Ancylostomatidose - Hakenwürmer

Die Hakenwürmer sind ziemlich kleine Würmer von 3 mm bis 18 mm Länge, wobei die Weibchen größer als die Männchen sind. Der Wurm verfügt über eine kräftige Mundkapsel, die zahnartige Strukturen enthält. Mit diesen beißt er die Darmzotten ab, um das Blut seines Wirtes zu saugen.

Allgemeines | Morphologie   | Infektion   | Klinik   | Diagnose   | Therapie   | Vorbeugung

Allgemeines

Bei Hunden sind zwei Arten von Bedeutung. Uncinariastenocephala und Ancylostomacaninum. Bei Katzen können Ancylostomatubueforme, Uncinariastenocephala und A. braziliense vorkommen. Beim Hamster und Menschen kommt A. ceylanicum vor. Alle Hakenwürmer können vom Tier auf den Menschen übertragen werden und zählen somit zur Zoonose  -Kategorie. Nur durch spezielle Diagnoseverfahren, z. B. PCR  , kann die genaue Identifizierung mit Klassifizierung durchgeführt werden. Am häufigsten kommen sie als Dünndarmparasit beim Hund, Fuchs, Wolf, Kojote und anderen wildlebenden hundeartigen Tieren vor. Beim Menschen kommen vor allem in den Subtropen und Tropen Ancylostomaduodenale und Necatoramericanusals Hakenwurm vor. Diese fordern vor allem unter Kindern erhebliche Todesopfer in Regionen mit schlechten hygienischen Bedingungen, wo die Felder mit Fäkalien gedüngt werden; dort ist die Durchseuchung besonders hoch.
Die Hakenwürmer sind stark klimaabhängig, Uncinariastenocephala ist an mäßiges bis subarktisches Klima adaptiert, dagegen ist Ancylostomacaninum an subtropische und tropische Klimaregionen angepasst. Die Parasiten   kommen ohne Zwischenwirt aus, doch die Larven, die sich in der Umgebung entwickeln, sind gegen Austrocknung sehr empfindlich.

 

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Morphologie

Die Hakenwürmer sind ziemlich kleine Würmer von 3 mm bis 18 mm Länge, wobei die Weibchen größer als die Männchen sind. Der Wurm verfügt über eine kräftige Mundkapsel, die zahnartige Strukturen enthält. Mit diesen beißt er die Darmzotten ab, um das Blut seines Wirtes zu saugen.

Ancylostoma Hakenwurm MundwerkzeugeHakenwurmHakenwurm Querschnitt

 


 

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Infektion

Der infizierte Wirt scheidet die Eier mit den Exkrementen aus. In den Eiern findet bereits die Zellteilung statt, so dass zwischen 4-16 Blastomeren enthalten sind. Bei ausreichender Sauerstoffzufuhr, Umgebungstemperatur und Feuchtigkeit entwickelt sich die Larve   L1, die in die freie Umgebung schlüpft. Über das Larvenstadium L2 zum infektiösen Larvenstadium L3 gelangt der Parasit   schließlich durch Verschlucken in den Verdauungstrakt eines potenziellen Wirtes. Eine Häutung zur Larve L4 wird nach Erreichen des Dünndarms abgeschlossen. Nachdem der Wurm durch die Nährstoffe im Darm gewachsen ist, findet die letzte Häutung zur Larve L5 statt, mit der die Geschlechtsreife des Hakenwurmes erreicht wird.

Perkutane Infektion:

Ein Teil der infektiösen Larven nimmt einen anderen Weg, der jedoch einen geringeren Erfolg verspricht, den Darm zu erreichen. Dabei suchen die Larven die Schweißdrüsen, Talgdrüsen oder Haarwurzelscheiden auf, wo sie durch diese natürlichen Öffnungen der Hautschichten eines Wirtes eindringen. Ancylostoma braziliense ist sogar in der Lage, direkt durch die Haut zu wandern. Dann kann die Larve bei der Körperwanderung über die Lymphbahnen und Blutgefäße die rechte Herzkammer sowie über den kleinen Kreislauf die Lungen erreichen. In der Lunge streuen die Larven in die Kapillargefäße aus und erreichen über die Bronchien die Luftröhre. Durch Husten und Abschlucken werden die Larven in den Darm befördert, wo sie die Geschlechtsreife erlangen.

Somatische Wanderung mit Hypobiose  :

Einige Larven L3 können sich in Geweben, beispielsweise der quergestreiften Muskelatur und dem Fettgewebe, einnisten und dort Jahre verharren, ohne dabei irgendeine Aktivität zu zeigen.

