Kotuntersuchung

 

Kotuntersuchung im LaborKot opener


 


Blut | Nativ | Flotation | Larven | Verdauung | pH   | Viren   | Bakterien   | Pilze   | Spezial

Okkultes Blut im Kot

Kot okkultes BlutDass Blutungen der Darmschleimhaut während einer akuten Darmentzündung   auftreten, ist nichts Besonderes. Bei einem scheinbar gesunden Tier können Hinweise auf okkultes Blut im Kot jedoch einen Hinweis auf Darmpolypen, Darmwandgeschwüre und Darmtumore geben. Wenn Sie den Kot Ihres Tieres auf verborgenes Blut untersuchen lassen möchten, achten Sie bitte darauf, dass Ihr Tier für drei Tage kein rohes Fleisch erhält und dass Sie bei den Fütterungen das Dosenfutter mit Reis oder Nudeln strecken, um den Fleischgehalt zu reduzieren. Wird dies nicht eingehalten, kann der Test ein falsch-positives Ergebnis liefern.

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Native Kotuntersuchung

Kotuntersuchung nativ 1Kotuntersuchung nativ 2Kotuntersuchung nativ Giardienzyste


Die native Kotuntersuchung erfolgt aus den frischen Fäkalien oder einem Enddarmabstrich. Das Material wird mit physiologischer Kochsalzlösung verdünnt oder mit einem Farbstoff wie Lugolsche Lösung oder Methylenblau versetzt und direkt unter dem Mikroskop untersucht. Diese Methode ist bei einem geringen Parasitenbefall nicht sehr zuverlässig. Ist die Parasitose jedoch stark, so können Kokzidien, Giardien, Amöben und manchmal Wurmeier schnell nachgewiesen werden. Der geübte Untersucher kann in einigen Fällen Aussagen über die Verdauung des Futters und die Keimsituation treffen, z. B. beim Kaninchen, wenn die großen Dickdarmbakterien fehlen. Die obere Abb. zeigt Kokzidien unter dem Normarski Interferenz Kontrastmikroskop; links ein gefärbter Giardien Trophozoit unter dem Lichtmikroskop und rechts daneben eine Giardienzyste im Phasenkontrastmikroskop.

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Flotation

Flotation 1

Flotation 2Flotation 3Toxocara (Spulwurm) Ei durch Flotations-Methode isoliert unter dem Lichtmikroskop fotografiert.

Bei der Flotationsmethode wird der Kot in einer speziellen Salzlösung mit einer hohen spezifischen Dichte vermischt. Die Parasiteneier werden aus dem Kot gelöst. Die hohe Dichte der Lösung lässt die Eier an die Oberfläche der Lösung aufsteigen. Hier werden sie mit einem Deckglas gesammelt und dann unter dem Mikroskop identifiziert. Es können auch bei geringem Parasitenbefall Eier nachgewiesen werden. Um den Erfolg noch steigern zu können, empfiehlt sich eine Kotsammelprobe. Dabei werden an drei aufeinanderfolgenden Tagen Kotproben eines Tieres in einem Gefäß gesammelt und zur Untersuchung abgegeben. Da die Eiablage variieren kann und es Tage gibt, an denen kein Eiabsatz stattfindet, lassen sich mit der Kotsammelprobe gute Ergebnisse erzielen. Diese Methode dient dem Nachweis der meisten > Spul-, > Haken-, > Peitschen- und > Haarwürmer sowie > Kokzidien-Oozysten (Eier).

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Larvenmigrationsverfahren nach Baermann-Wetzel

Larvenmigrationsverfahren 1Diese Methode dient dem Nachweis von Lungenwürmern. In älteren Proben können auch Larven von Strongyloides und Strongyliden isoliert und nachgewiesen werden. Mit Hilfe der Trichtermethode wird die Kotprobe in ein Stück Gaze eingeschlagen und in Wasser getaucht. Die Larven wandern aus dem Kot in das Wasser und sinken in den verschlossenen Schlauch hinab. Nach 24 Stunden wird ein Tropfen entnommen und auf Larven untersucht.


Larvenmigrationsverfahren 2Lungenwurmlarven unter dem Lichtmikroskop. Sie werden durch Husten aus der Lunge geschleudert und mit dem Auswurf verschluckt. In den Exkrementen erreichen sie die Umgebung, um einen neuen Wirt zu infizieren. Sie kommen beim domestizierten Wiederkäuer   (Rind), wildlebenden Wiederkäuer (Reh), Schwein, Hund und Katze vor, sind beim Menschen jedoch selten nachzuweisen.
Sie sind weltweit verbreitet!

