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Frettchen

Herkunft

Frettchen (Mutela putorius furo) gehören ursprünglich zur Gruppe der Marder, die in freier Wildbahn Raubtiere sind. Das Frettchen gehört der Familie der Stinkmarder an und stammt vom spanischen oder marokkanischen Iltis ab. Es wurde wahrscheinlich im 4. Jahrhundert von einer Marderart domestiziert und zur Nager- und Schlangenbekämpfung gehalten. Alte griechische Philosophen wie Aristoteles erwähnten es in ihren Schriften. Auf der Jagd eignet es sich ausgezeichnet zum Erlegen von Kaninchen.

Das Halten von Mardern sollte zoologischen Gärten vorbehalten bleiben!

Rassen im Überblick

Bei Frettchen gibt es eigentlich keine Rassen, sondern nur unterschiedliche Farbschläge!
  • Harlequin-Frettchen (schwarz - weiß gescheckt mit weißem Kehlfleck)
  • Iltis-Frettchen (helle Unterwolle, dunkelbraunes bis schwarzes Deckhaar)
  • Siam-Frettchen (helle Unterwolle, rötlichbraunes Deckhaar)
  • Panda-Iltis (weiße Unterwolle, silberfarbenes Deckhaar)
  • Steppen-Iltis (weiße Unterwolle, graubraunes Deckhaar)
  • Albino (vollständig weiß mit roten Augen, ohne Pigmentierung)

Die ersten gezüchteten Tiere waren Albinos mit weißem Fell und roten Augen. Durch Kreuzungen zwischen Iltis und Frettchen ist das Iltisfrettchen entstanden, das eine besonders hübsche Zeichnung hat. Die Maske im Gesicht entsteht bei allen erwachsenen Tieren außer bei Albinos. Das Oberfell ist im allgemeinen braun bis schwarz, die Unterseite weiß bis beige. Auch einen beigen und grauen Farbschlag kann man finden. So lassen sich Frettchen in 6 Farbschläge einstufen, wobei das Albino-Frettchen nicht wirklich als Farbe mit eingestuft werden kann.

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Haltung

Die Tiere sind sehr umgänglich und gelehrig, was eine Verbreitung als Heimtier unterstützt. Mit 8-12 Wochen werden die Frettchen vom Züchter abgegeben und können in ihre neue Familie aufgenommen werden. Da Frettchen Jäger und Raubtiere sind, ist von einer Haltung zusammen mit Nagern abzuraten, da diese leicht zu Beutetieren werden können! Wie bereits erwähnt, gehören Frettchen zur Gruppe der Stinkmarder. Der Geruch ist vor allem bei männlichen unkastrierten Tieren sehr streng. Da eine Entfernung der Stinkdrüsen vom Tierschutzgesetz verboten wird, kann der Tierarzt diese nur dann entfernen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt, nicht aber zur Verminderung der Geruchsbelästigung!

Im Haus gehaltene Frettchen brauchen verhältnismäßig große Käfige (Minimum 60x100 cm). Diese sollten möglichst nicht aus Holz sondern aus Kunststoff, Linoleum oder Fliesen bestehen. Eine hygienische Sauberhaltung ist dadurch gewährleistet, was zur Gesunderhaltung der Tiere beiträgt und die Geruchsbelästigung reduziert. Der Käfig sollte über einen Schlafplatz in Form eines Holzhäuschens mit Schlupfloch und Nistmaterial zur Polsterung verfügen. Der Schlafplatz muss täglich von Futterresten gesäubert werden und das Nistmaterial sollte einmal pro Woche erneuert werden. Da Frettchen sehr reinliche Tiere sind, ist eine Gewöhnung an eine Katzentoilette sehr zu empfehlen ! Diese muss dann aber täglich gereinigt werden ! Futter- und Wasserbehälter sollten einmal pro Tag gereinigt werden. Im Käfig sollten zahlreiche Klettermöglichkeiten vorhanden sein. Einstreu auf dem Käfigboden ist nicht unbedingt erforderlich. Der ganze Käfig sollte mindestens zweimal pro Woche gründlich gereinigt werden.

Sind Kleinkinder im Haus, ist Vorsicht mit den Frettchen geboten, da diese ohne weiteres einmal zubeißen können!

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Pflege

Die Pflege der Frettchen ist relativ einfach, da diese Tiere sehr reinlich sind. Das Bürsten des Fells ist jedoch wichtig, da es nicht nur Streicheleinheiten für die Seele sind, sondern auch eine Massage für die Haut, die sich durchblutungsfördernd auswirkt und abgestorbene Hautschuppen und loses Haar entfernt. Die Krallen sollten auch hin und wieder geschnitten werden, entweder vom Tierarzt oder vom Zoofachhändler. Nach entsprechender Einweisung kann der Tierhalter auch die Pflege der Krallen selbst übernehmen. Frettchen sollten nur im Notfall gewaschen werden. Dazu kann ein mildes Katzenshampoo verwendet werden. Mit viel lauwarmem Wasser sollten die Seifenreste sorgfältig aus dem Fell gespült werden, um anschließend eine gründliche Trocknung vorzunehmen.

