Mitosefehler

Kennzeichnend für alle Strukturen eines Organismus ist, dass sie über eine einheitliche Morphologie verfügen (z. B. hat Lebergewebe immer die gleiche Struktur). Zur selben Zeit ist das Wachstum der Zellen in einem Organismus begrenzt. Die Zellteilungen, die in einem Organismus stattfinden, stehen unter einer strikten Kontrolle von Regulator-Eiweißstoffen, den Chalonen. Diese Hemmfaktoren sind Glykoproteine, die gewebespezifisch sind.

Entsteht eine Verletzung, z. B. durch einen Unfall oder chirurgischen Eingriff, sinkt die Konzentration im schadhaften Gewebe, und die Mitoserate der Zellen steigt bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die ursprüngliche Größe der Organs wieder hergestellt und die Reparatur abgeschlossen ist.

Sind die Zellen nicht mehr in der Lage, Chalone zu bilden, wird die Mitose der Zellen nicht mehr gehemmt, es kommt zur ungesteuerten Zellvermehrung und tödlichen Fehlfunktionen des Organs.

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Krebsauslösende Stoffe - karzinogene Stoffe

  1. Anorganische Stoffe und Verbindungen: Asbest, Nickelstaub, Bleiverbindungen.
  2. Organische Stoffe und Verbindungen: Nitrosamine aus gepökelten Fleischverbindungen, aromatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Benzole.
  3. Biologische Stoffe: Pilzgifte, z. B. Aflatoxine durch Schimmel auf Lebens- und Futtermitteln.
  4. Physikalische Noxen: Ultraviolette Strahlung (UV-Licht), ionisierende Strahlung, z. B. radioaktive Strahlen.
  5. Chronische Wundreize: Durch chronische Entzündungen können Heilprozesse zu wucherndem Gewebe umschlagen.
  6. Viren: Einige Viren verursachen Tumore, z. B. Leukoseviren -> Leukämie.
  7. Gene: Durch eigene Gene der Zelle kann ein Krebsleiden ausgelöst werden, wenn diese fehlerhaften Erbabschnitte aktiviert werden.

Karzinogene Stoffe können einen Tumor meist nur dann auslösen, wenn einige Bedingungen erfüllt werden. Ein chemischer Stoff muss zunächst in eine Zelle eindringen, darf dann aber durch die Entgiftungsmechanismen der Körpers nicht beseitigt werden. Dabei müssen die karzinogenen Stoffe mit empfindlichen Bereichen der Zelle reagieren. Durch Zusammenwirken verschiedener karzinogener Stoffe werden die zellschädigenden Reaktionen verstärkt. Kommt es zur Tumorbildung, kann die Zelle oder das veränderte Gewebe vom Abwehrsystem als entartet erkannt und durch Abwehrzellen zerstört werden.

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Gutartige Tumore - benigne Tumore

Diese Tumore zeigen ein langsames Wachstum mit wenigen Zellteilungen. Die Tumorzellen haben die Beschaffenheit des Muttergewebes und sind auf ihren Ursprung begrenzt (bilden keine Tochtergeschwülste - Metastasen).

Mitosefehler-Lipom 1Mitosefehler-Lipom 2


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Bösartige Tumore - maligne Tumore

Sie zeigen ein schnelles Wachstum mit vielfältigen Zellteilungen. Die Tumorzellen haben häufig keine Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Muttergewebe. Der Bereich um den Tumor kann schlecht abgegrenzt werden, durch Einbrechen des Tumorgewebes in Blutgefäße kommt es zur Fortschwemmung von Zellen. Diese mit dem Blutstrom davongetragenen Tumorzellen können sich in gesunden, fern gelegenen Geweben oder Organen ansiedeln und Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

Mitosefehler-Liposarkom 1Mitosefehler-Liposarkom 2


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