 


 

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Verdauung

Um die Verdauung der wichtigsten Nährstoffe im Kot beurteilen zu können, werden kleine Proben des Kotes mit speziellen Farbstoffen versetzt, um unverdaute Muskelfasern, Fettsäurenadeln, Neutralfett und Stärke im Kot nachzuweisen. Es wird dann vom Untersucher beurteilt, ob eine vollständige, gute, mittelmäßige oder schlechte Ausnutzung des Futters erfolgt. Diese Untersuchung kann durch die Fütterung von größeren Mengen rohen Fleisches beeinträchtigt werden und ist nur für Allesfresser geeignet.

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pH

PH-Wert MessungpH ist die Abkürzung für pondus (Potenz) hydrogenii (Wasserstoff) oder das Maß für die Wasserstoffionen-Konzentration in einer Lösung. Der pH-Wert zeigt an, ob eine saure, neutrale oder alkalische Reaktion einer Lösung vorliegt. In der Medizin wird der pH-Wert für Urin, Blut und Kot gemessen.

Der pH-Wert im Kot sollte zwischen 6,0 und 7,0 liegen!

Der Theorie nach gedeihen im sauren Kot Pilze besser und im alkalischen Kotmilieu eine Vielzahl von Bakterien. Der pH-Wert ist ein sehr empfindlicher Parameter, der durch Fütterung, Verdauungsfermente und Darmflora stark beeinflusst werden kann, so dass die Beurteilung keine sehr aussagekräftige Schlußfolgerung erlaubt.

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Viren

Eine ganze Reihe von Viren weist eine spezielle Anpassung an den Magen-Darm-Trakt der Tiere auf. An dieser Stelle sollen nur die wichtigsten angesprochen werden.

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Parvovirus - Katzenseuche  

Parvovirus 1Die Parvovirose   ist eine akut   verlaufende Durchfallerkrankung mit schweren Folgen für das Tier und leider mit oft tödlichem Ausgang.

In der Anfangsphase ist eine Unterscheidung zu anderen Darmerkrankungen sehr schwer. In den meisten Fällen sind junge Hunde und Katzen betroffen. Spezielle Testsysteme wurden für die tierärztliche Praxis entwickelt, die das Parvovirus im Kot nachweisen können. Der Tierarzt   kann dann schnell handeln und die notwendigen Untersuchungen und Behandlungsschritte einleiten.

Coronaviren

Parvovirus 2

Coronaviren sind häufig an Durchfallerkrankungen beteiligt. Sie können durch serologische Untersuchungen nachgewiesen werden. Dieses Virus   ermöglicht auch anderen Erregern, den Darm zu schädigen und das Tier zu schwächen. Bei Katzen kann dieser Durchfallerreger zum gefürchteten FIP  -Virus mutieren.

Rotavirus

Parvovirus 3

Rotaviren verursachen vor allem bei Schweinen schwere Darmentzündungen, aber auch bei jungen Hunden können schwere Durchfälle zu erhöhter Welpensterblichkeit führen. Die Diagnose   des Virus kann aus dem Kot erfolgen.

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Spezial-Untersuchungen

1. Folsäure erniedrigt:

ermöglicht eine Aussage über die Resorption   von Nährstoffen im Jejunum, z. B. beim Malabsorptionssyndrom.

Folsäure erhöht:

zeigt eine bakterielle Überwucherung im Darm an, z. B. Dysbakterie   und Störung des exokrinen Drüsenabschnittes der Bauchspeicheldrüse.

2. Vitamin B12 erniedrigt:

weist auf eine Störung im Ileum hin.

3. Chymotrypsin:

verfügt nur über eine gewisse Aussagekraft bei der Insuffizienz des exokrinen Pankreas bei Hund und Katze, ist aber nicht stabil im Kot. Die Kotprobe sollte möglichst frisch zur Untersuchung gelangen.

4. TLI   - Test (Trypsin-Like-Immunoreactivity):

Mit Hilfe dieser Untersuchung kann der Gehalt an den bauchspeicheldrüsenspezifischen Verdauungsfermenten Trypsin und Trypsinogen im Blut gemessen werden, selbst wenn zum Futter Bauchspeicheldrüsenfermente zugefüttert werden.

Der TLI-Test ist erhöht bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einem akuten Schub bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Der TLI-Test ist erniedrigt bei einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion.

5. Elastase   im Kot:

Nachgewiesen wird die von der Bauchspeicheldrüse gebildete Elastase 1. Sie bleibt über längere Zeit in Kotproben stabil. Diese Untersuchung kann zur Abklärung einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion beim Hund eingesetzt werden.

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