Fleisch und ähnliche Eiweißquellen

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Einleitung

Fleisch und ähnliche Eiweißquellen

Fleisch

Besonders geeignet ist mageres Muskelfleisch, z.B. Wildgulasch, mageres Lammfleisch, Hähnchen- und Putenfleisch ohne Haut und Knochen, Rinder  -und Pferdegulasch. Das Fleisch besteht zum größten Teil aus Wasser, Eiweiß und ein wenig Fett. Diese Fleischsorten sind nach hoher Verdaulichkeit von bis zu 98 % und erstklassiger Eiweißqualität (beste Aminosäurenzusammensetzung) von sehr hochwertig bis gut geeignet unterteilt. Mineralstoffe, wie Kalzium, Natrium, Jod, Kupfer und Mangan sind kaum vetreten. Die Vitamingehalte von A , D und E sind gering. Auch die als Energielieferanten geltende Kohlenhydrate sind nur zu einem sehr geringen Prozentsatz enthalten.

Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte dürfen nur als sehr sorgflältig abgekochtes Fleisch verfüttert werden, auf keinen Fall roh! Gefahr: Infektionen   durch rohes Fleisch

Fleisch ist als alleiniges Futtermittel nicht geeignet, da es zu einer Verschiebung im Kalzium-Phosphor-Verhältnis führt. Als Folge sind Knochenstörungen (Entkalkung) und bei Jodmangel Störungen der Schilddrüse mit Kropfbildung zu erwarten. Des Weiteren treten Vitamin- und Mineralstoff-Mangelerscheinungen auf. Das Überangebot an Eiweiß kann zu Fehlgärung im Dickdarm führen mit übelriechender Gasbildung und schmieriger Kotkonsistenz.

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Innereien - Organe z.B. Leber und Nieren

Sie sind eiweißreiche Aminosäurequellen mit einem Eiweißgehalt mit 20 %, aber mit einem geringen Fettgehalt (weniger als 5 %). Sie sind jedoch schwerer zu verdauen als das schiere Muskelfleisch . Der Kalziumgehalt ist niedrig, ähnlich wie beim Muskelfleisch. Mineralstoffe, wie Eisen und Kupfer sowie die Vitamine A, B und Biotin, sind stark enthalten. Rohe Leber wirkt leicht abführend, da im Dickdarm Glykogen durch die bakterielle Gärung gespalten wird. Reine Leberfütterung kann durch den hohen Gehalt an Vitamin A zu Vergiftungen führen. Auch Schadstoffrückstände, wie Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel, können Schädigungen verursachen.

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Innereien - Vormägen, Mägen und Därme

Diese Schlachtabfälle sind noch eiweißreich, haben jedoch eine reduzierte Verdaulichkeit von etwa 92% mit wenigen Mineralstoffen und Vitaminen. Vor allem werden von Hunden gerne die grünen (ungereinigten) Pansen gefressen. Sie enthalten durch die anhaftenden Mikroorganismen   einen gewissen Anteil an wasserlöslichen Vitaminen. Schweinemägen haben durch den höheren Fettgehalt einen verhältnismäßig großen Energieanteil von bis zu 15 %. Bei dieser Art der Eiweißquelle ist auf Frische zu achten. Die Qualität kann schnell durch Verderbnis- und Fäulnisprozesse beeinträchtigt werden. Därme stellen eine Gefahr durch den Gehalt an Bakterien   dar. Besonders der Besatz mit Clostridien   oder Salmonellen kann zu schweren Verdauungsstörungen führen.

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Schlachtabfälle - reich an Bindegewebe :

Bei diesen tierischen Nebenerzeugnissen (Lunge, Milz, Euter und Genitalien) liegt die Verdaulichkeit unterhalb von 90 %. Die Zusammensetzung der Aminosäuren   hat keine große Wertigkeit für Tiere und kann lediglich zum Strecken des Futters eingesetzt werden. Ein Beispiel ist der Einsatz in Diäten zur Gewichtsreduzierung. Es muss jedoch ein gewisser Anteil an hochwertigen Aminosäurequellen zugesetzt werden. Vor allem im Euter ist der Fettgehalt recht hoch und der Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen geringer als im Muskelfleisch.

