Medikamentöse Kastration des Rüden – „chemische Kastration“

liegender LabradorEs gibt eine Reihe von medizinischen Indikationen zur Kastration   eines Rüden. Nicht immer wird jedoch die permanente Unfruchtbarmachung durch den Tierhalter gewünscht. Indikationen sind unter anderem: Hernien in Bereich des Perineums, Kryptorchismus  , Perianaldrüsentumore, übermäßige Smegma  –Produktion, Satyriasis  , Prostatavergrößerung und testosterongesteuerte Aggressivität.

Verschiedene in der tierärztlichen Praxis gebräuchliche MedikamenteEin weiterer Grund für die „chemische Kastration“ ist, dass es nach dem Tierschutzgesetzverboten ist, ohne medizinische Indikation   die Kastration vorzunehmen. So besagt der § 6 des Tierschutzgesetzes: „Die Kastration von Hunden (männlichen und weiblichen) ebenso wie das Kupieren von Ohren und Ruten sowie das Entfernen der Wolfskrallen fällt unter das Amputationsverbot und darf nur bei Vorliegen von medizinischen Gründen vorgenommen werden!“

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Der Wunsch des Tierbesitzers ist dafür nicht ausreichend, und eine nur aus Bequemlichkeit vorgenommene Kastration damit illegal!

Kommt es zu unerwünschtem Verhalten des Rüden, wie beispielsweise Aggressivität gegen Rüden, Besteigen von Objekten und Personen oder Markieren im Haus, kann durch die Gabe eines Medikamentes   Einfluss auf das Fehlverhalten genommen werden.

Auch bei der „chemischen Kastration“ tritt ein gesteigerter Appetit wie bei der chirurgischen Kastration auf. Der Tierhalter muss gegebenenfalls die Futterration um ein Drittel bis zur Hälfte reduzieren, damit eine anschließende Fettleibigkeit vermieden wird.

Bei inkontinenten Rüden kann der unkontrollierte Harnfluss nach der Kastration zunehmen. So besteht die Möglichkeit, durch Medikamente   eine chirurgische Kastration zu simulieren mit allen Vor- und Nachteilen.

Zur Verfügung stehende verschiedenartige Medikamente

Medroxyprogesteron-acetet

Die Injektion erfolgt im Abstand von 4 - 6 Wochen.
Einsatz: sexuelle Hyperaktivität beim Kater und Rüden - Satyriasis, sexualhormon-gesteuerte Aggressivität und die zeitweilige chemische Kastration.
Das Medikament   sollte nicht bei Rüden unter einem Jahr eingesetzt werden!
Nebenwirkungen: gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme, vermehrte Wasseraufnahme und Harndrang, Schmerzen an der Injektionsstelle, Veränderungen des Haarkleides, Wesensveränderungen und Vergrößerung der Brustdrüsen.

Proligestron

Die Injektion erfolgt im Abstand von 4 - 6 Wochen.
Einsatz: sexuelle Hyperaktivität beim Kater und Rüden, sexualhormongesteuerte Aggressivität und die zeitweilige chemische Kastration.
Das Medikament sollte nicht bei Rüden unter einem Jahr eingesetzt werden!
Nebenwirkungen: gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme, vermehrte Wasseraufnahme und Harndrang, Schmerzen an der Injektionsstelle, Veränderungen des Haarkleides, Wesensveränderungen und Vergrößerung der Brustdrüsen.

Delmadionacetat

Die „chemische Kastration“ durch moderne Medikamente, wie beispielsweise der „Chip“, gibt dem Tierhalter Gelegenheit, Erfahrungen mit einem kastrierten Tier zu machen, ohne dieses zu verstümmeln und den Effekt bei unerwünschten Nebenwirkungen rückgängig machen zu können.

Die Injektion erfolgt im Abstand von vier Wochen.
Das Medikament sollte nicht bei Rüden unter einem Jahr eingesetzt werden!
Einsatz: Prostatahyperplasie, kleine Tumore   der Perianaldrüsen, sexuelle Hyperaktivität, sexualhormongesteuerte Aggressivität und die zeitweilige chemische Kastration.
Nebenwirkungen: gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme, vermehrte Wasseraufnahme und Harndrang, Schmerzen an der Injektionsstelle, Veränderungen des Haarkleides.

Deslorelinacetat - „Kastrations-Chip“

Großaufnahme der Kanülenspitze in der das Implantat sichtbar ist.GnRH  -Analogon   unterdrückt das Vorläuferhormon, das zur Freisetzung von Testosteron   erforderlich ist, so stark, dass der stimulierende Effekt bereits in den ersten drei Wochen zu spüren ist. Durch das Überangebot an GnRH und den freigesetzten FSH   und LH   werden unter der Dauerstimulation dieser Botenstoffe aus der Hypophyse   die Rezeptorzellen in den Hoden   zurückgebildet, sodass die Testosteronfreisetzung bis zur sechsten Woche von den Hoden völlig eingestellt wird.
Die Wirkung des Implantats hält über einen Zeitraum von sechs beziehungsweise zwölf Monaten an, je nach Wirkstoffmenge des Implantates. Die volle Wirkung sollte nach sechs Wochen erreicht werden. Wird die Gabe des Präparates in dem korrekten Zeitraum fortgesetzt, ist mit einer Befruchtung von einer läufigen Hündin durch den behandelten Rüden nicht zu rechnen.


Einsatz: Sexuelle Hyperaktivität, sexualhormongesteuerte Aggressivität und die zeitweilige chemische Kastration.

Nebenwirkungen: Schwellung und sehr selten Schmerzen an der Injektionsstelle. Hoden atrophieren stark.

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