Fütterung bei Diabetes mellitus / Zuckerkrankheit

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Allgemein

Katze Diabetes

Die Ernährung   bei Diabetes unterscheidet sich wesentlich von der bei Magen-Darm-Erkrankungen, da Diabetes durch den Mangel des Hormons Insulin verursacht wird.

Insulin wird vom Körper benötigt, um den Blutzuckerspiegel steuern zu können. Der Zucker im Blut ist für die energieverbrauchenden Zellfunktionen lebensnotwendig. Bei einem hohen Blutzuckerspiegel wird Insulin aus den Langerhansschen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse in die Blutbahn abgegeben. Das Insulin erhöht den Glukoseeintritt (Diffusion  ) in die Zellen und reduziert so den Glukosespiegel im Blut. Im Stoffwechsel   kann die Glukose zur Energieerzeugung bereitgestellt werden oder durch Enzyme   zu langen Ketten, z. B. in Stärke, umgewandelt werden. Die Stärke kann dann in die Zellen eingelagert werden und bei Bedarf in Zucker (Glucose) zurückgewandelt werden. Der Diabetes (Zuckerkrankheit  ) kann durch Verletzungen oder Infektionen   der Bauchspeicheldrüse, aber auch durch Fettleibigkeit und Alter ausgelöst werden. Durch den Diabetes können andere das Krankheitsbild verschlimmernde Krankheiten   hinzukommen. Dazu gehören Katarakte (grauer Star), Darmentzündungen durch Überwucherung der Darmflora infolge von Bakterien   oder Pilzen, Malabsorptions-Syndrom nach Darmzotten-Schädigung, Infektionen der Harnwege, wie z. B. Blasenentzündungen, in seltenen Fällen Allergien gegen Insulin, welches dann sehr schnell vom Organismus   abgebaut wird. Eine Behandlung   erfolgt in den meisten Fällen mit Insulininjektionen; in sehr seltenen Fällen können Tabletten verabreicht werden. Ihr Tierarzt   stellt die Diagnose und wird Sie anschließend hinsichtlich der Therapie   beraten.

Eine Behandlung und strenge Diät sind auf jeden Fall Maßnahmen, die sich zur Lebensverlängerung Ihres kleinen Lieblings lohnen!

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Faktoren, die das Auftreten von Diabetes mellitus   begünstigen

Alter:

Die Zuckerkrankheit kann zwar in jedem Altersabschnitt auftreten, die Krankheit   wird jedoch häufiger bei Senioren (Tiere älter als 7 Jahre) diagnostiziert.

Rasse:

Manche Rassen, wie Rottweiler, Zwergschnauzer, Zwergpudel, Yorkshire Terrier und Möpse zeigen eine gehäufte Anfälligkeit als andere Rassen. Bei den Katzen ist keine rassebedingte Prädisposition auffällig.

Geschlecht:

Bei Hündinnen tritt Diabetes doppelt so häufig auf wie bei Rüden. Bei den Katzen sind vor allem Kater auffällig, die vor oder mit einem Alter von sechs Monaten kastriert wurden.

Hormonelle Veränderungen:

Diese können nach Infektionskrankheiten der Bauchhöhle oder Bauchspeicheldrüse auftreten und zur Zuckerkrankheit führen. Einige Medikamente   beeinflussen das hormonelle Gleichgewicht im Organismus und können zu einem Diabetes führen. Bei läufigen Hündinnen kann durch die hormonellen Wechsel eine entweder kurzzeitige,  vorübergehende oder in manchen Fällen eine bleibende Zuckererkrankung entwickelt werden.

Futter:

Vor allem übergewichtige Katzen neigen zu Diabetes.

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Symptome

Tiere, die an Diabetes erkrankt sind, können die folgenden Krankheitszeichen   aufzeigen:

  • Vermehrter Durst
  • Gesteigertes Urinvolumen
  • Häufiger Urinabsatz
  • Gewichtsverlust
  • Appetitveränderungen (zunächst zunehmend, später abnehmend)
  • Apathie   (Niedergeschlagenheit)
  • Gehäuftes Erbrechen
  • Katarakte (bei Hunden), die zur Erblindung führen können

In Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung  , kann der Appetit eines an Diabetes erkrankten Tieres zunehmen oder abnehmen.

Sollten Sie Zweifel an dem Gesundheitszustand Ihres Tieres haben, so zögern Sie bitte nicht und konsultieren Sie Ihren Haustierarzt.

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Diagnose

Ihr Haustierarzt wird zunächst eine allgemeine klinische Untersuchung bei Ihrem Tier durchführen. Blut- und Urinuntersuchungen finden im Anschluss statt, da diese sehr gute Hinweise auf die Erkrankung und den Schweregrad geben können. Der Urin gibt des Weiteren über bestehende Infektionen der Harnwege Aufschluss. In nährstoffreichem Milieu gedeihen Bakterien und Pilze   durch den hohen Gehalt an Glukose im Urin bei Diabetes besonders gut. Da im Mittelalter der Urin vom Arzt verkostet werden musste und dieser beim diabetischen Säugetier einen honigsüßen Geschmack aufweist, ist der Terminus Diabetes mellitus entstanden ("mit Honig versüßt").