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Wurstwaren und Speck

Diese sind im Allgemeinen ungeeignet zur Tierernährung   durch einen hohen Gehalt an Kochsalz, Nitritpökelsalz, Fett und Gewürzen sowie einem nur mittleren Eiweißgehalt. Bei Wurstzipfeln ist auf Metallverschlüsse und Wurstpelle aus Kunststoff zu achten. Diese stellen häufig einen Fremdkörper dar, der zu einem Darmverschluss führen kann.

Magere und ungewürzte Geflügelwurst kann zur Eingabe vom Medikamenten genutzt werden.

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Fisch

Fischfleisch wird von Hunden und Katzen gern gefressen. Der Fettgehalt der Fische   ist sehr variabel. Als fettarme Fische gelten Kabeljau und Forellen, fettreich sind beispielsweise Karpfen und Aale. Bei der Fütterung ist das schiere Muskelfleisch der Fische hoch verdaulich. Werden ganze Fische vefüttert, stellen kleine Gräten keine Gefahr dar, größere sollten auf jeden Fall entfernt werden. Werden Fischköpfe oder ganze Fische verfüttert, müssen diese erst gekocht werden, um Bakterien und Parasiten   abzutöten. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Angelhaken im Fisch verblieben sind. Sollte Fischfilet zur Fütterung eingesetzt werden, muss dieses auch abgekocht werden, da die im Fisch enthaltenen Enzyme   (Thiaminasen) das Vitamin B spalten und in der Nahrung zerstören. Abgesehen von der hohen Verdaulichkeit des Fischeiweiß im Muskelfleisch ist die Verdaulichkeit im Fischmehl geringer (etwa 85 %), dafür enthält es zusätzlich wasserlösliche Vitamine, Mineralstoffe wie Kalzium und Phosphor und einen Fettgehalt von etwa 12 %. Vor allem der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist hoch. Wird zuviel Fischmehl in der Nahrung eingesetzt, so beginnen die Tiere deutlich nach Fisch zu riechen.

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Knochen

Knochen enthalten überwiegend Bindegewebe, Fett und Mineralstoffe, wie Kalzium, Magnesium, Natrium, Zink und Phosphor. Knochen können in geringen Mengen zur Ergänzung der Mineralstoffe sehr nützlich sein. Um Knochen als Futtermittel einsetzen zu können, müssen diese gekocht werden. Auch die Herkunft sowie die zur Fütterung angebotene Menge ist zu berücksichtigen. Einige Hunde beschäftigen sich genüsslich mit dem Benagen und Ausschlecken von Knochen, von anderen Hunden werden die Knochen im Eiltempo zerkleinert und geschluckt. Dies führt zu schmerzhaften Kotabsatzstörungen und Verstopfungen (bei Fütterung von mehr als 10 g Knochen pro kg Körpergewicht). Der günstige Effekt auf die Zahngesundheit wird häufig überschätzt. Zahnfrakturen und eine schnellere Abnutzung des Kauapparates können folgen. Vor allem bei der Fütterung von Hunden gelten Knochen als ein wichtiger Bestandteil des Futters. Der Zahnpflege zuträglich sind aber auch ausgeglichene Mineralstoffmischungen sowie Büffelhauterzeugnisse. Vorsicht ist mit Knochen von Wildtieren und altem Geflügel   geboten, da diese leicht splittern und zu Verletzungen führen können. Geeigneter sind Knochen von jungen Tieren, wie Kalbsknochen, Rippen und Brustbein von Mastschweinen (gründlich gekocht) sowie Knochen von Junggeflügel. Die aus Knochen gewonnene Gelantine soll einen günstigen Effekt auf die Gelenke haben. Der wissenschaftliche Nachweis hierfür steht jedoch noch aus.

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Futtermittelunverträglichkeit bei Eiweiß

An Futtermittelunverträglichkeiten sind Eiweiße vor allem von Rind, Schwein, Soja, Ei, Milch  , Huhn und Pferd besonders häufig beteiligt. Geeignet für eine Ausschlussdiät sind Wild, z.B. Hirsch, Lamm, Fisch (z.B. Kabeljau, Forelle) und Pute.

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