Präputialkatarrh – Balanoposthitis

Einleitung | Symptome     | Diagnose     | Therapie    

Einleitung
Die Balanoposthitis   ist eine Erkrankung  , bei der es sich definitionsgemäß um eine Entzündung   der Eichel des Penis   und des Innenblattes der Vorhaut, also der Schleimhaut, handelt.
Üblicherweise versteht man aber unter einem Präputialkatarrh   eine nicht entzündliche Reaktion, bei der eine übermäßige Menge an Smegma   als gelbliche, scheinbar eitrige Flüssigkeit aus der Vorhaut des geschlechtsreifen Rüden tropft.

Symptome
Der Präputialkatarrh ist sicherlich eine häufige Störung des Milieus im Bereich der Vorhaut. Öffnung der Vorhaut eines Hundes aus dem etwas Smegma raustropft.Steinartiger Fremdkörper in der Vorhaut eines MeerschweinchensGereinigte Vorhaut eines Katers, die Penisspitze ist abgestorbenDie Hunde werden wegen eines gelblich-weißlichen Ausflusses aus der Vorhaut vorgestellt. Der Allgemeinzustand der Tiere ist jedoch nicht gestört. Dieser Ausfluss stellt eher ein hygienisches Problem für den Tierhalter da, zumal überall in der Wohnung das klebrige Sekret   verteilt wird.

Bei der Balanoposthitis handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung der Eichel und der Vorhaut. Dabei ist die Vorhaut rötlich bis blauviolett verfärbt. Durch heftiges Belecken wird der Krankheitszustand verstärkt und kann bis zur Nekrose   des Gewebes führen. Die Drüsen an der Penisbasis produzieren vermehrt Smegma, das die Grundnahrung für die Infektionserreger bildet. Der schmerzhafte Entzündungsprozess kann durch eine Phimose   ausgelöst werden oder auch durch Schwellung und Vernarbung zur Phimose führen.

Diagnose
Die Diagnose kann nur durch den Tierarzt   / Tierärztin gestellt werden. In einigen Fällen kann die Ursache der Entzündung ein unter die Vorhaut gelangter Fremdkörper sein. Ist die Vorhaut zu stark geschwollen, sodass der Penis nicht vorgelagert werden kann, kann durch eine endoskopische Untersuchung die Ursache gefunden und beseitigt werden. Auch Steine und Harngrieß können zu einer Balanoposthitis führen. Durch eine bakteriologische Untersuchung können die Erreger   bestimmt werden.

Therapie
Der Präputialkatarrh kann durch die chirurgische oder chemische Kastration   innerhalb von ein bis zwei Wochen eingedämmt werden. Die Methode ist sehr wirksam, hat aber als Folge den Verlust der Fruchtbarkeit des männlichen Tieres. Soll die Fruchtbarkeit erhalten bleiben, kann durch Vorhautspülungen und Salben eine vorübergehende Besserung erzielt werden, die allerdings nicht dauerhaft ist. Durch den Einsatz eines Präparats, das die Bildung von Testosteron   hemmt, kann der Tierarzt einen Präputialkatarrh für ½ - 1 ½ Jahre unterdrücken.
Die Balanoposthitis ist eine schwerwiegende Veränderung, die erst einer sorgfältigen Diagnose bedarf. Handelt es sich um einen Fremdkörper, ist dieser erst zu entfernen. Entzündliche Infektionen   durch Bakterien   oder Pilze   werden nach Erregerisolierung und Resistenztest mit milden aseptischen Spüllösungen und antibiotischen Salben örtlich behandelt. In schwerwiegenden Fällen können noch zusätzlich Antibiotika   verschrieben werden. Kommt es zu gangränösen Veränderungen des Penis und der Vorhaut kann evtl. die chirurgische Therapie helfen, ein Leben zu retten, und die Amputation   des Penis wird erforderlich.

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