Bei akut   entzündlichen Erkrankungen der Bauchhöhle können auch Ultraschalluntersuchungen, Laparoskopien (Bauchspiegelungen) und Laparotomien mit der Gewinnung einer Gewebeprobe (Biopsie  ) einen erheblichen Beitrag zur Diagnose liefern. Eine frühe Diagnose und konsequente Behandlung trägt wesentlich zur Kontrolle der Krankheit bei.

Wir unterscheiden zwei Arten der Zuckerkrankheit beim Tier:

Diabetes Typ I:

Bei diesem findet eine unzureichende Produktion von Insulin statt. Das Insulin wird durch Injektionen eines fremden Insulins, z. B. Schweineinsulin, ersetzt. Diese Form der Diabetes wird auch als "Insulinabhängiger Diabetes" bezeichnet.

Diabetes Typ II:

Bei diesem werden geringe Mengen körpereigenen Insulins produziert. In einigen Fällen kann - ähnlich wie bei Menschen - eine Behandlung mit Tabletten erfolgen, bei anderen ist die Injektion von Insulin nicht zu vermeiden. Es besteht ein Insulinmangel. Das Ergebnis der Erkrankung  ist bei den Formen Typ I und II gleich: Der Glukosespiegel im Blut steigt und kann schwere Schädigungen des Organismus verursachen.

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Fütterungsempfehlung für das an Diabetes erkrankte Haustier

So wie ein an Diabetes mellitus erkrankter Mensch muss auch ein Tier an eine Ernährungsumstellung (Diät) gewöhnt werden. Üblicherweise stehen solche Diäten nicht gerade hoch im Kurs. Sie sind aber wichtig, um mit Diabetes leben zu können.

Was sollte ein Futter für einen Diabetiker enthalten?

  • Spezielle Faser- und Kohlenhydratmischungen können den Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit sogar senken, da die Faserstoffe die Darmbewegungen anregen und damit einen vermehrten Fluss an Verdauungssäften bewirken. Dabei wird die Bauchspeicheldrüse angeregt, die dann evtl. sogar noch Insulin ausschütten kann. Als Faserquellen gibt es eine Vielzahl unverdaulicher, langkettiger Zucker, wie Carboxymethylzellulose, die beispielsweise im Wegerich-Samen enthalten sind, aber auch in anderen pflanzlichen Nebenerzeugnissen. Die Diät sollte einen Faseranteil von mindestens 10 % enthalten.
  • Kohlenhydrate sollten leicht verdaulich sein, langsam und konstant in den Körper aufgenommen werden. Sie finden sich z. B. in Gerste und Sorghum.
  • Reduzierte Kalorien: Da diabetische Tiere häufig übergewichtig   sind, sollte mit der Diät kein Überangebot an Kalorien aufgenommen werden. Zu viele Fette würden auch die Leberschädigung vorantreiben und zu einer Erhöhung der Ketonkörper im Blut führen.
  • Eiweiße sollten von guter Qualität und leicht verdaulich sein. Als Eiweißquellen stehen Rind, gut gekochtes Schweinefleisch, magerer Fisch und Leber zur Verfügung.
  • Zusätze wie L-Carnitin unterstützen das Herz, das durch die Zuckererkrankung eventuell schon Schaden genommen hat. Chromsalze können als Hilfsfaktoren (Coenzyme) den Körper beim Glukosestoffwechsel und bei der Energiegewinnung unterstützen.
  • Verdauungsenzyme können bei starker Schädigung der Bauchspeicheldrüse die Verdauung und den Transport der Nährstoffe aus der Diät in den Körper unterstützen.

Die Zusammensetzung einer Diät ist aufgrund der verschiedenen Bestandteile nicht einfach. Aus diesem Grund stehen gute, industriell gefertigte Diäten zur Verfügung, die bestmöglich auf die Bedürfnisse des Tieres abgestimmt sind.

Das optimale Fertigfutter sollte die konstante Aufnahme von im Darm langsam resorbierbaren Kohlenhydraten unterstützen und diese dem Darm zuführen. Dies ermöglicht ein fortwährendes Gleichgewicht zwischen der Aufnahme von Kohlenhydraten und der Insulingabe.

Füttern Sie immer die gleiche Dosis der von Ihrem Tierarzt angegebenen Futtermenge und füttern Sie ausschließlich das von Ihrem Tierarzt verschriebene Futter. So kann die empfohlene Insulindosis beibehalten werden. Trotzdem sind Blutzuckerkontrollen in verordneten Abständen einzuhalten. Stark überzogene Abstände können zu unbemerkten Über- oder Unterzuckerungen führen, die Ihrem Tier schaden.

Besprechen Sie bitte die Fütterung Ihres zuckerkranken Tieres mit Ihrem Haustierarzt oder einem Ernährungsspezialisten und lassen Sie in regelmäßigen Abständen Blutzuckerkontrollen durchführen. Bei Bedarf sollten Futter, Insulingabe und Fütterung an die jeweiligen Umstände angepasst werden!

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Fertigfutter-Diäten

Verschiedene Hersteller bieten Diätfertigfutter an. Bei diesen handelt es sich um sehr hochwertige Futtermittel, die durch ihre sorgsam ausgewählten Inhaltsstoffe oder durch besonders aufbereitete Inhaltsstoffe auffallen.

Wichtig!
Hierbei handelt es sich um Verschreibungsdiäten, die nur beim Tierarzt erhältlich sind!

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