Sticker-Sarkom der Hündin

Sticker-Sarkom    - Venerischer transmissibler Tumor   (VTT   ), ansteckender Genitaltumor bei der Hündin

Einleitung | Erreger   | Symptome     | Diagnose    | Therapie   

Einleitung

Es handelt sich um einen natürlichen Tumor, der hautsächlich beim Geschlechtsakt übertragen wird. Auch durch Lecken können Tumorzellen an unterschiedliche Körperbereiche übertragen werden, z.B. die Schleimhaut der Nase, Maulhöhle und Afterschleimhaut, doch dies ist eher selten der Fall. Der VTT wird vorzugsweise in südlicheren Regionen angetroffen, vor allem im Mittelmeerraum bei Hunden, die über ein geschwächtes Abwehrsystem verfügen. Beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen.

 

Erreger 

Ein Erreger, wie beispielsweise ein Virus   oder Bakterium  , ist scheinbar nicht verantwortlich für diese Veränderung.  Als Ursprung wird die Mutation   eines Gens angenommen, das bei einem Sibirischen Wolf oder einer alten Hunderasse vor rund 2.000 bis 2.500 Jahren aufgetreten sein soll. Die Zellen des Sticker-Sarkoms sind mesenchymaler   Herkunft und besitzen im Gegensatz zur gesunden Hundezelle (die über 78 Chromosome   verfügt) nur 57 – 62 Chromosome.

 

Symptome

Bei der Hündin werden überwiegend die Vagina   und die Vulva   befallen. Während des Deckaktes werden die Tumorzellen übertragen. Die Zellen dringen in die Schleimhaut der Vagina ein und bilden innerhalb von einigen Wochen Knoten, die zu einem blutigen Ausfluss aus der Scheide führen. Das Sticker-Sarkom kann auch in das Lumen   des Uterus   proliferieren sowie über kleine Verletzungen in die Schleimhaut von Nase, Maul und After eingebracht werden.
Auffällig ist zunächst ein blutiger Ausfluss aus der Vulva. Nach dem Spreizen der Schamlippen können blumenkohlartige Gewächse gesichtet werden, die eine geschwürige Oberfläche aufweisen und leicht bluten.

 

Die Hündin liegt auf der Seite und der Tumor wird mit Hilfe einer Pinzette gezeigt.t.Schnell reißt die Tumoroberfläche ein und das Gewebe beginnt zu bluten.



Metastasen   werden zunächst in den Leistenlymphknoten, im Darm und im Uterus gefunden. Eine Ausbreitung in die Lungen, Leber, Augen und Gehirn   ist selten.

 

Diagnose

Eine pathologische Untersuchung durch eine Biopsie   oder Einsendung der entfernten Tumore   kann die klinische Verdachtsdiagnose bestätigen.

 

Mikroskopisches Bild eines Sticker-Sarkoms bei hoher Vergrößerung unter dem LichtmikroskopMikroskopisches Bild eines Sticker-Sarkoms bei niedrige Vergrößerung unter dem Lichtmikroskop.



Das krankhafte Gewebe   zeigt stark veränderte Zellkerne und rundliche Tumorzellen. Durch eine Untersuchung des Erbgutes kann die Anomalie der Chromosomen   nachgewiesen werden.

 

Therapie

  1. chirurgische Entfernung durch Laser- oder Hochfrequenzchirurgie  
  2. Chemotherapie   mit Vincristin
  3. Evtl. Bestrahlung
  4. Abwehrstärkende Maßnahmen durch Paramunisierung   und Interferon  
  5. Kastration   zur Prophylaxe   

 

Bei etwa 20 bis 25 % der betroffenen Tiere kommt es zu einer spontanen Rückbildung (Remission) des Primärtumors. Die scheinbar geheilten Patienten können dennoch die Zellen übertragen, Metastasen aufweisen oder erneut Tumore bilden. So ist eine Chemotherapie anzuraten, wenn es die finanziellen Möglichkeiten erlauben.
Die Therapie sollte mit dem Tierarzt   / der Tierärztin abgesprochen werden.

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