Kastration der Hündin

Allgemein | Indikation   | Vorteile | Nachteile | Ovarektomie | Ovariohysterektomie   | Zeitpunkt | Operationstechniken

Allgemeines

Die Kastration   der Hündin ist einer der häufigsten Eingriffe in die Bauchhöhle der Hündin. Sie zielt auf die Unterbindung des Fortpflanzungsverhaltens und Spätfolgen von hormonellen Störungen sowie zur Vorbeugung unterschiedlicher daraus resultierender Krankheitsbilder.
Sie stellt einen operativen Eingriff dar, bei dem die Eierstöcke   aus dem Bauchraum   entfernt werden.

Gesetzliche Grundlagen und Einschränkungen

Nach § 6 Tierschutzgesetz fällt die Kastration von Hunden (männlichen und weiblichen), ebenso wie das Kupieren von Ohren und Ruten sowie das Entfernen der Wolfskrallen unter das Amputationsverbot und darf nur bei Vorliegen von medizinischen Gründen vorgenommen werden.

Der Wunsch des Tierbesitzers ist dafür nicht ausreichend, und eine nur aus Bequemlichkeit vorgenommene Kastration damit illegal!

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Indikation

Die Kastration der Hündin kann aus folgenden Gründen angezeigt sein:

  1. Ausschluss von der Zucht, aufgrund eines Erbfehlers, z. B. PRA etc.
  2. Hormonell bedingte Hypersexualität der Hündin: Nymphomanie.
  3. Hormonell bedingtes Dominanzverhalten von Hündinnen, Haltungserleichterung.
  4. Hormonell bedingtes Aggressionsverhalten gegen Rüden und Menschen.
  5. Tumorerkrankungen: z. B. Brustkrebs, Gebärmuttertumore, Tumore   der Eierstöcke.
  6. Knochenmarkschädigung: z. B. östrogenaktive Eierstockzysten  .
  7. Zyklusstörungen: Scheinträchtigkeit
  8. Gebärmuttervereiterung: Pyometra  
  9. Chronische   Entzündungen der Gebärmutter.
  10. Bindegewebsschwäche - Scheidenvorfall nach der Läufigkeit (erblich) oder während der Geburt   (erblich).
  11. Erkrankungen der Milchdrüsen.
  12. Intersexualität - Zwitter  

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Vorteile der Kastration bei der Hündin

  • Einmaliger Eingriff
  • Ausgeglicheneres Verhalten
  • Aktives Verhalten
  • Frühe Kastration kann Brustkrebs und einige Tumorerkrankungen verhindern
  • Senkung des Risikos einer Hormonstörung
  • Verminderung der Aggressivität gegen andere Hündinnen

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Nachteile

Die Nachteile sind gering. Vor allem ist der erste Punkt von Bedeutung, da sämtliche Familienangehörige und Mitarbeiter in Firmen gefordert sind, sich an die Futterrestriktion zu halten und den Hund nicht ständig zu füttern.

  • Bei falscher Ernährung   und zu wenig Bewegung: Gewichtszunahme. Das Futter muss nach der Kastration um 1/3 reduziert werden, die sportliche Auslastung muss erhöht werden, um der Fettleibigkeit (Adipositas  ) und Trägheit vorzubeugen.
  • Vermehrter Hunger, damit kann eine Gewichtszunahme in Verbindung stehen.
  • Hündinnen, die im fortgeschrittenen Alter kastriert werden, sind schwieriger in Form zu halten und sind antriebsärmer.
  • Einige langhaarige Rassen, z. B. Setter, Cocker, Retriever bekommen "Babyfell", was bei etwa einem Drittel der Hündinnen auftritt.

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  • Etwa 10 % der Hündinnen können ein aggressives Verhalten gegenüber anderen Hündinnen und Hunden entwickeln.
  • Die Incontinentia urinae kann etwa bei einem Viertel der kastrierten Hündinnen auftreten, vor allem wenn die Kastration im fortgeschrittenen Alter durchgeführt wurde. Die Inkontinenz kann aber in vielen Fällen durch Medikamente   oder gegebenenfalls durch endoskopische Eingriffe kontrolliert werden.
  • Haarverlust (Alopezie  ) kann sich in seltenen Fällen im Bereich der Flanken bei kurzhaarigen Rassen, z. B. Kurzhaarteckeln, entwickeln.
  • Entzündung   der Hautfalte um die Scheide kann bei sehr fettleibigen Hündinnen auftreten.
  • Haarkleidveränderungen: Feines Welpenhaar seitlich, nach der Kastration von Rüden, bei einigen Rassen, z. B. Irish Setter, Gordon Setter.
  • Haarkleidveränderungen: Übermäßiges Wollhaar nach der Kastration der Hündin, bei einigen Rassen, z. B. Irish Setter, Gordon Setter, Cavalier King Charles Spaniel, rotem Cocker Spaniel und Langhaarteckel.
  • Harnträufeln: Bis zu 8 % bei einigen predisponierten Rassen, wie beispielsweise Bernhardiner, Bobtail (Old English Sheepdog), Bouvier des Flandres, Collie, Dobermann, Irish Setter, Rottweiler und Riesenschnautzer.

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Für welche Operationstechnik soll ich mich entscheiden ?

1.- Ovarektomie - Die Entfernung der Eierstöcke

Bei der Ovarektomie werden nur die Eierstöcke aus dem Bauchraum entfernt, während die Gebärmutter zurückbleibt. Der Schnitt ist etwas kürzer, und die Zeit für den Eingriff verringert sich geringfügig.

Vorraussetzung für die Ovarektomie ist, dass keine Erkrankung   des Uterus   (Metropathie  ) vorliegen darf. Nach der Entfernung der Eierstöcke kommt es zur Rückbildung - Atrophie   der Gebärmutter, da diese nicht mehr unter dem Einfluss der Sexualhormone steht. In seltenen Fällen können Östrogene   von der Nebenniere gebildet werden. Unter dem Einfluss dieser Hormone kann die Gebärmutter zu neuem Leben erwachen und zu Schwierigkeiten führen. In solch einem Fall muss dann die Gebärmutter im Anschluss entfernt werden.

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2.- Ovariohysterektomie - Die Totaloperation mit Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke

Bei der Ovariohysterektomie werden die Eierstöcke und die Gebärmutter aus dem Bauchraum entfernt, nur die Hälfte von der Cervix   verbleibt im Bauchraum, nachdem die Schleimhaut ausgeschält wurde, der Stumpf desinfiziert und vernäht wurde. Der Schnitt ist etwas länger, und die Zeit für den Eingriff verzögert sich geringfügig durch den erhöhten Aufwand.

Vorraussetzung für die Ovariohysterektomie ist, dass eine Erkrankung des Uterus (Metropathie) vorliegt oder zu erwarten ist. Auch der Wunsch des Tierhalters kann berücksichtigt werden, das Risiko einer zweiten Operation zu vermeiden, welches durch die in seltenen Fällen auftretende Aktivierung der Gebärmutter und den daraus enstehenden Komplikationen durchaus vorhanden ist.

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Zeitpunkt der Kastration

Eine aus den entsprechenden Indikationen heraus resultierende Kastration kann mit einen ½ Jahr durchgeführt werden, nicht aber wenn es sich dabei um Arbeitshunde, z. B. Blindenhunde oder Hütehunde, handelt, da die Lernfähigkeit bei Kastraten unter einen Jahr gemindert sein soll. Diese Hundegruppen sollten erst nach Vollendung des 1. Lebensjahres kastriert werden, außer wenn eine dringende medizinische Indikation besteht.

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Operationstechniken

Operationstechniken

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