Impfung von Frettchen und Madern

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Frettchen VaccinationDie neuesten Europabestimmungen verpflichten jetzt auch die Halter von Frettchen, ihre Tiere impfen zu lassen, vor allem wenn diese am Reiseverkehr teilnehmen. Auch der besorgte Tierhalter, der an der Gesunderhaltung seiner Lieblinge interessiert ist, wird für einen Impfschutz sorgen wollen. Im Besonderen sind die Staupe   und Katzenseuche   ein wichtiges Thema zur Impfung. Aufgrund der sehr kurzen Atemwege und der kleinen Lungenvolumina dieser Tiere ist eine Prophylaxe   gegen Infektionen   der Atemwege von großer Bedeutung. Die Impfempfehlungen sind jedoch sehr kontrovers.

Im Internet wird eine Vielzahl von Meinungen in Bezug auf die Impfung von Frettchen vertreten, dabei wird eine Reihe von Unwahrheiten verbreitet, die den Tierhalter nur verunsichern. In diesem Abschnitt soll auf die verschiedenen Impfempfehlungen eingegangen werden und die wichtigsten sollen kurz erläutert werden (blauunterlegt mit Link zur medizinischen Abteilung). Bei den nicht sinnvollen Impfungen wird der Grund kurz dargelegt.

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Schutzimpfung   von Frettchen und Madern

  1. Tollwut  : Sie ist wichtig zum Schutz von Tier und Mensch. Pflicht im Reiseverkehr!
  2. Staupe: Das Frettchen ist sehr anfällig für Staupe. Eine Impfung sollte jährlich durchgeführt werden, Mindestimpfalter 10 Wochen. Bei jüngeren Tieren sollte die Impfung nach 4 - 6 Wochen wiederholt werden. Als Impfstoff kann der für Frettchen allein in Deutschland zugelassene Febrivav Dist der Firma IDT Biologika GmbH eingesetzt werden. Die Ausnahme bildet das amerikanische Schwarzfußfrettchen. Es muss halbjährig mit einem in Deutschland nicht erhältlichen Spezialimpfstoff geimpft werden!
  3. Katzenseuche (Panleukopenie  ): Die Panleukopenie oder Parvovirose   ist auch für Frettchen eine tödliche Erkrankung  , die unbedingt durch regelmäßige Schutzimpfungen bekäpft werden sollte.
  4. Hepatits: Wie andere Tiere auch, kann das Frettchen an einer Hepatitis erkranken, allerdings verursacht das CAV1 Virus   des Hundes beim Frettchen keine Hepatitis. Da für Frettchen keine zugelassenen Impfstoffe in Deutschland existieren, muss der Tierarzt   auf den polyvalenten Impfstoff für Hunde ausweichen. Dieser erhält das CAV1 Virus, das dem Frettchen zwar nicht schadet, aber auch keinen Schutz bietet.
  5. Leptospirose: für das Frettchen ist nur die Weilsche Krankheit  , die von der Bakterie Leptospira   icterohaemorrhagiae verursacht wird, von Interesse. Die Impfung ist wichtig, da diese Infektion   nicht nur für Tiere, sondern auch für den Menschen ansteckend ist.
  6. Influenza  : Die bei Menschen nicht selten vorkommende Grippe (Influenza) ist auch beim Frettchen ein wichtiges Thema. Es gibt jedoch keinen Impfstoff, der gegen die Erreger   der Influenza beim Frettchen wirksam ist. Um eine Impfung durchführen zu können, müsste auf einen Influenzaimpfstoff vom Pferd oder vom Menschen zugegriffen werden. Die Verträglichkeit und der therapeutische Nutzen sind jedoch ungewiss.
  7. Pasteurellose: Ähnlich zum Kaninchen kann durch die Bakterie Pasteurella   multocida eine Infektion der oberen Atemwege mit Fressunlust, Durchfall und Atemnot bis hin zu Krampfanfällen verursacht werden. Es besteht die Möglichkeit, mit einem Kaninchenimpfstoff auch beim Frettchen einen Schutz zu erreichen.
  8. Bordetellainfektion: Der für die Katze zugelassene Intranasalimpfstoff könnte bei Frettchen gut zum Einsatz kommen, um einen örtlichen Schutz der Schleimhäute zu erreichen, was sich vorteilhaft auf die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der oberen Atemwege auswirken würde.
  9. Leukose: Die Leukose spielt bei Frettchen zwar eine Rolle, aber der für die Katze entwickelte Impfstoff ist nicht in der Lage, einen sicheren Schutz bei Frettchen zu entwickeln.
  10. Botulismus  : Clostridien   in verseuchtem Futter bergen die Gefahr eines Botulismus. Es gibt in Deutschland keinen zugelassenen Impfstoff für Frettchen, nur einen amerikanischen. Ein Impfstoff für Nerze ist in Deutschland allerdings zugelassen. Dieser ist aber nur für Nerzfarmen von Interresse, da dort größere Futterbestände leichter von Clostridium   botulinum befallen werden können.
  11. Dermatomykosen: Gegen Hautpilzerkrankungen gibt es für Frettchen keinen zugelassenen Impfstoff in Deutschland.

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Da für Frettchen in Deutschland nur Impfstoffe für Staupe und Tollwut (siehe hier)zugelassen sind, müssen Impfstoffe von Hund, Katze und Kaninchen vom Tierarzt umgewidmet werden.

Frettchen sollten nach unserer Auffassung nicht vor der achten Lebenswoche geimpft werden. Es gibt jedoch Ausnahmen, die individuell vom Tierarzt entschieden werden sollten. Eine Grundimmunisierung gegen Tollwut sollte im Alter von drei Monaten durchgeführt und nach vier Wochen wiederholt werden. Die erste Impfung gegen Staupe erfolgt mit zehn Wochen, bei jüngeren Tieren sollte 4 - 6 Wochen später aufgefrischt werden. Was im Detail geimpft werden muss, sollte Ihre Tierärztin/Ihr Tierarzt entscheiden, unter Berücksichtigung der individuellen Haltungsbedingungen des Frettchens.

Eine jährliche Wiederholungsimpfung für Tollwut und Staupe ist unbedingt erforderlich!

Auch Frettchen, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, sollten regelmäßig geimpft werden, da Erreger auch mit den Schuhen in den Wohnraum eingeschleppt werden können!

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Staupe: das Frettchen ist sehr anfällig für Staupe. Eine Impfung sollte jährlich durchgeführt werden, Mindestimpfalter 10 Wochen. Bei jüngeren Tieren sollte die Impfung nach 4 - 6 Wochen wiederholt werden. Als Impfstoff kann der für Frettchen allein in Deutschland zugelassene Febrivav Dist der Firma IDT Biologika GmbH eingesetzt werden. Die Ausnahme bildet das amerikanische Schwarzfußfrettchen. Es muss halbjährig mit einem in Deutschland nicht erhältlichen Spezialimpfstoff geimpft werden!

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