Update für Tierhalter zum Corona-Virus (SARS-CoV-2) bei Haustieren

Gibt es Untersuchungen bezüglich der Replikation von Covid-19-Viren in der Schleimhaut von Hunden?

Hunde sind nicht sehr empfänglich für das Virus, können es aber weitergeben.

Das bedeutet, dass beim Niesen eines menschlichen Covid-19-Virusträgers viele Tröpfchen mit Covid-19-Viruspartikeln herausgeschleudert und in die Nase eines in der unmittelbaren Nähe befindlichen Hundes gelangen könnten.
Das feucht-warme Milieu im Hals-Nasen-Rachenraum des Hundes lässt das Virus dort einige Zeit im infektiösen Zustand überleben. Der Hund kann beim Niesen oder durch austretendes Nasensekret das Virus an Menschenweitergeben. Dabei fungiert der Hund alsVektor* überträgt lediglich das Virusmaterial durch Tröpfchen-oder Schmierinfektion (Anlecken oder Nasenstupser) an den Menschen.

Eine Virusreplikation des Covid-19-Virus in der Schleimhaut der Zellen beim Hund ist nachgewiesen worden, ist aber nach heutigen Wissensstand nicht für die Weitergabe des Covid-19-Virus an den Menschen von Bedeutung.

Was lassen bisherige Untersuchungsergebnisse bezüglich der Virusreplikation von Covid-19-Viren bei Katzen erkennen?

Katzen sind vergleichsweise sehr anfällig für das Covid-19-Virus und könnten es weitergeben.
Die Zellen der Atemwege der Feliden sind geeignet für die Replikation des CoVid-19-Virus. Experimentelle Studien haben gezeigt, dass nach Infektionen mit dem Covid-19-Virus bei etwa 5% der Katzen infektiöse Covid-19-Viren nach der Virusreplikation in der Katzenschleimhaut ausgeschieden werden. Die Virusreplikation in der Schleimhaut von Katzen hält jedoch nicht lange an.

Eine Ansteckung des Menschen durch in der Katze replizierte Covid-19-Viren konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Doch durch die Replikationszyklen in Katzen ist die Entwicklung von viralen Mutationen bei Katzen ein ernstzunehmendes Problem.

Es wäre durchaus denkbar, dass Covid-19-Varianten entstehen, die entweder ansteckender als die bisherigen sind oder insgesamt zu einer höheren Mortalität beim Menschen führen könnten

Somit muss dringend davon abgeraten werden, dass Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, einen engen Kontakt zu ihren Hauskatzen haben. In einem Haushalt mit an Corona erkrankten Personen oder nach positiver Testung müssen Katzen von ihren Haltern räumlich getrennt werden. Es darf zu keinen engen Kontakten zwischen Katzenhalter und Katze kommen. Unter keinen Umständen sollte das Tier vom infizierten Halter mit ins Bett genommen werden!

Nur so kann eine ständige Reinfektion wie auch die Entwicklung von neuen, mutierenden Covid-19-Virenstämmen vermieden werden.

Covid-19 bei Frettchen, Marder und Nerz

Die im Haus gehaltenen Frettchen sind wenig anfällig für das Covid-19-Virus. Die Infektionslage kann etwa mit der des Hundes verglichen werden.

Im Gegensatz dazu verhält sich die Lage bei den Nerzen. In großen Farmen in engen Käfigen gehalten, sind Infektionen der Nerze durch das Betriebspersonal sehr leicht möglich. Durch Stress und räumliche Enge kann das Covid-19-Virus sich leicht ausbreiten und in der Tierpopulation halten. So würden wahrhaftige Brutstätten für das Covid-19-Virus entstehen mit einer in der Folge daraus resultierenden Vielzahl von Mutationen des Covid-19- Virus.
Viele Länder, die über bekannt große Nerzfarmen (s. Dänemark, Norwegen) verfügen, haben sich seuchenhygienischen Gründen entschieden, den Bestand an Zuchtnerzen zu keulen.

Covid-19 beim Hamster

Hamster sind sehr empfänglich für das Covid-19 -Virus. Die virale Fortpflanzung in den Hamsterzellen erfolgt effizient und schnell; außerdem kann das Covid-19-Virus sich gut halten und über einen langen Zeitraum infektiös bleiben.