Hakenwurm Fusssohle

Transmammäre Infektion:

Durch die hormonellen Veränderungen im Körper einer trächtigen Hündin werden die sich in Hypobiose befindlichen Larven reaktiviert. Diese wandern in die Milchdrüsen des Muttertieres und infizieren dann über die Milch   die saugenden Welpen. Im Gegensatz zur Toxocarose findet hier keine pränatale (vorgeburtliche) Infektion statt, die Larven scheinen die Föten nicht über die Plazenta   (Mutterkuchen) infizieren zu können (transplazentare Wanderung).

Infektion paratenischer Wirte:

Die freilebende Larve L3 kann auch Nagetiere, Haustiere, z. B. Schafe und Ziegen sowie Menschen infizieren, in deren Fettgewebe und quergestreifter Muskulatur die Larve inaktiv in Hypobiose über Jahre verbleiben kann. Nach der Aufnahme von rohem Lammfleisch kann es beim Hund direkt zur Ansiedelung der Larve im Darm kommen, wo sie sich bis zur Geschlechtsreife weiterentwickelt.

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Klinik

Hakenwurm DuenndarmbefallDie klinischen Anzeichen hängen von Alter, Gesundheits- und Ernährungszustand des Wirtes sowie der Intensität der Infektion mit Hakenwürmern ab. Am schwersten erkranken junge Tiere und Menschen, die über eine nicht ausreichende Abwehrkraft verfügen sowie eine Eiweißmangelernährung aufweisen. Typische Symptome   sind Abmagerung, Schwäche, Durchfall und Austrocknung. In schweren Fällen kommt es zur Anämie - etwa 100 ausgewachsene Hakenwürmern verzehren pro Tag 50 ml Blut.

 

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Diagnose

Hakenwurm Ankylostoma-EiDie Diagnose des Hakenwurmbefalls beim Hund kann vom Tierarzt   ohne große Probleme mit Hilfe der Flotationsmethode gestellt werden. Die Eier sind dünnschalig, oval mit typischen Elementen der Zellteilung, so dass zwischen 4-16 Blastomeren in einem Ei gesehen werden können. Wiederkehrende Durchfälle und Anämien (Blutarmut) können zu einer Verdachtsdiagnose führen. Damit die Hakenwürmer genau klassifiziert werden können, muss von einem spezialisierten Labor eine PCR (Polymerasekettenreaktion  ) durchgeführt werden.

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Therapie

Zur Behandlung   vom Hakenwurmbefall beim Tier und Menschen stehen verschiedene Medikamente  , sogenannte Anthelminthika zur Verfügung. Gut wirksam sind Fenbendazol, Mebendazol, Flubendazol und Milbemycin, die wegen der guten Verträglichkeit gerne eingesetzt werden. Die meisten Anthelminthika sind aber nur gegen Parasiten im Darm wirksam. Wird eine Behandlung durchgeführt, sollte diese jedoch über 3-5 Tage erfolgen. Bei Welpen, die von der Mutter gesäugt werden, ist ab der 2. Woche eine Entwurmung angezeigt. Diese kann mit 4, 6, 8, 12 und 16 Wochen wiederholt werden. Bei älteren Tieren sollte zwischen den Impfterminen eine Entwurmung durchgeführt werden. Zur eigenen Sicherheit und zum Schutz der Familie sind regelmäßige Entwurmungen in vierteljährlichen Abständen mit wechselnden Anthelminthika zu empfehlen.
Welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt und bei welchem Tier einzusetzen sind, kann nur die Tierärztin/der Tierarzt entscheiden.

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Vorbeugung - Prophylaxe  

Da Welpen ab dem 21. Tag nach der Geburt   infektiöse Eier ausscheiden können, ist eine Behandlung im Alter von zwei Wochen als Erstbehandlung durchaus sinnvoll. Hierbei werden die bereits im Darm befindlichen Würmer vor der Geschlechtsreife abgetötet und der Zyklus   an dieser Stelle unterbrochen. Durch das im Abschnitt Therapie aufgezeigte Behandlungsschema, werden auch die galaktogenen (mit der Milch ausgeschieden) Larvenstadien erfasst, jedoch nicht sicher vermieden. Trächtige Hündinen sollten ab dem 40. Tag der Trächtigkeit eine Behandlung mit einem Anthelminthikum erhalten. Dieses ist jedoch nicht wirksam gegen die Wanderlarven. Heutzutage sind erfolgreiche Behandlungen gegen die Wanderlarven zwar möglich, aber teuer. Sie lohnen sich wohl nur für Züchter mit großen Tierbeständen.
In Zwingern mit Steinfußboden sollte dieser mit heißen Dampfreinigern in regelmäßigen Abständen desinfiziert werden.

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