperatur sollte +18° C nicht wesentlich überschreiten) sowie vor dem Eindringen von Raubtieren geschützt ist. Zum Schutz vor Bodennässe sollte der Käfig erhöht aufgestellt werden.

Da Kaninchen sehr gesellig sind, fühlen sie sich am wohlsten in der Paar- oder Gruppenhaltung. Bei der paarweisen Haltung ist es ratsam, ein weibliches Tier mit einem kastrierten Böckchen zu vergesellschaften, da somit die Gefahr von Rangkämpfen sowie des unkontrollierten Nachwuchses gebannt ist. Man sollte jedoch beachten, dass ein Böckchen auch nach der Kastration   noch bis zu 6 Wochen zeugungsfähig bleiben kann und dementsprechend erst nach dieser Frist mit dem Weibchen vergesellschaftet werden sollte. In einigen Fällen ist ebenfalls möglich zwei Weibchen oder zwei Böckchen zusammen zu halten, jedoch führt diese Konstellation häufig zu Rangordnungsproblemen. Am besten funktioniert die Haltung von einer Gruppe aus mehreren Weibchen und einem kastrierten Böckchen.

Zwergkaninchen


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Futter

Da Zwergkaninchen zu den Pflanzenfressern (Herbivoren) gehören, bekommen sie ausschließlich vegetarische Kost. Heu ist dabei das wichtigste Grundnahrungsmittel und sollte immer zur Verfügung stehen, da es verdauungsfördernd und unentbehrlich zur Abnutzung der ständig nachwachsenden Nagezähne ist. Zusätzlich sollte täglich frisches, vielfältiges Grünfutter, wie Gräser, Klee, Löwenzahn und andere Wildpflanzen (im besten Fall frisch aus der Natur) angeboten werden. Die im Handel erhältlichen Körnermischungen sollten - wenn überhaupt - nur in geringen Mengen angeboten werden, da sie leicht zur Überernährung führen. Saftfutter, wie Mohrrüben (inkl. Möhrengrün), Kohlrabiblätter, Kräuter etc. wird von Kaninchen ebenfalls gerne angenommen und dient u.a. zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs, da viele Kaninchen ungern trinken. Obst bietet in geringen Mengen eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Getrocknetes Brot, Knabberstangen u.ä. stellen keine Erweiterung des Nährstoffangebots dar. Zweige von Obst- oder Nussbäumen, sowie von Weiden dienen der Beschäftigung des Tieres und ebenfalls dem Abschleifen der Nagezähne. Diese können gerne mit Blättern, Knospen und Früchten angeboten werden.

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Fortpflanzung

Zwergkaninchen sind ständig paarungsbereit, da sie im Gegensatz zu anderen Haussäugetieren keinen regelmäßigen Sexualzyklus   haben. Nach einer Tragezeit von 28 - 33 Tagen gebärt das Weibchen drei bis acht nackte, blinde und taube Jungtiere, welche nach etwa sechs Wochen entwöhnt und nach spätestens 8 - 10 Wochen voneinander getrennt werden sollten, da es sonst zu beginnenden Rangkämpfen kommen kann. Ab dem 4. Monat sind Kaninchen geschlechtsreif; um jedoch sicherzugehen, dass man einen gesunden Wurf erhält, sollten die Elterntiere älter als sieben Monate sein. Um unerwünschtem Nachwuchs entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, den Kaninchenbock beim Tierarzt   kastrieren zu lassen.

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Lebenserwartung

7 bis 9 Jahre.

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Impfung

Es besteht die Möglichkeit, gegen Myxomatose   (Kaninchenseuche), RHD   (Rabbit Hemorrhagic Disease / Chinaseuche  ) sowie Pasteurellose (Kaninchenschnupfen) zu impfen. Dieses ist vor allem dann ratsam, wenn das Tier im Freien gehalten werden soll, da diese Krankheiten durch Kontakt mit Wildkaninchen und deren Exkrementen übertragen werden.

Impfung von Kaninchen

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Häufige Krankheiten

Zu den häufigsten Krankheiten der Zwergkaninchen zählen Erkrankungen des Darmes, wie z.B. die Darmentzündung  , welche durch zu eiweißhaltige Nahrung (z.B. Überfütterung mit Klee ohne Heuzugabe) ausgelöst wird. Sie verursacht starke Schmerzen und führt in schweren Fällen zum Tode. Die Nahrung sollte auf Heu und eventuell Kamillentee umgestellt werden, und aufgrund der Ansteckungsgefahr muss das Kaninchen von den anderen Tieren getrennt werden. Ebenfalls eine große Rolle spielen parasitäre Erkrankungen des Darmes, wie z.B. die > Kokzidiose, die sich u.a. durch starken Durchfall und Abmagerung äußert und zu schwerwiegenden Leberschäden führen kann. Auch verschiedene Wurmarten können im Magen-Darmtrakt auftreten und je nach Schwere des Befalls zu Gesundheitsstörungen führen. Ektoparasiten wie Läuse, > Flöhe, Milben und > Zecken können das Kaninchen befallen und zur Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens führen. Eine einfache und sichere Form der Vorbeugung besteht in ständiger, gründlicher Stallhygiene. Auch Haltungsfehler (z.B. zu wenig Bewegung) können zu ernsthaften physischen und psychischen Problemen führen. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, beim geringsten Zweifel an der Gesundheit des Tieres sofort den Tierarzt aufzusuchen, da bei Heimtieren viele Erkrankungen innerhalb kürzester Zeit tödlich verlaufen.

Kaninchen Zahnfehlstellung

Kaninchen Zahnfehlstellung seitlich


Die Zahnfehlstellung der Kaninchen ist eine häufige Erkrankung  , die sich durch Fressunlust zeigt und zur Deformation des Kiefers führt.

Kaninchenzähne

Die Zähne werden abgenutzt und fallen schließlich aus.

Eine regelmäßige tierärztliche Behandlung   kann das verhindern!

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