Somit gilt die Empfehlung, eine räumliche Trennung zu infizierten Personen einzuhalten!
Treten Wiederholungsinfektionen auf sollten die Hamster vorzugsweise eingeschläfert werden. So kann auch unnötige Viruslast mit SARS-CoV-2 im Haushalt sowie die Entstehung von gefährlichen Covid-19-Mutationen vermieden werden.

Diagnose von Covid-19 bei Haustieren

Ein Nachweis kann mittels dem SARS-CoV-2-Rapid-Antigen-Test erfolgen.

Sars Cov2 Test

Covid Test

Bei diesem Test werden Bestandteile der Spikeproteine des Covid-19-Virus aus der „Krone“ (lat.: Corona)nachgewiesen. Somit ist der Test nur positiv, wenn sich ausreichend SARS-CoV-2-Erreger in der Probe befinden. Um ein verlässliches Ergebnis zu erhalten, sollte die Probenentnahme und die Testung nur durch den Tierarzt / Tierärztin durchgeführt werden. Die Entnahme der Probe gestaltet sich bei vielen Tieren schwierig. Falsch entnommene Proben können leicht zu falsch negativen Ergebnissen führen.

Der PCR-Test kann natürlich auch beim Tier durchgeführt werden, wird aber für viele Tierhalter mit ca. € 150.- zu teuer sein.

Eine Blutentnahme zur Bestimmung von Antikörpern steht zur Zeit für Tiere nicht zur Verfügung. Hier ist das Problem, dass für jede Tierart ein spezifischer Test entwickelt werden müsste. Unsere Haus- und Heimtiere stellen zu diesem Zeitpunkt keine ausreichende Bedeutung für die Covid-19-Pandemie dar, dass ein solcher Aufwand gerechtfertigt wäre.

Wurden Mutationen des Covid19 beim Haustier nachgewiesen?

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Das Covid-19-Virus produziert die ganze Zeit während seines Fortpflanzungszyklusses Mutationen, also auch bei Tieren. Doch konnten bisher keine gefährlicheren Stämme bei Haustieren nachgewiesen werden.

Impfung für Tiere?

Möglich, aber diese sind im Moment noch nicht geplant, da zum jetzigen Zeitpunkt der Mensch vorrangig auf der Prioritätenliste steht.

m-RNA Vakzine sind wirksam bei Hunden und Katzen und könnten also eingesetzt werden.

Vektor-basierte Impfstoffe* können nicht eingesetzt werden, da das als Träger eingesetzte Virus nur eine Spezifität für die menschliche Zelle hat und nicht den notwendigen Rezeptor (Andockstelle) auf der Hunde- oder Katzen-Zelle findet.

Medikamente

Hunde und Katzen, die mit Covid-19 infiziert sind, machen nur einen vergleichsweise milden Krankheitsverlauf durch. Somit besteht keine Notwendigkeit, Medikamente für Tiere zu entwickeln. Corona-Medikamente sollen Menschen mit einem mittleren bis schweren Krankheitsverlauf vorbehalten bleiben.

Ein Antikörperserum, wie es bspw. Donald Trump verabreicht wurde,ist beim Tier wirkungslos, da die verwendeten Antikörper vom Menschen stammen und somit für das Tier ein Fremdprotein darstellen, das vom tierischen Abwehrsystem zerstört wird. Es müssten für jede Tierart individuelle Seren mit Antikörpern hergestellt werden. Es ist nicht davon auszugehen, dass solche entwickelt werden. Selbst für den Einsatz bei sog. Nutztieren (Bsp.: Nerze) wären die Entwicklungskosten in Relation zum wirtschaftlichen Nutzen zu hoch.

Würden chemisch definierte Antiviralstoffe entwickelt und stünden diese in ausreichender Menge zu Verfügung, wäre ein Einsatz unter gegebenen Umständen auch beim Tier denkbar.

 

Wir danken Herrn Prof. DVM A.D.M.E. Osterhaus, PhD Scientific head of Research Center for Emerging Infections (RIZ) von der Tierärztlichen Hochschule Hannover für die aktuellen, ergänzenden Informationen

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