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Rennmaus (Gerbil)
  Herkunft
  Rassen im Überblick
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  Haltung
Rennmäuse werden vorzugsweise in Terrarien oder Aquarien gehalten, deren Mindestgrundflächen 80 cm betragen. Die Abdeckungen müssen fest schließen. Diese Unterbringung bietet gegenüber der Käfighaltung zwei Vorteile. Erstens können die Tiere beim Toben und Scharren keine Einstreu um ihren Standort herum verteilen. Und zweitens beugt man so einem möglichen Entfliehen vor. Da sie ihren Körper extrem schlank machen können, entkommen Rennmäuse oft auch durch sehr engmaschige Käfiggitter. Bei der Wahl des Standortes muss bedacht werden, dass die Gerbile Tag und Nacht aktiv sind, was eine Störung der Nachtruhe bedeuten kann. In der freien Natur leben Rennmäuse in Gruppen. Deshalb sollte man sie mindestens zu zweit halten. Da Gerbile auf fremde Artgenossen extrem aggressiv reagieren (mit Kämpfen, die meist mit dem Tode eines der beiden Rivalen enden, wenn keine Möglichkeit zur Flucht besteht), eignen sich am besten Wurfgeschwister. Bei Haltung eines Pärchens sollte aufgrund der enorm hohen Vermehrungsrate eine Kastration des Männchens in Betracht gezogen werden. Als Einstreu dient Kleintierstreu oder unbehandelter Vogelsand. Die Einrichtung besteht aus: Trinkröhrchen / Schutzhäuschen / Höhlensystem (z.B. mit Hilfe von Papprollen, Plastik- oder Tonröhren) / einer kleinen Steinplatte (zum Abnutzen der Krallen). Ein Futternapf ist nicht erforderlich, da das direkte Verteilen der Nahrung auf der Einstreu der artgerechten Fütterung eher entspricht. Falls doch ein Napf aufgestellt wird, muß dieser erhöht stehen, da die Tiere ihn sonst innerhalb kurzer Zeit in der Einstreu vergraben.
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  Pflege
Weil Rennmäuse nur sehr wenig trinken, ist die Verunreinigung durch Urin äußerst gering. Da außerdem der Kot der Tiere geruchlos ist, reicht das monatliche Auswechseln der Einstreu bzw. des Sandes und Reinigen des Geheges aus. Die Erneuerung des Trinkwassers und Säuberung des Futternapfes (wenn vorhanden) muß täglich erfolgen. Rennmäuse können außerordentlich zahm werden und beißen fast nie, wenn man bei der regelmäßigen Beschäftigung ruhig mit ihnen umgeht. Sie haben einen starken Bewegungsdrang und können bis zu 30 cm hoch und 40 cm weit springen. Ein kontrollierter Auslauf der Gerbile in der Wohnung ist nach einer entsprechenden Eingewöhnungsphase möglich. Dabei muß jedoch bedacht werden, daß ihr Nageverhalten genauso ausgeprägt wie bei Mäusen oder Hamstern ist.
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  Futter
Die Nahrung von Rennmäusen besteht aus Fertigfutter für Mäuse, Hamster, Streifenhörnchen oder Großsittiche, die der Handel anbietet. Leckerbissen, die einen hohen Fettgehalt haben wie Cashew-Nüsse oder Sonnenblumenkerne, sollten nicht zu oft gegeben werden. Auch Lebendfutter in Form von Heuschrecken, Mehlwürmern, Heimchen oder Grillen wird von den Tieren gern angenommen. Die Zugabe von Saftfutter (z.B. Äpfel oder Möhren / ungespritzt) ist empfehlenswert. Es muß aber darauf geachtet werden, daß nicht aufgenommenes Saftfutter täglich entfernt wird, da es leicht verdirbt. Zum Stillen des Nagetriebes und Abnutzen der Zähne sollte der Speiseplan regelmäßig durch unbehandelte Zweige von Weichhölzern (Pappel, Weide, Haselnuß, Obstbäume) ergänzt werden. Die Rohfasern, welche die Gerbile dabei aufnehmen sowie der Tanningehalt der Rinde haben dabei eine diätetische Wirkung und das zerknabberte Kleinholz wird zum Auspolstern des Schlafhauses benutzt (hierfür eignen sich auch Papier und Pappe).
- ungespritztes Obst (z.B. Äpfel, Birnen)
- ungespritztes Gemüse (z.B. Karotten, Salat, Tomaten, Gurken)
- Käse
- gekochter Reis oder Kartoffeln
- ganze Nüsse (z.B. Haselnüsse) zum Nagen
- Heu oder Hafer (kann Verdauungsstörungen verhüten)
- gelegentlich auch kleine Portionen Fleisch oder Fisch (mit geringem Fettgehalt, da erwachsene Tiere zur Fettsucht neigen)
Nicht aufgenommenes Frischfutter muss täglich entfernt werden, da es leicht verdirbt.
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  Fortpflanzung
Die Geschlechtsreife erreichen Weibchen ab der 9. und Männchen ab der 12. Woche. Die Weibchen können 5 bis 12 Jungtiere pro Wurf nach einer Tragzeit von ca. 25 Tagen gebären und sind bereits 24 Stunden später wieder empfängnisbereit. Die Jungen sind blind, nackt und völlig hilflos. Sie werden vom Weibchen drei Wochen lang gesäugt. Ihr Gewicht beträgt 2,5 - 3,5 Gramm. Die Entwöhnung erfolgt mit 8 Wochen.
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  Lebenserwartung
ca. 5 bis 6 Jahre
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  Impfung
Keine.
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  Häufige Krankheiten
Erkältungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Rennmäuse. Deshalb muß man darauf achten, daß die optimale Haltungstemperatur von 20- 24°C nicht unterschritten wird. Als Erkältungssymptome gelten Appetitlosigkeit, Durchfall oder eine allgemeine Apathie des Tieres. Eine erste Hilfsmaßnahme stellt dann das Anbringen einer Infrarotlampe dar. Danach müssen die Tiere so bald wie möglich tierärztlich untersucht werden. Wenn Gerbile zu starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, müssen sie die Möglichkeit haben, sich jederzeit in den Schatten zurückziehen zu können, da sie empfindlich auf Hitzestauung reagieren und auch die Gefahr eines Hitzschlages besteht. Zu viel oder zu fettreiches Futter führt zu Übergewicht. Dies trifft dann zu, wenn die Rennmäuse über ein Gewicht von mehr als 100 Gramm verfügen. Eine fettarme, reduzierte Futtermenge und mehr Bewegungsmöglichkeiten schaffen hier Abhilfe.
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