Frettchen sind von Natur aus sehr neugierige Gesellen. Wenn freier Auslauf in der Wohnung gewährt wird, sollte peinlichtst genau auf herumliegende Gegenstände geachtet werden, z.B. Zigaretten, Chemikalien, Kosmetika, Elektrokabel und andere gefährliche Gegenstände.

Frettchen sind sehr naturliebende Tiere und können an einen Freigang an der Leine gewöhnt werden. Spezielle Leinen und Brustgeschirre sind im Fachhandel erhältlich. Das Laufen an der Leine sollte jedoch zunächst in der Wohnung geübt werden, bevor die Erkundung in der freien Natur folgt.

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Futter

Frettchen sind Fleischfresser. Milch, Brot, Kekse oder Kartoffelchips gehören nicht auf den Speiseplan. Am besten ist Katzen-, Igel- oder spezielles Frettchenfutter. Rohes Fleisch und Knochen sollten nicht verfüttert werden, da diese häufig mehr Probleme machen als nützliche Nährstoffe zufügen. Eier werden gerne gefressen, müssen aber sehr frisch sein. Schweinefleisch ist verboten ! Da Frettchen zur Zahnsteinbildung neigen, sind spezielle Kaurolls sehr zu empfehlen, die beim Tierarzt und im Fachhandel erhältlich sind.

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Fortpflanzung

Die männlichen Tiere werden als Rüden bezeichnet und die weiblichen als Fähen. Die Geschlechtsreife tritt zwischen dem neunten und dem zwölften Lebensmonat ein. Eine allzujunge Fähe sollte man allerdings nicht decken lassen, weil sie für die Anstrengung einer Mutterschaft nicht stark genug ist. Die Fähe wird in der Regel im Vorfrühling und Frühsommer paarungsbereit und sollte zum Rüden gebracht werden, nicht umgekehrt!


Geschwollene Scheide
in der Ranz
Ist die Befruchtung erfolgreich, dauert die Trächtigkeit bis zur Geburt sechs Wochen. Die Welpen werden nackt, blind und taub geboren. Die Wurfgröße beträgt etwa 2 bis 5 Welpen. Wenn züchterische Ambitionen bestehen sollten, muss unbedingt Fachliteratur und tierärztliche Fachhilfe hinzugezogen werden. Eine Zuchtbenutzung ist maximal auf fünf Jahre begrenzt.

Zur Ranzzeit werden Frettchenrüden oft sehr bissig, unruhig und markieren ihr Territorium, so dass die Kastration angezeigt sein kann. Eine Kastration sollte jedoch nicht vor 8 Monaten durchgeführt werden.

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Lebenserwartung

6-9 Jahre (Altersrekord in unserem Klientel sind12 Jahre).

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Impfung

In Deutschland besteht seit dem 1. Juli 2004 die Pflicht, Frettchen gegen Tollwut impfen zu lassen und bei einem Auslandaufenthalt mit dem Fettchen den neuen EU-Impfpass zur Vorlage bei den Grenzbehörden mitzuführen. Weitere wichtige Infektionskrankheiten sind Staupe, Panleukopenie, Leptospirose, Bordetella und in Zuchten oder Tierfarmen Botulismus. Die Impfungen müssen jährlich aufgefrischt werden. Für eine detaillierte Information bitten wir Sie, unsere Seiten Vakzination und Infektionskrankheiten in dem medizinischen Abschnitt von Tierklinik.de aufzusuchen. Bitte benutzen Sie dazu den Hyperlink. Impfung/Vaccination von Frettchen

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Häufige Krankheiten

Alarmzeichen für eine Krankheit sind vermindeter Spieltrieb, verminderte Futteraufnahme, stumpfes Fell, starker Haarausfall und Durchfall.

Häufige Erkrankungen sind:
  • Magendarmprobleme, vor allem durch verdorbenes Fleisch verursacht.
  • Dauerbrunft oder Hyperöstrogenismus; bei der Fähe kann das zur Gebährmuttervereiterung (Pyometra) führen.
  • Wurm- und Parasitenbefall
  • Zahnstein und Zahnfleischentzündungen
  • Harnwegserkrankungen
  • Herz- und Lungenerkrankungen
  • Vitaminmangel von den Vitaminen A, B1, B6, E, Nikotinsäure, Biothin, Panthothensäure, Zink

Eine regelmäßige tierärztliche Vorsorge trägt zur Gesunderhaltung Ihres kleinen Kameradens bei!

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